Waschenbach

Ortsteil von Mühltal im Landkreis Darmstadt-Dieburg, Hessen From Wikipedia, the free encyclopedia

Waschenbach ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde Mühltal im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Schnelle Fakten Gemeinde Mühltal ...
Waschenbach
Gemeinde Mühltal
Wappen von Waschenbach
Koordinaten: 49° 48′ N,  42′ O
Höhe: 209 m ü. NHN
Fläche: 2,16 km²[1]
Einwohner: 611 (30. Okt. 2023) HW+NW[1]
Bevölkerungsdichte: 283 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1972
Eingemeindet nach: Nieder-Ramstadt
Postleitzahl: 64367
Vorwahl: 06154
Blick auf Waschenbach (2015)
Blick auf Waschenbach (2015)
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Geographie

Waschenbach liegt von bewaldeten Höhenzügen umgeben, im Vorderen Odenwald im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald im Granitgebiet. Es führen keine Hauptdurchgangsstraßen durch das Dorf.

Geschichte

Ortsgeschichte

In den historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte unter wechselnden Ortsnamen belegt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[2] Wassenbach (1340), Wassinbach (1352), Wassenbach; Wachsenbach; Wassinbach (1. Hälfte 15. Jahrhundert), Wassenbach (1457), Waschenbach (1560) und Waschenbach (1669).

Erstmals urkundlich erwähnt wird Waschenbach im Jahre 1340.
Im 14. Jahrhundert ist Waschenbach im Besitz der Grafschaft Katzenelnbogen und wechselt im 15. Jahrhundert in den Besitz der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt.
Ein Hinweis von 1403 auf eine Mühle meint vermutlich die Waschenbacher Mühle.
Aus historischen Dokumenten ist überliefert:[2]
1383 erhält der Edelknecht Johann Bach von Waschenbach von Graf Wilhelm von Katzenelnbogen Güter zu Waschenbach zum Mannlehen.
1489 belehnt Landgraf Wilhelm von Hessen den Philipp von Rohrbach mit Waschenbach.
1571 steht Waschenbach den Junkern Mosbach und Kalb zu, der Landgraf hat die Cent und hohe Obrigkeit, Gebot und Verbot.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Waschenbach:

„Waschenbach (L. Bez. Reinheim) luth. Filialdorf; liegt 212 St. von Reinheim, hat 37 Häuser und 251 Einw-, die außer 6 Kath. lutherisch sind, und unter denselben befinden sich 18 Bauern, 16 Gewerbsleute und 14 Taglöhner. Die Kalben von Reinheim und die Mosbach von Lindenfels hatten hier ein Gericht, welches später an Hessen gekommen ist. Nach diesem Dorfe nannte sich eine adelige Familie Bach von Waschenbach.“[3]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schloss sich Waschenbach freiwillig zum 1. April 1972 mit Nieder-Ramstadt zusammen. Kraft Landesgesetz kam der Ort am 1. Januar 1977 zusammen mit Nieder-Ramstadt zur Gemeinde Mühltal.[4] Für Waschenbach wurde wie für die übrigen ehemals selbständigen Gemeinden ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[5] Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Nieder-Ramstadt.

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Waschenbach angehört(e):[2][6][7]

Gerichte

Die zuständige Gerichtsbarkeit der ersten Instanz war:[2]

Einwohnerentwicklung

 1629:019 Hausgesesse[2]
 1806:155 Einwohner, 27 Häuser[8]
 1829:251 Einwohner, 37 Häuser[3]
 1867:255 Einwohner, 36 Häuser[10]
Waschenbach: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2018
Jahr  Einwohner
1791
 
143
1806
 
155
1829
 
251
1834
 
242
1840
 
250
1846
 
256
1852
 
232
1858
 
235
1864
 
229
1871
 
228
1875
 
234
1885
 
224
1895
 
224
1905
 
227
1910
 
259
1925
 
279
1939
 
269
1946
 
373
1950
 
385
1956
 
371
1961
 
456
1967
 
502
1970
 
526
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
615
2013
 
656
2016
 
610
2018
 
615
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[2]; 1791[11]; ab 2013: Website Mühltal (Webarchiv)[12]; Zensus 2011[13]

Religionszugehörigkeit

 1829:245 lutheranische (= 97,61 %) und 6 katholische (= 2,39 %) Einwohner[3]
 1961:374 evangelische (= 82,02 %), 65 katholische (= 14,25 %) Einwohner[2]

Politik

Ortsbeirat

Für Waschenbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Waschenbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[5] Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Ortsvorsteher ist Michael Reiser (parteilos).[14]

Wappen

Blasonierung: „In Blau, beseitet von einem rechtsgewendeten stilisierten, dreizackig bekrönten und rotbezungten Löwenkopf und einem goldenen, sechsspeichigen und mit 12 Radschaufeln versehenen Mühlrad, ein silberner Schräglinkswellenbalke.“[15]

Das Wappen wurde der Gemeinde Waschenbach im damaligen Landkreis Darmstadt am 25. Oktober 1968 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.

Der Löwenkopf verweist sowohl auf die frühere Katzenellenbogige, als auch die bis heute anhaltende Hessische Zugehörigkeit Waschenbachs. Der Wellenbalken ist ein redendes Element und gemeinsam mit dem Mühlrad ein Verweis auf die Bedeutung der Waschebacher Mühle.[16]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Waschenbach

Naturdenkmale

In der Gemarkung Waschenbach liegt das geologische Naturdenkmal „Billersteine“. Ein weiteres Naturdenkmal ist der „Gipfel des Glockert“, ein Vogel- und Waldschutzgehölz.

Regelmäßige Veranstaltungen

Commons: Waschenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

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