Walter Dummler
deutscher Biochemiker, Mediziner und Hochschullehrer
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Walter Dummler (* 30. November 1930 in Waren; † 9. Juni 2018 in Dresden) war ein deutscher Biochemiker, Mediziner und Hochschullehrer.
Leben
Familie
Walter Dummler entstammte einem bürgerlichen Elternhaus in Mecklenburg-Schwerin. Sein Vater Ulrich Dummler arbeitete als Postbeamter und wurde seit März 1945 im Zweiten Weltkrieg vermisst; seine Mutter Gertrud, geb. Maahs (* 6. April 1909, † Januar 1990), war als Schneiderin tätig.
Walter Dummler war verheiratet mit Rita, geb. Engel (* 4. Oktober 1929), einer Diplom-Biologin. Das Ehepaar hatte zwei Töchter.
Frühe Ausbildung
Von 1937 bis 1941 besuchte Dummler die Volksschule in Waren, bevor er von 1941 bis 1943 auf die Mittelschule wechselte. Seine weitere schulische Ausbildung setzte er an der Oberschule in Waren fort, wo er 1948 die 10. Klasse mit der Mittleren Reife abschloss.
Zunächst entschied sich Dummler für eine handwerklich-praktische Ausbildung. Von März 1948 bis August 1950 absolvierte er eine Gärtnerlehre in Waren. Diese Entscheidung für einen praktischen Beruf war in der unmittelbaren Nachkriegszeit durchaus üblich und bot eine sichere berufliche Grundlage. Im Anschluss besuchte er von September 1950 bis Juli 1951 die Fachschule für Gartenbau in Ribnitz-Damgarten, wo er seine fachlichen Kenntnisse vertiefte.
Diese frühe Auseinandersetzung mit biologischen Prozessen, Pflanzenphysiologie und praktischer Naturwissenschaft sollte sich als Grundlage für seinen späteren wissenschaftlichen Werdegang erweisen. Die Verbindung von praktischer Arbeit und theoretischem Verständnis biologischer Zusammenhänge bildete ein Fundament, das seine spätere Forschungsarbeit charakterisieren sollte.
Akademische Ausbildung und Forschung
Im Jahr 1951 legte Dummler die Sonderreifeprüfung an der Universität Rostock ab, die ihm den Zugang zum Hochschulstudium eröffnete. Diese Form der Studienberechtigung war in der frühen DDR ein wichtiger Bildungsweg für Absolventen der Mittleren Reife und ermöglichte auch Menschen ohne klassisches Abitur den Universitätszugang. Von 1951 bis 1959 studierte Dummler zunächst Biologie an der Universität Rostock, wechselte dann 1953 zur Medizin und setzte sein Studium an der Universität Leipzig fort, wo er 1958 das Medizinische Staatsexamen ablegte.
Von Dezember 1958 bis September 1959 war Dummler Pflichtassistent am Physiologisch-chemischen Institut der Universität Leipzig. In dieser Zeit fertigte er seine Dissertation an, die im Oktober 1959 zur Promotion zum Dr. med. führte. Die Arbeit trug den Titel Zur Physiologie des Vitamin-B12-bedürftigen Flagellaten Poteriochromonas stipitata Scherffel. Diese Dissertation zeigte bereits sein Interesse an der biochemischen Grundlagenforschung und den Wirkungsmechanismen von Vitaminen auf zellulärer Ebene.
Die Entscheidung, einen einzelligen Flagellaten als Modellorganismus zu wählen, entsprach der biochemischen Forschungstradition, komplexe physiologische Prozesse an einfachen biologischen Systemen zu untersuchen. Poteriochromonas stipitata, eine einzellige Alge, eignete sich besonders gut für Untersuchungen zum Vitaminmetabolismus, da sie Vitamin B12 zum Wachstum benötigt. Dazu kam auch, dass die Arbeiten zu Naphthochinonen, zu denen auch Vitamin K gehört, von grundlegender Bedeutung für das Verständnis von Redoxprozessen in biologischen Systemen waren. Dummlers Arbeiten zum Wirkungsmechanismus dieser Substanz auf zellulärer Ebene lieferten wichtige Erkenntnisse für die spätere klinische Anwendung und die Entwicklung diagnostischer Verfahren.
