Wellersen

Ortsteil der Stadt Dassel From Wikipedia, the free encyclopedia

Wellersen ist ein zur Stadt Dassel gehörendes Dorf im Landkreis Northeim.

Schnelle Fakten Stadt Dassel ...
Wellersen
Stadt Dassel
Wappen von Wellersen
Koordinaten: 51° 48′ N,  47′ O
Höhe: 147 m
Einwohner: ca. 294[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37586
Vorwahl: 05562
Wellersen (Niedersachsen)
Wellersen (Niedersachsen)
Lage von Wellersen in Niedersachsen
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Geographie

Wellersen liegt an der Dieße. Der Ort liegt am Nordrand der Ahlsburg (Höhenzug) am Westrand des Leinegrabens. Am Ortsrand liegt eine Verwerfung von Liaskalk oberflächennah, so dass hier Ammoniten gefunden worden sind.[2]

Geschichte

Der Ort wurde als Wolderikessen in der Verkaufsurkunde von 1310 des letzten Grafen von Dassel, Simon, erstmals urkundlich erwähnt und war somit bis dahin Teil der Grafschaft Dassel.[3] Nach der Hildesheimer Stiftsfehde geriet der Ort an das Fürstentum Grubenhagen als dessen westlichster Teil. Das zentrale Gutshaus des Ortes wechselte über die Jahrhunderte mehrfach den Besitzer, respektive den Eigentümer. Zu dieser frühen Zeit befand sich eine Gipsmühle in Wellersen.[4]

Allianzwappen d. Fam. v. Bortfeld.

Das Gutshaus wechselte seit Mitte des 16. Jahrhunderts wiederholt den Besitzer. Das Gut wurde geführt von Pächtern und Besitzern, unter anderen die Herren von Bortfeld. Der Marschall Otto von Berckefeldt agierte als Pfandherr, er gilt 1539 als Bauherr des Herrenhauses, mit Wassergraben umzogen. Später folgte Carl Nahl, der für seinen Großvater Johann August Nahl ein von seinem Vater Samuel geschaffenes Grabdenkmal am Gutshaus aufstellte.[5]

Gut Wellersen kam anfangs des 17. Jahrhunderts, 1639, in das Eigentum der Familie von Dassel, einem bis heute bestehenden sehr alten Patriziergeschlecht, wobei keine verwandtschaftliche Beziehung zu den o. g. Grafen Dassel bestand. Friedrich von Dassel-Hoppensen war bis 1837 örtlicher Gutsherr. Sein ältester Sohn, der Ritterschafts-Depurtierte Wilhelm von Dassel (1807–1867), erbte das Hauptgut Hoppensen.[6] Gut Wellersen bekam dagegen der zweite Sohn, der kgl. hann. Major Albert von Dassel-Hoppensen (1809–1880). Er war mit der 1820 in Wellersen geborenen Alwine Rahl verheiratet und erhielt am 15. April 1880 die preußische Genehmigung zur Führung des Doppelnamens von Dassel-Wellersen,[7][8] solange das Rittergut Wellersen bei seiner Nachkommenschaft bleibt.[9]

Inmitten des 20. Jahrhunderts wurde das schlossartig ausgebaute Gutshaus abgerissen; sein Portal wird heute in der Ortsmitte präsentiert.[10] Die letzte Vertreterin der Familie von Dassel-Wellersen war die älteste Tochter Lonny von Dassel (1895–1970), die mit dem Landwirt Walter von Griesheim, 1940 in Wellersen verstorben, verheiratet war und bis zuletzt selbst in Wellersen lebte. Mit ihr starb[11] der genealogische Nebenzweig derer von Dassel-Wellersen aus.[12] Die Familie von Dassel auf Rittergut Hoppensen wurde vertreten mit Friedhelm von Dassel, dann Wolfgang-Thedel von Dassel und heute durch den Landwirt Ludolf von Dassel, den heutigen stellv. Ortsbürgermeister.[13]

Wellersen wurde am 1. März 1974 in die Stadt Dassel eingegliedert.[14]

Politik

Ortsrat

Wellersen bildet mit Hoppensen einen gemeinsamen neunköpfigen Ortsrat, der seit der Kommunalwahl 2021 ausschließlich von Mitgliedern der „Wählergemeinschaft Hoppensen/Wellersen“ besetzt ist. Die Wahlbeteiligung lag bei 81,49 Prozent.[15]

Ortsbürgermeister

Ortsbürgermeister ist Helmut Dörger, stellvertretender Ortsbürgermeister ist Ludolf von Dassel. Die aktuelle Wahlperiode läuft vom 1. November 2016 bis 31. Oktober 2021.

Kirche Wellersen.

Kirche

Die Kirche wurde 1664 erbaut.[16] Sie hat einen Dachreiter. Die 1972 eingebaute Orgel dieser Kirche war ursprünglich 1864 mit Unterstützung von Georg V. für Avendshausen angeschafft worden.

Literatur

  • Wellersen., In: Georg Max-Osterode: Geschichte des Fürstenthums Grubenhagen. Zweiter Theil, Anhang I: Die landtagsfähigen Ritter-Güter. Schmorl` & v. Seefeld, Hannover 1863, S. 339–341.
  • Wellersen / A (Amt) Einbeck: In: Hector Wilhelm Heinrich Mithoff: Kunstdenkmäler und Alterthümer im Hannoverschen. Band 2: Fürstenthümer Göttingen und Grubenhagen nebst dem hannoverschen Theile des Harzes und der Grafschaft Hohnstein. Helwing`sche Hofbuchhandlung, Hannover 1873, S. 199.
Commons: Wellersen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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