Viendorf

Ortschaft im Bezirk Hollabrunn From Wikipedia, the free encyclopedia

Viendorf ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Göllersdorf im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich. Die Ortschaft zählt 300 Einwohner (Stand 1. Jänner 2025).[1] Bis Ende 1971 bestand Viendorf als selbständige Ortsgemeinde.[2]

Schnelle Fakten
Viendorf (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Viendorf
Viendorf (Österreich)
Viendorf (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Hollabrunn (HL), Niederösterreich
Gerichtsbezirk Hollabrunn
Pol. Gemeinde Göllersdorf
Koordinaten 48° 29′ 2″ N, 16° 8′ 18″ Of1
Höhe 200 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 300 (1. Jän. 2025)
Fläche d. KG 7,05 km² (31. Dez. 2023)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 03873
Katastralgemeindenummer 09064
Bild
Das Spritzenhaus nördlich der Kapelle
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
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300

Geografie

Das Dorf befindet sich östlich von Göllersdorf zwischen dem Göllerbach und dem Porraubach, einem linken Zubringer zum Göllersbach, der südöstlich von Viendorf in diesen mündet. Der Ort wird von der Landesstraße L1066 erschlossen. Am 1. April 2020 verfügte die Ortschaft über 146 Adressen.[3]

Geschichte

Erstmals urkundlich genannt wurde der Ort im Jahr 1180 als Phuenendorf; damals tauschte Leutwin von Sonnberg ein Gut mit dem bayerischen Kloster Asbach. 1289 verfügten hier die Johanniter aus der Ordensburg Mailberg über Besitzungen und ab 1348 erwarben die Puchheimer nach und nach den Ort.

Die Bewohner waren gut bestiftete Landbauern, Weinbauern und Kleinhäusler, die Ackerbau betrieben und Wein kelterten, den sie bis nach Wien verkauften, beschrieb Schweickhardt den Ort. Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 51 Häusern genannt, das nach Göllersdorf eingepfarrt war, wohin auch die Kinder eingeschult wurden. Die Herrschaft Schönborn besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus, besorgte die Konskription und hatte die Grundherrschaft inne.[4]

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Viendorf ein Dachdecker, eine Gastwirtin mit Gemischtwarenhandel, eine Milchgenossenschaft, ein Schmied, eine Schneiderin, zwei Schuster, zwei Tischler und mehrere Landwirte ansässig.[5]

Mit 1. Jänner 1972 wurden im Rahmen der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung die bis dahin selbständigen Gemeinden Bergau, Eitzersthal, Großstelzendorf, Obergrub, Porrau, Untergrub, Viendorf und Wischathal nach Göllersdorf eingemeindet.[2]

Literatur

  • Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 1: A–M. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 170 (Ausgabe 1769; Fiendorf in der Google-Buchsuche).
  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 7. Band: Sebarn bis Zwingendorf. Mechitaristen, Wien 1835, S. 136 (ViendorfInternet Archive; mit einem Nachtrag zum 6. Band: Schloßhof; c) Sebarn).
  • Anton Steinhauser: Administrativkarte von Niederösterreich. Blatt 40, Sektion Göllersdorf, 1:28.800, Hrsg: Verein für Landeskunde von Niederösterreich, in Kommission von Artaria & Co., Wien 1867–1882 (noel.gv.at [JPG; 6,8 MB]).
  • Hans Kronberger: Aus der Geschichte von Göllersdorf, Druck: Ferd. Berger und Söhne, Selbstverlag der Marktgemeinde Göllersdorf, 1977
  • Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 122.
Commons: Viendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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