Weidensees

Ortsteil der Gemeinde Betzenstein im Landkreis Bayreuth, Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Weidensees (oberfränkisch: Wainsees[2]) ist ein Gemeindeteil der Stadt Betzenstein im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Weidensees hat eine Fläche von 9,303 km². Sie ist in 1221 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7618,83 m² haben.[4] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Hüll.[5]

Schnelle Fakten Stadt Betzenstein ...
Weidensees
Koordinaten: 49° 43′ N, 11° 27′ O
Höhe: 460 (444–467) m ü. NHN
Einwohner: 398 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91282
Vorwahl: 09244
Der Betzensteiner Gemeindeteil Weidensees
Der Betzensteiner Gemeindeteil Weidensees
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Aus der zweiten Hälfte des 18. Jh. stammendes Wohnhaus

Geografie

Das Dorf liegt auf freier Flur westlich des Veldensteiner Forstes. Die Bundesstraße 2 führt nach Bronn (2,5 km nordöstlich) bzw. nach Leupoldstein (3,9 km südwestlich). Die Kreisstraße BT 30 führt nach Hüll (1,5 km südlich). Die Kreisstraße BT 32 führt zur Anschlussstelle 45 der Bundesautobahn 9 (1,9 km östlich).[6]

Geschichte

Der Ort wurde im Jahr 1153 als „Wittingeseze“ erstmals urkundlich erwähnt im Zusammenhang eines Gütertausches zwischen dem Kloster Langheim und dem Kloster Michelfeld. Das Kloster war seitdem im Ort begütert. Der Ortsname bedeutet ‚Wohnsitz in den Weiden‘.[7]

Gegen Ende des Mittelalters gehörte Weidensees zum kurpfälzischen Amt Betzenstein.[8] Im Zuge des Landshuter Erbfolgekrieges wurde unter anderem auch das Betzensteiner Amtsgebiet von den Truppen der Reichsstadt Nürnberg besetzt und diese Inbesitznahme nach langwierigen Verhandlungen von der Kurpfalz vertraglich anerkannt.[9] Infolge dieses Vertrages hatte das nürnbergische Pflegamt Hiltpoltstein in den folgenden drei Jahrhunderten zwar die Hochgerichtsbarkeit über Weidensees inne, nicht jedoch die Dorf- und Gemeindeherrschaft.[10][11] Denn diese wurde weiterhin von der Kurpfalz ausgeübt, so dass Weidensees als einer der wenigen Orte des Amtes Betzenstein unter kurpfälzischer Landeshoheit verblieb und zusammen mit dem südwestlich gelegenen Nachbarort Hüll eine Exklave der Oberpfalz bildete. Im Wesentlichen änderte sich daran auch nichts, als die Oberpfalz nach der Ächtung des pfälzischen Kurfürsten Friedrich V. (des sogenannten Winterkönigs) als Lehen an Kurbaiern übergeben wurde.[12] Für Weidensees bedeutete dies lediglich, dass die Dorf- und Gemeindeherrschaft nunmehr von einer anderen wittelsbachischen Linie ausgeübt wurde. In der Folgezeit blieben diese Verhältnisse weitgehend unverändert bestehen, bis Weidensees im Jahr 1803 entsprechend der im Haupt-Landes-Grenz- und Purifikationsvergleich mit dem Königreich Preußen vereinbarten Bedingungen an das preußische Ansbach-Bayreuth übergeben wurde. Es wurde damit zum nordöstlichen Eckpunkt des Eschenauer Straßendistrikts, einem bruchstückhaften Korridor, mit dem die beiden geografisch voneinander getrennten Teile dieses Territoriums über eine Militärstraße miteinander verbunden wurden.[13][14][15]

Gegen End des 18. Jahrhunderts hatte Weidensees 27 Untertansfamilien. Grundherren waren das Kloster Michelfeld (20), die Reichsstadt Nürnberg (6) und das bambergische Amt Pottenstein (1).[16]

Mit dem Gemeindeedikt wurde Weidensees dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Bronn zugewiesen.[17] Wenig später entstand die Ruralgemeinde Weidensees, zu der Hüll gehörte. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schnabelwaid (1842 Landgericht Pegnitz umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Pegnitz. Ab 1862 gehörte Weidensees zum Bezirksamt Pegnitz (1939 in Landkreis Pegnitz umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Pegnitz (1879 in Amtsgericht Pegnitz umgewandelt). Die Gemeinde Weidensees hatte 1964 eine Fläche von 9,230 km².[18] Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 1. Januar 1972 in die Stadt Betzenstein eingegliedert.[19][20]

Baudenkmäler

In Weidensees gibt es sechs Baudenkmäler:[21]

  • Haus Nr. 1, 20, 38: Wohnhäuser
  • Haus Nr. 2: Bauernhaus
  • Haus Nr. 9: ehemalige Schmiede
  • Brunnenschacht

Bodendenkmäler

In der Gemarkung Weidensees gibt es elf Bodendenkmäler, darunter[21]

  • sieben Frabhügel vorgeschichtlicher Zeitstellung
  • eine Wüstung des späten Mittelalters

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Weidensees

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 181818401852185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950195219611970
Einwohner 396461490477437414416400424435436441412413418456469446433681612582493484
Häuser[22] 767979818689101
Quelle [17][23][23][23][24][25][26][27][28][29][30][23][31][23][32][23][33][23][23][23][34][23][18][35]
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Ort Weidensees

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001861001871001885001900001925001950001961001970001987
Einwohner 246277266250272329447381375398
Häuser[22] 5052586172100
Quelle [17][24][26][29][31][33][34][18][35][1]
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Religion

Weidensees ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach Betzenstein gepfarrt.[7][18]

Literatur

Commons: Weidensees – Sammlung von Bildern

Fußnoten

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