Wax Mask

Film von Sergio Stivaletti (1997) From Wikipedia, the free encyclopedia

Wax Mask ist ein italienischer Horrorfilm von Sergio Stivaletti aus dem Jahr 1997. Der Film mit Giallo-Elementen war ursprünglich als Lucio Fulcis letzter Film geplant und wurde von Dario Argento produziert. Da Fulci noch vor Beginn der Dreharbeiten verstarb, engagierte Argento Stivaletti als Regisseur. Der Film basiert lose auf dem US-amerikanischen Horrorfilm Das Kabinett des Professor Bondi (1953).

TitelWax Mask
OriginaltitelM.D.C. - Maschera di cera
ProduktionslandItalien
OriginalspracheItalienisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Wax Mask
Originaltitel M.D.C. - Maschera di cera
Produktionsland Italien
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1997
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Sergio Stivaletti
Drehbuch
Produktion
Musik Maurizio Abeni
Kamera Sergio Salvati
Schnitt Paolo Benassi
Besetzung
  • Robert Hossein: Boris Volkoff
  • Romina Mondello: Sonia Lafont
  • Riccardo Serventi Longhi: Andrea Conversi
  • Umberto Balli: Alex
  • Gabriella Giorgelli: Tante Francesca
  • Aldo Massasso: Inspektor Lanvin
  • Valery Valmond: Giorgina
  • Daniele Auber: Luca
  • Gianni Franco: Inspector Palazzi
  • Goffredo Unger: Puppenspieler
  • Antonello Murru: Volkoffs 2. Gehilfe
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Handlung

1900 in Paris wird ein Paar ermordet. Der Schlapphut und Mantel tragende Mörder hatte eine metallene Hand, mit der er dem Paar die Herzen aus dem Leib gerissen hatte. Sonia, die kleine Tochter des Paars, die sich unter dem Bett versteckt hielt, musste die Bluttat hilflos mitansehen.

Zwölf Jahre später eröffnet ein neues Wachsmuseum in Rom. Die Hauptattraktionen sind Darstellungen historischer Morde, die in ihrem überaus detailreichen Realismus absolut verblüffend wirken. Luca, ein junger Mann soll im Rahmen einer Wette die Nacht dort verbringen, wird aber am nächsten Morgen tot im Museum aufgefunden. Die Todesursache soll ein Herzinfarkt gewesen sein und man munkelt, er habe sich zu Tode erschreckt.

Am gleichen Tag bewirbt sich Sonia als Kostümbildnerin in dem Museum und wird von Boris Volkoff, dem Leiter des Hauses, direkt engagiert, sehr zur Verwunderung seines Assistenten Alex. Als sie das Museum verlässt, trifft sie auf Andrea, einen Journalisten, der den Tod des jungen Mannes untersuchen will. Er vermutet, dass im Museum etwas Merkwürdiges vor sich geht. Auch Sonia bemerkt, dass ihre eigene Geschichte und das Museum verbunden scheinen. Während um das Museum herum immer mehr Menschen verschwinden, tun sich die beiden zusammen. Sie vermuten, dass Boris Volkoff selbst dahintersteckt und echte Leichen mit Wachs übergießt, um seine makaberen Kreationen noch lebendiger wirken zu lassen.

Durch ihre blinde Tante Francesca findet Sonia heraus, dass Boris Volkoff höchstwahrscheinlich ihr leiblicher Vater ist. Er war schon um die Jahrhundertwende besessen davon, unter Zuhilfenahme alchemistischer und elektrotechnischer Methoden lebendige Wachsfiguren zu erschaffen, und vernachlässigte seine Ehe derart, dass sich Sonias Mutter in ihrer Einsamkeit in die Arme eines Liebhabers flüchtete. Eines Tages ertappte Volkoff die beiden inflagranti und ein Handgemenge mit seinem Nebenbuhler entbrannte. Im Zuge des Handgemenges stürzte Volkoff in einen Bottich mit brodelnd heißem Wachs. Von seinem Tod überzeugt, floh das Paar nach Frankreich. Boris Volkoff hatte den Unfall jedoch überlebt, wurde dabei aber bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Fortan seine Wunden unter einer lebensechten Maske verbergend, heftete er sich an ihre Fersen und spürte schließlich in Paris auf, wo er sie in der Silvesternacht 1900 auf bestialische Weise ermordete, ohne zu ahnen, dass die kleine Sonja als unfreiwillige Zeugin unter dem Bett kauerte.

Sonia will ihn zur Rede stellen, wird aber stattdessen entführt. Boris enthüllt, dass er sein verbranntes Gesicht und seine Hand mit künstlicher Haut aus Wachs überzieht, um seine Narben zu verstecken. Auch muss sie herausfinden, dass die Wachsfiguren in Wirklichkeit noch lebende Menschen sind, die mit Chemikalien künstlich am Leben gehalten werden, sich aber nicht bewegen können.

