Verna

Ortsteil der Gemeinde Frielendorf From Wikipedia, the free encyclopedia

Verna ist ein Ortsteil der Gemeinde Frielendorf im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Schnelle Fakten Gemeinde Frielendorf ...
Verna
Gemeinde Frielendorf
Koordinaten: 51° 0′ N,  20′ O
Höhe: 211 m
Fläche: 8,03 km²[1]
Einwohner: 675 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 34621
Vorwahl: 05684
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Geographische Lage

Verna liegt etwa 2,5 km nordnordöstlich des Hauptortes am Nordwestrand des Knüllgebirges und grenzt direkt an das südlich gelegene Allendorf. Durchflossen wird es vom Efze-Zufluss Ohebach. Südöstlich vorbei am Dorf verläuft die Bundesstraße 254, von der im Süden die Landesstraße 3148 abzweigt und nach Norden durch Allendorf und Verna führt.

Geschichte

Evangelische Kirche Verna

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Verna erfolgte unter dem Namen Firne im Breviarium Sancti Lulli der Abtei Hersfeld. Sie wird in die Zeit 775–786 datiert.[1] Die Ableitung erfolgt aus einem zwischen 802 und 815 zusammengestellten Verzeichnis des zur Zeit des Erzbischofs Lul an das Kloster Hersfeld geschenkten Grundbesitzes. Verna wird im Breviarium mit folgenden Worten erwähnt: "IN PAGO HASSORUM IN VILLA FIRNE" (im Hessengau im Ort Verna). Dabei handelt es sich um Grundbesitz, der am 5. Januar 775 mit der Übergabe des Klosters Hersfeld an Karl den Großen erfolgte.[3] Die Schreibweise des Ortsnamens erscheint in historischen Dokumenten im Laufe der Jahrhunderte in vielfach abgewandelter Form: Firne (um 800), Ferene, Ferena, Verne (9. Jahrhundert), Virne (1197), Veirne (1230), Wirnawe (1257), Werne (1272), Verny (1371), Ffernne (1462), Ferna (1501), Fernna (1534), Ferna (1548), Verna (1575/85), Fern (1618).[1]

Zum 1. Januar 1974 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz die beiden Großgemeinden Frielendorf und Grenzebach (das sich am 31. Januar 1971 aus den Gemeinden Leimsfeld, Obergrenzebach und Schönborn gebildet hatte) mit den bisher selbständig gebliebenen Gemeinden Allendorf, Großropperhausen, Leuderode, Spieskappel und Verna zu einer wiederum neuen Großgemeinde Frielendorf zusammengeschlossen. Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Frielendorf.[4][1][5] Für die ehemals eigenständigen Gemeinden von Frielendorf wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[6]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Verna 693 Einwohner. Darunter waren 9 (1,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 114 Einwohner unter 18 Jahren, 270 zwischen 18 und 49, 162 zwischen 50 und 64 und 144 Einwohner waren älter.[7] Die Einwohner lebten in 309 Haushalten. Davon waren 87 Singlehaushalte, 81 Paare ohne Kinder und 102 Paare mit Kindern, sowie 33 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 60 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 195 Haushaltungen lebten keine Senioren.[7]

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]
 um 1490:13 wehrhafte Männer (7 Pflüge)
 1537:9 Hübner, 11 Köttner, 20 Beisassen
 1575/85:52 Hausgesesse
 1639:17 verheiratete, ein lediger, ein verwitweter Hausgesesse
 1681:22 Hausgesesse, zwei Ausschuss, ein Junggeselle
 1742/47:68 Häuser bzw. Hausgesesse
Verna: Einwohnerzahlen von 1768 bis 2017
Jahr  Einwohner
1768
 
345
1800
 
?
1834
 
547
1840
 
603
1846
 
638
1852
 
632
1858
 
611
1864
 
597
1871
 
574
1875
 
604
1885
 
583
1895
 
606
1905
 
576
1910
 
576
1925
 
892
1939
 
1.064
1946
 
1.468
1950
 
1.517
1956
 
1.395
1961
 
1.384
1967
 
1.518
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
693
2017
 
742
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Gemeinde Frielendorf[2], Zensus 2011[7]

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]
 1861:596 evangelisch-reformierte, zwei katholische Einwohner.
 1885:583 evangelische (= 100 %) Einwohner
 1961:1263 evangelische (= 91,23 %), 107 katholische (= 7,73 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

 1961Erwerbspersonen: 135 Land- und Forstwirtschaft, 340 Produzierendes Gewerbe, 41 Handel und Verkehr, 42 Dienstleistungen und Sonstiges

Politik

Für Verna besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Verna) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern.[6] Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat Verna 62,9 %. Alle Kandidaten gehörten der „Ortsliste Verna“ an.[8] Der Ortsbeirat wählte Volker Vaupel zum Ortsvorsteher.[9]

Kulturdenkmäler

Für die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude im Ort siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Verna.

Persönlichkeiten

Literatur

Einzelnachweise

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