Ulrich Kias

deutscher Professor für Landschaftsinformatik From Wikipedia, the free encyclopedia

Ulrich Kias (* 25. Februar 1955 in Essen) ist ein deutscher Landschaftsinformatiker. Er war von Juli 1988 bis März 2021 an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf tätig.[1] Seit März 2018 ist er Präsident der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. (FLL) mit Sitz in Bonn.[2]

Dieser Artikel wurde am 25. Februar 2026 auf den Seiten der Qualitätssicherung eingetragen. Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und beteilige dich bitte an der Diskussion!
Folgendes muss noch verbessert werden: Vollprogramm. --AxelHH-- (Diskussion) 20:34, 25. Feb. 2026 (CET)

Leben

Kias studierte von 1974 bis 1977 Landespflege an Gesamthochschule Essen und von 1977 bis 1980 Geographie mit Schwerpunkt Landschaftsökologie an der Universität Münster. Von 1982 bis 1988 war er als wissenschaftlicher Angestellter am Fachbereich Landschaft des Instituts für Orts-, Regional- und Landesplanung der ETH Zürich tätig. Dort promovierte er zum Dr. sc. techn. (ETH) mit dem Thema Biotopschutz und Raumplanung ‑ Überlegungen zur Aufbereitung biotopschutzrelevanter Daten für die Verwendung in der Raumplanung und deren Realisierung mit Hilfe der EDV.[3]

1988 erhielt er den Ruf auf die erste im deutschen Sprachraum eingerichtete Professur für „Datenverarbeitung in der Landespflege“ in der Fakultät Landschaftsarchitektur an der damaligen Fachhochschule Weihenstephan (heute: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) in Freising bei München. Später wurde die Professur in „Landschaftsinformatik“ umbenannt. Sein Berufungsvortrag wurde von der Schweizer Fachzeitschrift für Landschaftsarchitektur Anthos publiziert.[4]

Forschung

Kias hat schon sehr früh, als das für Fachhochschulen damals noch nicht selbstverständlich war, und über viele Jahre Drittmittel für angewandte Forschung in Millionenhöhe eingeworben und damit die Forschung an der HSWT maßgeblich geprägt. Seine Forschung und Lehre konzentrierten sich auf die Digitalisierung in der Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung. Er hat sich in seiner Forschung vor allem mit der Digitalisierung und dem Einsatz moderner Informationstechnologien in der Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung beschäftigt. Zu seinen zentralen Forschungsthemen gehörten:

  • Landschaftsinformatik: Entwicklung und Anwendung digitaler Werkzeuge für Planung, Kartierung und Datenmanagement in der Landschaftsarchitektur. Dazu zählte auch die frühe Nutzung von mobilen Geräten wie dem Pen-Computer, der als Vorläufer heutiger Tablets gilt und speziell für die geländetaugliche Datenerfassung und -verarbeitung konzipiert war.
  • Graphische Datenverarbeitung: Kias leitete den Arbeitskreis „Graphische Datenverarbeitung“ der FLL und förderte den Einsatz von GIS (Geoinformationssystemen) und anderen digitalen Visualisierungstechniken in der Landschaftsplanung.
  • Angewandte Forschung und Entwicklung: Er war als koordinierender Gutachter für das BMBF-Förderprogramm „Angewandte Forschung und Entwicklung an Fachhochschulen“ im Fachgebiet Landespflege tätig und trieb so die praxisnahe Forschung voran.

Bekannt wurde er für die Entwicklung und den Einsatz digitaler Werkzeuge wie dem sogenannten Pen-Computer, einem Vorläufer der heutigen Tablets, der bereits geländetauglich war und bei der Kartierung, etwa im Rahmen der Flurbereinigung, eingesetzt wurde.

Er setzt sich für die Förderung von Wissenschaft und Forschung in den Bereichen Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau ein.

Auszeichnungen

  • 2018: Verleihung des "Outstanding Educator Award" der ECLAS (European Council of Landscape Architecture Schools)[5][6]

Publikationen (Auswahl)

  • GFELLER, M., U. KIAS & H. TRACHSLER, unter Mitarbeit von R. Ch. Schilter, 1984: Berücksichtigung ökologischer Forderungen in der Raumplanung – Methodische Ansätze und Fallbeispiele. Berichte zur Orts-, Regional- und Landesplanung Nr. 46, Zürich, 233 S.
  • KIAS, U., 1990: Biotopschutz und Raumplanung ‑ Überlegun­gen zur Aufbereitung biotopschutz­rele­van­ter Daten für die Verwendung in der Raumplanung und deren Realisierung mit Hilfe der EDV. Berichte zur Orts‑, Regio­nal‑ und Landes­planung Nr. 80, Zürich, 297 S. und Anhang
  • BÄCHTOLD, H.G., M. GFELLER, U. KIAS, J. SAUTER, R. SCHILTER & W.A. SCHMID, 1995: Grundzüge der ökologischen Planung – Methoden und Ergebnisse dargestellt an der Fallstudie Bündner Rheintal. Berichte zur Orts , Regional und Landesplanung Nr. 89, Zürich, 298 S.
  • WINZER, K. & U. KIAS, 1997: Projektorganisation beim Einsatz von CAD im Landschaftsarchitekturbüro. Schriftenreihe der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung und Landschaftsbau (FLL), Bonn, 176 S.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI