Villach Hauptbahnhof
Bahnhof in Österreich
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Der Hauptbahnhof Villach ist ein Durchgangsbahnhof in der Stadt Villach im österreichischen Bundesland Kärnten. Er ist Verknüpfungspunkt der in diesem Bereich eingleisigen Rudolfsbahn mit der zweigleisigen Drautalbahn und hat vorrangig die Funktion eines Personenbahnhofes. Er ist ein wichtiger Knotenpunkt im österreichischen Bahnnetz.
| Villach Hauptbahnhof | |
|---|---|
Der Haupteingang vom Bahnhofplatz im Mai 2015 | |
| Daten | |
| Lage im Netz | Durchgangsbahnhof Abzweigbahnhof |
| Bahnsteiggleise | 8 |
| Abkürzung | Vb |
| IBNR | 8100147 |
| Eröffnung | 30. Mai 1864 |
| Webadresse | bahnhof.oebb.at |
| Lage | |
| Stadt/Gemeinde | Villach |
| Ort/Ortsteil | Innere Stadt |
| Bundesland | Kärnten |
| Staat | Österreich |
| Koordinaten | 46° 37′ 6″ N, 13° 50′ 54″ O |
| Eisenbahnstrecken | |
| |
| Liste der Bahnhöfe in Österreich | |

Geschichte & Entwicklung
Am 30. Mai 1864 wurde der heutige Hauptbahnhof unter dem Namen Bahnhof Villach eröffnet. Der Betriebsbeginn des Bahnhofes leitete die eisenbahntechnische Erschließung Kärntens ein. Der Schienenausbau erreichte bereits am 1. Juni 1863 Kärnten. Die Strecke führte zunächst von Maribor (Marburg) durch das untere Drautal über Bleiburg und Klagenfurt nach Villach, damit war sie der erste Anschluss Kärntens an das Eisenbahnnetz Österreich-Ungarns. Vor 1864 waren Postkutschen die einzigen öffentlichen Verkehrsmittel für die Bewohner der Region. Waren wurden mit Pferdefuhrwerken transportiert.
Ab 1868 wurde der Bahnhof unter dem Namen Villach Südbahnhof geführt; im selben Jahr erreichte die Rudolfsbahn Kärnten. Durch den Ausbau der Bahnstrecke über Spittal und Lienz nach Franzensfeste am 20. November 1871 erfolgte der Anschluss an die Hauptstrecken der Südbahngesellschaft (Wien – Triest und Kufstein – Ala). Am 7. Juli 1909 wurde der Name wieder zu Bahnhof Villach geändert. Zwei Monate nach dem Anschluss Österreichs, am 15. Mai 1938, wurde der Name in Villach Hauptbahnhof geändert.[1]
Im Rahmen der Stadterneuerung Drau/Bahnhof wurde der Vorplatz in den Jahren 2008–2010 von der Stadt Villach umgebaut. Im Jahr 2008 wurde eine neue Tiefgarage errichtet, weiterhin wurde die Neugestaltung des Busbahnhofes und der umliegenden Geschäftsflächen abgeschlossen.[2]
Im Zuge des Konjunkturpakets der österreichischen Bundesregierung Faymann I wurden 2011 die Draubrücken erneuert, die die Bahnhofsteile Haupt- und Westbahnhof miteinander verbinden.[3] Dies führte während der Sperrung eines Gleises zur Führung sämtlicher aus Richtung Tarvis bzw. Jesenice in Richtung Spittal an der Drau fahrender Güterzüge über den Hauptbahnhof bzw. bei Platzmangel den Bahnhofsteil Ost.
