Vatuvou

Suco in Osttimor From Wikipedia, the free encyclopedia

Vatuvou ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Maubara (Gemeinde Liquiçá).

Schnelle Fakten Daten ...
Vatuvou
Vatuvou im Mai 2022
Daten
Fläche 51,89 km²[1]
Einwohnerzahl 4.818 (2022)[2]
Chefe de Suco Flaviano Tinus Usna'at
(Wahl 2023)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Bouraevei 237
Gariana 515
Lebucailiti 340
Lissa-Ico 360
Lissalara 240
Manuquibia 242
Mau-Ubu 64
Raeme 476
Samanaru 50
Vatu-Nau 1702
Der Suco Vatuvou
Samanaru (Osttimor)
Samanaru (Osttimor)
Samanaru
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Geographie

Schnelle Fakten Orte, Position ...
Vatuvou
Orte Position[3] Höhe
Bouraevei  39′ 15″ S, 125° 14′ 1″ O 718 m
Gariana  40′ 8″ S, 125° 17′ 37″ O 777 m
Hataulete  37′ 38″ S, 125° 17′ 32″ O 203 m
Hatunau  38′ 34″ S, 125° 16′ 55″ O 691 m
Katnaulete  37′ 24″ S, 125° 17′ 43″ O 355 m
Lauclau  39′ 16″ S, 125° 17′ 47″ O 753 m
Lebulema  38′ 8″ S, 125° 13′ 38″ O 527 m
Lissa-Ico  39′ 34″ S, 125° 15′ 25″ O 646 m
Manuquibia  39′ 47″ S, 125° 14′ 11″ O 614 m
Mauboque (Westteil)  36′ 18″ S, 125° 17′ 27″ O 8 m
Melabua  39′ 31″ S, 125° 14′ 7″ O 668 m
Raeme  36′ 24″ S, 125° 15′ 38″ O 13 m
Samanaru  36′ 25″ S, 125° 14′ 13″ O 8 m
Tolema  37′ 14″ S, 125° 17′ 9″ O 270 m
Vatubau  38′ 57″ S, 125° 15′ 45″ O 692 m
Vatu-Nau  36′ 18″ S, 125° 17′ 20″ O 14 m
Vatuvou  38′ 37″ S, 125° 13′ 35″ O 700 m
Vitanau  38′ 18″ S, 125° 17′ 53″ O 602 m
Name unbekannt (1)  40′ 24″ S, 125° 15′ 59″ O 458 m
Name unbekannt (2)  39′ 27″ S, 125° 16′ 12″ O 641 m
Name unbekannt (3)  38′ 38″ S, 125° 14′ 54″ O 663 m
Name unbekannt (4)  37′ 58″ S, 125° 14′ 34″ O 477 m
Name unbekannt (5)  37′ 2″ S, 125° 14′ 31″ O 87 m
Name unbekannt (6)  37′ 8″ S, 125° 16′ 47″ O 270 m
Name unbekannt (7)  38′ 17″ S, 125° 15′ 51″ O 590 m
Name unbekannt (8)  39′ 51″ S, 125° 15′ 18″ O 619 m
Name unbekannt (9)  39′ 53″ S, 125° 16′ 14″ O 535 m
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Vatuvou liegt im Nordosten des Verwaltungsamts Maubara. Westlich befindet sich der Suco Maubaralissa und südlich der Suco Lissadila. Im Osten und Südosten grenzt Vatuvou an das Verwaltungsamt Liquiçá mit seinen Sucos Dato, Hatuquessi und Leotala. Im Norden liegt die Sawusee. Im Südosten entspringt im Grenzgebiet zu Hatuquessi der Fluss Manobira. Er folgt einem Teil der Grenze zum Verwaltungsamt Liquiçá nach Süden. Weiter westlich entspringen Dirobatelau und Gumuloa, die ebenfalls Grenzen zu den südlichen Nachbarn markieren. Die drei Flüsse gehören alle zum System des Lóis. Im Zentrum von Vatuvou entspringen der Palapu, der Malukai und der Palua, die alle nach Norden in die Sawusee fließen. Sie führen nur außerhalb der Trockenzeit Wasser.[4][5] Westlich des Palua liegt nah der Küste der salzige Maubarasee. Der etwa acht Hektar große See gilt als wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl von Vogelarten. Besonders interessant ist die schwarze Timortaube, die man hier regelmäßig im Wald am Rand des Sees und in den bis zu 500 m hohen herumliegenden Hügeln beobachten kann.[6] Ein Gebiet von 2000 Hektar um den See mit tropischen Trockenwäldern ist eine Important Bird Area.[7][8]

