Ulf Brunnbauer
österreichischer Historiker
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Ulf Brunnbauer (geboren 22. September 1970 in Kirchdorf an der Krems) ist ein österreichischer Historiker. Er ist seit 2008 Professor an der Universität Regensburg und seit 2017 Direktor des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung.
Leben
Ulf Brunnbauer besuchte das Bundesgymnasium Ramsauerstraße in Linz und studierte ab 1989 Geschichte, Russische Philologie, Soziologie und Volkswirtschaftslehre an der Universität Graz. 1995 legte er seine Magisterarbeit mit dem Thema Die Liga der Zeit. Probleme der wissenschaftlichen Arbeitsorganisation in der Sowjetunion, 1923–1925 vor. 1996 war er Wahlbeobachter der OSZE in Albanien. 1998 leistete er für ein Jahr Zivildienst als Flüchtlingsrechtsberater bei der Caritas Graz. 1999 wurde er in Graz mit einer Dissertation zur bulgarischen Geschichte promoviert. Ab 2003 war er wissenschaftlicher Assistent an der FU Berlin und habilitierte sich dort 2006.
Brunnbauer wurde 2008 zum Professor (W3) für Geschichte Südost- und Osteuropas an die Universität Regensburg berufen.[1]
Zur gleichen Zeit wurde er Direktor des Südost-Instituts, das 2011 mit dem Osteuropa-Institut (Regensburg) zum Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) zusammengelegt wurde und in dem er bis 2017 Geschäftsführender Direktor war. 2017 wurde die Forschungseinrichtung in Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (Leibniz-IOS) umbenannt. Brunnbauer wurde Wissenschaftlicher Direktor.[2]
Brunnbauer ist Mitherausgeber der Zeitschrift Südost-Forschungen sowie der Schriftenreihe Südosteuropäische Arbeiten. Seit 2008 ist er Präsidiums-Mitglied der Südosteuropa-Gesellschaft.[1]
Schriften (Auswahl)
- (Hrsg.): Umstrittene Identitäten. Ethnizität und Nationalität in Südosteuropa. Lang, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-631-38199-9.
- Gebirgsgesellschaften auf dem Balkan. Wirtschaft und Familienstrukturen im Rhodopengebirge (19./20. Jahrhundert). Böhlau, Wien 2004, ISBN 3-205-77146-X.
- (Re)Writing History. Historiography in Southeast Europe after Socialism. Lit Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-8258-7365-X.
- mit Holm Sundhaussen, Michael G. Esch: Definitionsmacht, Utopie, Vergeltung. „Ethnische Säuberungen“ im östlichen Europa des 20. Jahrhunderts. Lit, Berlin 2006, ISBN 3-8258-8033-8.
- mit Andreas Helmedach, Stefan Troebst (Hrsg.): Schnittstellen. Gesellschaft, Nation, Konflikt und Erinnerung in Südosteuropa. Festschrift für Holm Sundhaussen zum 65. Geburtstag. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2007, ISBN 978-3-486-58346-5.
- „Die sozialistische Lebensweise.“ Ideologie, Gesellschaft, Familie und Politik in Bulgarien (1944–1989). Böhlau, Wien 2007, ISBN 3-205-77577-5.
- mit Stefan Troebst (Hrsg.): Zwischen Nostalgie und Amnesie. Die Erinnerung an den Kommunismus in Südosteuropa. Böhlau, Köln 2007.
- Globalizing Southeastern Europe. America, Emigrants and the State since the late 19th Century. Lexington, Lanham, Md. 2016.
- mit Klaus Buchenau: Geschichte Südosteuropas. Reclam, Ditzingen 2018, ISBN 978-3-15-011154-3.
- mit Dierk Hoffmann (Hrsg.): Transformation als soziale Praxis. Mitteleuropa seit den 1970er Jahren. Metropol, Berlin 2020 (Volltext digital verfügbar).
Weblinks
- Literatur von und über Ulf Brunnbauer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Ulf Brunnbauer an der Universität Regensburg