Die ÖBB renovieren und modernisiert ab 2023 ihre Bahnhöfe an der Tauernbahn, darunter auch Villach Hauptbahnhof.[4] Als Projektzeitraum geben die ÖBB dabei 2024-2027 an, wobei Ende 2026 die kundenrelevanten Bereiche den Reisenden wieder uneingeschränkt zur Verfügung stehen sollen.[5] Teil der Modernisierung sind:
- Neubau der Bahnsteige und Bahnsteigdächer (2-7)
- Verlängerung der Bahnsteige für Doppelgarnituren
- Errichtung Photovoltaikanlagen an drei Bahnsteigdächern
- Erneuerung von Gleisanlagen
- Adaptierung von Oberleitungen
- Neusituierung von Sicherungsanlagen
- Erweiterung von Fahrradabstellflächen
Die Streckenerweiterungen im zeitlichen Überblick
| Eröffnungsdatum | Strecke |
|---|---|
| 1. Juni 1863 | Maribor – Bleiburg – Klagenfurt |
| 30. Mai 1864 | Klagenfurt – Villach |
| 19. Oktober 1868 | St. Michael – St. Veit/Glan – Feldkirchen – Villach |
| 20. November 1871 | Villach – Spittal – Lienz – Innichen |
| 25. November 1873 | Villach – Arnoldstein – Tarvis |
| 25. November 1873 | Villach Staatsbahnhof |
| 7. Juli 1909 | Verbindungsschleife Bahnhof Villach – Villach Staatsbahnhof (östliche Draurücke) |
| 1. Oktober 1906 | Villach/Warmbad – Rosenbach – Jesenice |
| 5. Oktober 1989 | Großverschiebebahnhof Villach Süd mit Zulaufstrecken |
| 7. Juli 1909 | Bad Gastein – Mallnitz – Spittal |
Bahnhofsteile
Betrieblich gesehen gehören zum Hauptbahnhof Villach mehrere Bahnhofsteile (Fahrplanbezugspunkte), diese sind:
| Name der Betriebsstelle | Kürzel | Bemerkung | Lage in km (Drautalbahn) | Lage in km (Rudolfsbahn) |
|---|---|---|---|---|
| Villach Hauptbahnhof | Vb | Personenbahnhof | 164,264 (Strecke 413 01) | 377,620 (Strecke 413 14) |
| Villach Hauptbahnhof-Autoverladestelle | Vba | Autoverladung | 376,200 (Strecke 408 11) | |
| Villach Hauptbahnhof-Ostbf | Vbo | Güterbahnhof | 163,450 (Strecke 413 01) | 376,800 (Strecke 408 01) |
| Villach Hauptbahnhof-Draubrücke | Vbd | Abzweigstelle | 000,923 (Strecke 415 01) | 000,177 (Strecke 413 01) |
| Villach Westbahnhof | Vf | Haltestelle, Traktionsstandort | 379,139 (Strecke 413 14) | 001,071 (Strecke 413 01) |
Weiterhin werden zusätzlich folgende außerhalb des Großbahnhofs gelegene Bahnhöfe vom Elektronischen Stellwerk des Hauptbahnhof Villach ferngesteuert:
| Name der Betriebsstelle | Kürzel | Gleise | Lage in km |
|---|---|---|---|
| Villach St. Ruprecht | Ru | 514, 516, 518 | 373,620 (Strecke 408 01) |
| Abzw Gummern 2 | Gu Z2 | 33, 35-36 | 166,433 (Strecke 222 01) |
Lage und vorhandene Infrastruktur

Der Hauptbahnhof verfügt über zwölf Gleise mit Bahnsteigen. Vier davon sind Stumpfgleise, die grundsätzlich nur zum Abstellen von Wagen verwendet werden. Für ein weiteres, mit einem Bahnsteig ausgestattetes Gleis, der Güterzugschleife, wurde im Zuge geplanter Bauarbeiten an den Fahrleitungsanlagen des Westkopfes im Herbst 2009 als Bahnsteig 8 die Betriebsgenehmigung erteilt, es wird im Personenverkehr fallweise (während Bauarbeiten) für durchgebundene Züge von der Gailtalbahn nach Klagenfurt benutzt, weiterhin umfahren viele Güterzüge den Bahnhof über dieses betrieblich als Gleis 20 bezeichnete Gleis, um den Hauptbahnhof zu entlasten.