Vatuvou hat eine Fläche von 51,89 km²,[1] die sich aufteilt in die zehn Aldeias Bouraevei (Bourawe, Bourawei), Gariana, Lebucailiti, Lissa-Ico, Lissalara (Lisalara), Manuquibia, Mau-Ubu, Raeme, Samanaru (Samanaruo) und Vatu-Nau (Vatunao).[4][9]

Die Überlandstraße, die Maubara im Westen mit Vila de Liquiçá und Dili im Osten verbindet, führt entlang der Küste im Norden. An ihr liegt an der Westgrenze das Dorf Samanaru, in dem sich der Sitz des Sucos Vatuvou befindet. Nach Osten hin führt die Straße vorbei am Maubarasee durch die Dörfer Raeme und Vatu-Nau, das in den Nachbarort Mauboque übergeht, der aus dem benachbarten Dato hierher hineinreicht.[4] Zwischen den Flüssen Malukai und Palapu liegt das Dorf Tolema, östlich des Palapu die Dörfer Hataulete, Katnaulete und Vitanau.[5] Im Südosten befinden sich die Orte Hatunau, Gariana und Lauclau, im Süden Lissa-Ico und Vatubau (Watubau), im Südwesten Bouraevei, Manuquibia und Melabua und im Westen die Dörfer Vatuvou und Lebulema.[4][5]

In Gariana, Lissa-Ico, Samanaru, Vatu-Nau und Vatuvou befinden sich Grundschulen. In Raeme steht das Instituto Nacional de Pescas e Aquicultura de Timor-Leste und in Mauboque und Vatuvou jeweils ein Hospital.[4]

Ufer des Maubarasees
Südöstlich des Maubarasees
Weitere Informationen Name, Alternativnamen ...
Berge und Erhebungen in Vatuvou
Name Alternativnamen Koordinaten Höhe Aldeia
Foho Sarelau Sarelau; Sare Lau !491.3848615625.240361508° 37′ S, 125° 14′ O 110 m Samanaru
Foho Kemaleae Kemaleae !491.3765445625.239236508° 37′ S, 125° 14′ O 257 m Samanaru
Foho Hatumanilau Hatumanilau !491.3757365625.254475508° 37′ S, 125° 15′ O 347 m Samanaru
Foho Sekul Sekul !491.3780885625.267529508° 37′ S, 125° 16′ O 296 m Raeme
Foho Lisaico Lisaico !491.3492115625.254894508° 39′ S, 125° 15′ O 759 m Lissa-Ico/Bouraevei
Foho Vatubau Vatubau, Foho Watubau !491.3539365625.262411508° 39′ S, 125° 16′ O 738 m Lissa-Ico/Raeme
Foho Batubau Batubau !491.3533725625.281336508° 39′ S, 125° 17′ O 754 m Lebucailiti
Foho Lauclau Lauclau !491.3485035625.295342508° 39′ S, 125° 18′ O 805 m Lebucailiti
Foho Manucibia Manucibia !491.3413225625.274489508° 40′ S, 125° 16′ O 635 m Lissa-Ico
Foho Gariana Gariana !491.3347035625.291394508° 40′ S, 125° 17′ O 835 m Lebucailiti/Gariana
Foho Matemeo Matemeo !491.3844405625.293890508° 37′ S, 125° 18′ O 219 m Vatu-Nau
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Einwohner

Im Suco leben 4.818 Einwohner (2022), davon sind 2.476 Männer und 2.342 Frauen. Im Suco gibt es 863 Haushalte.[2] Über 89 % der Einwohner geben Tokodede als ihre Muttersprache an. Über 9 % sprechen Tetum Prasa und Minderheiten Adabe, Kemak oder Mambai.[10]

Geschichte

In der Gründungslegende von Maubara ließ sich Manu Muno, der älteste Bruder der „Loro Liurai“ in Vatuvou nieder. Er erhielt den Titel „Recete“ (nach einigen Quellen vom portugiesisch rei seti, der „siebte König“). Herrscher von Maubara wurde aber der zweitälteste Bruder Manu Tela, der seinen Sitz in Gugleur wählte, was zu einer andauernden Rivalität zwischen den beiden Herrscherlinien führte.[11.1]

Dom Carlos von Vatubou nahm in den 1840er Jahren an einem Feldzug des Herrschers von Oecusse gegen die Nachbarinsel Alor teil. Oecusse sah in Alor einen Teil seiner Einflusssphäre, gegen Ansprüche der Niederländer. Dom Carlos kehrte siegreich nach Maubara zurück. Durch die große Anzahl an Sklaven, die er als Beute mitbrachte, wurde Dom Carlos zum mächtigsten Mann in Maubara, während die Autorität des Liurai Dom Cleto II., der zu den Doutels aus Gugleur gehörte, zu sinken begann. Ein niederländischer Bericht bestätigt die Machtposition von Dom Carlos innerhalb des Reiches.[11.2]

