Vittorio Cini
italienischer Unternehmer und Politiker
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Vittorio Cini (seit 1940 Conte di Monselice; * 20. Februar 1885 in Ferrara; † 18. September 1977 in Venedig) war ein italienischer Großunternehmer und faschistischer Politiker.

Leben

Cini studierte Nationalökonomie in Italien und in der Schweiz. Er nahm als Offizier am Ersten Weltkrieg teil. In der Folge baute er ein Wirtschaftsimperium auf. Cini trat besonders als Reeder hervor und betrieb gemeinsam mit Giuseppe Volpi und Giancarlo Stucky den Ausbau von Porto Marghera, dem Hafen von Venedig. Cini gründete die SIDAR, die Credito di Venezia und die adriatische Elektrizitätsgesellschaft. Dabei war Cini einer der führenden Köpfe des Gruppo veneziano.
Cini trat 1926 der Nationalen Faschistischen Partei bei.[1] Er war im faschistischen Italien Benito Mussolinis eine führende Wirtschaftspersönlichkeit, wurde 1934 zum Senator ernannt und 1940 von König Viktor Emanuel III. zum Grafen nobilitiert. Cini leitete ab 1936 die Vorbereitungen zur Weltausstellung 1942, die in Rom stattfinden sollte (Esposizione Universale di Roma).
Im Laufe des Jahres 1943 geriet Cini, der damals als Verkehrsminister fungierte, angesichts der Kriegslage mit Mussolini in Konflikt und trat im Juni 1943 zurück. Nach dem 8. September 1943 wurde er von der SS verhaftet und im KZ Dachau festgehalten. Durch Bestechung (sein Sohn Giorgio Cini hatte den Schmuck seiner Mutter, der Schauspielerin Lyda Borelli verkauft) kam Cini frei.
Nach dem Tod des Sohnes bei einem Flugzeugunfall 1949 widmete sich Cini vor allem dem Mäzenatentum. Er gründete die Fondazione Giorgio Cini. Zudem war er Präsident der SADE. Unter seiner Regie wurde das Vajont-Projekt wesentlich ausgebaut, was 1963 zur Katastrophe vom Vajont führte.[2]
1967 wurde er als auswärtiges Mitglied in die Académie des Beaux-Arts aufgenommen.
Literatur
- Maurizio Reberschak: Cini, Vittorio. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 25: Chinzer–Cirni. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1981, S. 626–634.
Weblinks
- Eintrag beim Archivio storico des italienischen Senats
- Ausführlicher Lebenslauf auf der Seite der Cini-Stiftung (PDF; ital.; 476 kB) Es handelt sich dabei um den Eintrag im Dizionario biografico degli Italiani.
- Veröffentlichungen von Vittorio Cini im Opac des Servizio bibliotecario nazionale