Uwe Bodemann

deutscher Architekt und Städtebauer From Wikipedia, the free encyclopedia

Uwe Bodemann (* 27. Mai 1955 in Löningen)[1] ist ein deutscher Architekt und Städtebauer. Er war Senatsbaudirektor im Land Bremen und gewählter Stadtbaurat in Hannover.

Uwe Bodemann (2014)

Biografie

Bodemann studierte von 1975 bis 1978 zunächst an der Fachhochschule Oldenburg im Fachbereich Bauingenieurwesen und von 1979 bis 1985 Architektur an der Universität Hannover. 1985 bis 1987 arbeitete er in Hamburg im Architekturbüro Schweger + Partner. Ab 1987 absolvierte er ein zweijähriges Referendariat bei der Oberfinanzdirektion Köln, das er Ende 1989 mit der Zweiten Staatsprüfung abschloss.[2]

Nach kurzer Tätigkeit beim Hamburger Amt für Stadterneuerung und Wohnungspolitik wechselte er 1990 in das Stadtplanungsamt der Freien Hansestadt Bremen[2]

1994 ging Bodemann zurück nach Hamburg, um bis 2002 als Persönlicher Referent des Oberbaudirektors Egbert Kossak zu wirken. Parallel dazu leitete Bodemann das Sachgebiet für Sonderprojekte sowie die Projektgruppe HafenCity Hamburg.[2]

2002 wechselte Bodemann abermals nach Bremen, wo er bis 2007 als Senatsbaudirektor[2] und oberster Baubeamter des Landes wirkte bei den Senatoren Christine Wischer (SPD), Jens Eckhoff (CDU), Ronald-Mike Neumeyer (CDU) und Reinhard Loske (Grüne).[3]

Bodemann im Sprengel Museum im Dezember 2010 beim Bürgerdialog zu Hannover City 2020 +

In seine Bremer Zeit fiel der Bau der Überseestadt, die Umwandlung eines reinen Hafengebietes in ein bewohntes Stadtquartier, mit rund 300 Hektar eines der größten innerstädtischen Stadtentwicklungsprojekte inklusive Ansiedlung neuer Dienstleistungen, Gewerbe und Wohnraum.[4] Unter Bodemann wurde das Quartier um den Wasserturm auf der Werder-Insel,[5] sowie städtebauliche Maßnahmen wie u. a. Radio-Bremen-Quartier in der Innenstadt, der Stadtumbau in Osterholz-Tenever und die Pauliner Marsch beim Weserstadion fielen in die Amtszeit Bodemanns. Sein Nachfolger wurde Franz-Josef Höing.

2025: Bodemann zu Gast bei Wikipedia Hannover

Im September 2007 wurde Bodemann auf Vorschlag des hannoverschen Oberbürgermeister Stephan Weil vom Rat der Stadt Hannover zum neuen Baudezernenten/Stadtbaurat für die niedersächsische Landeshauptstadt gewählt.

Ab Januar 2008 leitete er als Nachfolger von Uta Boockhoff-Gries das Baudezernat der Stadt Hannover mit rund 700 Mitarbeitern.

Gleich zu Beginn seiner hannoverschen Amtszeit rief Bodemann die Dialogreihe für die innerstädtischen Umbaupläne unter dem Titel Hannover City 2020 + ins Leben. Schon eines der ersten dementsprechend umgesetzten Projekte,[6] die Neubebauung und Neuorganisation des Platzes Am Klagesmarkt, wurde 2018 mit dem Deutschen Städtebaupreis ausgezeichnet.[7]

Nach dem Bürgerdialog unter demselben Titel startete die Umgestaltung des Platzes Am Marstall,[6] dessen Umsetzung 2019 mit dem BDA-Preis Niedersachsen ausgezeichnet wurde.[8]

In Bodes Amtszeit fielen zudem die Pläne für die Umgestaltungen der Plätze Am Steintor und am Kröpcke und dem entlang der Leine verlaufenden Hohen Ufer,[9] Zu Bodemanns umgesetzten Maßnahmen zählten neben dem Hochwasserschutz bedeutsame Vorhaben sowie die in Kooperation mit der Wohnungswirtschaft umgesetzten Bauprojekte wie beispielsweise die Wasserstadt Limmer,[10] Kronsberg-Süd,[11] oder das Buchholzer Grün in Groß-Buchholz.[12]

2020 folgte ihm Thomas Vielhaber als Stadtbaurat.[13]

Mitgliedschaften, Ämter

  • 2014: Vorsitzender der Jury zu dem im selben Jahr erstmals vom BDA Niedersachsen, den VHV-Versicherungen in Kooperation mit dem Verein zur Förderung der Baukunst verliehenen Architekturpreis „max 45 – Junge Architekten in Niedersachsen“[2]
  • Geschäftsführung der Überseestadt GmbH in Bremen
  • Mitglied im Aufsichtsrat der Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover mbH (GBH)
  • Mitglied des Bau- und Verkehrsausschusses des Deutschen Städtetags

Ehrungen

Werke (Auswahl)

  • Städtebaulicher Ideenwettbewerb Rembertikreisel. In: Der Aufbau, 46. Jhrg., Heft 1, Bremen 1992
  • mit Peine, Polkowski: Wasserstadt Hamburg. In: Bundesbaublatt, 8/1999
  • Hafen- und Uferzonen im Wandel. Planungen und Fallstudien zur Revitalisierung von Hafen- und Uferzonen. Hg: Dirk Schubert, TU Harburg, Leue Verlag 2001
  • Stadtwerder Bremen, Wohnen, Wasser, Innenstadt. In: Der Aufbau, 60. Jhrg., Heft 1, Bremen 2006
  • mit Steuer und Syring: Der Bremer Stadtdialog. In: Almanach 2006/07 der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung
  • Hannover City 2020 +. Hg.: Landeshauptstadt Hannover, 2010
  • Bauen in der Stadt, Moderne Stadt, Moderne Arbeitswelt. Wasmuth-Verlag, Berlin 2011
  • Die ersten Jahre der HafenCity. Gespräch mit U. Bodemann, R. Nagel und D. Meyhöfer, Hg: J. Bruns-Berentelg, J. Walter, D. Meyhöfer, Junius Verlag 2012
  • HannoverCity 2020+, Landschaftsarchitektur. Neue Positionen. Hg: Sächsische Akademie der Künste und Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt, Sächsische Akademie der Künste, Dresden 2013
  • mit Thomas Göbel-Groß, Caren Winters (Red.): Hohes Ufer / In Zukunft mit Vergangenheit. In: Öffentliche Räume zum Leben / Stadträume neu gestalten, Hg.: Landeshauptstadt Hannover, 2015
  • Uwe Bodemann, Thomas Göbel-Groß: Öffentliche Räume zum Leben. Stadträume neu gestalten, Hrsg.: Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Planen und Stadtentwicklung, 2015
  • Die schöne Stadt. Hg: Uwe Altrock, Sandra Huning in Planungsrundschau, Ausgabe 24, Berlin, 2017
  • Uwe Bodemann, Hans-Heiner Schlesier, Louisa Höppner: Wohnungsbau der 2020er Jahre in Hannover, Katalog zur Ausstellung, Hrsg.: Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Planen und Stadtentwicklung, 2020
Commons: Uwe Bodemann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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