Am 15. Dezember 1959 erhielt Dummler seine Approbation als Arzt für theoretische Medizin durch den Bezirksarzt des Bezirkes Leipzig.
Nach der Promotion begann Dummler im Dezember 1959 seine wissenschaftliche Laufbahn als Assistent am Institut für Physiologische Chemie der Universität Rostock. Parallel dazu übernahm er zwischen 1960 und 1967 insgesamt sieben Lehraufträge für Physiologische Chemie, in denen er sowohl Vorlesungen als auch Praktika für Human- und Zahnmediziner abhielt. Diese intensive Lehrtätigkeit prägte seine didaktischen Fähigkeiten und sein Verständnis für die Vermittlung komplexer biochemischer Zusammenhänge.
Von Mai bis Dezember 1963 absolvierte Dummler eine halbtägige Hospitation an der Medizinischen Klinik der Universität Rostock. Diese klinische Tätigkeit war wichtig, um den Bezug zur praktischen Medizin nicht zu verlieren und die Bedeutung biochemischer Labordiagnostik für die Patientenversorgung aus erster Hand zu erfahren.
Von 1963 bis 1964 fungierte Dummler als kommissarischer Oberarzt am Physiologisch-chemischen Institut. Am 1. Februar 1964 erfolgte die offizielle Anerkennung als Facharzt für Physiologische Chemie, eine damals eigenständige Facharztbezeichnung. Von Februar 1964 bis Dezember 1973 war er dann Oberarzt am Physiologisch-chemischen Institut der Universität Rostock.
Im November 1968 legte Dummler das Pädagogische Hochschulzusatzexamen ab, das in der DDR für Hochschullehrer vorgeschrieben war. Seine Prüfungsarbeit trug den Titel Probleme und Schwierigkeiten der Resultatermittlung an der Universität und befasste sich mit Fragen der Leistungsbewertung im Hochschulwesen. Im Juni 1969 erhielt er die facultas docendi, die Lehrbefugnis für Physiologische Chemie an der Universität Rostock, was seine Qualifikation als akademischer Lehrer offiziell bestätigte.
Von 1969 bis 1971 übernahm er die Position des stellvertretenden Institutsdirektors für Ausbildung und Erziehung am Physiologisch-chemischen Institut. Diese Leitungsfunktion verband administrative Aufgaben mit pädagogischer Verantwortung.
Seine Habilitationsschrift, mit der er 1970 den Grad Dr. sc. med. (Doctor scientiae medicinae) für Physiologische Chemie erwarb, vertiefte seine früheren Forschungen. Die Arbeit trug den Titel Untersuchungen zum Wirkungsmechanismus von 2-Methyl-1,4-Naphthochinon bei der einzelligen Alge Poteriochromonas stipitata Scherffel und belegt seine konsequente Verfolgung seiner biochemischen Forschungsinteressen an diesem Modellorganismus.
Internationale Tätigkeit in Guinea
Von März 1971 bis Juni 1973 unterbrach Dummler seine Rostocker Karriere für eine internationale Tätigkeit. Er wurde im Dezember 1971 zum „Professeur titulaire“ für das Fach Medizinische Biochemie an der Medizinischen Fakultät des Institut Polytechnique in Conakry, der Hauptstadt der Republik Guinea unter Präsident Sékou Touré, berufen. Diese Entsendung erfolgte im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit der DDR mit afrikanischen Staaten und zeigte seine Bereitschaft, sein Wissen auch unter schwierigen Bedingungen weiterzugeben und beim Aufbau wissenschaftlicher Strukturen in Entwicklungsländern mitzuwirken.
Für Dummler bedeutete diese Phase auch die Bewährung als akademischer Lehrer in einem völlig anderen kulturellen und institutionellen Kontext. Er übernahm in Guinea nicht nur die Lehrtätigkeit, sondern war gleichzeitig staatlicher Leiter der in Guinea tätigen Hochschullehrer aus der DDR. Diese Leitungsfunktion beinhaltete koordinierende und repräsentative Aufgaben und verlangte neben fachlicher Kompetenz auch organisatorisches Geschick und diplomatisches Verhalten.
