Werner Peitsch

deutscher Chirurg für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie From Wikipedia, the free encyclopedia

Werner Karl Josef Peitsch (* 2. November 1945 in Hildesheim) ist ein deutscher Chirurg für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie.

Beruflicher Werdegang

Nach dem Abitur auf dem naturwissenschaftlichen Zweig der Scharnhorstschule Hildesheim begann Werner Peitsch im Sommersemester 1965 mit dem Studium an der Georg-August-Universität Göttingen. Hier studierte er Chemie, Medizin und Zahnheilkunde. Er wurde Mitglied der Burschenschaft Hannovera Göttingen, der er heute als Alter Herr angehört. Die ärztliche Prüfung legte er 1971 ab, die Approbation erfolgte 1972. Im Jahr 1971 wurde Werner Peitsch durch die Medizinische Fakultät der Universität Göttingen der Grad eines Doktors der Medizin verliehen. Das Thema seiner Dissertation lautete Veränderungen im Gerinnungs- und Fibrinolysesystem nach tierexperimentellen Schock- und Frakturversuchen. Die Approbation als Zahnarzt folgte 1972.

Von 1973 bis 1979 war Peitsch Assistenzarzt an der Klinik und Poliklinik für Allgemeinchirurgie der Universität Göttingen (Direktor: Hans-Jürgen Peiper). 1978 erfolgte seine Anerkennung als Arzt für Chirurgie. Von 1979 bis 1980 war Peitsch mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft als Research Scientist am Department of Physiology (Direktor: Leonard R. Johnson) der Medical School an der University of Texas in Houston tätig.

1982 wurde ihm der Grad eines habilitierten Doktors der Medizin und die Venia legendi für Chirurgie durch den Fachbereich Medizin der Universität Göttingen verliehen. Das Thema der Habilitationsschrift lautete Gastrinrezeptoren der Magenmucosa – Mechanismen ihrer postnatalen Entwicklung, hormonalen und lokalen Regulation sowie ihre Beziehung zum Serum- und Antrumgastrin – eine tierexperimentelle Studie. Die Studien wurden mit dem Hermann-Kümmel-Preis der Nordwestdeutschen Gesellschaft für Chirurgie und dem C.A.-Ewald-Preis der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten ausgezeichnet.

Ab 1982 nahm Peitsch die Funktion eines Oberarztes der Chirurgischen Universitätsklinik in Göttingen wahr. 1985 wurde er zum Geschäftsführenden Oberarzt und ständigen Vertreter des Klinikdirektors ernannt. Die Berufung auf eine Professur auf Zeit und die Verleihung einer außerplanmäßigen Professur an der Universität Göttingen folgten 1986.

1989 übernahm Werner Peitsch die Funktion des Leitenden Arztes der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie des Katholischen St. Josef Krankenhauses in Essen-Werden, heute Kliniken Essen Süd. Hier wurde unter seiner Leitung unter anderem 1992 die erste endoskopisch-laparoskopische Leistenhernien-Operation in Nordrhein-Westfalen durchgeführt und das erste Hernienzentrum in Essen aufgebaut.[1]

Ruhestand und ehrenamtliche Tätigkeiten

Nach Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2010 wurde Werner Peitsch 2011 im Auftrag des Vereins „German Rotary Volunteer Doctors e. V.“ (GRVD) ehrenamtlich als Arzt in Ghana tätig, zunächst im Krankenhaus Mary-Therese in Dodi Papase und 2014 im Holy Family Hospital in Berekum.[2][3] In den Jahren 2015, 2017, 2019 und 2020 operierte und unterrichtete Peitsch ehrenamtlich für den GRVD im St. Martin de Porres Hospital in Eikwe, Ghana.[4][5][6]

2013 schloss Peitsch seine Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades für Zahnheilkunde zum Thema Komplikationen nach endoskopisch-laparoskopischer Hernioplastik (TAPP) als Regeloperation zur Versorgung von Leistenhernien – eine retrospektive Analyse des Krankengutes über 17 Jahre ab. Hierfür wurde ihm durch die Medizinische Fakultät der Universität Göttingen der Grad eines Doktors der Zahnmedizin verliehen.

In 2009 erfolgte die Investitur in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem durch den Großprior der Deutschen Statthalterei, Reinhard Kardinal Marx. Von 2011 bis 2016 war er Leitender Komtur der Komturei St. Thomas Morus in Essen.[7][8]

Familie

Werner Peitsch ist verheiratet mit Maria Regina Peitsch (geb. Kruse) und hat drei Kinder.

Auszeichnungen

  • Hermann-Kümmell-Preis der Nordwestdeutschen Gesellschaft für Chirurgie (1983)
  • C.A. Ewald-Preis der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (1984)[9]

Publikationen (Auswahl)

als Autor:

  • Veränderungen im Gerinnungs- und Fibrinolysesystem nach tierexperimentellen Schock- und Frakturversuchen. Dissertation. Georg-August-Universität-Göttingen, 1971.
  • Komplikationen nach endoskopisch-laparoskopischer Hernioplastik (TAPP) als Regeloperation zur Versorgung von Leistenhernien – eine retrospektive Analyse des Krankengutes über 17 Jahre. Dissertation. Georg-August-Universität-Göttingen, 2013 (Online).
  • Gastrinrezeptoren der Magenmucosa – Mechanismen ihrer postnatalen Entwicklung, hormonalen und lokalen Regulation sowie ihre Beziehung zum Serum- und Antrumgastrin – eine tierexperimentelle Studie. Habilitationsschrift. Georg-August-Universität-Göttingen, 1981.

als Co-Autor:

  • mit K. Takeuchi, L. R. Johnson: Mucosal gastrin receptor. V. Development in newborn rats. In: Am J Physiol-Gastroint Liver Physiol. 240(2), Februar 1981, S. G163–G169. PubMed PMID 6258450.
  • mit K. Takeuchi, L. R. Johnson: Mucosal gastrin receptor. VI. Induction by corticosterone in newborn rats. In: Am J Physiol-Gastroint Liver Physiol. 240(6), Juni 1981, S. G442–G449. PubMed PMID 6264799.
  • mit G. R. Speir, K. Takeuchi, L. R. Johnson: Mucosal gastrin receptor. VII. Up- and downregulation. In: Am J Physiol-Gastroint Liver Physiol. 242(3), März 1982, S. G243–G249. PubMed PMID 6278953.
  • mit L. R. Johnson, K. Takeuchi: Mucosal gastrin receptor. VIII. Sex-related differences in binding. In: Am J Physiol-Gastroint Liver Physiol. 243(6), Dezember 1982, S. G469–G474. PubMed PMID 6293315.

Einzelnachweise

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