Viererpakt

Völkerrechtlicher Vertrag From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Viererpakt, auch Viermächtepakt, war ein Abkommen auf Initiative Benito Mussolinis zwischen dem faschistischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschen Reich mit Frankreich und Großbritannien. Es wurde am 15. Juli 1933 unterzeichnet, jedoch nie rechtsverbindlich ratifiziert.

Inhalt

Der Viererpakt bestätigte die Satzung des Völkerbundes, die Locarnoverträge, die Endgültigkeit der deutschen Westgrenze und den Briand-Kellogg-Pakt. Die Vertragsparteien verpflichteten sich dazu, alle sich ergebenden völkerrechtlichen Fragen gemeinsam zu beraten und den Frieden zu wahren.

Wirkung und Entwicklung

In Deutschland wurde der Viererpakt als Mussolinis „Großer Friedensplan“ gerühmt. Auch das Deutsche Reich selbst erzielte mit dem Vertragsabschluss einen enormen außenpolitischen Prestigegewinn: Die neuen Machthaber konnten der Welt verkünden, nur am Frieden in Europa interessiert zu sein. Die Hoffnung seiner Vertragspartner, Adolf Hitler so von einer aggressiven Außenpolitik abhalten zu können, erfüllte sich jedoch nicht: Das NS-Regime zeigte noch im selben Jahr durch den Austritt aus dem Völkerbund (nach Volksabstimmung am 12. November 1933) und den Rückzug aus der Genfer Abrüstungskonferenz, dass es sich nicht in ein kollektives Sicherheitssystem für Europa einbinden lassen wolle. Der Viererpakt war im Juli zwar noch paraphiert worden, wurde aber anschließend nicht mehr ratifiziert.

Auf Polen wirkte der Viererpakt als Bedrohung, was zum Abschluss des Deutsch-Polnischen Nichtangriffspaktes am 26. Januar 1934 führte.

Literatur

  • Der Viermächtepakt. Senatsrede des italienischen Regierungschefs Exzellenz Benito Mussolini am 7. Juni Anno XI. Hg. Societa Anonima Poligrafica Italiana, Roma 1933 (in Deutsch) (die fasch. Zeitrechnung begann 1922 mit Jahr 1); auch: Radeke, Berlin 1933 (Ausgabe der ital. Botschaft. Orig.: "Patto di collaborazione e d'intesa fra le quattro Potenze") Rede im ital. Senat in der Sitzung vom 7. Juni 1933
  • Piotr S. Wandycz: The Twilight of French Eastern Alliances, 1926-1936 : French-Czechoslovak-Polish Relations from Locarno to the Remilitarization of the Rhineland. Princeton: PUP, 1988

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