Unterleiterbach
Ortsteil von Zapfendorf
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Unterleiterbach (bambergisch: (Ünda)läddäboch[2]) ist ein Gemeindeteil des Marktes Zapfendorf im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Unterleiterbach hat eine Fläche von 3,332 km². Sie ist in 745 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4473 m² haben.[4] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Weihersmühle.[5]
Unterleiterbach Markt Zapfendorf | |
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 2′ N, 10° 57′ O |
| Höhe: | 254 (244–280) m ü. NHN |
| Einwohner: | 556 (31. Dez. 2024)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1978 |
| Postleitzahl: | 96199 |
| Vorwahl: | 09547 |
Schloss Unterleiterbach | |


Geografie
Das Kirchdorf liegt am Leiterbach, einem linken Zufluss des Mains, in dessen Talgrund sich der Ort noch befindet. Im Osten steigt das Gelände um 80 Höhenmeter an. Unmittelbar westlich verläuft die Bahnstrecke Bamberg–Hof, etwas weiter östlich die Bundesautobahn 73. Die Staatsstraße 2197 führt nach Zapfendorf (2,5 km südlich) bzw. nach Ebensfeld (3,2 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße LIF 8 (1,7 km westlich).[6]
Geschichte
Der Ort wurde im Jahre 796 erstmals urkundlich erwähnt. Damals wurden dem Kloster Fulda Güter geschenkt. Eine Kirche bestand schon 1346. Im Jahre 1500 kam die Valentin-Kapelle hinzu. Zwischen 1738 und 1740 wurde eine neue Kapelle nach den Plänen von Johann Jakob Michael Küchel errichtet.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Unterleiterbach mit der Weihersmühle aus 50 Anwesen. Das Hochgericht übten die Grafen von Brockdorff zu Schney und Unterleiterbach im begrenzten Umfang aus, sie hatten gegebenenfalls an das bambergische Centamt Zapfendorf auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft übten die Grafen von Brockdorff aus. Grundherren waren
- die Grafen von Brockdorff: 1 Schloss mit Wirtschaftshof, 4 Höfe, 4 Halbhöfe, 2 Viertelhöfe, 11 Sölden, 1 Gut, 6 Tropfhäuser, 1 Schulhaus, 1 Mühle;
- die Pfarrei Ebensfeld: 2 Sölden, 1 Gütlein, 3 Häuser, 1 Wirtshaus mit Brauhaus;
- die Freiherren von Guttenberg zu Kirchlauter: 2 Sölden, 2 Gütlein, 1 Haus, 2 Tropfhäuser;
- die Bamberger Patrizierfamilie Zollner vom Brand: 4 Gütlein;
- die Gemeinde: 1 Haus.[7]
Im Jahre 1802 kam Unterleiterbach an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1810 der Steuerdistrikt Unterleiterbach gebildet, zu dem Weihersmühle gehörte. 1818 entstand die Ruralgemeinde Unterleiterbach, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Lichtenfels zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenfels. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Staffelstein (1939 in Landkreis Staffelstein umbenannt) für die Verwaltung zuständig und das Rentamt Rattelsdorf für die Finanzverwaltung, bis 1866 das Rentamt Staffelstein neu gebildet wurde (1919 in Finanzamt Staffelstein umbenannt, ab 1929 Finanzamt Bamberg-Land). Die Gerichtsbarkeit lag ab 1862 beim neu gebildeten Landgericht Staffelstein (1880 in Amtsgericht Staffelstein umbenannt, 1956 aufgelöst, bis 1972 Amtsgericht Lichtenfels).[8] Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 3,334 km².[9]
Am 1. Januar 1978 wurde die Gemeinde Unterleiterbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Zapfendorf eingemeindet.[10][11]
Baudenkmäler
In Unterleiterbach gibt es 18 Baudenkmäler:[12]
- Kellergasse 1: Wohnstallhaus und Fachwerkstadel eines Winkelgehöfts, Kreuzigungsgruppe
- Kellergasse 9, Maßdorfer Straße 1, Reifengarten 5, Sankt-Magdalenen-Weg 2, Schloßstraße 19, 20 und 21: Bauernhäuser
- Maßdorfer Straße 7: Schulhaus
- Maßdorfer Straße 9: St. Maria Magdalena