Die Guinea-Jahre waren eine prägende Erfahrung. Sie ermöglichten internationale Kontakte, erweiterten den Horizont über das eigene System hinaus und stellten ihn vor die Herausforderung, unter oft schwierigen materiellen Bedingungen und in einem völlig anderen kulturellen Kontext zu arbeiten.
Während seines Einsatzes in Guinea erfolgte am 1. September 1972 seine Umberufung zum Hochschuldozenten für Pathologische Biochemie an der Universität Rostock. Dieser Wechsel von der Physiologischen zur Pathologischen Biochemie markierte eine inhaltliche Neuausrichtung seiner wissenschaftlichen Arbeit. Während die Physiologische Chemie sich mit den biochemischen Grundlagen normaler Körperfunktionen befasst, untersucht die Pathologische Biochemie die biochemischen Veränderungen bei Krankheiten – eine unmittelbare Verbindung zur klinischen Diagnostik. Im Oktober 1972 wurde sein akademischer Grad Dr. med. habil. gemäß den neuen DDR-Regelungen in Dr. sc. med. (Doctor scientiae medicinae) umgewandelt. Dieser Grad entsprach einer höheren wissenschaftlichen Qualifikation und war in der DDR die Voraussetzung für eine Professur.
Rückkehr nach Rostock
Nach seiner Rückkehr aus Guinea übernahm Dummler vom 1. Januar 1974 bis zum 31. Dezember 1980 die Leitung des Zentrallabors des Bereiches Medizin an der Universität Rostock. Im selben Jahr wurde er zum ordentlichen Professor für Pathologische Biochemie ernannt. Diese Doppelfunktion verband Leitungsverantwortung für die praktische Labordiagnostik mit wissenschaftlicher Forschung und akademischer Lehre.
Am 1. September 1974 erfolgte die Ernennung zum ordentlichen Professor für Pathologische Biochemie an der Universität Rostock.
Er wurde am 1. Januar 1981 Direktor der Abteilung für Pathobiochemie des Bereiches Medizin der Wilhelm-Pieck-Universität Rostock. Diese neu geschaffene Organisationseinheit sollte die pathobiochemische Forschung und Diagnostik bündeln und als eigenständige Struktur etablieren. Am 1. Oktober 1984 erfolgte die Aufwertung zur Abteilung zum Institut für Pathologische Biochemie.
Unter Dummlers Leitung entwickelte sich das Institut zu einem Zentrum für pathobiochemische Forschung mit Schwerpunkt auf Gastroenterologie. Die enge Verbindung von klinischer Diagnostik und Grundlagenforschung ermöglichte es, neue diagnostische Verfahren zu entwickeln und bestehende Methoden zu optimieren. Besondere Aufmerksamkeit galt der Standardisierung von Labormethoden und der Qualitätssicherung in der Labordiagnostik.
Im Juli 1991 wandelte der Senat der Universität Rostock Dummlers akademischen Grad Dr. sc. med. wieder in Dr. med. habil. zurück. Diese Rückwandlung erfolgte für viele DDR-Wissenschaftler und stellte die Kompatibilität der akademischen Grade mit dem westdeutschen System her.
Nach der Wende wurde das Institut im Juli 1991 in Institut für Pathobiochemie umbenannt, wobei die modernere Bezeichnung gewählt wurde. Am 14. November 1991 wurde Dummler einstimmig zum Geschäftsführenden Direktor des Instituts für Pathobiochemie gewählt und leitete diese Einrichtung bis 1992.
Ein besonderer Schwerpunkt von Dummlers wissenschaftlichem und gesundheitspolitischem Engagement lag in der Standardisierung und Qualitätssicherung der klinischen Labordiagnostik. Von Februar 1982 bis Juli 1990 war Dummler Mitglied der Arzneibuchkommission der DDR und Vorsitzender des Fachausschusses Diagnostische Laboratoriumsmethoden. Bereits von 1975 bis 1982 hatte er in diesem Fachausschuss mitgearbeitet und ihn zeitweise geleitet. In dieser Funktion trug er inhaltliche Mitverantwortung für die Herausgabe des Arzneibuches der DDR, insbesondere der Bände Diagnostische Laboratoriumsmethoden. In dieser Funktion prägte er die Entwicklung einheitlicher Standards für diagnostische Verfahren maßgeblich mit. Das Arzneibuch war und ist eine amtliche Sammlung von Vorschriften über die Qualität, Prüfung, Lagerung und Bezeichnung von Arzneimitteln und diagnostischen Mitteln. Die Arbeit am Arzneibuch bedeutete, verbindliche Standards für diagnostische Verfahren zu erarbeiten, die für alle Labore in der DDR galten. Diese Standardisierung war von fundamentaler Bedeutung für die Vergleichbarkeit von Laborwerten und damit für die Qualität der medizinischen Diagnostik.
