Walter Netzsch
deutscher Regisseur, Schauspieler und Schriftsteller
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Walter Netzsch (* 24. Mai 1926 in München; † 30. April 1992 in Baden-Baden)[1][2][3] war ein deutscher Regisseur, Schauspieler und Schriftsteller. Er erlangte insbesondere durch seine Arbeit im Bereich des Hörspiels Bekanntheit und inszenierte zahlreiche erfolgreiche Produktionen, darunter Dickie Dick Dickens[4] und Gestatten, mein Name ist Cox.[5]
Leben und Werk
Walter Netzsch wurde 1926 in München als Sohn von Hermann und Johanna Netzsch geboren. Er machte sich insbesondere in den 1950er- und 1960er-Jahren einen Namen als Regisseur von populären Kriminalhörspielen. Er arbeitete eng mit den Autoren Rolf und Alexandra Becker zusammen und inszenierte mehrere ihrer Hörspielproduktionen.[4][5]
Walter Netzsch war mit Erika Netzsch verheiratet. Gemeinsam haben sie zwei Söhne, Axel und Christian Netzsch.
Walter Netzsch starb 1992 in Baden-Baden und wurde auf dem Nordfriedhof in München beerdigt.[3]
Hörspiele (Auswahl)
Die ARD-Hörspieldatenbank enthält (Stand: März 2025) für den Zeitraum von 1949 bis 1991 insgesamt 223 Datensätze, bei denen Walter Netzsch als Mitwirkender geführt wird, darunter 181 als Regisseur, 26 als Autor und 29 als Sprecher.
Besondere Bekanntheit erlangte Netzsch durch die Regiearbeit an der Kriminalhörspielserie Dickie Dick Dickens, die in den Jahren 1958 bis 1960 in mehreren Staffeln produziert wurde.[4] Ebenso führte er Regie bei der Hörspielserie Gestatten, mein Name ist Cox, einer weiteren beliebten Krimireihe aus dieser Zeit.[5]
In den 1980er-Jahren war er außerdem an der Produktion der achtteiligen Hörspielserie Die Experten beteiligt, die vom Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wurde.
Neben seiner Tätigkeit als Regisseur war Netzsch auch als Schauspieler und Schriftsteller aktiv. Er verfasste seit 1949 eine größere Anzahl an Original-Hörspielen, die vorwiegend zum Genre der Kriminalliteratur gehören. Darüber hinaus schrieb er aber auch einige Komödien und Grotesken, u. a. gemeinsam mit Kurt Wilhelm und Olf Fischer Episoden zur Hörspielreihe Brumml-G'schichten, darunter die Episode Achtung! Aufnahme (1952).
Zudem war er als Bearbeiter zahlreicher literarischer Vorlagen für den Hörfunk tätig, darunter beispielsweise der Diebeskomödie Der Biberpelz von Gerhart Hauptmann (1958).
Als Autor (Auswahl)
- 1949: Dreißig Sekunden zu spät. Kriminallustspiel – Regie: Nicht bekannt (BR)
- 1950: Der Fall R. Kal – Regie: Willem Holsboer (BR)
- 1953: Wir ziehen um. Eine verwirrende Familientragödie – Regie: Kurt Wilhelm (BR)
- 1953: Mundartbühne: Wir ziehen um – Regie: Viktor Lenz (Radio Saarbrücken)
- 1953: Das Rätsel einer Nacht oder Was geschah mit Studienrat Häusler? Märchen für Erwachsene – Regie: Willy Purucker (BR)
- 1955: Co-Autoren Frank Günther, Henri Pierre Cami: Grieminahles: Drei Mal Hochspannung für Narren (auch Regie) (BR)
- 1955: Das Rätsel einer Nacht – Regie: Werner Dorow (Radio Saarbrücken)
- 1956: Grüner Mantel, schwarzer Koffer. Ein heiteres Kriminalhörspiel (auch Regie) (BR)
- 1956: 30 Sekunden – Regie: Ferry Bauer (ORF Oberösterreich)[6]
- 1957: Mit Co-Autor Peer Frank Günther: Grieminahles: Der gestohlene See. Eine Tragödie schauerlicher Art (auch Regie) (BR)
- 1958: Mit Co-Autor Willy Vierlinger: Die Daxlwanger (4. Folge: Die Daxlwanger im Fußballfieber) – Regie: Olf Fischer (BR)
- 1959: Wir ziehen um – Regie: Viktor Lenz (SR)
- 1960: Mit Co-Autorin Erika Ott: Grieminahles: Es geschah am 1. April. Ein grieminahles Ereignis (auch Regie) (BR)
- 1960: Mit Co-Autor August Hinrichs: Der Komödienstadel : Wenn der Hahn kräht – Regie: Olf Fischer (BR)
- 1961: Alarm! Zwei kriminalistische Variationen über ein Thema, darunter von Netzsch: Eine todsichere Alarmanlage (auch Regie) (BR)
- 1962: Grieminahles: Hochspannung für Narren (auch Regie) (BR)
- 1963: Grieminahles: Für Narren mit guten Nerven (auch Regie) (BR)
- 1968: Grieminahles: Der Fall B 27 (auch Regie) (BR)
- 1969: Der beinahe unaufhaltsame Aufstieg des Mathias Grüneisl. Eine gerade noch utopische Groteske – Regie: Hellmuth Kirchammer (Science-Fiction-Hörspiel – BR)
- 1973: Der Goldkiller. Eine progressiv-menschlich-zeitkritisch-gesellschaftsbewußte Kriminaltragödie in lila Farbe (auch Regie) (SWF) (zusätzliche Quelle: HörDat, die Hörspieldatenbank)
- 1974: Die Mehlwurmaffäre. Groteske (auch Regie) (SWF)[7]
- 1975: Eifersucht im Waldbachtal. Mundartkrimi zum Mitmachen, ins Schwäbische übertragen von Joseph Hasenbühler – Regie: Manfred Rolf Seemann (Mundartkrimi – SWF)[8]
- 1976: Rubine im Versteck. Mundartkurzkrimi, ins Schwäbische übertragen von Joseph Hasenbühler – Regie: Manfred Rolf Seemann (SWF)[9]
- ohne Jahresangabe: Der Fall Mammut. Ein nervenzerfetzendes Ereignis aus der Frühsteinzeit (auch Regie) (Komödie – SWF/WDR) (Quelle: HörDat, die Hörspieldatenbank)
Als Regisseur (Auswahl)
- 1947: Oscar Wilde: Das Verbrechen des Lord Arthur Savile (SWF)
- 1949: Jan de Hartog: Schiff ohne Hafen (SWF)
- 1954: Fritz Meingast: Hund ohne Halsband. Eine kleine Begebenheit aus der Großstadt (auch Bearbeitung) (BR)[10]
Quellen
- Ulrich Zeuschel: Biographien