Veitsweiler
Ortsteil des Marktes Weiltingen
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Veitsweiler ist ein Gemeindeteil des Marktes Weiltingen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Veitsweiler hat eine Fläche von 4,565 km². Sie ist in 482 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9471,21 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Bosacker, Hahnenberg, Oberklingen und Unterklingen.[4]
Veitsweiler Markt Weiltingen | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 1′ N, 10° 27′ O |
| Höhe: | 450 (448–460) m ü. NHN |
| Einwohner: | 102 (2016)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 91744 |
| Vorwahl: | 09853 |


Geografie
Das Pfarrdorf liegt am Weihergraben, einem rechten Zufluss der Wörnitz. 0,5 km westlich liegt der Kernwald, im Südwesten das Sandfeld, dahinter das Waldgebiet Hundsmarkt. 0,5 km südöstlich erhebt sich der Lämmerberg (498 m ü. NHN).
Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Weiltingen zur Staatsstraße 2385 (1,4 km nördlich) bzw. nach Hahnenberg (0,9 km südlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt zu einer Gemeindeverbindungsstraße (0,6 km östlich), die nach Wolfsbühl (2 km westlich) bzw. nach Weiltingen verläuft (1,4 km nordöstlich).[5]
Geschichte
Die Fraisch über Veitsweiler war umstritten. Sie wurde sowohl vom ansbachischen Oberamt Wassertrüdingen als auch vom oettingen-spielbergischen Oberamt Aufkirchen beansprucht. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Veitsweiler 21 Anwesen (1 Ziegelhütte, 2 Halbhöfe, 3 Köblergüter, 12 Söldengüter, 1 Söldengut mit Wirtschaft, 2 halbe Söldengüter). Außerdem gab es eine Kirche, ein Pfarrhaus, ein Schulhaus und ein Gemeindehirtenhaus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das württembergische Oberamt Weiltingen.[6][7]
1810 kam Veitsweiler an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt entstand 1811 der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Veitsweiler mit den Orten Hahnenberg, Oberklingen, Unterklingen und Wolfsbühl.[8] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) schied Wolfsbühl aus der Ruralgemeinde aus.[9][10] Die Gemeinde Veitsweiler war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Nördlingen (ab 1831 Landgericht Dinkelsbühl) zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Oettingen (ab 1832 Rentamt Dinkelsbühl, 1919 in Finanzamt Dinkelsbühl umbenannt, seit 1973 Zweigstelle des Finanzamtes Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Dinkelsbühl (1879 in das Amtsgericht Dinkelsbühl umgewandelt, seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach).[11] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,206 km².[12] Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Veitsweiler an den Landkreis Ansbach.[13][14][15]
Baudenkmäler
- Haus Nr. 7: Evangelisch-Lutherische Pfarrkirche, Chorturmkirche, Chorturmuntergeschosse um 1400, Langhaus 1667 über älterem Mauerwerk neu errichtet, Fachwerkoktogon des Turms wohl 17. Jahrhundert; mit Ausstattung; Friedhof, im Kern mittelalterliche Anlage, mit Grabsteinen; Umfassungsmauer, im Kern mittelalterlich, teilweise erneuert.[16]
- Haus Nr. 21: Ehemaliges Pfarrhaus, zweigeschossiges Gebäude mit Halbwalmdach, in Ecklage, teilweise Fachwerk, nach 1800; Einfriedung, Bruchstein, 19. Jahrhundert[16]
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Veitsweiler gibt es zwei Bodendenkmäler.[16]
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Veitsweiler
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 154 | 183 | 183 | 191 | 198 | 191 | 191 | 190 | 179 | 171 | 178 | 189 | 182 | 182 | 173 | 180 | 184 | 166 | 138 | 259 | 260 | 213 | 183 | 166 |
| Häuser[17] | 34 | 36 | 35 | 36 | 36 | 37 | 34 | 36 | 37 | |||||||||||||||
| Quelle | [18] | [19] | [20] | [20] | [21] | [22] | [23] | [24] | [25] | [26] | [27] | [20] | [28] | [20] | [29] | [20] | [30] | [20] | [20] | [20] | [31] | [20] | [12] | [32] |
Ort Veitsweiler
Religion
Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Veit und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.[6] Die Katholiken sind nach St. Margareta (Wilburgstetten) gepfarrt.[12]
Persönlichkeiten
- Johann Christoph David von Leger (1701–1791), württembergischer Baumeister und Architekt
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Veitsweiler. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 8 (Digitalisat).
- August Gebeßler: Stadt und Landkreis Dinkelsbühl (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 15). Deutscher Kunstverlag, München 1962, DNB 451450930, S. 206–207.
- Georg Paul Hönn: Veitsweyler. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 377 (Digitalisat).
- Teresa Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 40). Michael Laßleben, Kallmünz 2018, ISBN 978-3-7696-6562-8.
- Anton Steichele (Hrsg.): Das Bisthum Augsburg historisch und statistisch beschrieben. Band 3. Schmiedsche Verlagsbuchhandlung, Augsburg 1872, OCLC 935210351, S. 523–525 (Digitalisat).
Weblinks
- Weiltingens Ortsteile > Veitsweiler. In: weiltingen.de. Abgerufen am 27. Juni 2023.
- Veitsweiler in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 10. September 2021.
- Veitsweiler in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 17. September 2019.
- Veitsweiler im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 23. April 2025.