Andrea rettet Sonia und es kommt zum Kampf, bei dem das Wachsmuseum in Flammen aufgeht. Gerade als Boris zu fliehen versucht, wird er jedoch von seinem Assistenten Alex attackiert und in Brand gesteckt. Dieser war Volkoff immer fanatisch loyal ergeben, stellt sich aber schlussendlich gegen seine perfiden Pläne nachdem er von seinem Herrn misshandelt wurde.

Während Sonia und Andrea versuchen, sich einen Weg durch das flammende Inferno zu bahnen, werden sie vom lichterloh brennenden Volkoff attackiert, der sich als lebendes metallenes Skelett entpuppt, das nur noch eine Wachsmaske getragen hatte, um sich den Anschein von Menschlichkeit zu geben, kann jedoch vom schwer verwundeten Alex zerstört werden. Nachdem Sonia und Andrea sich ins Freie gerettet haben, schleicht Alex in den Keller hinunter. Dort zieht er sich die von Brandwunden gezeichnete Haut ab und darunter kommt ein weiteres Metallskelett zum Vorschein. Schlussendlich stellt sich heraus, dass Boris seinen Assistenten zuvor überwältigen konnte und lediglich dessen synthetische Gesichtshaut getragen hatte.

Er setzt sich eine intakte Boris Volkoff-Maske auf und verlässt das mittlerweile völlig in Flammen stehende Museum. Mit einem sardonischen Schmunzeln verschwindet er unerkannt in der Menge aus Schaulustigen.

Hintergrund

1994 war Lucio Fulci schwer erkrankt und saß im Rollstuhl. Als er am Rande eines Filmfestivals auf seinen alten Konkurrenten Dario Argento traf, blieb diesem sein Zustand nicht verborgen. Argento hatte den Einfall, das Fulci mit etwas Arbeit vielleicht wieder auf die Beine kommen würde. So bot er ihm an, einen Film zu produzieren. Zunächst schlug Argento ihm ein Remake von Die Mumie (1932) vor. Dardano Sacchetti sollte das Drehbuch verfassen. Jedoch hatte sich Fulci mit diesem zerstritten, da Sacchetti ihm die Idee zu Back from Hell – Ein Toter kehrt zurück (1987) gestohlen und Lamberto Bava angeboten haben soll.[2]

Schließlich einigte man sich auf ein Remake von Das Kabinett des Professor Bondi (1957). Die Rechte lagen jedoch bei Warner Bros. Deshalb erklärte man den Film zur Adaption von Gaston Leroux’ Kurzgeschichte Das Wachsmuseum. Lucio Fulci schrieb das Drehbuch daher selbst. Die beiden ehemaligen Konkurrenten waren sich aber über die Ausgestaltung des Films uneinig. Fulci wollte eher einen atmosphärischen Thriller drehen, während Argento eher gewalttätige Szenen bevorzugte, um von Fulcis Ruf als Splatter-Regisseur zu profitieren und eine Atmosphäre des Grand Guignol zu erschaffen. Mitte 1995 einigte man sich auf ein fertiges Skript, das einige Splatterszenen enthalten sollte.[3] Der Beginn der Dreharbeiten verzögerte sich jedoch, da Argento zunächst The Stendhal Syndrome fertig drehen musste. Noch vor Beginn der Dreharbeiten verstarb Fulci an den Folgen seiner Diabeteserkrankung.[2]

Da der Film bereits fertig finanziert war, übertrug Argento die Regie dem Special-Effects-Macher Sergio Stivaletti, der schon länger Regie führen wollte, ließ das Drehbuch von Daniele Stroppa überarbeiten und legte den Fokus auf Gore- und Splattereffekte, damit er sein Können auch dort unter Beweis stellen konnte. Das Budget betrug zwischen 1,25 bis 3 Millionen Dollar.[2]

1996 begannen schließlich die Dreharbeiten. Auch wenn man sich mit den härteren Effekten über Fulcis Wunsch nach einem atmosphärischen Thriller hinwegsetzte, drehte Stivaletti den Film in einer Optik, die an Filme des Regisseurs erinnerte. Dies lag nicht zuletzt an Kameramann Sergio Salvati, der mit Fulci bereits bei Ein Zombie hing am Glockenseil (1980), Über dem Jenseits (1981) und Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies (1979) zusammenarbeitete.[2]

Der Film wurde schließlich Lucio Fulci gewidmet. In Italien kam er am 4. April 1997 ins Kino und spielte etwa 250.000 US-Dollar ein. Dadurch floppte der Film.[4]

In Deutschland erschien er am 11. September 1997 direkt auf Video über das Label VPS. Der Film wurde kurz darauf von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert. Am 11. November 2022 wurde er von der Liste der indizierten Medien gestrichen[5] und nach einer Neuprüfung bei der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft trotz seiner recht deutlichen Effekte ab 16 Jahren freigegeben.[6]

Rezeption

Das Lexikon des internationalen Films lobte den Film als einen „vom gotischen Stil geprägte[n]r Horrorfilm.“[7]

  • Wax Mask bei IMDbVorlage:IMDb/Wartung/Unnötige Verwendung von Parameter 2

Einzelnachweise

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