1861 übergaben die Niederländer Maubara im Austausch für mehrere Inseln im Norden an die Portugiesen. Obwohl auch Dom Carlos diesen Wechsel nur mit Widerwillen akzeptierte, setzten die Portugiesen ihn als neuen Herrscher (portugiesisch regulo) von Maubara ein und damit die alte Herrscherdynastie der Doutels ab.[11.3] 1870 kam es zum Konflikt zwischen Maubara und dem Reich von Liquiçá. Dom Carlos starb während des Konflikts 1871, wahrscheinlich durch einen nicht natürlichen Tod. Nach einer von den Portugiesen organisierte „Wahl“ durch die Adligen von Maubara wurde im Januar 1872 Dom Dotte (Gaspar da Costa), der Neffe von Dom Carlos zum Regenten von Maubara. Der Herrschertitel ging symbolisch wieder an die Doutels, ein Zugeständnis der Portugiesen.[11.4]

Während der Revolte von Maubara 1893 wurden am 10. Juni vier Weiler in Vatuvou von den Portugiesen erobert.[11.5] Dom Dotte starb kurz nach Ende des Aufstands. Neuer Herrscher Maubaras wurde José Rodrigues da Silva aus Maubaralissa.[11.6] Sada Bessi, Sohn von Dom Carlos, wurde Chefe de Suco von Vatuvou und gleichzeitig Coronel Regente von Maubara (1900–1907), wurde aber, wie sein Vorgänger Luis da Silva Maia, wegen Amtsmissbrauch von seinem Posten enthoben.[11.7]

Nach der Einnahme Maubaras am 15. September 1975 durch die FRETILIN, suchten Kämpfer im gesamten Verwaltungsamt nach Anhängern der UDT. Eine Gruppe von FRETILIN-Milizionären drang über die Straße von Maubara nach Vatuvou vor, wo es auf dem Bergkamm zu einem Gefecht mit UDT-Kämpfern kam. Zwei Anhänger der UDT starben. In Gariana wurden einige Personen verhaftet und mit einigen Hundert anderen in Darulete interniert. 18 von ihnen sollen dort hingerichtet worden sein.[11.8]

Nach einem Angriff von Kämpfern der FALINTIL auf indonesische Soldaten in Leotala am 11. Januar 1995, führte die indonesische Armee am nächsten Tag in Gariana eine Vergeltungsaktion durch. Sechs Männer wurden exekutiert.[11.9][12.1]

1999 versuchten pro-indonesische Milizen (Wanra) die Stimmung vor dem Unabhängigkeitsreferendum am 30. August mit Gewalt zu beeinflussen. Am 15. Februar griff die Miliz Besi Merah Putih (BMP) Vatuvou und Guiço an. Vatuvou wurde praktisch entvölkert. Die Einwohner flohen nach Sare (Gemeinde Ermera). Allein dort versammelten sich bis zu 6000 Flüchtlinge und blieben bis zum Eintreffen der INTERFET im September 1999. Fast 2700 Flüchtlinge aus Vatuvou und Maubara versammelten sich im März in Gariana, 375 bei den Karmeliternonnen in Lissadila.[13]

Die sterblichen Überreste von etwa einem Dutzend Opfer des Kirchenmassakers von Liquiçá wurden 1999 von australischen Marinetauchern aus dem Maubarasee geborgen. Mitglieder von pro-indonesischen Milizen und vom indonesischen Militär hatten die Leichen im See versenkt.[14]

Politik

Sitz des Sucos Vatuvou (2021)

Dom Carlos war Herrscher von Vatuvou, bevor er Liurai von Maubara wurde. Sein Sohn Sada Bessi wurde von den Portugiesen als Chefe de Suco von Vatuvou eingesetzt und diente bis zu seiner Absetzung 1907 als Regent von Maubara.[11.7] Ihm folgten als Chefe de Suco von Vatuvou sein Neffe Asso-tem (Aste, getauft als Carlos da Silva Santos), der den Rang eines Majors erhielt, und von 1945 bis 1952 dessen Bruder Pedro Damião.[11.10] Sada Bessis Sohn Lucana (Taufname: Lucas Correia) wurde 1952 von den Portugiesen als Chefe de Suco inthronisiert.[11.11] Nach dem Einmarsch der Indonesier 1975 behielt Lucana seine Position, nun „Kepala desa“ genannt.[11.12] Asuwana, ein Neffe von Asso-tem und Pedro Damião, wurde 1979 von den Indonesiern zum Kepala desa ernannt.[11.13]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Paulo de Jesus Afonso zum Chefe de Suco gewählt.[15] Bei den Wahlen 2009 gewann António Martins,[16] 2016 Gabriela da Costa Pereira Jeronimo[17] und 2023 Flaviano Tinus Usna'at.[18]

Commons: Vatuvou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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