Am 12. Juni 1990 erhielt Dummler die Anerkennung als Facharzt für Pathobiochemie und Labordiagnostik nach den neuen rechtlichen Regelungen. Diese Anerkennung war notwendig, um auch im vereinigten Deutschland in seinem Fachgebiet tätig sein zu können.
Von 1990 bis 1996 war Dummler zudem Kapazitätsbeauftragter der Medizinischen Fakultät. In dieser Funktion war er für die Planung und Koordinierung der Studienplatzkapazitäten verantwortlich – eine komplexe Aufgabe in Zeiten des Umbruchs, als die ostdeutschen Universitäten an die Standards und Regelungen des gesamtdeutschen Hochschulsystems angepasst werden mussten.
Am 9. Juni 1992 wurde Dummler von der Funktion des Geschäftsführenden Direktors des Institut für Pathobiochemie entpflichtet. Am 4. Juni 1992 erfolgte seine Überleitung als Professor nach dem Hochschulrahmengesetz (HRG) gemäß dem Hochschulerneuerungsgesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern und am 19. Oktober 1992 wurde er als Universitätsprofessor (C3) für Pathobiochemie an der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock übernommen.
Vom 1. Januar 1993 bis zum 30. September 1996 fungierte Dummler als kommissarischer Direktor des Instituts für Klinische Chemie und Pathobiochemie der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock. Diese Position übertrug ihm erneut Leitungsverantwortung, wenn auch in kommissarischer Form.
Am 1. Oktober 1996 trat Walter Dummler in den Ruhestand.
Akademische Selbstverwaltung und administrative Funktionen
Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit engagierte sich Dummler intensiv in der akademischen Selbstverwaltung. Von 1969 bis 1971 war er Mitglied im Rat des Bereiches Medizin, von 1975 bis 1985 im Gesellschaftlichen Rat der Universität. Von 1978 bis 1990 fungierte er als Beauftragter für Diplomierung beim Prorektor für Medizin, eine Position, die ihm erheblichen Einfluss auf die Gestaltung des Medizinstudiums gab und von 1982 bis 1989 gehörte er der Fakultät für Medizin des Wissenschaftlichen Rates an.
Die Kultusministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern erkannte Dummler am 11. Mai 1992 die Fähigkeit ab, ein Amt in der Selbstverwaltung der Hochschule auszuüben, und zwar bis zum 30. April 1995. Diese Maßnahme stand im Zusammenhang mit seiner SED-Mitgliedschaft (März 1971 bis Januar 1990) und anderen politischen Funktionen in der DDR. Die Entscheidung wurde jedoch bereits im September 1992 wieder aufgehoben.
Internationale Zusammenarbeit im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW)
Von 1981 bis 1990 gehörte Dummler der Ständigen DDR-Delegation zum RGW-Problem Nr. 12 der Gesundheitsminister der sozialistischen Länder an, die im September 1987 zur Ständigen Kommission der Gesundheitsminister der sozialistischen Länder umstrukturiert wurde. Dieses Gremium befasste sich mit der Wissenschaftlichen Erarbeitung und Unifizierung der Methoden und Mittel der klinischen Laboratoriumsdiagnostik. Der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW), auch COMECON genannt, war die wirtschaftliche Koordinierungsorganisation der sozialistischen Staaten. Dummlers Tätigkeit in diesem Rahmen verschaffte ihm internationale Erfahrung und Kontakte zu Kollegen aus den anderen Ostblockstaaten.
Diese Arbeit an einheitlichen Standards war von großer praktischer Bedeutung, da sie die Vergleichbarkeit von Laborwerten und damit die Qualität der medizinischen Diagnostik sicherte. Die dabei gesammelten Erfahrungen erwiesen sich auch nach der Wende als wertvoll für die Integration in gesamtdeutsche und internationale Strukturen.
