Vincent Bernhardt
deutscher Organist, Cembalist, Dirigent und Musikwissenschaftler
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Vincent Bernhardt (* 1987 in Lothringen) ist ein französischer Organist, Cembalist, Dirigent und Musikwissenschaftler.
Ausbildung
Vincent Bernhardt studierte Musikinterpretation und historische Aufführungspraxis am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Lyon, an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart sowie an der Schola Cantorum Basiliensis. Er erwarb vier Masterabschlüsse in den Fächern Orgel, Cembalo, Basso continuo und historische Orgelspielpraxis und promovierte in Musikwissenschaft. Zu seinen wichtigsten Lehrern zählen u. a. Andrea Marcon, Jesper Christensen, Yves Rechsteiner, François Espinasse, Liesbeth Schlumberger, Jan Willem Jansen, Bernhard Haas, Jon Laukvik, Jörg-Andreas Bötticher, Lorenzo Ghielmi und Gérard Geay. Bereits während seiner Studienzeit wurde er Preisträger mehrerer internationaler Orgel- und Cembalowettbewerbe, darunter der Internationale Orgelwettbewerb Gottfried Silbermann in Freiberg sowie Wettbewerbe in Lausanne, Bologna und Lugano.
Lehrtätigkeit
Seit dem Jahr 2012 lehrte Vincent Bernhardt Orgel und Generalbass am Conservatoire à Rayonnement Régional Metz. Zwei Jahre später, 2014, übernahm er dort die Leitung des Fachbereichs für Alte Musik.[1] Im Wintersemester 2022/23 wurde er zum Professor für Orgel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart berufen. Darüber hinaus leitet er dort das Institut für Orgel und historische Tasteninstrumente. In seiner pädagogischen Arbeit widmet er sich insbesondere der historischen Aufführungspraxis, der stilistischen Vielfalt der Orgel- und Cembalomusik sowie der Verbindung von musikwissenschaftlicher Forschung und künstlerischer Praxis.
Konzerttätigkeit
Seit seinem Debüt als Cembalist des Barockorchesters der Europäischen Union unter der Leitung von Lars Ulrik Mortensen im Alter von 19 Jahren, entfaltet Vincent Bernhardt eine internationale Konzerttätigkeit, die ihn zu Festivals in zahlreichen europäischen Ländern sowie nach Nord- und Südamerika führte. Als Solist veröffentlichte er Einspielungen von Johann Sebastian Bachs Wohltemperiertem Klavier, die international ausgezeichnete Kritiken erhielten. Als Kammermusiker arbeitet er regelmäßig mit der Geigerin Sue-Ying Koang zusammen. 2022 übernahm er die künstlerische Leitung des luxemburgischen Barockensembles La Chapelle Saint-Marc, mit dem er vor allem italienische Barockmusik pflegt. Zudem dirigierte er das Klaipėda Chamber Orchestra und wirkte an zahlreichen CD-Produktionen mit, darunter Einspielungen von Werken Bachs, Vivaldis, Händels, Torellis und Johan Daniel Berlins. Seine Aufnahmen wurden mehrfach von der internationalen Fachpresse ausgezeichnet.[2]
Tondokumente
- Vivaldi: Concerti di Parigi. Il delirio fantastico. CD, Calliope, 2017.
- Vivaldi: Concerti da Camera. Il delirio fantastico. CD, Calliope, 2018.
- Bach: Das Wohltemperierte Klavier – Teil 1. CD, Calliope, 2020.
- Dalla Biblioteca di Vivaldi? Sue-Ying Koang, Violine; Vincent Bernhardt, Cembalo und Orgel. CD, Calliope 2021.
- Händel: Oboenkonzerte. Klaipėda Kammerorchester. CD, Brilliant Classics, 2022.
- Bach: Brandenburgische Konzerte. Klaipėda Kammerorchester; Leitung Vincent Bernhardt. CD, IndéSens Calliope, 2023.
- Torelli: Travelling with a Violin. Sue-Ying Koang, Violine; Vincent Bernhardt, Cembalo und Orgel. CD, IndéSens Calliope, 2023.
- Buxtehude: Herr, wenn ich nur dich habe. La Chapelle Saint Marc; Leitung Vincent Bernhardt. CD, IndéSens Calliope, 2024.
- Torelli: Manuscript Trio Sonatas. La Chapelle Saint Marc; Leitung Vincent Bernhardt. CD, IndéSens Calliope, 2025.
- Bach: Das wohltemperierte Klavier – Teil 2. CD. IndéSens Calliope, 2025.
Videografie (Auswahl)
- Antrittskonzert Prof. Dr. Vincent Bernhardt mit Werken von Nicolas de Grigny und Jean-Louis Florentz.[3]
- Michelangelo Rossi: Toccaten 3,4 und 7. Johann Sebastian Bach: Fuge Es-Dur BWV 552/2. Georg Böhm: Vater unser.