VEB Neontechnik Halle
Volkseigener Betrieb in der DDR
From Wikipedia, the free encyclopedia
Der VEB Neontechnik Halle war ein Volkseigener Betrieb in Halle (Saale). In der DDR und Ostblockstaaten war er einer der größten Hersteller von Lichtreklamen.


Geschichte
Die Wurzeln des VEB Neontechnik Halle liegen im Leuchtreklameunternehmen Fa. Moeser aus Halle, das 1920 gegründet und 1952 von der Deutschen Werbe- und Anzeigengesellschaft (DEWAG) als Bezirksniederlassung der DEWAG im Bezirk Halle übernommen wurde. Der VEB Neontechnik wurde 1962 aus der DEWAG als eigenständiger Betrieb ausgegliedert und im Zuge von Sparmaßnahmen 1985 ins Kombinat Elektrowaren Halle eingegliedert.[1]
Neontechnik entwickelte und realisierte am vormaligen Unternehmenssitz von Thiem & Töwe in der Hordorfer Straße in Halle insbesondere Großprojekte. Zahlreiche bekannte Leuchtreklamen wie die Großbuchstaben am Flughafen Schönefeld, die nach einem Entwurf von Siegfried Berthmann geschaffene Tafel „Plaste und Elaste aus Schkopau“ an der Brücke bei Vockerode über die Elbe der Autobahn A9 für die Buna-Werke. Die Installation ist heute Teil der Sammlung des Deutschen Historischen Museums.[2] Auch die DDR-Tankstellen Minol wurden mit Leuchtreklamen aus dem VEB Neontechik ausgestattet. Weitere Beispiele sind die großen Leuchtlogos der Messe Leipzig sowie die ORWO-Werbungen. Der VEB Neontechnik im Kombinat Elektrowaren wurde im Zuge der Wende privatisiert. In der Wendezeit bis 1992 führte die laufenden Geschäfte ein Herr Schwarzbach. Besonders der Großauftrag neuerer Dachaufbauten aller Minoltankstellen, hätte der Firma über Jahre ein Auskommen gesichert.
Nach der Treuhandabwicklung gewannen das Bieterverfahren Siegfried Urbscheid und Jürgen Riebele. Diese verschuldeten die Firma unverhältnismäßig, so dass ein Konkurs herbeigeführt wurde.[3] Durch die Schulden fand sich kein neuer Investor oder Käufer der Fabrik, so dass ein Insolvenzverwalter einen Mieter einsetzte.
Nach dem Konkurs wurden Teile der Belegschaft, des Inventars und die Produktionsstätte von einem niederländischen Investor übernommen und firmierte ab diesem Zeitpunkt unter Armada Neontechnik. Zwischen 1995 und 1997 wurde ein neues Werk bei Halle im Saalkreis in Hohenthurm errichtet und die alte Produktionsstätte aufgegeben. Das Gelände und die Gebäude wurden seitdem für Jugendkulturprojekte zwischengenutzt und später an Gabriel Machemer verkauft, der dort derzeit den Veranstaltungsort Hühnermanhattan betreibt. Im Jahr 2006 kam es bei Armada Neontechnik durch ein Management-Buy-out zur Gründung von Alpha Signs, das bis heute in Deutschland und Europa zu den marktführenden Unternehmen im Bereich der Lichtwerbung zählt.[4][5]
Realisierte Projekte des VEB Neontechnik
| Ort | Herstellungsjahr | Bild | Quelle |
| Erfurt | um 1970, erneuert 1981 | ||
| Erfurt | um 1970, erneuert 1986 | ||
| Elbebrücke Vockerode | 1978 | [7] | |
| Leipzig | 1979 | ||
| Berlin | 1980 | ||
| Leipzig | 1981 | ||
| Leipzig | 1981 | [8] | |
| Leipzig | 1986 | ||
| Leipzig | 1986 | ||
| Magdeburg | 1987 | ||
| Berlin | 1987 | ||
Weblinks
- Massimo Rogacki: Neonreklame - Mehr Licht für die DDR. Volksstimme, 13. Januar 2021, abgerufen am 13. Januar 2022.
- Plaste und Elaste aus Schkopau. Deutsches Historisches Museum, abgerufen am 13. Januar 2022.
- Nachnutzung des Geländes