Führung der Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik der DDR
Von Oktober 1975 bis Januar 1984 war Dummler Mitglied des Vorstandes der Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik der DDR. Von Januar 1984 bis Dezember 1990 hatte er den Vorsitz dieser Gesellschaft inne. In dieser Position war er verantwortlich für die fachliche Entwicklung der klinischen Chemie, die Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte, die Organisation wissenschaftlicher Tagungen und die Herausgabe von Fachpublikationen. Er vertrat die Gesellschaft nach außen und koordinierte die Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Organisationen. Am 6. Juni 1990 wurde er durch die Mitgliederversammlung in geheimer Wahl im Amt des Vorsitzenden bestätigt.
Von August 1987 bis Dezember 1990 vertrat Dummler die Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik der DDR als nationaler Repräsentant bei der International Federation of Clinical Chemistry (IFCC). Diese internationale Organisation ist das weltweite Dachgremium der klinischen Chemiker und Labormediziner. Die IFCC war eine der wenigen internationalen wissenschaftlichen Organisationen, in denen Ost und West regelmäßig zusammenarbeiteten. Dummler nutzte diese Kontakte, um neueste wissenschaftliche Entwicklungen in die DDR zu vermitteln und umgekehrt DDR-Wissenschaftler international bekannt zu machen.
Von August 1987 bis Juni 1989 war er zudem Mitglied des European Congress Committee der IFCC.
Im Dezember 1990 wurde Dummler in geheimer Briefwahl im Rahmen der Zusammenführung der Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik der DDR mit der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie e. V. durch die Mitglieder der DDR-Gesellschaft zur Kooptierung in den Vorstand der gesamtdeutschen Gesellschaft gewählt und war dort bis 1992 im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie e.V.
Weitere wissenschaftliche Mitgliedschaften
Dummlers fachliche Anerkennung dokumentiert sich auch in verschiedenen Mitgliedschaften.
Er war von 1975 bis 1979 Beratender Arzt für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik beim Bezirksarzt des Bezirkes Rostock. In dieser Funktion beriet er die Gesundheitsbehörden in fachlichen Fragen und wirkte an der Gestaltung des labordiagnostischen Versorgungssystems im Bezirk mit.
Von Dezember 1980 bis Juli 1990 war er Mitglied des Wissenschaftlichen Rates des Medizinischen Forschungsprojektes Medizinische Laboratoriumsdiagnostik. Diese Forschungsprojekte und Hauptforschungsrichtungen waren zentrale Instrumente der Wissenschaftsorganisation in der DDR, mit denen die Forschung koordiniert und auf gesellschaftlich relevante Ziele ausgerichtet werden sollte.
Bis 1990 gehörte er der Biochemischen Gesellschaft der DDR, der Gesellschaft für Gastroenterologie der DDR, der Gesellschaft für Physikalische und Mathematische Biologie der DDR (Sektion Biomathematik) sowie der Gesellschaft für Klinische und Experimentelle Immunologie der DDR an.
1990 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Klinische Chemie ernannt. Zudem war er Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e. V., was seinen Forschungsschwerpunkt in der Gastroenterologie widerspiegelt. Von 1980 bis 1983 hatte er bereits als Mitglied des Wissenschaftlichen Rates und Sekretär der Hauptforschungsrichtung Gastroenterologie gewirkt. Von Dezember 1983 bis Juli 1990 fungierte er als Stellvertreter des Beauftragten dieser Hauptforschungsrichtung.
Nach 1990 war Dummler Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie, der Deutschen Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin sowie des Berufsverbandes Laboratoriumsmedizin e. V. (bis 1996). Bis 1992 gehörte er der Deutschen Gesellschaft für Biologische Chemie an, bis 1993 der Gesellschaft für Medizinische Diagnostik und Statistik in Köln, bis 1995 der Österreichischen Gesellschaft für Klinische Chemie und bis 1996 der International Association of Pancreatology.
