Urs Ruf

Schweizer Pädagoge, Erziehungswissenschaftler und Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Urs Ruf (* 29. Mai 1945 in Olten; † 17. September 2025) war ein Schweizer Pädagoge und Hochschullehrer. Er wirkte von 1999 bis 2010 als Professor für Gymnasialpädagogik an der Universität Zürich.

Leben

Nach dem Erwerb des Primarlehrerpatents des Kantons Solothurn 1966 studierte Urs Ruf von 1966 bis 1972 Pädagogik, Germanistik und Psychologie an der Universität Zürich.[1] 1974 promovierte er ebendort bei Wolfgang Binder im Fach Germanistik mit einer Arbeit über Franz Kafka.[2] Von 1972 bis 1999 war er Gymnasiallehrer für Deutsch und Philosophie an der Kantonsschule Zürcher Oberland in Wetzikon. Daneben war er von 1980 bis 1993 Lehrbeauftragter am Real- und Oberschullehrerseminar des Kantons Zürich für fachwissenschaftliche Weiterbildung im Fach Deutsch sowie Mitglied der Arbeitsgruppe Muttersprache am Weiterbildungszentrum des Kantons Luzern. Von 1993 bis 1999 war er Lehrbeauftragter für Fachdidaktik Deutsch an der Universität Zürich.[1]

1999 wurde er zum Professor für Mittelschulpädagogik an die Universität Zürich berufen. Bis 2006 war er ausserordentlicher, danach bis zu seiner Emeritierung 2010 ordentlicher Professor. Von 1999 bis 2007 war er zugleich Direktor des Instituts für Gymnasial- und Berufspädagogik.[3]

Nach seiner Emeritierung war Ruf weiterhin als Referent tätig und leitete Schulprojekte in Deutschland, Österreich und in der Schweiz.[4]

Ruf wohnte in Weinfelden. Er starb im September 2025 im Alter von 80 Jahren.[5]

Forschung

Der Forschungsschwerpunkt Urs Rufs war das Modell und Unterrichtskonzept des Dialogischen Lernens, das er seit den späten 1970er Jahren gemeinsam mit dem Mathematiklehrer und Fachdidaktiker Peter Gallin entwickelte, im Unterricht erprobte und wissenschaftlich validierte.[3]

Veröffentlichungen

Monografien

  • Franz Kafka: Das Dilemma der Söhne. Das Ringen um die Versöhnung eines unlösbaren Widerspruchs in den drei Werken «Das Urteil», «Die Verwandlung» und «Amerika». Erich Schmidt, Berlin 1974, ISBN 978-3-503-00779-0 (Dissertation).
  • mit Peter Gallin: Sprache und Mathematik in der Schule. Auf eigenen Wegen zur Fachkompetenz. Verlag Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, Zürich 1990, ISBN 3-85809-071-9 (auch: Kallmeyer, Seelze-Velber 1998, ISBN 3-7800-2014-9).
  • mit Peter Gallin: Ich mache das so! Wie machst du es? Das machen wir ab. Sprache und Mathematik für das 1.–3. Schuljahr. Lehrmittelverlag des Kantons Zürich, Zürich 1999, ISBN 3-906719-42-1.
  • mit Peter Gallin: Ich mache das so! Wie machst du es? Das machen wir ab. Sprache und Mathematik für das 4.–6. Schuljahr. Lehrmittelverlag des Kantons Zürich, Zürich 1999.
  • mit Peter Gallin: Dialogisches Lernen in Sprache und Mathematik. Band 1: Austausch unter Ungleichen. Grundzüge einer interaktiven und fächerübergreifenden Didaktik. [1999] 5. Auflage. Kallmeyer, Seelze-Velber 2014, ISBN 978-3-7800-2006-2.
  • mit Peter Gallin: Dialogisches Lernen in Sprache und Mathematik. Band 2: Spuren legen – Spuren lesen. Unterricht mit Kernideen und Reisetagebüchern. [1999] 5. Auflage. Kallmeyer, Seelze-Velber 2014, ISBN 978-3-7800-2007-9.

Herausgeberschaft

  • mit Stefan Keller, Felix Winter: Besser lernen im Dialog. Dialogisches Lernen in der Unterrichtspraxis. Kallmeyer, Seelze-Velber 2008, ISBN 978-3-7800-4913-1.

Einzelnachweise

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