Walter Todt

deutscher Kolonialbeamter und Rechtsanwalt From Wikipedia, the free encyclopedia

Walter Todt (* 4. November 1880 in Breslau; † 19. November 1945 in der Oblast Wologda) war ein deutscher Kolonialbeamter und Rechtsanwalt.

Leben

Todts Vater war der Eisenbahndirektionspräsident der Preußischen Staatseisenbahnen Albert Todt († 1908). Walter Todt besuchte das Evangelische Ratsgymnasium Erfurt und das humanistische Burggymnasium Essen. Nach dem Abitur studierte er ab 1899 an der Georg-August-Universität Göttingen Rechtswissenschaft. Er wurde im Corps Hannovera Göttingen aktiv und bewährte sich als Subsenior und Senior.[1] Den Vorbereitungsdienst leistete er in Erfurt ab. Für den Göttinger Senioren-Convent war er 1907 Vorsitzender des Kösener Senioren-Convents-Verbandes.[1]

Gedenkinschrift am Familiengrab auf dem Waldfriedhof Dahlem in Berlin

Er trat nach der Assessorprüfung in die innere Verwaltung des Königreichs Preußen und war Regierungsassessor in Halle (Saale).[1] Er wechselte zum Reichskolonialamt und war in Deutsch-Südwestafrika 1910/11 Bezirksrichter am Kaiserlichen Obergericht in Windhoek.[2] Von 1910 bis 1914 war er Bezirksamtmann (d. i. Landrat) in Windhoek.[3][4]

Nach dem Ersten Weltkrieg war er als Geh. Regierungsrat im Reichsministerium für Wiederaufbau tätig. Es hatte den Vertrag von Versailles umzusetzen und damit die Deutschen Kolonien und Schutzgebiete abzuwickeln. Dazu hatte es das Personal des Reichskolonialamtes übernommen. Nach der Abwicklung des Ministeriums 1924 ließ Todt sich 1925 als Rechtsanwalt und Notar in Berlin nieder. Er war Geschäftsführer der reichseigenen Überseeischen Industrie- und Handelsgesellschaft in Berlin.[5][6] Am Zweiten Weltkrieg nahm er zuletzt als Major an der Ostfront teil. Er starb nach dem Zweiten Weltkrieg in Kriegsgefangenschaft im sowjetischen Kriegsgefangenenlager 7437 in Tscherepenietz[7] in der Oblast Wologda, wo er auch bestattet ist.[8] Er war seit 1909 verheiratet mit Selma Schneider (1889–1979) und hatte zwei Söhne, die beide 1944 im Krieg gefallen waren.[9]

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

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