Walter Keiner
deutscher Offizier, zuletzt im Rang eines Generals der Infanterie in der Wehrmacht
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Walter Keiner (* 30. Dezember 1890 in Benshausen; † 23. Januar 1978 in Gelnhausen) war ein deutscher Offizier, zuletzt im Rang eines Generals der Infanterie in der Wehrmacht. Er wurde am 17. Juli 1941 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.
Leben
Walter Keiner war der Sohn des Kaufmanns und Lederfabrikanten Max Keiner und dessen Ehefrau Maria, geborene Wettig. Seine Mutter starb am 15. April 1903 in Benshausen. Nach seinem Abitur am Realgymnasium Meiningen trat er am 5. März 1910 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein.
Militärische Karriere
Kaiserreich und Erster Weltkrieg
Bereits im August 1910 wurde Keiner zum Unteroffizier befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule in Danzig erhielt er am 27. Januar 1911 das Patent zum Leutnant. Zunächst diente er als Batterieoffizier beim Fußartillerie-Regiment Nr. 3 und später als Adjutant beim Fußartillerie-Bataillon Nr. 3.
Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er als Batterieführer im Brandenburgischen Fußartillerie-Regiment „General Feldzeugmeister“ Nr. 3 eingesetzt. Am 18. April 1916 erfolgte die Beförderung zum Oberleutnant. Im Verlaufe des Krieges nahm Keiner an zahlreichen wichtigen Gefechten teil, darunter die Schlacht an der Somme, die Kämpfe bei Arras sowie die Abwehrschlacht zwischen Cambrai und St. Quentin. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz beider Klassen ausgezeichnet.
Kurz vor Kriegsende, am 20. Januar 1918, geriet er an der Westfront in französische Kriegsgefangenschaft. Während dieser Zeit wurde er am 18. Oktober 1918 noch zum Hauptmann befördert. Keiner kehrte erst Ende 1919, am 26. Dezember, aus der Gefangenschaft nach Deutschland zurück.
Weimarer Republik und Reichswehr
Nach seiner Rückkehr wurde Hauptmann Keiner in die Vorläufige Reichswehr übernommen und diente zunächst beim Stab des 200. Infanterie-Regiments. Ab dem 1. Oktober 1920 wurde er Adjutant des II. Bataillons des Infanterie-Regiments 14. Nach weiteren Truppenverwendungen wechselte er am 20. August 1928 in das Reichswehrministerium nach Berlin. Dort war er als Abteilungsleiter in der Reichswaffen-Verwaltung tätig, bis er am 1. April 1929 als Batteriechef zum I. Bataillon des Artillerie-Regiments 4 nach Halberstadt versetzt wurde.
Am 1. Oktober 1931 erfolgte die Beförderung zum Major. Im Juli 1933 kehrte er in das Reichswehrministerium zurück, wo er als Hilfsreferent in der Heeres-Ausbildungs-Abteilung eingesetzt wurde.
Drittes Reich und Zweiter Weltkrieg
Am 1. September 1934 wurde er zum Oberstleutnant befördert und übernahm kurz darauf das Kommando über die III. Abteilung des Artillerie-Regiments 20 in Glogau. Mit dem Aufbau der Wehrmacht nahm Keiners Karriere weiter an Fahrt auf. Am 1. April 1936 erfolgte die Beförderung zum Oberst, bevor er nur einen Monat später zum Chef des Stabes des V. Armeekorps in Stuttgart ernannt wurde. Von 1938 bis 1939 führte er das Artillerie-Regiment 62 in Darmstadt als Kommandeur.
Bei Kriegsbeginn im August 1939 wurde Keiner zum Artilleriekommandeur 103 ernannt. In dieser Funktion nahm er am Polen- und Westfeldzug teil. Am 1. August 1940 wurde er zum Generalmajor befördert.
Im Mai 1941 wurde ihm das Kommando über die 18. Infanterie-Division übertragen, mit der er am Angriff auf die Sowjetunion beteiligt war. Nach der Beförderung zum Generalleutnant am 1. August 1942, wurde er im Dezember desselben Jahres in die Führerreserve versetzt. Seine nächste Verwendung fand Keiner im Februar 1943 als Kommandeur der 293. Infanterie-Division.
Am 1. Mai 1944 erreichte er den Rang eines Generals der Infanterie. Im November 1944 wurde er zum Chef des Allgemeinen Heeresamtes beim Chef der Heeresrüstung und Oberbefehlshaber des Ersatzheeres ernannt. Er trat die Nachfolge von General Friedrich Olbricht an, der nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 hingerichtet worden war.
Nachkriegszeit
Keiner geriet am 8. Mai 1945 in Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde. In den folgenden Jahrzehnten lebte er im hessischen Gelnhausen, wo er am 23. Januar 1978 im Alter von 87 Jahren starb.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Keiner, Walter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Offizier, zuletzt im Rang eines Generals der Infanterie in der Wehrmacht |
| GEBURTSDATUM | 30. Dezember 1890 |
| GEBURTSORT | Benshausen |
| STERBEDATUM | 23. Januar 1978 |
| STERBEORT | Gelnhausen |