Redaktionelle Tätigkeiten und Veröffentlichungen
Seit 1977 war Dummler Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Zeitschrift für medizinische Laboratoriumsdiagnostik in Ost-Berlin, des zentralen Fachorgans seines Gebietes in der DDR. Von 1985 bis 1990 gehörte er dem Redaktionskollegium des Zentralblattes für Pharmazie, Pharmakotherapie und Laboratoriumsdiagnostik an. Diese redaktionellen Tätigkeiten ermöglichten es ihm, die fachliche Entwicklung aktiv mitzugestalten und Standards für wissenschaftliche Publikationen zu setzen.
Er verfasste oder war beteiligt an insgesamt 105 Publikationen in Fachzeitschriften und Sammelbänden. Diese Arbeiten umfassten experimentelle Forschungsergebnisse, methodische Entwicklungen, Übersichtsartikel und gesundheitspolitische Beiträge.
Dummler hielt 83 Haupt- und Plenarvorträge auf wissenschaftlichen Kongressen, was seine Rolle als anerkannter Experte und gefragter Referent unterstreicht. Hinzu kamen 126 Kurzvorträge und Poster auf wissenschaftlichen Tagungen sowie 32 Vorträge auf Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen.
Betreuung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Eine besonders wichtige Leistung war die Betreuung und Begutachtung von 52 Diplomarbeiten, Dissertationen und Habilitationsschriften. Diese Zahlen belegen, dass Dummler über Jahrzehnte hinweg akademischer Lehrer und Mentor für zahlreiche junge Wissenschaftler war. Viele seiner Schüler setzten seine Arbeit in Wissenschaft und Praxis fort und trugen damit zur Verbreitung seiner Ideen und Methoden bei.
Darüber hinaus erstellte er 25 Gutachten zur Erteilung der facultas docendi und zu Berufungen auf Dozenturen und Professuren.
Mitgliedschaften
Dummler war zeitlebens in verschiedenen gewerkschaftlichen und politischen Organisationen aktiv. Von 1948 bis 1990 war er Mitglied im Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB); von 1970 bis 1971 hatte er den Vorsitz der Bereichsgewerkschaftsleitung Medizin der Universität Rostock inne und war zugleich Mitglied des Bezirksvorstandes Rostock der Gewerkschaft Wissenschaft.
Von 1949 bis 1958 in der Freien Deutschen Jugend (FDJ) und von 1959 bis 1990 in der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF).
Von März 1971 bis Januar 1990 war Dummler Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Der Beitritt erfolgte während seines Guinea-Aufenthaltes. Der Austritt im Januar 1990 deutet auf eine kritische Distanzierung zum System hin.
Militär
Von 1965 bis 1990 gehörte er als Oberleutnant der Reserve der Nationalen Volksarmee (NVA) im medizinischen Dienst an.
Ehrungen und Auszeichnungen
1966 erhielt Dummler die Medaille für ausgezeichnete Leistungen vom Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen der DDR. 1970 wurde ihm der Titel Aktivist der Universität Rostock verliehen.
1984 wurde ihm der Titel Medizinalrat verliehen und 1990 erhielt er den Leonor-Michaelis-Preis der Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik der DDR. Diese nach dem bedeutenden Biochemiker Leonor Michaelis benannte Auszeichnung würdigte herausragende Leistungen auf dem Gebiet der klinischen Chemie.
Eine besondere internationale Ehrung wurde Dummler 1991 zuteil, als er zum Ehrenmitglied der Société Française de Biologie clinique, der Französischen Gesellschaft für klinische Biologie, ernannt wurde.
Schriften (Auswahl)
- Zur Physiologie des Vitamin-B12-bedürftigen Flagellaten Poteriochromonas stipitata Scherffel. 1959.
- Probleme und Schwierigkeiten der Resultatermittlung an der Universität. 1968.
- Untersuchungen zum Wirkungsmechanismus von 2-Methyl-1,4-Naphthochinon bei der einzelligen Alge Poteriochromonas stipitata Scherffel. 1970.
Weblinks
- Eintrag zu Walter Dummler im Catalogus Professorum Rostochiensium.
- Lebenslauf im Catalogus Professorum Rostochiensium.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dummler, Walter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Biochemiker, Mediziner und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 30. November 1930 |
| GEBURTSORT | Waren |
| STERBEDATUM | 9. Juni 2018 |
| STERBEORT | Dresden |