Velma Pollard

jamaikanische Schriftstellerin und Sprachwissenschaftlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Velma Earle Pollard (* 26. März 1937 in Woodside, Saint Mary Parish; † 1. Februar 2025 in St Andrew Parish) war eine jamaikanische Schriftstellerin und Sprachwissenschaftlerin.[1][2] Sie galt als wichtige Vertreterin der karibischen Literatur, deren Werk die jamaikanisch-kreolische Sprache (Patwa), Naturbilder und eine melodische, ausdrucksstarke Vortragsweise zusammenführt.[3] Ihr Tod am 1. Februar 2025 löste breite Anteilnahme aus.[4]

Leben

Pollard wuchs in Woodside (Saint Mary) als Tochter einer Lehrerin und eines Landwirts auf und besuchte die Excelsior High School in Kingston.[2] Sie studierte Sprachen am University College of the West Indies (Mona) und erwarb anschließend einen Master in Englisch an der Columbia University sowie einen Master in Erziehungswissenschaft an der McGill University.[1] Später promovierte sie in Sprachdidaktik an der University of the West Indies (UWI, Mona).[2] Sie lehrte an Schulen und Hochschulen in Jamaika, Trinidad, Guyana und den Vereinigten Staaten und kehrte an die UWI zurück, wo sie als Senior Lecturer tätig war.[1] An der UWI wurde sie zudem Dekanin der Faculty of Education.[5] Sie war die Schwester der Schriftstellerin Erna Brodber.[2]

Wirken

Pollard veröffentlichte die Lyrikbände Crown Point and Other Poems (1988), Shame Trees Don't Grow Here (1992), Leaving Traces (2008) und And Caret Bay Again: New and Selected Poems (2013).[5][1] Ihre Novelle Karl wurde 1992 mit dem Literaturpreis Casa de las Américas ausgezeichnet.[5][4] Zu ihren einflussreichen Sachbüchern zählen From Jamaican Creole to Standard English: A Handbook for Teachers (1994; 2003) und Dread Talk: The Language of Rastafari (1994; 2000), welche die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit jamaikanischer Sprache prägten.[4] In Forschung und Lehre arbeitete sie zu den Kreolsprachen des anglofonen Karibikraums, zur Sprache karibischer Literatur und zum Schreiben karibischer Frauen.[2] Ihre Dichtung verbindet Naturbilder, Erinnerungen an ländliche Sozialwelten und eine deutliche moralische Haltung; ihre Vortragspraxis wird für eine melodische, ausdrucksstarke Stimme hervorgehoben.[3] Für ihre Leistungen erhielt Pollard 2006 die silberne Musgrave Medal des Institute of Jamaica.[6] Im August 2022 wurde sie als Ehrenmitglied der Society for Caribbean Linguistics (SCL) gewählt.[2] Nach Einschätzung von Peepal Tree Press und offiziellen Würdigungen trug ihr Werk wesentlich zur Aufwertung des Jamaikanischen (Patwa) als Kultur- und Bildungssprache bei.[7][4]

Einzelnachweise

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