Waldaubach

Ortsteil von Driedorf From Wikipedia, the free encyclopedia

Waldaubach ist ein Ortsteil der Gemeinde Driedorf im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Schnelle Fakten Gemeinde Driedorf ...
Waldaubach
Gemeinde Driedorf
Koordinaten: 50° 39′ N,  8′ O
Höhe: 583 (580–620) m ü. NHN
Fläche: 5,6 km²[1]
Einwohner: 392 (30. Juni 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 35759
Vorwahl: 02775
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Geographische Lage

Der Ort im Hohen Westerwald liegt etwa 15 km westlich von Herborn und 39 km nordöstlich von Montabaur. Die Entfernung nach Siegen beträgt etwa 40 km und Wetzlar 45 km. Waldaubach liegt an der hessischen Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz in der Nähe des Dreiländerecks Hessen – Rheinland-Pfalz – Nordrhein-Westfalen. Die Gemarkung des Ortes hat eine Größe von 5,59 km². Der größte Teil der Gemarkung erstreckt sich nördlich des bebauten Ortes.

Die angrenzenden Orte sind, von Norden, an der Landesgrenze, im Uhrzeigersinn beginnend die Orte: Rabenscheid (Gemeinde Breitscheid), Heisterberg, Hohenroth (beide Gemeinde Driedorf). Alle hessischen Orte gehören zum Lahn-Dill-Kreis. Nach der Landesgrenze folgen: Homberg, Nister-Möhrendorf und Willingen. Alle Orte in Rheinland-Pfalz gehören zur Verbandsgemeinde Rennerod des Westerwaldkreises.

Waldaubach liegt im Quellbereich des Aubachs, der im zirka zwölf Kilometer Richtung Nordosten entfernten Haiger in die Dill mündet. In der unmittelbaren Umgebung Waldaubachs befinden sich einige der höchsten Berge des Westerwalds, von denen jedoch keiner auf der Waldaubacher Gemarkung liegt. Westlich des Ortes erhebt sich mit der Fuchskaute (657,3 m ü. NN) der höchste Berg des gesamten Westerwalds, südwestlich, noch in Rheinland-Pfalz der Altenberg (651 m ü. NN). Südöstlich des Ortes befinden sich der Höllberg (642,8 m ü. NN) und östlich der Berg Auf der Baar (615 m ü. NN).

Geschichte

Ortsgeschichte

Der ursprüngliche Name des Ortes war wie bei Langenaubach Ubach. Die eindeutige Ersterwähnung des Ortes folgte 1447 als Waltubach.

Waldaubach gehörte seit dem Mittelalter zum Amt und Kirchspiel Driedorf, dessen Geschichte es teilte. In der Nähe des Ortes verlief die Fernhandelsstraße von Köln nach Leipzig über Altenkirchen und Herborn.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Mit dem Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen vom 13. Mai 1974 wurde die Gemeinde Waldaubach im Zuge der Gebietsreform in Hessen zum 1. Januar 1977 in die Gemeinde Driedorf eingegliedert.[2] Für Waldaubach wurde wie für die anderen ehemals eigenständigen Gemeinden ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.[3]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Herrschaftsgebiete und Staaten, in denen Waldaubach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[4][5]

Einwohnerentwicklung

Waldaubach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020
Jahr  Einwohner
1834
 
265
1840
 
287
1846
 
278
1852
 
262
1858
 
251
1864
 
249
1871
 
224
1875
 
229
1885
 
239
1895
 
235
1905
 
234
1910
 
223
1925
 
276
1939
 
321
1946
 
394
1950
 
396
1956
 
390
1961
 
411
1967
 
441
1970
 
441
1977
 
458
1990
 
?
2003
 
445
2006
 
428
2011
 
411
2014
 
400
2017
 
398
2020
 
392
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[4]; nach 1970: Gemeinde Driedorf[7][8][9][1]; Zensus 2011[10]

Religionszugehörigkeit

 1885:236 evangelische (= 98,74 %), 2 katholische (= 0,84 %), ein jüdischer (= 0,42 %) Einwohner[4]
 1961:379 evangelische (= 92,21 %), 31 katholische (= 7,54 %) Einwohner[4]

Politik

Der Ort gehört bei Wahlen zum Deutschen Bundestag zum Wahlkreis „173 Lahn-Dill“, für Wahlen zum Hessischen Landtag zum Wahlkreis „21 Lahn-Dill I“.

Mit der Gebietsreform ist die Gemeindeverwaltung auf die Gemeinde Driedorf übergegangen. Letzter Bürgermeister war Helmut Sahm. Im Ort besteht ein Ortsbeirat aus fünf Mitgliedern. Der Ortsbeirat hat gegenüber der Gemeindevertretung Vorschlags- und Anhörungsrecht in den Angelegenheiten, die den Ort betreffen. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2016 ist Christoph Etz (UL) Ortsvorsteher.[11]

Wahlen und Volksabstimmungen

Die CDU gewann von 2002 bis in die 2010er Jahre bei Wahlen in Waldaubach die meisten Stimmen. Seitdem hat die AfD diese Position übernommen. Eine Ausnahme bilden die Gemeinderatswahlen, bei denen die Freie Bürgerliste Driedorf (FBL), die nur bei Kommunalwahlen antritt, vorne lag.

Der Ort ist eine Hochburg rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien. Vor dem Aufkommen der AfD erzielte die NPD bis zu zweistellige Ergebnisse. Parteien links der Mitte schneiden dagegen schwach ab. Die FDP schnitt Ende der 2000er Jahre im Ort stark ab und wurde einmal sogar zweitstärkste Kraft.

Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse vergangener Wahlen.

Weitere Informationen Ergebnisse im Detail (seit 1990), Wahl ...
Ergebnisse im Detail (seit 1990)
Wahl SPD CDU Grüne FDP AfD Linke Sonst.
Bundestagswahl 2025[12] 13,5 % 32,2 % 3,9 % 4,3 % 37,0 % 3,4 % 5,7 %
Europawahl 2024[13] 7,4 % 33,9 % 3,2 % 2,1 % 36,0 % 0,5 % 16,9 %
Landtagswahl 2023[14] 8,7 % 32,1 % 2,7 % 2,2 % 44,0 % 0,0 % 10,3 %
Bundestagswahl 2021[15] 22,3 % 30,6 % 3,8 % 11,5 % 22,9 % 0,6 % 8,3 %
Kreistagswahl 2021[16] 11,9 % 30,5 % 8,5 % 0,0 % 37,3 % 1,7 % 10,2 % (FWG Lahn-Dill: 10,2 %)
Gemeinderatswahl 2021[17] 3,2 % 28,8 % 68,1 % (FBL: 58,5 %; FWG Driedorf: 9,6 %)
Europawahl 2019[18] 12,4 % 26,1 % 5,9 % 4,6 % 29,4 % 5,9 % 15,7 %
Landtagswahl 2018[19] 10,4 % 30,2 % 5,5 % 8,4 % 34,7 % 5,0 % 5,8 %
Bundestagswahl 2017[20] 22,0 % 34,9 % 1,7 % 11,6 % 19,8 % 5,6 % 4,4 %
Kreistagswahl 2016[21] 27,0 % 39,1 % 1,5 % 4,2 % 12,1 % 3,5 % 12,6 % (FWG Lahn-Dill: 8,3 %)
Gemeinderatswahl 2016[22] 16,2 % 38,0 % 45,8 % (FBL: 37,4 %; FWG Driedorf: 8,5 %)
Europawahl 2014[23] 22,1 % 41,7 % 0,8 % 3,2 % 9,5 % 5,5 % 17,2 % (NPD: 8,7 %)
Landtagswahl 2013[24] 24,5 % 51,0 % 2,9 % 4,9 % 3,9 % 2,5 % 10,3 % (NPD: 5,4 %)
Bundestagswahl 2013[25] 22,8 % 54,9 % 1,9 % 3,9 % 4,9 % 2,9 % 8,7 % (NPD: 6,3 %)
Kreistagswahl 2011[26] 26,0 % 38,8 % 2,4 % 1,4 % 2,7 % 28,8 % (FWG Lahn-Dill: 15,9 %; NPD: 12,9 %)
Gemeinderatswahl 2011[27] 15,4 % 24,6 % 2,8 % 45,8 % (FBL: 50,3 %; FW Driedorf: 6,9 %)
Bundestagswahl 2009[28] 16,1 % 44,0 % 3,1 % 18,8 % 9,0 % 9,0 %
Europawahl 2009[29] 16,0 % 48,1 % 3,8 % 13,2 % 7,6 % 11,3 %
Landtagswahl 2009[30] 13,8 % 51,3 % 3,1 % 20,0 % 3,8 % 8,0 %
Landtagswahl 2008[31] 20,7 % 51,4 % 1,7 % 14,0 % 3,4 % 8,8 % (NPD: 5,6 %)
Kreistagswahl 2006[32] 25,9 % 41,2 % 1,2 % 4,1 % 1,4 % 28,8 % (FWG Lahn-Dill: 17,0 %; NPD: 7,3 %)
Bundestagswahl 2005[33] 23,6 % 46,3 % 2,2 % 10,9 % 4,8 % 12,2 % (NPD: 12,2 %)
Europawahl 2004[34] 16,2 % 56,4 % 0,0 % 6,0 % 21,4 % (NPD: 8,6 %; REP: 5,1 %)
Bundestagswahl 2002[35] 28,4 % 49,6 % 2,1 % 7,2 % 12,7 % (NPD: 7,6 %)

Die Tabelle zeigt Parteien, die bei Bundestagswahlen oder Landtagswahlen seit 1990 Sitze errungen haben. Andere Parteien werden unter Sonstige benannt, wenn sie bei der jeweiligen Wahl mindestens fünf Prozent der Stimmen errangen. Briefwahlstimmen werden in Teilen separat ausgewiesen.

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Kulturdenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Waldaubach verfügt über die ortsüblichen Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Die den Ort umschließenden Höhen werden zur Gewinnung von Windenergie genutzt. Der Ort verfügt über ein Dorfgemeinschaftshaus.

Verkehr

Der Ort liegt nahe der B 255 von Herborn über Driedorf nach Montabaur und der B 414 von Driedorf nach Hachenburg. Der nächste Bahnhof der Dillstrecke befindet sich in Herborn. Es bestehen Busverbindungen nach Driedorf, Rehe und Herborn. Die Entfernung zum Flughafen Frankfurt beträgt 110 km, nach Köln/Bonn ca. 126 km. Durch Waldaubach verläuft der Westerwaldsteig, ein Fernwanderweg von Herborn nach Bad Hönningen.

Bildung

Im Ort existiert kein Kindergarten. Dieser ist in Driedorf. Der Ort gehört zum Einzugsbereich der Westerwaldschule Driedorf, einer Grund-, Haupt- und Realschule. Weiterführende Schulen können in Herborn oder Dillenburg besucht werden.

Literatur

  • Hermann-Josef Hucke (Hrsg.): Großer Westerwaldführer. 3. Auflage. Westerwald-Verein e.V., Montabaur 1991, ISBN 3-921548-04-7.
  • Hellmuth Gensicke: Landesgeschichte des Westerwaldes. 3. Auflage. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1999, ISBN 3-922244-80-7.
  • Christian Daniel Vogel: Beschreibung des Herzogthums Nassau. Wilhelm Beyerle, Wiesbaden 1844.
  • Heinz Wionski: Baudenkmale in Hessen Lahn-Dill-Kreis I. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. 1986, ISBN 3-528-06234-7 (Ehemaliger Dillkreis).
  • Literatur über Waldaubach nach Register In: Hessische Bibliographie

Anmerkungen und Einzelnachweise

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