Ulf Bossel

deutsch-schweizerischer Maschinenbauingenieur und Autor From Wikipedia, the free encyclopedia

Werdegang

Bossel schloss seine Schulausbildung 1956 mit dem Abitur in Korbach ab. Das Vordiplom in Maschinenbau erhielt er 1959 an der TH Darmstadt. An der ETH Zürich schloss er das Studium in Maschinenbau mit dem Diplom 1961 ab. 1968 wurde er an der University of California, Berkeley in Mechanical Engineering promoviert (Ph.D.). Seine Dissertation handelt von der Erzeugung intensiver Molekularstrahlen mit Hilfe eines aerodynamischen Verfahrens. Von 1968 bis 1970 war er Assistant Professor für Mechanical and Aerospace Engineering an der Syracuse University. 1970 ging Bossel zurück nach Deutschland, wo er am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen bis 1979 Gruppenleiter war. 1975 war er Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie, deren 1. Vorsitzender bzw. Präsident er von 1976 bis 1978 war. 1978 gründete Bossel die Solentec GmbH in Adelebsen bei Göttingen. Das Beratungsunternehmen beschäftigte sich mit erneuerbaren Energien und rationeller Energienutzung. 1986 wechselte Bossel in die Industrie. Bei ABB in Baden AG (Schweiz) wurde er Projektleiter Brennstoffzelle und später Leiter der weltweiten Brennstoffzellenaktivitäten des Konzerns. 1991 verließ Bossel ABB und wurde freischaffender Innovationsberater für Brennstoffzellentechnik. Ab 1994 war er Organisator des European Fuel Cell Forum in Luzern.[2] Im Jahr 2000 gründete er in Oberrohrdorf die Fucellco AG, die seit 2007 als Almus AG firmiert.[3]

Arbeitsgebiete

Bossel bei der World Clean Energy Conference 2016 in Genf

Bossel galt als ausgewiesener Brennstoffzellenexperte[4] und Kritiker der Wasserstoffwirtschaft.[5][6] Er hielt Wasserstoff für einen denkbar ungeeigneten Energieträger, „da bei seiner Herstellung viel Energie verbraucht und bei Transport und Lagerung viel Energie verloren gehe.“[7] Die mehrfache Transformation der Energie (Elektrolyse und Brennstoffzelle), sowie Speicherung und Transport, Umwandlungsverluste sprechen nach Meinung von Bossel gegen Wasserstoff als Energieträger.[8] Der aus Strom gewonnene Wasserstoff werde „deshalb immer teurer sein als die regenerativ erzeugte Elektrizität“.[9]

Bossel befürwortete eine effiziente „Elektronenwirtschaft“. Mit einer energieverschwendenden Wasserstoffwirtschaft könne die Energiewende nicht verwirklicht werden.[4][10] Er wies darauf hin, dass sich im Rahmen der Energiewende der Energiebedarf sowie die Art der Energieversorgung und Energienutzung stark in Richtung ganzelektrisch verändern werden. Die Energiezukunft wird laut Bossel im Wesentlichen durch die Gesamtenergiebilanz einer Energieversorgung bestimmt, die mit grünem Primärstrom beginnt.[11]

Persönliches

Bossel war mit Lisbeth Bossel-Locher verheiratet und hatte zwei Töchter. Er war seit 1995 Schweizer Bürger.[3] Ulf Bossel war der Bruder des Umweltforschers und Systemwissenschaftlers Hartmut Bossel.[12]

Mitgliedschaften

Ulf Bossel war Mitglied des International Board of Advisors (IBoA) des European Fuel Cell Forum EFCF[13] sowie Vorsitzender des Redaktionsbeirates der Zeitschrift Solarzeitalter.[14]

Publikationen (Auswahl)

Monographien

Wissenschaftliche Fachartikel

Auszeichnungen

  • 2010: Christian-Friedrich-Schönbein-Ehrenmedaille für die Verdienste um den Brennstoffzellen-Technik in Europa[3]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI