Werner Sterzik
deutscher Fußballspieler und -trainer
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Werner Sterzik (* 9. Januar 1940) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und Trainer. Der vielseitige Abwehrspieler hat von 1958 bis 1963 in der damaligen Fußball-Oberliga Süd für den BC Augsburg 73 Oberligaspiele absolviert (3 Tore) und hat danach in der zweitklassigen Fußball-Regionalliga Süd von 1963 bis 1969, nach seinem Wechsel zum Lokalrivalen TSV Schwaben Augsburg, noch weitere 178 Ligaspiele mit sieben Toren folgen lassen. Er ist damit der Regionalliga-Rekordspieler für Schwaben Augsburg.[1]
Laufbahn
Oberliga Süd, 1961 bis 1963
Am ersten Spieltag der Saison 1958/59 debütierte der Nachwuchsspieler Werner Sterzik in der Oberliga Süd. Der BCA gewann das Heimspiel mit 4:3 gegen den 1. FC Nürnberg. Vor 18.000 Zuschauern im Rosenaustadion lief der Debütant dabei als rechter Läufer im damaligen WM-System auf und Otmar Maurus, Ulrich Biesinger und Helmut Haller hatten den Innensturm der Elf vom österreichischen Trainer Ernst Reitermaier gebildet. Nach Ende der Hinrunde belegte der BCA den 15. Rang, welchen er auch am Rundenende bekleidete und damit in die 2. Liga Süd abstieg. Sterzik hatte in 19 Oberligaspielen mitgewirkt und überwiegende der Defensive angehört, welche mit 85 Gegentreffern nicht konkurrenzfähig in der Oberliga Süd war.
Im zweiten Jahr in der 2. Liga Süd, 1960/61, unter Trainer Robert Gebhardt gewann Sterzik mit seiner Mannschaft die Meisterschaft in der 2. Liga Süd und kehrte damit wieder in die Oberliga Süd zurück. Helmut Haller hatte zum Meisterschaftserfolg 31 Tore beigesteuert und aus der A-Jugend waren mit Georg Späth, Manfred Rühr und Rudolf Zimmerly weitere Talente nachgerückt. Der Spielerkader wurde für die Oberliga durch den Nürnberger Herbert Ammer verstärkt und die Nachwuchskräfte Manfred Albertini, Josef Eberl und Werner Rumbucher wurden in den Ligakader übernommen.[2]
Unter Neutrainer Hans Hipp absolvierte Sterzik an der Seite des überragenden BCA-Spielers Helmut Haller – Haller nahm im Sommer 1962 mit der deutschen Fußballnationalmannschaft unter Bundestrainer Sepp Herberger an der Weltmeisterschaft in Chile teil – 1961/62 27 Rundenspiele (2 Tore) mit dem Aufsteiger in der Oberliga Süd und der BCA belegte den 11. Rang. Das letzte Rundenspiel gewann der Aufsteiger am 21. April 1962 im Rosenaustadion mit 4:1 gegen den VfB Stuttgart; vor 8.000 Zuschauer hatte Sterzik mit Walter Rauh die Außenläuferpositionen besetzt und Angreifer Otmar Maurus hatte drei Tore erzielt.
Die letzte Runde der alten erstklassigen Oberliga, 1962/63, begann für Sterzik, den BCA und Trainer Hipp mit der Hypothek des Wechsels von Helmut Haller in die Serie A zum FC Bologna. Der Weggang des Nationalspielers hinterließ beim BCA eine große Lücke. Es wurden zwar die Neuzugänge Gert Fröhlich, Gerhard Pastoors und Theodor von Brevern verpflichtet, aber der sportliche Verlust des Nationalspielers war gewaltig. Die Blau-Weißen hatten am Rundenende die „Rote Laterne“ zu tragen, der BCA belegte im Sommer 1963 den letzten Rang in der Oberliga Süd und mussten deshalb 1963/64 in der neuen Zweitklassigkeit der Regionalliga Süd antreten. Sterzik hatte in 27 Ligaspielen mitgewirkt (1 Tor) und hatte neben Albertini, Rauh, dem 17-fachen Torschützen Fröhlich, Ammer, Maurus, Pastoors und Späth zum Kreis der Stammspieler gezählt. Am 30. Spieltag, den 28. April 1963, verabschiedete er sich vom BCA mit einem 3:3 gegen Ulm 1846, wo er als rechter Verteidiger zum Einsatz gekommen war. Er schloss sich zur Runde 1963/64 dem Lokalrivalen Schwaben Augsburg an.
