Uwe Trede

deutscher Landwirt From Wikipedia, the free encyclopedia

Uwe Trede (* 3. Juli 1940 in Holstenniendorf, damals Kreis Rendsburg; † 17. Februar 2021 in Holstenniendorf, Kreis Steinburg)[1] war ein deutscher Landwirt, der den Gründern des Heavy-Metal-Festivals Wacken Open Air 1990 unentgeltlich eine Kiesgrube auf seiner Koppel für eine Musikveranstaltung zur Verfügung stellte. Mit zunehmender Größe der Veranstaltung in den darauffolgenden Jahren verpachtete er den Betreibern für die Zeit des Festivals seine Ländereien, übernahm organisatorische Aufgaben und wurde zu einer Kultfigur des Festivals.

Uwe Trede (3. von links) bei der Vorpremiere des Dokumentarfilms Full Metal Village in Wacken

Leben und Wirken

Uwe Trede wuchs mit sieben Geschwistern im holsteinischen Holstenniendorf bei Wacken auf und erbte als Jüngster in dritter Generation den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb. Er war verheiratet und hatte mit seiner Ehefrau Annelore zwei Töchter und zwei Söhne.

Der älteste Sohn Peter gehörte wie Thomas Jensen und Holger Hübner zu einem Freundeskreis, der 1989 begann, ein Musikfestival für die Dorfjugend zu planen. Trede stellte ihnen seine Kiesgrube und Koppel zur Verfügung und als Gegenleistung halfen sie bei der Heuernte. Nachdem die anfänglich kleine Veranstaltung in den folgenden Jahren gewachsen war und mehr Platz und Vorlauf benötigt wurden, verpachtete er den Betreibern ab 1993 für die Festivalzeit weitere Felder gegen eine Aufwandsentschädigung. Als das Wacken Open Air weiter wuchs, konnte Trede auch andere Bauern überzeugen, ihre Felder ebenfalls zu verpachten. Außerdem übernahm er in den ersten Jahrzehnten die Organisation der An- und Abreise der Festivalbesucher, die Platzverteilung und die Aufräumarbeiten nach dem Festival. Als Helfer dafür gewann er Bewohner aus Wacken und Umgebung. Mit seinem Geschick und seiner lässigen Art verhalf er dem Festival zu immer mehr Akzeptanz in der Bevölkerung.

Für die Festivalbesucher wurde Bauer Trede zu einer Kultfigur, die sie um Autogramme und Selfies baten. Häufig wurde er von Rundfunk- und Fernsehanstalten für Interviews angefragt und stand mehrfach im Mittelpunkt von Reportagen, Dokumentationen oder Filmen über das Festival, beispielsweise in der dreiteiligen NDR-Reportage Ein Dorf im Ausnahmezustand und in dem Dokumentarfilm Full Metal Village der deutsch-koreanischen Regisseurin Cho Sung-hyung. In der Miniserie Legend of Wacken aus dem Jahr 2023 wurde Trede von Detlev Buck dargestellt.

Im Jahr 2000 übernahm Tredes jüngster Sohn Sönke den landwirtschaftlichen Betrieb. Die Aufgaben auf dem Wacken Open Air gingen ab 2010 ebenfalls zunehmend an Sönke Trede über.[2][3][4]

Zitat

„Ich kann mir die ganzen Bandnamen nicht merken, außer Iron Maiden vielleicht. Ich erkenne nicht, wer da gerade spielt, oder welche Band besser oder schlechter ist. Ich bin Bauer. Ich habe mit Musik nichts zu tun.“

Uwe Trede: Interview in der Frankfurter Rundschau 2019[3]

Würdigungen

Nach Uwe Tredes Tod im Februar 2021 würdigten Thomas Jensen und Holger Hübner ihn als ihren Freund, Wegbereiter und Unterstützer.[5] In zahlreichen Medien erschienen Nachrufe.[6][7] Auf dem Festivalgelände erinnern der Name der Biertheke Bei uns Uwe, die er jahrelang persönlich betrieb, und Bauer Uwes Heimweg an ihn.

Einzelnachweise

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