Wenzel Peiter

böhmischer Pädagoge, Ornithologe, Heimatforscher und Naturkundler From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Peiter kam 1863 in der kleinen Ortschaft Grasengrün zur Welt,[1][2] die etwa 13,5 Kilometer Luftlinie nordnordöstlich von Karlsbad liegt und damals innerhalb des Kaisertums Österreich zum Königreich Böhmen gehörte. Hauptberuflich war er als Lehrer beziehungsweise Oberlehrer tätig. Er begann seine Laufbahn 1887 in Stolzenhan (Bezirk Joachimsthal) und wechselte 1895 an die Schule in Wellemin (Bezirk Leitmeritz),[3] wo er bis an sein Lebensende ansässig blieb. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges lag seine Heimat im neuen Staat Tschechoslowakei.

In seinem heimatkundlichen Wirken beschäftigte sich Peiter mit Alltagsbräuchen und Sagen des Erzgebirges und des Egerlandes und veröffentlichte entsprechende Beiträge beispielsweise in der Erzgebirgs-Zeitung, in der Zeitschrift für Österreichische Volkskunde und in den Beiträgen zur Heimatkunde des Aussig-Karbitzer Bezirkes. Seine botanischen Aufsätze erschienen in Aus der Heimat, in Der deutsche Landwirt, in der Österreichischen Monatsschrift für grundlegenden naturwissenschaftlichen Unterricht sowie in Lehrmittel-Sammler – Zeitschrift für die Gesamt-Interessen des Lehrmittel-Sammelwesens, während er mineralogische Themen unter anderem in der Monatsschrift für Mineralien-, Gesteins- und Petrefaktensammler, in der Zeitschrift für Mineralogie, Geologie und Paläontologie und in den Periodischen Blättern für naturkundlichen und mathematischen Schulunterricht platzieren konnte.

Ab 1888 war er auch ornithologisch tätig und veröffentlichte seine Schriften vor allem in den Mittheilungen des ornithologischen Vereines in Wien sowie im Journal für Ornithologie. Er gehörte zu den Wenigen, die Ende des 19. Jahrhunderts die Avifauna des böhmischen Erzgebirges untersuchten, und konzentrierte sich während seiner Zeit in Stolzenhan zumeist auf die Höhenlagen, während er sich ab seinem Umzug nach Wellemin vornehmlich den tiefer gelegenen Landschaften widmete.[3] Darüber hinaus war Peiter auch Gründer und bis zu seinem Tod Leiter des Welleminer Imkervereins.[4]

Bewertung

Im Rückblick ordnete der deutsche Oberstudiendirektor und Ornithologe Ludwig Gebhardt (1891–1986) die vogelkundlichen Arbeiten Wenzel Peiters 1964 zwiespältig ein. Er bezeichnete dessen zahlreiche, oftmals kurze Beiträge in den Mittheilungen des ornithologischen Vereines in Wien als „zum Teil belanglos“[3] und führte weiter aus:

„Bis auf einige etwas verschwommene Angaben, z. B. bei Weindrossel, Alpenmauerläufer, Zaunammer, Rotsternigem Blaukehlchen trug das [im Journal für Ornithologie] entworfene faunistische Bild, das sich stellenweise auch auf die Erfahrungen der benachbarten Landsleute Julius Michel und Anton Hauptvogel stützte,[A 1] im allgemeinen befriedigende Züge. Zusammen mit Anton Hauptvogel stand der Verfasser nicht auf derselben Stufe örtlicher Leistungen wie Julius Michel.“[3]

Publikationen (Auswahl)

Ausführliche ornithologische Abhandlungen

  • Peiter: Das Vogelleben in einem Dorfe des deutsch-böhmischen Mittelgebirges. In: Journal für Ornithologie. Band 46, 1898, Seiten 547–578.
  • Peiter: Das Vogelleben in Flur und Wald des deutsch-böhmischen Mittelgebirges. In: Journal für Ornithologie. Band 47, 1899, Seiten 151–207.
  • Peiter: Das Vogelleben im Elbetale des deutsch-böhmischen Mittelgebirges. In: Journal für Ornithologie. Band 48, 1900, Seiten 377–420.

Anmerkungen

  1. Gemeint sind Anton Hauptvogel (1846–1928) und Julius Michel (1859–1929), die ebenfalls als Lehrer in der gleichen Region tätig waren.

Einzelnachweise

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