Usama ar-Rifai
Großmufti von Syrien
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Usama bin Abd al-Karim bin Abd Allah ar-Rifai (arabisch أسامة بن عبد الكريم بن عبد الله الرفاعي, DMG Usāma b. ʿAbd al-Karīm b. ʿAbd Allāh ar-Rifāʿī; * 1944 in Damaskus, Syrien) ist ein islamischer Gelehrter und ehemaliger Oppositioneller des Assad-Regimes. Seit dem 28. März 2025 ist er der Großmufti von Syrien.

Leben
Ar-Rifai wurde 1944 in Damaskus als Sohn des Gelehrten Abd al-Karim ar-Rifai und als Bruder von Sariya ar-Rifai geboren und absolvierte sein Studium der Arabistik an der Universität Damaskus, welches er 1971 abschloss. Er wurde Imam der nach seinem Vater benannten Abd-al-Karim-ar-Rifai-Moschee im Vorort Kafr Susa in Damaskus.[1]
Rifai verließ das Land 1981 nach Saudi-Arabien, um einer Kampagne gegen islamische Gruppierungen zu entkommen. Er wurde beschuldigt, den Muslimbrüder anzugehören.[2]
Im Jahr 2011 wurde die Abd-al-Karim-ar-Rifai-Moschee zum Treffpunkt für religiöse und politische Aktivitäten gegen das Assad-Regime. In diesem Jahr wurde er von Sicherheitskräften Assads während der Gebete von Lailat al-Qadr verletzt.[1]
Im Jahr 2012 floh ar-Rifai aus Syrien und ließ sich in der Türkei nieder. Dort wurde er zum Leiter des Syrischen Islamischen Rates in Istanbul ernannt. In Zusammenhang mit der Ernennung von ar-Rifai wurde ein neuer Fatwa-Rat gebildet, der sich aus mehreren angesehenen Religionswissenschaftlern zusammensetzte.[1]
Im Jahr 2021 erfolgte durch die Opposition die Ernennung ar-Rifais zum Mufti, nachdem der ehemalige Präsident Bashar al-Assad den Posten gestrichen und den ehemaligen Großmufti Ahmad Badr ad-Din Hassun entlassen hatte.[1]
Im Zuge der Wiedererrichtung des Amtes durch den Interimspräsidenten Ahmed al-Scharaa nach dem Sturz des Assad-Regimes wurde Usama ar-Rifai offiziell zum Großmufti von Syrien ernannt, der als höchste religiöse Autorität des Landes gilt. Präsident al-Scharaa charakterisierte die Wiedereinführung des Amtes des Muftis als einen wesentlichen Faktor für den „Wiederaufbau dessen, was das gefallene Regime zerstört hat“.[1]
Kritik
Vor seiner Ernennung zum Großmufti wurde er für seine konservativen Ansichten bezüglich der Geschlechterrollen sowie der Rolle internationaler Organisationen in Syrien kritisiert.[1]
In einer Predigt, die in der nordwestlichen Stadt Aʿzāz gehalten wurde, äußerte er die Auffassung, dass UN-Mitarbeiter und NGOs Ideen über die Befreiung von Frauen verbreiteten, von denen er annimmt, dass sie traditionelle syrische Familienwerte bedrohten.[1]