Votivblech

Votivgabe aus Metall From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Votivblech (von lateinisch vovere = geloben, votum = Gelübde) ist in der griechisch-römischen Antike eine Votivgabe oder Weihgabe aus getriebenem Blech für einen Gott oder mehrere Götter. Die erhalten gebliebenen Votivbleche sind aus Gold, Silber oder Bronze und bis zu 30 cm hoch.

Unklar und strittig ist die Verwendung der Bleche: entweder wurden sie unmittelbar an Wände genagelt oder sie wurden auf bemalten Holzbrettern befestigt und als Schmuck an Tempelwände gehängt und gehörten so zu deren Inventar oder sie dienten als Beschlag für geweihte Kisten und Schreine oder als Schutz und Abdeckung für geweihte Götterstatuetten, die auf oder in der Erde abgelegt wurden.

Exemplare

Zahlreiche Votivbleche kommen aus dem Heiligtum der Göttin Reitia in Este in Venetien.[1] Römische Beispiele finden sich im Weißenburger Schatzfund, zu dem 11 Votivbleche gehören.[2] In Österreich wurde ein ähnlicher geschlossener Fund mit 27 Votivblechen in Mauer bei Amstetten gemacht.[3] Votivbleche fanden sich etwa auch in einem Depotfund in Ashwell (Hertfordshire) für die Göttin Senuna.[4] Votivbleche für Iupiter Dolichenus wurden in Nida (Frankfurt-Heddernheim) gefunden.[5] Im Water-Newton-Schatz sind Exemplare mit Christogramm vertreten.

Galerie

Literatur

  • Nicole Birkle: Untersuchungen zur Form, Funktion und Bedeutung gefiederter römischer Votivbleche (= Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie Bd. 234). Habelt, Bonn 2013, ISBN 978-3-7749-3706-2.
  • Carmen Ciongrad: Goldene und silberne Votivbleche aus dem römischen Dakien. In: Acta Musei Napocensis 50/I, 2013, S. 125–156 (Digitalisat).
  • Barbara Niemeyer: Römische Silberschätze. 150 Jahre Hildesheimer Silberfund (= Archäologie in Deutschland. Sonderheft 13). Thess, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-8062-3696-5. S. 67 ff

Anmerkungen

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