Walter Klinkert
deutscher Maler, Grafiker und Hochschullehrer
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Walter Hermann Klinkert (* 12. Januar 1901 in Berlin; † 19. Januar 1959 ebenda) war ein deutscher Maler, Grafiker und Hochschullehrer.
Leben
Klinkert war ein Sohn des Dekorationsmalers Hermann Theodor Klinkert (1869–1922) und dessen Ehefrau Anna Klara Amalie, geborene Rupprecht.[1] Über seine Ausbildung ist nichts Genaues bekannt, aber 1922 war er Schüler an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums, ab 1924 Vereinigte Staatsschulen für freie und angewandte Kunst, bei Emil Orlik. 1928 trat er als Kunstschüler eine Reise nach Italien an.[2] Im Jahr 1934 heiratete er die Malerin, Grafikerin und Kinderbuchillustratorin Hildegard Weinitschke (1897–1974).[3] 1934–1935 hielt er sich als Stipendiat der Deutschen Akademie Rom in der Villa Massimo auf, denn er war ein dem Regime sehr genehmer Künstler. In den Jahren 1937 bis 1941 war er auf den Großen Deutschen Kunstausstellungen in München vertreten. Seine Haupttätigkeit war die Lehre. Von 1937 bis 1943 war er Lehrer für Zeichnen und Malen an der Königlichen Kunstschule zu Berlin. Gleichzeitig war er ab 1939 Lehrer für Architekturzeichnen an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst und wurde 1943 zum Professor ernannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er in Oberbayern, wo er seine Forschungen über die römisch-antike Wandmalerei, die er schon in Pompeji begonnen hatte, fortsetze.[4] Von 1954 bis 1958 hatte er an der Hochschule für bildende Künste Berlin wieder einen Lehrauftrag für architektonisches Zeichnen.
Werk
Als „Berliner Stadtbildzeichner“ schuf er zahlreiche Ansichten, u. a.
- Notbrücke am Humboldthafen (1926–1928)
- Haus I, Eckhaus Karlstraße (1928)
- Haus II, Kleine Präsidentenstraße 7 (1928)
- Frontansicht des Berliner Schlosses
Für Wilhelm Bünings Bauanatomie (1928) lieferte er die Grafiken.
Auf seinen Reisen quer durch Deutschland schuf er u. a.
- Frankenstien in Schlesien (1923)
- Rügenwalder Münde an der Ostsee (1929)
- Alte Häuser am Main (Würzburger Radierungen)
- Das Ulmer Münster (1959)
- St. Peter in München, Radierung
- Die Burgruine in Ingelheim am Rhein, Radierung
- Das Straßburger Münster, Radierung
- Im „Großen Garten“ bei Hannover
- Pegnitzbrücke
Bei seinem Romaufenthalt entstanden zahlreiche Zeichnungen und Radierungen, u. a.
- Monte Cavallo
- Piazza Navona
Publikationen
- Bemerkungen zur Technik der pompejanischen Wanddekoration. In Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Römische Abteilung 64, S. 111–148 (1957)
Literatur
- Antje Kalcher, Dietmar Schenk: Vor der UdK. 1. Auflage. Universität der Künste Berlin, 2024, S. 68, 99 und 114 (kobv.de [PDF]).
Weblinks
- Werke von Walter Klinkert. In: artnet. Abgerufen am 13. November 2025
- Aufstellkrippe von Walter Klinkert. In: Sammlungen Online der Staatlichen Museen zu Berlin. Abgerufen am 13. November 2025
- Jobst C. Knigge: Die Villa Massimo in Rom 1933–1943. Hrsg.: Humboldt Universität. Berlin 2013, S. 64–67 (hu-berlin.de).