Regionalliga Süd, 1963 bis 1969
Sterzik debütierte bei den lila-weißen Schwaben am Rundenstarttag bei einem 0:0 im Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers in der Regionalliga Süd. Am dritten Spieltag, den 18. August 1963, gehörte er als rechter Verteidiger dem Schwaben Team an, welches mit einem furiosen 7:2 den späteren Südmeister KSV Hessen Kassel vor 10.000 Zuschauern besiegte. Er erzielte einen Treffer und Kurt Haseneder, welcher vom 1. FC Nürnberg zu den Schwaben gewechselt war, zeichnete sich als dreifacher Torschütze aus. Am 13. Oktober gehörte er als linker Außenläufer dem siegreichen Schwabenteam an, welches auf dem gefürchteten Bieberer Berg sich mit 3:1 gegen die heimischen Kickers durchsetzen konnte. Dabei deren torgefährliche Angreifer wie Hermann Nuber, Oskar Lotz, Georg Tripp, Sigfried Held und Siegfried Gast in Schach gehalten zu haben, war eine Bestätigung für die Defensive der Schwaben.
In das Jahr 1964 starteten die Schwaben am 5. Januar vor 30.000 Zuschauern im Auestadion mit einem 5:3-Auswärtserfolg beim Tabellenführer Hessen Kassel. Torhüter Georg Mögele, Egar Otschik, Ferdinand Schneider und Sterzik stemmten sich in der Abwehr dem torgefährlichen KSV-Angriff mit Jozsef Burjan, Rolf Fritzsche, Ernst Kuster, Klaus-Peter Jendrosch und Gerd Becker entgegen, so dass die Schwaben-Angreifer Harry Sieber, Georg Lechner, Kurt Haseneder und Karl-Heinz Peschen zu eigenen Torchancen kommen konnten.
Zum Ende der Rückrunde im April/Mai 1964 konnten die Mannen um Sterzik ihre gute Form nicht mehr halten und holten sich Niederlagen gegen Schweinfurt 05 (0:3), SV Waldhof (1:2), Freiburger FC (1:3) ab und verloren auch am Schlusstag der Runde, den 24. Mai, das Auswärtsspiel bei den Stuttgarter Kickers mit 0:5. Mit 49:27 Punkten belegten die Schwaben den 4. Rang, Kassel und Bayern München zogen in die Aufstiegsrunde ein, wo sie sich aber nicht durchsetzen konnten. Sterzik hatte in 34 Ligaeinsätzen sechs Tore erzielt und hatte durchgehend zur Stammbesetzung gezählt. Sein Wechsel vom BCA zu den Schwaben hatte sich als richtig erwiesen.
