Udo Schiefner
deutscher Politiker (SPD), MdB
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Udo Schiefner (* 7. August 1959 in Kempen; † 9. Oktober 2025[1]) war ein deutscher Politiker der SPD und gehörte von 2013 bis 2025 dem Deutschen Bundestag an.

Ausbildung und Beruf
Schiefner machte 1974 den Hauptschulabschluss, besuchte dann eine einjährige Berufsgrundschule und erhielt die Fachoberschulreife mit dem Schwerpunkt Chemie. Er absolvierte die Ausbildung zum Chemisch-Technischen Assistenten und arbeitete bis zu seiner Wahl in den Bundestag als Leiter der Qualitätssicherung einer Mönchengladbacher Brauerei. Hinzu kam ein Fernstudium zum Qualitätssicherungstechniker an der Technischen Fachhochschule Berlin (heute Berliner Hochschule für Technik).
Politischer Werdegang
Schiefner trat 1975 in die SPD ein. Er war seit 2002 deren Vorsitzender im Kreis Viersen, war seit 2008 stellvertretender Vorsitzender der SPD Niederrhein und wurde im Februar 2021 zum Vorsitzenden der SPD Niederrhein gewählt. Zuvor war er Vorsitzender der SPD in Kempen-St. Hubert. Er saß 1983 bis 2009 im Rat der Stadt Kempen; er war zunächst Geschäftsführer und später Vorsitzender der SPD-Fraktion. Er zog 2004 in den Kreistag des Kreises Viersen ein; von 2009 bis Dezember 2013 war er dort SPD-Fraktionsvorsitzender.
Nachdem er bei der Bundestagswahl 2009 vergeblich für den Bundestag kandidierte, gelang ihm 2013 der Einzug über die Landesliste der SPD Nordrhein-Westfalen. Er kandidierte beide Male im Wahlkreis Viersen für das Direktmandat an. Er war seit 2013 Mitglied des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur und dort stellvertretender Sprecher der SPD-Fraktion sowie des Petitionsausschusses. Außerdem war er Vorstandsmitglied der SPD-Bundestagsfraktion.
2017 wurde er über die Landesliste wiedergewählt. In der 19. Wahlperiode war er stellvertretender Sprecher der Verkehrs- und der Petitions-Arbeitsgemeinschaften der SPD-Bundestagsfraktion.
Schiefner war in der 18. Wahlperiode stellvertretender Vorsitzender der deutsch-niederländischen Parlamentariergruppe, die in der 19. Wahlperiode nicht fortgesetzt wurde. Seitdem war Schiefner Mitglied der Benelux- und der Zentralasien-Parlamentariergruppen. Seit Dezember 2019 war Schiefner Vorsitzender des 2. Untersuchungsausschusses der 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages.[2] Er war im 19. Deutschen Bundestag ordentliches Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur und im Petitionsausschuss. Zudem war er stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss.[3]
Schiefner kandidierte bei der Bundestagswahl 2021 wieder im Bundestagswahlkreis Viersen.[4] Er zog erneut über die Landesliste in den Bundestag ein.[5] Er war in der 20. Wahlperiode Vorsitzender des Verkehrsausschusses[6] und Vorsitzender der Parlamentsgruppe Schiene sowie stellvertretender Vorsitzender der deutsch-niederländischen Parlamentariergruppe. Bei der Bundestagswahl 2025 kandidierte er nicht erneut.[7]
Er wurde im Februar 2021 zum Vorsitzenden der SPD-Region Niederrhein gewählt.[8]
Bei der Kommunalwahl 2025 kandidierte er für den Kreistag des Kreises Viersen und zog über die Liste in diesen ein.[9]
Schiefner engagierte sich ehrenamtlich in mehreren Organisationen in seinem Wahlkreis und war Mitglied des Beirats von Action medeor, einem Medikamentenhilfswerk.
Privates
Schiefner war verheiratet und hat ein Kind. Er starb zwei Monate nach seinem 66. Geburtstag plötzlich und unerwartet.[10]