Wenddoche
Straße in Bad Belzig, Brandenburg
From Wikipedia, the free encyclopedia
Wenddoche ist ein Wohnplatz im Ortsteil Lütte der Stadt Bad Belzig im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.[1]
Wenddoche Stadt Bad Belzig | |
|---|---|
| Koordinaten: | 52° 11′ N, 12° 36′ O |
| Höhe: | 72–90 m ü. NHN |
| Postleitzahl: | 14806 |
| Vorwahl: | 033846 |
Geografische Lage
Wenddoche liegt rund 4,5 Kilometer nordnordwestlich des Stadtkerns in einem Waldgebiet. Rund 400 Meter weiter östlich befindet sich der weitere Wohnplatz Forsthaus Rothebach. Nordöstlich liegt der Ortsteil Lütte, südöstlich der Ortsteil Schwanebeck. Beide sind über die Bundesstraße 102 miteinander verbunden. Von ihr führt eine Gemeindestraße in westlicher Richtung zum Wohnplatz. Das Gelände liegt auf einer Höhe von rund 72 m ü. NHN und steigt nach Süden hin auf über 90 Meter an.[2]
Geschichte
13. bis 16. Jahrhundert
Die Siedlung wurde erstmals im Jahr 1236 indirekt durch einen Johannes de Dochowe urkundlich erwähnt. Eine Gerichtsbarkeit erschien in den Jahren 1454/1455 als gerichte Czu Wentochaw in den Akten.[3] Das Dorf lag zu dieser Zeit vermutlich aber bereits wüst.[4] Eine weitere namentliche Erwähnung existiert aus dem Jahr 1591, als von Wendocher oder Wendische Dochau berichtet wurde. Im Jahr 1842 erschien der Name Hinterdoche. Das Etablissement gehörte vor 1454 bis um 1550/1552 zur Vogtei bzw. Pflege bzw. Amt Belzig und kam 1550/1552 bis 1872 in den Besitz des Amtes Belzig-Rabenstein. Drei Einwohner aus Belzig mussten im Jahr 1503 Abgaben aus Hufen in Wenddoche leisten. Einer dieser Einwohner besaß zwei Hufen, ein weiterer Einwohner war vom Amt mit der wüsten Gerichtsbarkeit belehnt worden. Eine Person aus Schwanebeck besaß einen Erbanteil in Wenddoche, das Hospital St. Gertrud aus Belzig zinste von Hufen aus der Gemarkung. Im Jahr 1542 wurden zwei Hufen und das genannte Erbe von Belzig aus genutzt. Weitere Hufen könnten vielleicht in neun Docher Hufen enthalten sein, die in Belzig verzeichnet waren. Um 1550 gehörten zwei Hufe zu Belzig; 1591 waren es vier wüste Hufen. Der Burgmüller leistete Abgaben von der wüsten Feldmark. Eine wüste Hufe gehörte zu Schwanebeck. Der Zehnt ging im Jahr 1591 nach Belzig (ebenso 1822).[4]
17. und 18. Jahrhundert
Einige Bürger aus Belzig und ein Einwohner aus Schwanebeck zahlten im Jahr 1645 insgesamt 24 Groschen von 50 Wendekäsen von der wüsten Feldmark; ein Fugmann aus Belzig zahlte von einer Schneidemühle zu Wenddoche. Im Jahr 1682 besaßen zwei Einwohner aus Schwanebeck eine wüste Hufe in Wenddoche. Drei Einwohner aus Lütte bewirtschafteten zwei wüsten Hufen.
Im Jahr 1718 gab es sieben wüste Hufen, die von Belzig aus genutzt wurden. Im Jahr 1764 nutzten sechs Einhalbhufner, die allesamt Kossäten in Lütte waren, drei Hufen in Wenddoche und brachten dort 12 Dresdner Scheffel Saat aus.[4]
17. bis 21. Jahrhundert
Im Jahr 1822 gehörten 2 ½ wüste Hufen zu Lütte, 8 ¾ Hufe zu Seedoche und Wenddoche. Im Jahr 1885 wurde Wennddoch ein Wohnplatz der Stadtgemeinde Belzig mit drei Einwohnern. Zehn Jahre später existierte ein Wohnhaus mit sechs Einwohnern. Die Anzahl ging auf drei Personen im Jahr 1905 zurück und stieg auf zehn Personen im Jahr 1925.[4] Der Wohnplatz wurde weiterhin Lütte zugeordnet, das seit 2003 ein Ortsteil der Stadt Bad Belzig ist.
Literatur
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 99 und 100)