Kantonsbibliothek St. Gallen

Bibliothek in der Stadt St. Gallen, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Kantonsbibliothek Vadiana St. Gallen bildet als Sammelstelle des st.-gallischen Schrifttums das kulturelle und gesellschaftliche Gedächtnis des Kantons und versorgt die Bevölkerung darüber hinaus mit Literatur und Medien aus allen Wissensgebieten.

Gründung1551
Bestand800'000 Medien
OrtSt. Gallen Welt-Icon
Schnelle Fakten Gründung, Bestand ...
Kantonsbibliothek St. Gallen
Kantonsbibliothek St. Gallen
Kantonsbibliothek St. Gallen (2008)
Gründung 1551
Bestand 800'000 Medien
Ort St. Gallen Welt-Icon
ISIL CH-000009-3
Betreiber Kanton St. Gallen
Leitung Susanne Uhl (Kantonsbibliothekarin)
Website https://www.sg.ch/kultur/kantonsbibliothek-vadiana.html
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Sie verfügt über zwei Standorte. In der Bibliothek Hauptpost befinden sich die Ausleihe und Rückgabe. An der Notkerstrasse 22, im Museumsquartier, können im Rara-Lesezimmer nach Voranmeldung Handschriften und alte Drucke genutzt werden.

Die Kantonsbibliothek St. Gallen fördert die Zusammenarbeit unter den Bibliotheken durch die Führung von zwei Bibliotheksverbünden (St. Galler Bibliotheksnetz und Bibliotheksverbund St. Gallen-Appenzell), engagiert sich in der bibliothekarischen Ausbildung und berät die Schul- und Gemeindebibliotheken. Durch die Veranstaltung von Autorenlesungen und Ausstellungen sowie durch eigene Publikationstätigkeit beteiligt sie sich am kulturellen Leben.

Geschichte

Die Vadiana ist eine wichtige historische Schweizer Bibliothek. Den Namen verdankt sie dem Humanisten Joachim von Watt (1484–1551), auch bekannt unter dem Namen Vadian, der als Bürgermeister der Stadt fungierte und darüber hinaus ein schweizweit bekannter Reformator war. 1551 vermachte er seine ganzen Privatsammlungen der Stadt. Dies war der Anfang der Vadiana-Stadtbibliothek, die das städtisch-reformierte Gegenstück zur berühmten klösterlich-katholischen Stiftsbibliothek bildete und beginnend mit dem ersten Bibliothekar Jacob Studer weiter aufgebaut wurde. Im 19. und 20. Jahrhundert forcierte die Ortsbürgergemeinde St. Gallen die Vadiana als Studien- und Bildungsbibliothek, bis sie an ihre Grenzen stiess. 1979 erfolgte per Volksabstimmung die Übernahme der Gebäude durch den Kanton. Dies war die erste kulturelle Abstimmung im Kanton St. Gallen. Die Vadianische Sammlung hingegen blieb als wichtiger historischer Kernbestand Eigentum der Ortsbürgergemeinde.

Gemeinsam mit der St. Galler Freihandbibliothek hat die Kantonsbibliothek Vadiana am Samstag, dem 28. Februar 2015, eine Bibliothek in der Hauptpost St. Gallen eröffnet.

Im Bibliotheksgesetz hat der Kantonsrat die Zusammenlegung der vier Standorte der Kantons- und Stadtbibliothek verankert. Kanton und Stadt haben die konzeptionellen und rechtlichen Grundlagen für den Betrieb der neuen Bibliothek geschaffen. Im Herbst 2023 wurden diese Grundlagen der Vernehmlassung unterzogen.

Spezialabteilungen

Erwähnenswert ist insbesondere die Vadianische Sammlung, die 1978 als historisches Erbe der Ortsbürgergemeinde St. Gallen in der Kantonsbibliothek definiert wurde. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bibliothek und der handschriftliche Nachlass von Vadian (Joachim von Watt). Die Sammlung wurde sukzessive ergänzt und setzt sich heute aus rund hundert mittelalterlichen Handschriften zusammen. Die illuminierten Handschriften aus dem Spätmittelalter übertreffen die regionale Bedeutung. So zum Beispiel die Prachthandschrift der Weltchronik des Rudolf von Ems, humanistische Handschriften des 15. Jahrhunderts aus Italien, alchemische Handschriften aus dem 15. und 16. Jahrhundert sowie die Autographensammlung Robert Alther mit rund 16'000 handgeschriebenen Dokumenten. Die Vadianische Sammlung gehört der Ortsbürgergemeinde und ist Dauerdepositum in der Kantonsbibliothek.

