Welger

Hersteller von Verdichtungstechnik From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Welger Maschinenfabrik GmbH (zuletzt: AGCO Wolfenbüttel GmbH) war ein deutscher Landmaschinenhersteller. Daraus hervorgegangen ist auch die heute eigenständige Welger Recycling Engineering GmbH in Braunschweig, die Verdichtungstechnik für den industriellen Sektor herstellt.

Schnelle Fakten
Welger Maschinenfabrik GmbH
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1899
Auflösung 2018[1]
Auflösungsgrund Integration in AGCO GmbH (Fendt), Marktoberdorf
Sitz Wolfenbüttel, Deutschland Deutschland
Mitarbeiterzahl 375[2]
Umsatz 67 Mio. EUR[2]
Branche Landmaschinen
Stand: 2008
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Welger in Wolfenbüttel

Welger beschäftigte im Jahr 2005 ca. 360 Mitarbeiter und hatte ein Umsatzvolumen von 60 Millionen Euro. Heute gehört die ehemalige Landtechniksparte des Unternehmens zum AGCO-Konzern. Dieser bietet heute in Wolfenbüttel produzierte Rundballenpressen unter den Markennamen Fendt und Massey Ferguson an.[3]

Geschichte

Anfänge

Die Anfänge dieses Familienunternehmens liegen im Jahr 1856, in dem Gottfried Welger in Seehausen in der Magdeburger Börde eine Schlosserei eröffnete. In den 1890ern entstand in Seehausen das erste Werk für Landmaschinen. Mit seinen beiden älteren Söhnen Carl und Emil führte er das Unternehmen, welches unter „Gebrüder Welger, Maschinenfabrik“ firmierte.[4] Die Wolfenbütteler „Maschinenfabrik Gebrüder Welger“ wurde 1899 von den jüngeren Brüdern Franz und Gustav Welger gegründet.

Ziel der Wolfenbütteler Unternehmung war die Entwicklung und Produktion von Strohpressen für die Landwirtschaft. Die Gebrüder Welger hatten die Idee, die landwirtschaftliche Arbeit zu automatisieren. Zu dieser Zeit wurden z. B. Erntearbeiten in mühevoller Handarbeit ausgeübt. So wurde 1901 die erste Strohpresse mit einer automatischen Bindeeinrichtung erfunden. Es folgten zahlreiche Innovationen und Patente, wie die Schwingkolbenpresse WSP (1932) oder die erste Hochdruckpresse AP 15 (1950). Ab den 1950ern ging man dazu über, auch Dünger- und Dungstreuer sowie Ladewagen herzustellen. Der Bedarf an stationären Pressen für Restwertstoffe und der stetig wachsende Markt im industriellen Recycling eröffnete Welger Anfang der 1970er ein weiteres Betätigungsfeld. Im Jahr 1972 brachte Welger eine stationäre Presse für Verpackungsmaterialien wie Papier und Kartonagen auf den Markt. Im gleichen Jahr wurde Welger das Patent für Rundballen-Pressen zugesprochen, welches weltweit an große Hersteller von Landwirtschaftstechnik lizenziert wurde.

Verkauf des Unternehmens

1994 zog sich die Familie Welger aus dem Familienbetrieb zurück, und machte somit den Weg frei für eine Übernahme durch die niederländische Lely-Gruppe. Die Rudolph & Sohn GmbH übernahm 1996 die Herstellung, den Vertrieb und den Service des kompletten Fahrzeugprogrammes der Firma Welger in Exklusivlizenz.[5]

Ab 2000

2005 erwirtschafteten über 350 Mitarbeiter mit Ballenpressen und industriellen Verdichtungsmaschinen für Verpackungsmaterial ca. 60 Millionen Euro.

Durch ein Management-Buy-out zehn Jahre nach der Übernahme durch Lely erlangte Welger wieder seine Unabhängigkeit. Die private Investorengruppe Andlinger & Company übernahm 2006 die Mehrheit an der Welger Maschinenfabrik GmbH, während Lely sich als Minderheitsgesellschafter wieder in die Gesellschaft einkaufte.[6]

Innerhalb der Welger-Gruppe existieren die Tochtergesellschaften „Welger Vertriebs GmbH“, „Welger Recycling Engineering GmbH“ in Wolfenbüttel sowie die „Welger Oberflächentechnik GmbH“ in Hannover.

Durch langfristige Vertriebskooperation für Ballenpressen und Wickelgeräte verfügte Welger über ein weltweites Vertriebsnetzwerk. Die internationale Ausrichtung zeigte sich in einer Exportquote von 85 %. Landmaschinen von Welger werden in 50 Ländern eingesetzt.

2008 übernahmen die Lely-Gruppe aus den Niederlanden und die amerikanische Vermeer Corporation die Landtechniksparte von Welger. Lely hielt dreiviertel der Anteile und Vermeer ein Viertel an dem Joint Venture, das unter dem Namen Lely Vermeer Maschinenfabrik GmbH firmierte, wobei Vermeer eine Option auf eine Erhöhung seiner Anteile auf 50 % besaß, sie aber nicht zog.[7] Die Produkte wurden nunmehr abhängig von der jeweiligen Region unter dem Markennamen Lely oder Vermeer angeboten. Im September 2016 übernahm Lely sämtliche Anteile an dem Joint Venture[8] und benannte dass Unternehmen in Lely Maschinenfabrik GmbH um.[9] Aber bereits im darauffolgenden Jahr verkaufte Lely seine gesamte Futtererntetechniksparte, und damit auch Welger, an den AGCO-Konzern.[10]

Unter AGCO

Nach der Übernahme durch AGCO wurde das Unternehmen in AGCO Wolfenbüttel GmbH umbenannt und kurze Zeit später auf die AGCO GmbH (Fendt) in Marktoberdorf verschmolzen.[11]

Im März 2020 wurde die Produktion von Futtererntemaschinen unter dem Markennamen Lely von AGCO eingestellt.[12] Ab diesem Zeitpunkt wurden die Rundballenpressen aus Wolfenbüttel und die Ladewagen aus Waldstetten nur noch unter den Marken Fendt und Massey Ferguson vertrieben.

Die Ladewagenproduktion, die noch auf Mengele zurückzuführen war, wurde 2022 nach Wolfenbüttel verlagert. Dass Werk in Waldstetten wurde geschlossen.[13] Allerdings wurde 2025 in Wolfenbüttel endgültig die Produktion der Fendt-Ladewagen eingestellt. Seitdem produziert der Standort wieder ausschließlich Rundballenpressen.[14]

Commons: Welger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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