In seine zweite Schwaben-Runde 1964/65 ging es unter dem neuen Trainer Otto Westphal. An der Seite der Neuzugänge Manfred Albertini, Johann Auernhammer und Horst Blechinger versuchte Sterzik mit den Schwaben den Abgang des vorherigen bestimmenden Mannes in der Offensive, Georg Lechner, zu kompensieren. In der Liga glückte das Unterfangen aber nicht; Schwaben Augsburg belegte 1964/65 den unbefriedigenden 16. Rang und Sterzik war in 30 Rundenspielen aufgelaufen. Im Pokal dagegen verzeichneten die Lila-Weißen zwei sportliche Ausrufezeichen: Zuerst am 27. Dezember 1964 im Wettbewerb des Süddeutschen Pokals, als man als Gastgeber den späteren Bundesligaaufsteiger FC Bayern München vor 10.000 Zuschauern mit einem völlig überraschenden 7:3 aus dem Rennen warf. Kurt Haseneder ragte dabei gegen die von Torhüter Sepp Maier und Mittelläufer Franz Beckenbauer angeführte Bayern-Abwehr als vierfacher Torschütze heraus. Bereits am 16. Januar 1965 fand im DFB-Pokal das 1. Hauptrundenspiel gegen den Bundesligisten FC Schalke 04 statt. Wiederum ragte Haseneder als vierfacher Torschütze gegen den Nationalspieler und späteren „World-Cup Willi“, Willi Schulz, heraus, konnte aber die 5:7-Niederlage nach Verlängerung nicht verhindern. Sterzik hatte sich als linker Außenläufer mit Halbstürmer Günter Herrmann in erster Linie auseinandergesetzt.[3]
In den folgenden Runden glückte Sterzik mit dem TSV Schwaben nicht mehr das Vorrücken in die Spitzenränge; der Stammbesetzung gehörte er aber unter den Trainern Radoslav Momirski und Werner Roth durchgehend an. Der Absturz erfolgte 1968/69 als Werner Sterzik alle 34 Ligaspiele für Schwaben Augsburg bestritt und sein Verein sich mit den Neuzugängen Wolfgang Böhni, Werner Kunstmann und Ernst Winterhalter verstärkt hatte. Als 17. erfolgte mit 25:43 Punkten der Abstieg in das bayerische Amateurlager. Auch durch die Ablösung von Trainer Roth durch den 54er-Weltmeister Karl Mai gelang nicht mehr die Rettung. Mit einer 1:2-Niederlage am 11. Mai 1969 beim FC 08 Villingen verabschiedete sich der TSV Schwaben mit Verteidiger Sterzik aus der Regionalliga Süd.
Sterzik hatte von 1958 bis 1969 bei den zwei Augsburger Vereinen BCA und TSV Schwaben insgesamt 251 Spiele mit zehn Toren als Vertragsspieler in der Oberliga Süd beziehungsweise Regionalliga Süd bestritten und hatte zusätzlich in der Saison 1960/61 die Meisterschaft in der 2. Liga Süd und damit die Rückkehr in die Oberliga Süd mit dem BCA als Spieler aktiv mitgestaltet.
Der Kader des TSV Schwaben war im Abstiegsjahr 1968/69 mit folgenden Spielern versehen (Einsätze/Tore):
Torleute Rudolf Zimmerly (22/0), Georg Mögele (14/0) und die Feldspieler Werner Kölz (21/0), Heiner Schuhmann (32/2), Sterzik (34/0), Walter Sohnle (33/1), Manfred Mack (20/0), Richard Kugler (26/2), Walter Schwab (33/6), Werner Kunstmann (24/3), Kurt Haseneder (27/11) - er war der Regionalligarekordtorschütze der Schwaben mit 95 Treffern -, Wolfgang Böhni (32/9), Harry Sturm (19/0) und Ernst Winterhalter (17/4). Der langjährige Leistungsträger Georg Lechner lief nur noch in neun Spielen für die Schwaben auf und bewirkte somit eine klare sportliche Schwächung.
Trainer
Sterzik hatte neben seiner Fußballerlaufbahn das Ingenieurstudium erfolgreich betrieben, arbeitete darin beruflich und trainierte Mannschaften nebenberuflich im Amateurbereich. Unter anderem den FC Memmingen und den SC Fürstenfeldbruck. 1970 hatte er in Köln an der Sporthochschule die Fußball-Lehrer-Ausbildung durchlaufen. Zur Saison 1978/79 übernahm er den Trainerposten beim FC Augsburg in der 2. Fußball-Bundesliga. Durch finanzielle Zwänge war der Spielerkader des FCA nicht wirklich konkurrenzfähig – die Runde wurde mit nur drei erfahrenen Spielern wie Ewald Schäffner, Georg Beichle und Hans Jörg und ansonsten jungen Nachwuchsspielern wie Reinhard Kindermann und Manfred Tripbacher angegangen. Im Dezember erfolgte die Trennung von Trainer Sterzik und ab Januar übernahm Hans Cieslarczyk das Traineramt in Augsburg. Es half aber nicht, mit 28:48 Punkten stieg der FCA in das Amateurlager ab.
Literatur
- Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. Agon Sportverlag. Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4. S. 23.
- Horst Eckert, Werner Klinger: Augsburger Fußball-Geschichte. Hesz Print und Medien. Augsburg 2006. ISBN 3-938332-05-0.