Vilsheim

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Vilsheim ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Landshut. Sie liegt an der Kleinen Vils.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Vilsheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Vilsheim hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 27′ N, 12° 7′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Landshut
Höhe: 467 m ü. NHN
Fläche: 21,71 km²
Einwohner: 2729 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 126 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84186
Vorwahlen: 08706, 08705Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LA, MAI, MAL, ROL, VIB
Gemeindeschlüssel: 09 2 74 185
Gemeindegliederung: 27 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 5
84186 Vilsheim
Website: www.vilsheim.de
Erster Bürgermeister: Georg Spornraft-Penker (CSU/Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Vilsheim im Landkreis Landshut
KarteAltdorfBruckbergBuch a.ErlbachEchingFurthNeufahrnRottenburg a.d.LaaberTiefenbachVeldenWengWörth a.d.Isar
Karte
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Die Pfarrkirche St. Kastulus

Geografie

Geografische Lage

Vilsheim liegt in der Region Landshut an der Kleinen Vils.

Gemeindegliederung

Ortsteil Kemoden
Ortsteil Schweiberg

Vilsheim hat 27 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

  • Altenburg (Dorf)
  • Auholz (Weiler)
  • Damm (Einöde)
  • Freiing (Weiler)
  • Gessendorf (Weiler)
  • Gundihausen (Pfarrdorf)
  • Hupferding (Einöde)
  • Kaltenbrunn (Weiler)
  • Kapfing (Dorf)
  • Kemoden (Kirchdorf)
  • Kerschreuth (Einöde)
  • Kesselbach (Weiler)
  • Langenvils (Dorf)
  • Lechau (Dorf)
  • Matzenau (Einöde)
  • Münchsdorf (Kirchdorf)
  • Obersteppach (Einöde)
  • Reichersdorf (Kirchdorf)
  • Reitgarten (Einöde)
  • Schellenberg (Einöde)
  • Schweiberg (Weiler)
  • Stadl (Einöde)
  • Thannlohe (Weiler)
  • Unterfroschham (Weiler)
  • Viehhausen (Einöde)
  • Vilsheim (Pfarrdorf)
  • Wieskatzing (Weiler)

Es gibt die Gemarkungen Gundihausen, Münchsdorf und Vilsheim.

Geschichte

Bis zur Gemeindegründung

Der Erstbeleg des Siedlungsnamens ad Filiso in loco Filzheim dicto, überliefert in den Traditionen des Klosters Freising, entstand zwischen 926 und 937. Der Name bezieht sich auf die Lage an der Kleinen Vils. Über Vilzheim, Filzhaim und Vilshaim entwickelte sich der Ortsname bis 1797 zu Vilsheim.

Vilsheim war zunächst Teil des kirchlichen Besitzes der Bischöfe von Bayern, dann weltliche Veste. Nachweisbar gehörte der Ort bereits im 14. Jahrhundert dem reichen Geschlecht der Mautner von Katzenberg, danach bis ins 16. Jahrhundert der adeligen Familie von Pusch. Aus dieser Zeit stammt die spätgotische Kirche, die Ulrich von Pusch erbauen ließ.

In den nachfolgenden 100 Jahren hausten in der Veste Vilsheim namhafte Geschlechter, die Cosenberger, die Wagner von Sattelbogen, die Preysing, die Grafen Sedlinzkie, die Barone Guggenmoos und die Freiherren von Mettingh.

Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz das 1908 abgebrochene Schloss Vilsheim war. Durch Einheirat waren seit 1759 die auf Schloss Kapfing ansässigen Grafen von Spreti Herren über die geschlossene Hofmark. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.[4] Sie unterstand wie die Gemeinde Kapfing aber der Patrimonialgerichtsbarkeit der Grafen von Spreti, die erst im Zuge der Märzrevolution 1848 ihr Ende fand. 1857 wurden der Ort nach Vilsheim eingemeindet.[5]

Eingemeindungen

Durch die Gemeindegebietsreform wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Gundihausen und Münchsdorf eingegliedert. Gleichzeitig wurden im Westen der Gemeinde Gebietsteile an die Gemeinde Buch am Erlbach abgetreten.[4] Von 1978 bis 1999 war Vilsheim Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Altfraunhofen. Seit 1. Januar 2000 ist Gemeinde Vilsheim wieder eigenständig.[6]

Einwohner

Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt:

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
19601441
19701406
19801579
19901781
19952005
20002245
20052364
Jahr Einwohner
20062379
20072356
20082369
20092392
20102386
20112369
20122358
Jahr Einwohner
20132370
20142451
20152491
20162513
20172583
20182575
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Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2016 um 1086 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 76,1 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren wuchs die Einwohnerzahl um 6,66 (6,57) Prozent.

Weitere Informationen Alter, Einwohner nach Alter ...
Altersstruktur der Bevölkerung Vilsheims gemäß Zensus 2011
Alter Einwohner nach Alter[7]
jünger als 18 20,8 %
18 bis 29 11,8 %
30 bis 49 33,1 %
50 bis 64 19,4 %
älter als 65 14,9 %
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Politik

Kommunalwahl 2008
Wahlbeteiligung: 63,4 %
 %
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
99,1 %
0,9 %
CSU/FW
oWb
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b ohne Wahlvorschlag

Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde das 60-jährige Jubiläum begangen.[8]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 748.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 91.000 €.

Die Gemeinde Vilsheim ist Mitglied in folgenden Zweckverbänden:[9]

  • Regionaler Planungsverband Landshut
  • Schulverband Buch a.Erlbach
  • Zweckverband Wasserversorgung Isar-Vils

Außerdem nimmt sie teil am Dialogforum Ost-Süd-Umfahrung Landshut.

