Vassos Lyssarides

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Vassos Lyssarides (Alternativname: Vasos Lyssaridis; griechisch Βάσος Λυσσαρίδης; * 13. Mai 1920 in Pano Lefkara, Britisch-Zypern; † 26. April 2021 in Nikosia) war ein griechisch-zypriotischer Politiker der Eniaia Dimokratiki Enosi Kendrou (EDEK), der unter anderem von 1969 bis 2001 Vorsitzender der EDEK/KISOS sowie zwischen 1985 und 1991 Präsident des Repräsentantenhauses war. Lyssarides kandidierte bei den Präsidentschaftswahlen 1983, 1988 sowie 1998, wurde hauptsächlich von seiner Partei unterstützt und erhielt dabei jedes Mal etwa 10 Prozent der Stimmen. Darüber hinaus war er zuletzt auch als Schriftsteller lyrischer Werke tätig.

Vassos Lyssarides (2011)

Leben

Vassos Lyssarides, Sohn von Michalis Lyssarides und Eleni Vizaka, absolvierte nach dem Schulbesuch ein Studium der Medizin an der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen, das er 1949 beendete, und war im Anschluss von 1950 bis 1984 als praktischer Arzt in Nikosia sowie als Leibarzt von Erzbischof Makarios III.[1] tätig. Er wurde bei der ersten Parlamentswahl in der Republik Zypern am 31. Juli 1960 im Wahlkreis „Nikosia“ zum Mitglied des Repräsentantenhauses gewählt und vertrat bis 1969 die Patriotische Front (Πατριωτικό Μέτωπο) von Glafkos Klerides[2] 1969 gründete er die sozialdemokratische und linksnationalistische Vereinigte Demokratische Union des Zentrums EDEK (Eniaia Dimokratiki Enosi Kendrou), deren Vorsitzender er zwischen 1969 und dem 14. Februar 2000 war.[3] Er war daraufhin von 1969 bis zum 31. Mai 2006 als Vertreter des Wahlkreises „Nikosia“ weiterhin Mitglied des Repräsentantenhauses.

Bei der Parlamentswahl am 5. Juli 1970 erhielt die EDEK 8,3 Prozent und zwei der 35 Sitze im Repräsentantenhaus[4] und konnte sich bei der darauf folgenden Parlamentswahl am 5. September 1976 auf vier Mandate verbessern,[5] kam allerdings bei der darauf folgenden Parlamentswahl am 24. Mai 1981 mit 8,2 Prozent zunächst nur auf drei Sitze im Repräsentantenhaus.[6] Er fungierte zwischen 1976 und 1985 als Sprecher der EDEK-Fraktion im Repräsentantenhaus. Bei der Präsidentschaftswahl am 13. Februar 1983 war Lyssarides erstmals Präsidentschaftskandidat der EDEK und belegte mit 29.307 Stimmen (9,5 Prozent) nach Spyros Kyprianou[7] von der Demokratischen Partei DIKO (Dimokratiko Komma) mit 173.791 Stimmen (56,5 Prozent) und Glafkos Klerides von der Demokratischen Sammlung DISY (Dimokratikos Synagermos) 104.294 Stimmen (33,9 Prozent) abgeschlagen den dritten Platz.

Bei der Parlamentswahl am 8. Dezember 1985 konnte die EDEK mit 35.371 Stimmen (11,07 Prozent) die Anzahl ihrer Mandate von drei auf sechs Sitze verbessern, wobei die Gesamtzahl der Parlamentssitze von 35 auf 56 erhöht wurde.[8] Nach der Wahl wurde Vassos Lyssarides als Nachfolger von Georgios Ladas[9] am 30. Dezember 1985 Präsident des Repräsentantenhauses und bekleidete dieses Amt bis zum 30. Mai 1991, woraufhin Alexis Galanos[10] neuer Parlamentspräsident wurde.[11] Darüber hinaus war er zwischen dem 21. April 1986 und dem 28. Juni 1991 als Vertreter der Republik Zypern auch Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.[12] Im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl am 14. Februar 1988 erhielt er 30.865 Wählerstimmen (9,2 Prozent) und belegte dabei nach Glafkos Klerides von der DISY (111.504 Stimmen, 33,3 Prozent), dem Parteilosen Georges Vassiliou (100.748 Stimmen, 30,1 Prozent)[13] und Spyros Kyprianou von der DIKO (91.335 Stimmen, 27,3 Prozent) dieses Mal den vierten Platz.

Die EDEK erhielt mit ihm als Spitzenkandidaten bei der Parlamentswahl am 19. Mai 1991 37.264 Stimmen (10,89 Prozent) sieben von 56 Sitzen[14] sowie bei der darauf folgenden Parlamentswahl am 26. Mai 1996 30.033 Wählerstimmen (8,13 Prozent) und fünf Mandate im 56-köpfigen Repräsentantenhaus.[15] Nachdem er auf eine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl am 7. Februar 1993 verzichtet hatte, erhielt er im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl am 8. Februar 1998 41.978 Wählerstimmen (10,6G Prozent) und kam damit nach Glafkos Klerides für die DISY (158.763 Prozent, 40,1 Prozent) und dem Parteilosen Georgios Iacovou (160.918 Prozent, 40,6 Prozent)[16] auf den dritten Platz.[17] Nachdem die EDEK am 14. Februar 2000 in Bewegung der Sozialdemokraten KISOS (Kinima Sosialdimokraton) umbenannt wurde, übernahm Vassos Lyssarides den Posten des Parteivorsitzenden und behielt diesen bis zu seiner Ablösung durch Giannakis Omirou[18] nach der Parlamentswahl am 27. Mai 2001, bei der die KISOS mit Lyssarides als Spitzenkandidaten 26.767 Wählerstimmen (6,51 Prozent) und vier Mandate erhielt.[19] Er fungierte seit 2001 noch als Ehrenpräsident der KISOS und schied am 21. Mai 2006 als Abgeordneter aus dem Repräsentantenhaus aus. Ferner engagierte er sich als Vorsitzender der Pankypriou-Ärztevereinigung sowie als Ehrenpräsident der Hippokrates-Ärztekammer Nikosia und war seit 1963 mit Barbara Cornwall († 2019) verheiratet.

Veröffentlichungen

  • Aproskynētoi, Kentrikē diathesē, Thessaloniki 1981
  • Apopseis, (Απόψεις), Ekdotikos Oikos A. A. Livanē, Athen 2011, ISBN 978-9-60142-4-347
  • Vasos Lyssaridēs ho zōgraphos, Hidryma Phēmonoē, Nikosia 2014
  • Dēlōnō parōn. Poiētikē syllogē, 2018
  • Ek Vatheōn, (Εκ Βαθέων), Hidryma Lyssaridē, Nikosia 2018

Einzelnachweise

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