Varopreem
Schweizerisches Mineralölunternehmen
From Wikipedia, the free encyclopedia
Varopreem (Eigenschreibweise VAROPreem, zuvor VARO Energy) ist ein Energieunternehmen mit Hauptsitz in Zug, Schweiz, welches in sechsundzwanzig Ländern vertreten ist. Es ist in den Bereichen Produktion, Lagerung und Distribution, Marketing und Handel tätig und in den Geschäftsbereichen für fossile und nachhaltige Energien aktiv.[2][3][4] Die Anteilseigner von Varopreem sind die globale Investmentgesellschaft Carlyle Group und das globale Energie- und Rohstoffunternehmen Vitol.
| VARO Entity Switzerland | |
|---|---|
| Rechtsform | Privat |
| Gründung | 2012 |
| Sitz | Zug, |
| Leitung | Dev Sanyal (CEO)[1] Marcel van Poecke (Chairman) |
| Branche | Energie |
| Website | www.varopreem.com |
| Stand: 31. Dezember 2017 | |
Varopreem besitzt eine Raffinerie in Cressier, Schweiz,[5] eine Mehrheitsbeteiligung an der Bayernoil-Raffinerie in Bayern,[6] und eine 80-prozentige Beteiligung an der Biogasanlage in Coevorden. Zudem gehören Varopreem 100 % der Anteile an elexon, einem europäischen Entwickler von Ladestationen für Nutzfahrzeuge, 59,8 % der Anteile an SilviCarbon,[7] einem Unternehmen für die Entfernung von Kohlendioxid (CDR), und 67,9 % der Anteile an Road,[8] einem Anbieter von Ladeplattformen für Elektrofahrzeuge.[9]
Geschichte

Varo Energy wurde 2012 durch die Übernahme der Cressier-Raffinerie in der Schweiz von Petroplus, in Verbindung mit Marketing- und Lageraktivitäten, gegründet.[10] Es wurde als Joint Venture zwischen dem Rohstoffhändler Vitol (75 %) und Atlas Invest (25 %) gegründet, einer Finanzholdinggesellschaft im Besitz des führenden Energieinvestors Marcel van Poecke, der Chairman von Varo Energy blieb.[11]
Die Shareholderbasis von Varo Energy wurde 2013 neu strukturiert; anstelle von Atlas Invest beteiligt sich der Finanzinvestor Carlyle mit 50 Prozent.[12][13] In Deutschland erwarb Varo Petrotank und Vitol Marketing Deutschland.[14][15]
Varo wurde 2014 durch den Erwerb von Anteilen der OMV Deutschland GmbH an der Bayernoil Raffineriegesellschaft GmbH und anderen nachgelagerten Vermögenswerten der OMV Deutschland GmbH Eigentümer von 45 % der Bayernoil-Raffinerie in Deutschland.[16][17] Das Unternehmen erwarb das Heizölgeschäft und das allgemeine Handelsgeschäft von Total in der Schweiz (Huiles Minérales, Mazol, Portales & Bonnet CH). Zu den erworbenen Vermögenswerten gehört das Tanklager in Eclépens bei Lausanne und das gesamte Direktvertriebs- und Verkaufsnetz von Total für Heizöl und Diesel in der Schweiz.[18][19] Roger Brown wird zum Chief Executive Officer von Varo ernannt.[20]
Varo investierte 2015 über 50 Millionen Schweizer Franken in die Raffinerie Cressier. Die Investition konzentriert sich auf Sicherheit, Anlagenintegrität und Wachstum. Zu den Projekten zählen eine teilweise Umstellung der Energieversorgung der Raffinerie auf Erdgas und technische Upgrades, um die Produktion von Benzin mit bis zu 5 % Ethanol (aus erneuerbaren Quellen) zu ermöglichen.[21][22] Varo erwarb die deutschen Großhändler Marol und Gekol.[23][24] Varo fusionierte mit dem in den Niederlanden ansässigen Unternehmen Argos, dies führt zur vollständigen Übernahme der in der Schweiz ansässigen Rhytank AG. Reggeborgh, eine private niederländische Investmentgesellschaft, tritt als dritter Anteilseigner bei. Jeder Anteilseigner besitzt nun eine Beteiligung von 33,3 %.[25][26] Das Unternehmen erwarb Bunkeraktivitäten von Vitol in Deutschland.[27]
Das Unternehmen übernahm 2016 die Kontrolle über die Tanklagerterminals Hydrocarbon Hotel und Enviem Terminal[28] sowie Fiwado B.V. in den Niederlanden.[29]