Die Gemeinde Vilsheim erbringt 304 verschiedene behördliche Leistungen.[9]

Gemeinderat

Die Gemeinderatswahlen seit 2008 ergaben folgende Stimmenanteile bzw. Sitzverteilungen:

Weitere Informationen Partei/Liste, % ...
Partei/Liste 2020 2014 2008
% Sitze
CSU/Freie Wähler 97,47 14 13 14
SPD 2,53 0 1
Wahlbeteiligung 62,3 % 63,4 %
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Bürgermeister

Bei den Kommunalwahlen 2014 wurde Georg Spornraft-Penker (CSU/Freie Wähler) zum Bürgermeister gewählt[10] und 2020 im Amt bestätigt.[11] Er folgte auf Walter Brandlmeier ab, der 2002 als Kandidat der CSU, der Freien Wähler und der Jungen Gemeinde-Liste gewählt worden war und 2008 als Kandidat der CSU und der Freien Wähler in seinem Amt bestätigt worden war.[12]

Bürgermeister und ehemalige Bürgermeister
Weitere Informationen Amtszeit, Bürgermeister ...
Amtszeit Bürgermeister
2002–2014 Walter Brandlmeier
seit 2014 Georg Spornraft-Penker
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Wappen

Wappen von Vilsheim
Wappen von Vilsheim
Blasonierung: „Unter von Grün und Gold geteiltem Schildhaupt in Rot ein golden bekrönter blauer Hut mit Hermelinstulp, besteckt mit fünf silbernen Reiherfedern.“[13]
Wappenbegründung: Der Stulphut ist die Wappenfigur der Adelsfamilie Pusch, die bis 1616 die Ortsherrschaft innehatte. Die Farben Grün und Gold im Schildhaupt erinnern an die für Vilsheim ebenso bedeutsamen Grafen von Spreti.

Wappenführung seit 1959

Kultur, Religion und Sehenswürdigkeiten

Kirchen

Die spätgotische Pfarrkirche St. Kastulus wurde um die Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet. Das westliche Langhaus erhielt 1862 eine Verlängerung. Der eingezogene Chor enthält ein sternförmig figuriertes Rippengewölbe. Eine weitere katholische Pfarrkirche (St. Maria) befindet sich in Gundihausen. Filialkirchen bestehen in Altenburg (St. Nikolaus), Gessendorf (St. Moritz), Kemoden (St. Leonhard), Münchsdorf (St. Maria von Einsiedeln) und Reichersdorf (St. Georg).

Die Pfarrei St. Kastulus Vilsheim mit den Filialkirchen St. Nikolaus in Altenburg und St. Leonhard in Kemoden sowie die Pfarrei Mariä Namen in Gundihausen mit den Filialkirchen St. Mauritius in Gessendorf und St. Maria v. Einsiedeln in Münchsdorf sind seit 1979 Mitglied im Pfarrverband Altfraunhofen.

Bau- und Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Am 30. Juni 2021 gab es in Vilsheim 275 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1299 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Die Zahl der Auspendler überwog somit um 1024 Beschäftigte. 38 Einwohner waren arbeitslos.

Weitere Informationen Zuweisungen an, Jahr ...
Schlüsselzuweisungen
in Euro[14]
Zuweisungen an Jahr
2015 2016 2017 2018 2019 2020
Gemeinde Vilsheim 473.856 478.072[14] 514.772[15] 556.632[16] 614.028[17] 625.168[18]
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In Folge einer entsprechenden Bewertung der Wirtschaftskraft der Gemeinde Vilsheim sind die Schlüsselzuweisungen von 614.028 Euro im Jahr 2019 um 1,8 Prozent auf 625.168 Euro für das Jahr 2020 gestiegen.

Land- und Forstwirtschaft

2020 gqab es 36 landwirtschaftliche Betriebe; 1999 waren es noch 63. Die Betriebe bewirtschafteten 1172 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche.

Bauen und Wohnen

Weitere Informationen Gemeindeteil, Wohnbauflächenausgewiesene Baugebiete ...
Bodenrichtwerte 2011/2012[19]
Gemeindeteil Wohnbauflächen
ausgewiesene
Baugebiete
unbeplanter
Innenbereich
ausgewiesene
gewerbliche
Bauflächen
Ackerland
Vilsheim 130 € 130 € 50 € 7 €
Münchsdorf 95 € 95 € 40 € 7 €
Kapfing 100 € 100 € 7 €
Gundihausen 95 € 85 € 7 €
Langenvils 95 € 85 € 7 €
Kemoden 85 € 7 €
Reichersdorf 65 € 7 €
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Bildung

Am 1. März 2022 gab es drei Kindertagesstätten mit 152 Plätzen, von denen 127 belegt waren. An der Grundschule wurden im Schuljahr 2023/24 insgesamt 100 Schülern von sieben hauptamtlichen Lehrern unterrichtet.[20]

Persönlichkeiten

  • Matthias Meier (* 12. Februar 1880 in Vilsheim; † 6. März 1949 in Darmstadt), Philosoph
  • Karl Graf von Spreti (* 21. Mai 1907 auf Schloss Kapfing bei Vilsheim; † 5. April 1970 in San Pedro/Guatemala), Architekt, Politiker (CSU), Bundestagsabgeordneter und Botschafter
  • Franz Graf von Spreti (* 17. April 1914 auf Schloss Kapfing bei Vilsheim; † 11. Mai 1990 ebenda), Politiker (CSU), Bürgermeister von Vilsheim, Landrat des Kreises Landshut und Bezirkstagspräsident von Niederbayern

Literatur

  • Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon der bayerischen Ortsnamen, Verlag C. H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-55206-4

Einzelnachweise

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