Uwe Pfeifer
deutscher Maler und Grafiker
From Wikipedia, the free encyclopedia
Leben und Wirken
Pfeifer machte in Halle das Abitur und lernte danach Gebrauchswerber. Von 1968 bis 1973 studierte er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Werner Tübke, Hans Mayer-Foreyt und Wolfgang Mattheuer. Das Werk Karl Völkers regte ihn zur Auseinandersetzung mit der Architektur an. Seit 1973 ist er in Halle freischaffend tätig. Ab 1975 hatte er einen Lehrauftrag für Lithografie an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein. Von 1978 bis 1991 betrieb er gemeinsam mit Otto Möhwald, Gerd Weickardt und Fotis Zaprasis eine eigene Druckwerkstatt. Studienreisen führten ihn u. a. 1976 und 1978 in die Mongolei. Werke Pfeifers wurden in einer Vielzahl von Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt, u. a. 1977/1978, 1982/1983 und 1987/1988 in Dresden auf der VIII. bis X. Kunstausstellung der DDR und 1982 und 1988 auf der Biennale di Venezia.[1]
Pfeifer hat zwei Kinder. Sein Sohn Tobias ist Bildhauer.
1982 wurde die Arbeit Pfeifers in dem DEFA-Dokumentarfilm Stadtlandschaften vorgestellt.
Mitgliedschaften
- bis 1990 Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR
- 1990–1997 Mitglied im Künstlersonderbund Deutschland e. V.
Ehrungen (Auswahl)
- 1978 Preisträger im Wettbewerb „100 ausgewählte Grafiken“
- 1978 Förderpreis des Ministeriums für Kultur
- 1979 Kunstpreis der FDJ
- 1984 Kunstpreis der Stadt Halle (Saale)
- 1988 Händelpreis des Rates des Bezirkes Halle
- 1989 Johannes-R.-Becher-Medaille
- 2002 Publikumspreis der Großen Kunstausstellung Halle in der Kunsthalle Villa Kobe
- 2009 Hallescher Kunstpreis[2]
Rezeption
Pfeifers Werk ist „durch einen figürlichen Realismus gekennzeichnet, der Zitate altdeutscher Malerei ebenso aufgreift wie solche der Romantik, des Verismus oder des Surrealismus.“[1]
Pfeifer „verbildlichte die menschliche Isolation von der Natur, aber auch die Vereinzelung und Vereinsamung in der Gesellschaft.“[3]
Werkbeispiele
Tafelbilder
- Antennendach (1973, Öl; Brandenburgisches Landesmuseums für moderne Kunst, Frankfurt/Oder)[4]
- Landschaft mit Motorrad (1973, Öl, 54 × 72 cm)
- Herbst an der Autobahn (1973, Öl, 61 × 79 cm)
- Auf der Fußgängerbrücke (1974, Öl, 62 × 82 cm)
Buchillustrationen
- Gottfried August Bürger: Hurra! die Toten reiten schnell! Fünf Balladen und eine Erzählung. Hrsg. Bernd Hofestädt; Verlag Helmut Scherer, Berlin, 1994 (Handpressendruck mit 10 Originallithographien; Auflage 120 Ex.)
- Bernd Hofestedt (Hrsg.): Lange schon in manchem Sturm und Drange: Gottfried August Bürger, der Dichter des Münchhausen: eine Biographie. 1995 (Handpressendruck mit 10 Originallithographien; Auflage 120 Ex.)
Einzelausstellungen (unvollständig)
- 1976 Berlin, Galerie Arkade
- 1976 Leipzig, Klubgalerie des Klubs der Intelligenz
- 1977 Halle (Saale), Staatliche Galerie Moritzburg
- 1980 Bad Kösen, Kunsthalle
- 1980 Frankfurt/Oder, Galerie Junge Kunst (Malerei und Grafik)
- 1983 Neustadt an der Weinstraße, Kunstverein Neustadt an der Weinstraße, Villa Böhm („Vier Maler aus der DDR: Ulrich Hachulla, Uwe Pfeifer, Arno Rink, Volker Stelzmann“)
- 1986 Suhl, Galerie im Steinweg
- 1987 Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), Klub der Intelligenz Pablo Neruda (Malerei und Grafik)
- 1989 Halle (Saale), G.-W. Leibniz-Klub, Klubgalerie (Druckgrafik)
- 1995 Meiningen, Städtische Galerie ADA („Bilder-Zeit 1984–1994: Gemälde und Grafiken“)
- 1996 Kleinsassen, Kunsthalle
- 1997 Halle (Saale), Staatliche Galerie Moritzburg („Zeitbalance“, Malerei, Graphik, Zeichnungen)
- 2000: Leuna, Galerie des CCE Kulturhaus Leuna
- 2003 Halle (Saale), Galerie Stelzer und Zaglmaier („Durchbruch“, Malerei Grafik, Zeichnungen)
- 2017 Halle (Saale), Kunsthalle Talstraße (mit Klaus Friedrich Messerschmidt)
- 2017 Halle (Saale), Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)[5]
- 2022 Halle (Saale), Galerie Zaglmeier[6]
Literatur (Auswahl)
- Ulrich Kuhirt (Hrsg.): Kunst der DDR. 1960-1980. E. A. Seemann Verlag Leipzig, 1983, S. 156, 164, 188, Abb. S. 194
- Hans F. Schweers: Gemälde in Museen. Deutschland, Österreich, Schweiz. Teil I. Band 2. Künstler und ihre Werke. K. G. Saur, München 2008, S. 1166
- Pfeifer, Uwe. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 705/706
- Jutta Pillat (Hrsg.): Antworten auf einen Handstand: Texta von 25 Autoren : zu Uwe Pfeifers Farblithografie „Handstand“, Verlag OsirisDruck, Leipzig, 2011, ISBN 978-3-941394-58-2.
- Jutta Pillat: Blaue Stunde: Gedichte zu Gemälden von Uwe Pfeifer. Ed. TP, 2012, ISBN 978-3-00-037003-8.
- De Gruyter. Allgemeines Künstler-Lexikon. Band 95, 2017, S. 324/325
Museen und Sammlungen mit Werken Pfeifers
- Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie
- Galerie Neue Meister Dresden[7]
- Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)[8]
- Staatliches Museum Schwerin
- Staatliche Lutherhalle, Wittenberg
- Lindenau-Museum Altenburg
- Staatliche Museen Meiningen
- Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen
- Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst
- Museum Querfurt
- Städtische Galerie, Eisenhüttenstadt
- Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
- Potsdam-Museum, Potsdam
- Ludwig Museum, Budapest
- Anhaltische Gemäldegalerie Dessau
- Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Museum Schloss Bernburg
- Abgeordnetenhaus, Berlin
- Kunstbesitz Land Sachsen-Anhalt
- Sammlung Ludwig, Oberhausen
- Sammlung Schreiner, Berlin
- Sammlung Seitz, Reutlingen
- Sammlung Jaeschke, Bochum
Weblinks
- Uwe Pfeifer auf phoenix.radiocorax.de
- Uwe Pfeifer (1947). ( vom 11. Februar 2013 im Webarchiv archive.today) Museum junge Kunst, Frankfurt (Oder)
- Uwe Pfeifer – Wahlverwandte & Idole
- https://www.zeitkunstgalerie.de/uwe-pfeiffer/
- Bildindex der Kunst & Architektur