Varo erwarb 2017 100 % der Anteile an Inter Oil B.V, einer Holdinggesellschaft, die die Einzelhandelsaktivitäten in den Niederlanden durch den Erwerb der Markennamen Brand Oil und Amigo ausbaute.[30][31] Die Gesellschaft erwarb die Vermögenswerte der Schneider Mineralöl Meissen GmbH. (Tankstellen und Direktvertrieb) in Sachsen.[32] Varo erweiterte sein Tankstellennetzwerk in den Niederlanden durch den Kauf der United Fuel Group B.V. und gewann zusätzliche Tankstellen.[33][34] Das Hydrocarbon Hotel Tankstorage Terminal, das 2016 gekauft wurde, wird an Global Petro Storage verkauft.[35][36] Das ehemalige Petrotank-Terminal im deutschen Hanau wird an die Adolf Roth GmbH & Co. KG verkauft.[37]
Varo kaufte 2018 Van den Belt und erwarb dabei mehrere Tankstellen.[38] Varo erwarb die Gerber Energie GmbH und Einzelhandelsstandorte von Wengel & Dettelbacher sowie das Terminal in Brügge, Belgien.[39] Varo erwarb 2019 100 % der Anteile an SMD Beheer BV, einem Unternehmen der Calpam-Gruppe, und fügte seinem niederländischen Tankstellennetz 19 Stationen der Marke Calpam hinzu.[40][41] Varo stockte 2020 seine Beteiligung an der Bayernoil Raffinerie um weitere 6,4 % auf, wodurch das Unternehmen mit 51,4 % zum Mehrheitsaktionär wurde.[42][43] Carlyle schloss 2021 die Übernahme der Reggeborgh Beteiligung an Varo ab, um 66,66 % der Anteile an dem Unternehmen zu halten.[44][45] Varo hat den Kauf von 51 % der Anteile an SilviCarbon abgeschlossen.[46] Ab dem 1. Oktober erwarb Varo einen Anteil von 49,5 % an E-Flux.[47][48]
Dev Sanyal wurde 2022 zum Chief Executive Officer von Varo Energy ernannt.[48] Die Varo Energy & GPS Group gab die Fertigstellung einer integrierten Biokraftstoffanlage im Hafen von Amsterdam bekannt.[49] Varo Energy gab 2023 den Erwerb von 80 % der Anteile an Bio Energy Coevorden BV (BEC) in den Niederlanden bekannt, einem der größten Biogasproduzenten in Europa.[50] Varo Energy und die Deutsche Lufthansa AG unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Erforschung der Produktion und Lieferung von nachhaltigem Flugkraftstoff.[51] Varo Energy erhöhte seinen Anteil an E-Flux auf 67,9 % und verpflichtet sich zu erheblichen Investitionen für den Markteintritt in Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien sowie für die Marktexpansion in Deutschland. Varo Energy erwarb 100 % der Anteile von Renewable Energy Services (RES), einem der führenden Biogas-Handelsunternehmen in Europa, und baut seine Kapazitäten im Bereich des Biogashandels in 10 europäischen Ländern aus.[52] Varo Energy kündigte an, 600 Mio. USD in den Bau einer großen Produktionsanlage für nachhaltigen Flugkraftstoff in Rotterdam zu investieren, die bis zu 7 % des EU-Ziels „2030 SAF“ erfüllen wird.[53]
Varo Energy, Groupe E und CSEM haben in Cressier die grösste Freiflächen-Solarstromanlage der Schweiz in Betrieb genommen und ein Fernwärmenetz angeschlossen, das die überschüssige Wärme aus dem Produktionszentrum in Cressier nutzt.[54]
Höegh Autoliners und VARO arbeiteten zusammen, um die nachhaltige Schifffahrt zu beschleunigen.[55][56] Varo Energy erwarb 2024 100 % der elexon GmbH, einem führenden europäischen Anbieter von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.[57][58] Varo Charging ging eine Partnerschaft mit Truckparkings Rotterdam ein, um eine neue Ladestation für E-LKW im Hafen von Rotterdam zu betreiben.[59][60] VARO und Orim Energy schlossen sich zusammen, um das Angebot an nachhaltigen Schiffskraftstoffen zu erweitern.[61][62] Die Gunvor Group kündigte ihre Pläne an, sich an VAROs groß angelegtem SAF-Produktionsanlagenprojekt in Rotterdam zu beteiligen.[63][64]
Am 31. März 2025 gab Varo Energy bekannt, dass das Unternehmen eine Vereinbarung zur Übernahme von Preem Holding AB und Preem AB („Preem“) erzielt hat. Die Übernahme soll durch den vollständigen Erwerb aller Anteile an der Muttergesellschaft Corral Petroleum Holdings AB („CPH“) im Rahmen einer Bartransaktion erfolgen. Der Abschluss der Transaktion war für die zweite Jahreshälfte 2025 erwartet und stand unter dem Vorbehalt der üblichen Abschlussbedingungen sowie der Zustimmung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden.[65][66]
Am 16. Januar 2026 firmierte Varo Energy nach der Akquise im Jahr 2025 zu Varopreem um.[67]