Die Weichen und Signale des Bahnhofes werden durch ein elektronisches Stellwerk ferngesteuert. Anfang der 1990er Jahre wurde der Bahnhof und die Gleis- sowie Sicherungsanlagen komplett erneuert. Anlässlich dieser Umbaumaßnahmen wurde weiters die Bahnhofshalle saniert, die Unterführung vergrößert und Aufzüge sowie Rolltreppen eingebaut.
In den Jahren 2007 bis 2008 wurde der Bahnhof mit einer neuen neben Gleis 383 befindlichen Waschanlage für Reisezugwagen versehen.
Unmittelbar an den Bahnsteig 1 anschließend, befand sich bis zum Umbau 2025 eine kleine Autoverladestelle, wo Autos nach Wien und Feldkirch verladen wurden. Im Norden des Bahnhofes befindet sich die Güterzugschleife, über die der Bahnhof umfahren werden kann. Östlich befindet sich der Bahnhofsteil Ost mit einer Verladestelle für Bahn-Express-Güter, die Nachtsprung-Schnellgüterzüge haben ebenfalls dort ihren Endpunkt. Überdies werden zeitweise stark verspätete internationale Güterzüge vorübergehend in diesem Bereich abgestellt, nachdem sie von Nachbarbahnen nicht übernommen werden. Noch etwas weiter östlich befindet sich die zweite, im Vergleich zu ersten größeren, Autoverladestelle des Bahnhofes, welche durch die Autozüge aus Deutschland, Griechenland und der Türkei bedient wird.
Im Hauptbahnhof Villach halten alle personenbefördernden Züge. Im Rahmen des Kärnten-Takts wurde das Angebot an Nahverkehrszügen beim Fahrplanwechsel im Dezember 2008 erheblich erhöht und die Verkehre weitgehend vertaktet.
Am Bahnhofvorplatz befindet sich der Busbahnhof, wo in sämtliche Regional- und Stadtbusse umgestiegen werden kann, weiters gibt es einen Taxistandplatz. Bis Dezember 2022 hielten hier ebenfalls die durch die Österreichischen Bundesbahnen betriebenen Intercitybusse nach Italien.[6]
Der Traktionsstandort, mit einer Wartungshalle für Reisezugwagen sowie einem Lokschuppen befindet sich im Bahnhofsteil Westbahnhof, welcher auf der anderen Seite der Drau liegt und etwa einen Kilometer vom Hauptbahnhof entfernt ist.
Personenverkehr

Fernverkehr
Seit der Eröffnung der Koralmbahn im Dezember 2025 fungiert der Hauptbahnhof Villach als Taktknoten im Sinne eines Integraler Taktfahrplanes (ITF) zur Minute 30. Im Verkehrsdienstvertrag (VDV) Fernverkehr[7][8] ist ein Großteil des Fernverkehrs definiert. Neben den ÖBB ergänzt ab 1. März 2026 die Westbahn[9] das FV-Angebot.
| Strecke (Bezeichnung lt. VDV) | Zuggattung | Strecke | Taktfrequenz | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|
| Südstrecke
(FV HB Nord <> Süd) |
(Venezia S.L./Trieste Centrale – Udine – Tarvisio Boscoverde – ) Villach – Klagenfurt – Graz – Bruck/Mur – Wien HBF (– Praha hl. n.) |
120 min (mit Taktverdichtungen) | 2 Zugpaare Venezia 1 Zugpaar Trieste 3 Zugpaare Praha (südwärts 1 Zug ab Berlin Hbf) | |
| Südstrecke
(FV HR Süd-Tauen) |
(Lienz –) Villach – Klagenfurt – St. Paul im Lavanttal – Weststeiermark – Graz – Bruck/Mur – Wiener Neustadt – Wien HBF (– Flughafen Wien) | 60 min | 7 Zugpaare Flughafen Wien 2 Zugpaare Lienz 2 Zugpaare nach München durchgebunden | |
