Unimarkt
Regionale Supermarktkette in Österreich
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Unimarkt war ein Teil der Unigruppe mit Sitz in Traun, Österreich. Das Unternehmen betrieb bis zur Auflösung rund 100 Filialen in den Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg, der Steiermark und dem Burgenland. Die Filialen wurden sowohl als Eigenbetriebe als auch von Franchisepartnern geführt.[1] Nach dem Marktaustritt wurden 50 % der Filialen an die deutsche Rewe Group und Spar verkauft, die restlichen Filialen geschlossen.
| Unimarkt | |
|---|---|
| Rechtsform | Handelsgesellschaft mbH & Co. KG |
| Gründung | 1975 |
| Auflösung | 2026 |
| Auflösungsgrund | Marktaustritt |
| Sitz | Traun, |
| Leitung | Andreas Hämmerle (Geschäftsführung), Johannes Aumann (Geschäftsführung), Thomas Zehetner (Geschäftsführung), Andreas Haider (Geschäftsführung bis 1. August 2024, Gesellschafter) |
| Mitarbeiterzahl | 786 Mitarbeiter auf VZ (Jahresschnitt, 2023/2024) |
| Umsatz | 241 Mio. Euro (2023/24) |
| Branche | Lebensmitteleinzelhandel |
| Website | unimarkt.at |
Geschichte

Die Ursprünge von Unimarkt gehen auf das Jahr 1970 zurück, als regionale Großhändler in Oberösterreich unter der Federführung von Helmut Smolka[2][3] die „Vereinigte UNITAS Großhandel Oberösterreich GesmbH“ (VUOG) gründeten.[4] Rund 250 private Lebensmittelhändler traten damals unter der Marke UNITAS auf. Im Jahr 1975 wurde das Nahversorgerkonzept unter dem Namen Unimarkt eingeführt, um den Rückgang traditioneller Greißler aufgrund zunehmender Marktkonzentration entgegenzuwirken. Nach einer Phase schnellen Filialausbaus kam es 1983 zur Übernahme der gesamten UNITAS-Organisation durch Pfeiffer Großhandel Traun, was zu einer Reduzierung und strategischen Neuordnung des Filialnetzes führte. Weitere wesentliche Meilensteine waren 1995 der erste Umsatz in Milliardenhöhe, 1999 die Einführung eines Franchise-Systems und 2006 die Eröffnung der 100. Filiale.[5]
Die Anzahl der Filialen ging etwas zurück, bis Ende September 2025 noch 91 Unimärkte bestanden, sowohl Franchise als auch eigene – 45 in Oberösterreich, 12 in Niederösterreich, einer im Burgenland, 28 in der Steiermark und 5 im Land Salzburg. Am 30. September 2025 wurde bekannt, dass Unimarkt wegen der Marktbedingungen das gesamte Geschäft bis Jahresende verkaufen möchte. Alle Mitarbeiter, 500 in den Filialen und 120 in der Zentrale wurden dem AMS gemeldet. Unimarkt plant, dass möglichst viele Filialen durch Verkauf an den Mitbewerb als Nahversorger unterbrechungsfrei erhalten bleiben.[6]
Entwicklung und Struktur

Zwischen 2009 und 2015 wurde das Netzwerk auf über 130 Standorte erweitert. Seit November 2014 betrieb Unimarkt einen Online-Shop und bot den österreichweiten Versand von Lebensmitteln an. Dieser wurde jedoch Ende Februar 2024 eingestellt, ebenso wie die „Uniboxen“, die an mehreren Standorten in Oberösterreich betrieben wurden.[7] Die Umstrukturierung auf Franchisefilialen begann im April 2017 und wird seit dem Management-Buyout im April 2021 konsequent verfolgt.[8] Bis Ende 2025 sollen alle verbleibenden Eigenfilialen an Franchisepartner übergeben werden.[9] Die Suche nach neuen Franchisepartnern gestaltet sich dabei teilweise schwierig, was zu Schließungen mehrerer Filialen geführt hat.[10] Im Dezember 2024 musste auch der Logistikstandort in Graz schließen.[11] Laut NielsenIQ betrug der Marktanteil der Markant-Gruppe, zu der auch Unimarkt zählt, im Jahr 2024 2,4 %.[12]
Finanzielle Lage
Der Jahresabschluss 2023/2024 wies einen Verlust von rund 16 Mio. Euro aus. In seinem Bericht wies der Wirtschaftsprüfer darauf hin, dass bei Nichterreichen der im Reorganisationsprogramm festgelegten Maßnahmen erhebliche Zweifel an der Fortführung des Unternehmens bestehen. Neben rückläufigen Verkaufszahlen trugen steigende Personalkosten, Betriebsausgaben und eine erhöhte Verschuldung zur finanziellen Belastung bei. Die Eigenkapitalquote sank von 23,9 % im Jahr 2022/2023 auf 1,5 % im Jahr 2023/2024.[13]
Ehemalige Handelsdynastie Pfeiffer
Georg Pfeiffers Großhandel C+C Pfeiffer wurde 2015 an die Coop-Tochter Transgourmet aus der Schweiz verkauft. Die Zielpunkt-Kette endete durch Insolvenz. Georgs Mutter Maria Pfeiffer verkaufte 2019 ihr Lebenswerk PlusCity in Pasching bei Linz.[14]
Nah&Frisch-Gesellschafter
Die Unigruppe hält 25 % an der ZEV Nah&Frisch Marketingservice GmbH und ist somit neben der Kastner Gruppe und Julius Kiennast einer der drei Großhandelshäuser des Nah&Frisch-Verbundes bzw. in der Markant Österreich.[15]