Zu den bedeutenden Sammlungen der Kantonsbibliothek gehört auch die Freimaurer-Bibliothek Bibliotheca Masonica August Pelz, welche ständig erweitert wird und etwas mehr als 20'000 Bände umfasst.

Eine weitere wichtige Abteilung ist das «Zentrum für das Buch». 1947 wurde es als Deutsches Bucharchiv München (DBA) von Ludwig Delp gegründet. Das Ziel war und ist es, alle Bücher, Zeitschriften und audiovisuelle Medien zum Buch- und Zeitschriftenwesen zu sammeln und zu erschliessen. Im Herbst 2006 wurden die Bestände des DBA der Kantonsbibliothek St. Gallen als Dauerleihgabe übergeben und die Katalogdaten in das St. Galler Bibliotheksnetz integriert. Die Bestände werden vom St. Galler Zentrum für das Buch (ZeBu) betreut. Dieses führt die Arbeit im Bereich Sammeln und Erschliessen von Literatur und audiovisuellen Medien zu buchwissenschaftlichen Themen fort. Die Wissensfelder sind dabei vielfältig und umfassen verschiedenste Aspekte.

Zu den zentralen Aufgaben der Kantonsbibliothek gehört es, das Schrifttum über den Kanton St. Gallen und die Publikationen seiner Einwohner sowie der sanktgallischen Verlage möglichst vollständig zu sammeln. Die umfangreiche Sangallensiensammlung umfasst nebst Monographien Zeitungen, Zeitschriften, Geschäftsberichte, amtliche Druckschriften, sogenannte graue Literatur usw. Der Sammelauftrag berücksichtigt auch Ton- und Filmaufnahmen von St. Galler Künstlern.

Elektronische Angebote

Die Kantonsbibliothek Vadiana ist mit den Projekten «eJournalsSG», «eMedienSG» sowie mit der «Digitalen Bibliothek Ostschweiz» in der Vermittlung elektronischer Informationen aktiv.

Die 2008 von der Kantonsbibliothek Vadiana initiierte Digitale Bibliothek Ostschweiz ist ein grosses Angebot von elektronischen Bibliotheksmedien mit über 200 Partnerbibliotheken in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, St. Gallen, Schaffhausen, Thurgau und Zürich sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Verbünde

St. Galler Bibliotheksnetz

Der Bibliotheksverbund des St. Galler Bibliotheksnetzes (SGBN) setzt sich aus 27 Bibliotheken zusammen und wird von der Kantonsbibliothek St. Gallen geleitet. Mitglied im Verbund sind unter anderem die Stifts- und die Textilbibliothek, die Kunstbibliothek Sitterwerk, die St. Galler Stadtbibliothek, Ärztebibliotheken kantonaler Spitäler sowie Kantonsschulbibliotheken. Die Verbunddatenbank, welche über eine Million Datensätze von Medien beinhaltet, ist gleichzeitig ein Partnerverbund des Informationsverbundes Deutschschweiz (IDS).

Bibliotheksverbund St. Gallen-Appenzell

Im Jahr 2008 wurde von der Kantonsbibliothek Vadiana der Bibliotheksverbund St. Gallen-Appenzell (BVSGA) gegründet, dem 47 Gemeinde- und kombinierte Schulbibliotheken angegliedert sind. Die Bibliotheken im BVSGA nutzen die Bibliothekssoftware winMedio.

Benutzung

Die Vadiana ist eine Magazinbibliothek. Im Gegensatz zu einer Freihandbibliothek kann der Benutzer die Medien nicht direkt einsehen, sondern muss sie über den Onlinekatalog bestellen. Die Kantonsbibliothek St. Gallen beherbergt nebst wissenschaftlichen Büchern auch belletristische Literatur und baut einen wachsenden Bestand an Hörbüchern und DVDs auf.

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