| Tauernbahn
(FV HR Süd-Tauern) |
(Graz –) Villach – Spittal-Millstättersee – Bad Gastein – Schwarzach-St. Veit – Bischofshofen – Salzburg – München (–Frankfurt am Main/Münster) | 120 min | 2 EC Zugpaare München (südwärts ein Zug nach Zagreb) 2 RJ Zugpaare München (nach Wien durchgebunden) 3 ICE Zugpaare Graz – Frankfurt/Münster | |
| Tauernbahn
(FV IR Alpe-Adria) |
Villach – Spittal-Millstättersee – Bad Gastein – Schwarzach-St. Veit – Bischofshofen – Salzburg | 120 min | Ursprünglich als Interregio (IR Alpe-Adria) geplant; alternierend zur EC/RJ/ICE-Linie; zusätzliche Halte im Gasteinertal | |
| Karawankenbahn | D | Villach – Jesenice – Ljubljana (– Zagreb) | 120 min | 1 Schnellzugpaar Zagreb 1 EC Zugpaar Zagreb (südwärts aus München durchgebunden) |
| Rudolfsbahn & Südbahn | D |
Villach – St. Veit/Glan – Unzmarkt – Leoben – Bruck/Mur – Wien HBF | einzelne Zugpaare | |
| Südstrecke | Westbahn |
Villach – Klagenfurt – Graz – Bruck/Mur – Wien HBF |
5x täglich | bis inkl. 28.5.2026 nur 3x täglich (ausgenommen Wochenenden) |
Darüber hinaus gibt es noch einzelne Wochenendverstärker etwa entlang des Ossiachersees und zwischen Graz und Klagenfurt.[10]
Nachtzüge
| Zuggattung | Strecke | Zugpaar | Anmerkung | |
|---|---|---|---|---|
|
Venezia – Villach – Schwarzach-St.Veit – Salzburg – Wien |
NJ 20236/20237 | Venezia – Salzburg vereinigt | ||
| Venezia – Villach – Schwarzach-St.Veit – Salzburg – Stuttgart | NJ 236/237 | Salzburg – Stuttgart vereingt | ||
| Zagreb – Villach – Schwarzach-St.Veit – Salzburg – Stuttgart | EN 414/415 | Zagreb – Schwarzach vereinigt | ||
| Zagreb – Villach – Schwarzach-St.Veit – Zürich | EN 40414/40415 | Schwarzach – Zürich vereinigt | ||
| Graz – Villach – Schwarzach-St.Veit – Zürich | NJ 464/465 | Autotransportwagen nur bis Feldkirch | ||
| Roma Tiburtina – Villach – München | NJ 294/295 | Roma – Villach vereinigt | ||
| Roma Tiburtina – Villach – Wien | NJ 40234/40233 | |||
| Optima Express | Villach – Edirne (Türkei) | saisonal bis zu dreimal wöchentlich | ||
Nahverkehr
Detaillierte Informationen zur S-Bahn Kärnten siehe: S-Bahn Kärnten
| Zuggattung | Strecke | Taktfrequenz |
|---|---|---|
| Spittal-Millstättersee – Pusarnitz | 1-Stunden-Takt (nicht an Wochenenden und Feiertagen) | |
| Klagenfurt – Wolfsberg | 1-Stunden-Takt | |
| Feldkirchen – St. Veit/Glan – Klagenfurt | 1-Stunden-Takt | |
| Hermagor | 1-Stunden-Takt | |
| Klagenfurt – St. Veit/Glan | 1-Stunden-Takt (Sa, So, feiertags nur 2-Stunden-Takt und nur von/bis Klagenfurt) | |
| Rosenbach | 1-Stunden-Takt | |
| S 6 | Spittal-Millstättersee – Lienz | 1-Stunden-Takt |
| Regional Express | REX1 & REX4 auf (Teil-)Strecken der | einzelne Züge |
| Regionalzug | Arnoldstein | einzelne Züge |
| FUC Regionalzug | Tarvis – Udine – Trieste Centrale | zwei Züge |
Literatur
- Dietmar Rauter, Herwig Rainer: Ein Verkehrsweg erschliesst die Alpen: Die Nebengahnen der k.k. priv. Kronprinz Rudolf-Bahn. Mlakar, Judenburg 1998, ISBN 3-900289-36-0.