- Michael-Küchel-Straße 6: Valentinikapelle
- Sankt-Magdalenen-Weg 1: Wohnhaus
- Sankt-Magdalenen-Weg 4: Ehemaliges Verwalterhaus des Schlosses
- Schloßstraße 1: Schloss Unterleiterbach
- Schloßstraße 19: Stadel
- Zwei Kreuzsteine, zwei Kruzifixe
- Dorfbrunnen
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Unterleiterbach gibt es vier Bodendenkmäler, darunter:[12]
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Unterleiterbach
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 359 | 360 | 375 | 386 | 401 | 389 | 396 | 384 | 402 | 391 | 374 | 396 | 390 | 407 | 389 | 387 | 383 | 402 | 405 | 525 | 477 | 469 | 461 | 517 |
| Häuser[13] | 58 | 71 | 78 | 72 | 73 | 74 | 77 | 92 | ||||||||||||||||
| Quelle | [8] | [14] | [14] | [14] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [14] | [22] | [14] | [23] | [14] | [24] | [14] | [14] | [14] | [25] | [14] | [9] | [26] |
Ort Unterleiterbach
Religion
Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch. Bis zum Jahr 2006 gehörte Unterleiterbach zur Pfarrei Ebensfeld.[7] Mit Gründung der neuen Seelsorgebezirke entschieden sich die Gläubigen der Filiale Unterleiterbach zur Umpfarrung in die Pfarrei Zapfendorf, da sie auch politisch zur Gemeinde Zapfendorf gehören.
Verkehr
Eine Fußgängerfähre über den Main bestand in Unterleiterbach mindestens seit dem 17. Jahrhundert. Fuhrwerke benutzten eine Furt, die nach einer Mainkorrektur 1896 nicht mehr genutzt werden konnte. In der Folge errichtete die Gemeinde 1897 eine Holzbrücke, die aber wegen der Mainhochwässer im Winterhalbjahr abgebaut wurde. Eine feste Brücke entstand schließlich 1913/1914 bei Mainkilometer 415 nach einem Entwurf von Friedrich von Emperger mit einer Spannweite von 53 Metern. Es war eine massive Bogenbrücke, bestehend aus durch Beton umschnürtes Gusseisen, mit einer angehängten Fahrbahn. Die Mainbrücke wurde im Zweiten Weltkrieg leicht beschädigt und 1984 für einen Ersatzneubau gesprengt.[28]
An der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt wurde der Betriebsbahnhof Unterleiterbach errichtet.
Literatur
- Dietmar Absch, Günter Dippold: Dorf-Leben. Politik, Glaube und Kultur im Wandel. 1200 Jahre Unterleiterbach. Unterleiterbach 2000 (Inhalt; PDF; 134 kB); darin u. a:
- Johann Kaspar Bundschuh: Laiterbach. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 257–258 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Letter. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 333 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Unterleiterbach. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 5: S–U. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 635 (Digitalisat).
- Dorothea Fastnacht: Staffelstein: Ehemaliger Landkreis Staffelstein (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Oberfranken. Band 5). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2007, DNB 986642908, S. 218–223.
- Georg Paul Hönn: Letter. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 35 (Digitalisat).
- Karl-Ludwig Lippert: Landkreis Staffelstein (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 28). Deutscher Kunstverlag, München 1968, DNB 457441232, S. 265–274.
- Hildegard Weiß: Lichtenfels-Staffelstein (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 7). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1959, DNB 455437866 (Digitalisat).
Weblinks
- Unterleiterbach. In: zapfendorf.de. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
- Unterleiterbach in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- Unterleiterbach in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- Unterleiterbach im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 9. Dezember 2025.
