Westeraccumersiel
Ort in Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland
From Wikipedia, the free encyclopedia
Westeraccumersiel ist eine Gemarkung und ein Ortsteil der Gemeinde Dornum im Landkreis Aurich in Niedersachsen. Der Ort war bis 1972 eine eigenständige Gemeinde und bildet zusammen mit dem Nachbarort Dornumersiel die Ortschaft Dornumersiel/Westeraccumersiel.[2]
Westeraccumersiel Gemeinde Dornum | ||
|---|---|---|
| Koordinaten: | 53° 40′ N, 7° 28′ O | |
| Fläche: | 79 ha[1] | |
| Einwohner: | 295[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 373 Einwohner/km² | |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 | |
| Eingemeindet nach: | Dornumersiel | |
| Postleitzahl: | 26553 | |
| Vorwahl: | 04933 | |
Lage von Westeraccumersiel in Niedersachsen | ||
Geographie
Das Dorf Westeraccumersiel liegt am rechten Ufer des Dornumer Tiefs kurz vor dessen Mündung in die Nordsee. Das Dornumer Tief weitet sich hinter dem Dorf zu einem sogenannten Mahlbusen auf; nördlich des Mahlbusens folgt der Seedeich mit dem Sielbauwerk und seeseitig folgt noch ein kleiner Hafen. Direkt am gegenüberliegenden Ufer des Dornumer Tiefs liegt das Dorf Dornumersiel.

Geschichte
Westeraccumersiel wurde erstmals 1637 urkundlich erwähnt; in dieser Zeit wurde auch das erste Siel am Dornumer Tief erbaut.[3] Bei der Weihnachtsflut 1717 wurde der Ort fast vollständig zerstört, in der Folgezeit aber wiederaufgebaut.[4] Westeraccumersiel gehörte bis zu den Napoleonischen Kriegen zum Amt Esens des Fürstentums Ostfriesland, das seit 1744 zu Preußen gehörte.[5] Von 1806 bis 1810 gehörte der Ort zum napoleonischen Satellitenstaat Königreich Holland und von 1811 bis 1813 direkt zum Kaiserreich Frankreich. Dort gehörte Westeraccumersiel zum Kanton Esens des Departements Ost-Ems. 1814 fiel der Ort an das Königreich Hannover und gehörte dort wieder zum Amt Esens. Die Gemeinde Westeraccumersiel fiel 1867 mit dem gesamten Königreich Hannover an Preußen und gehörte dort seit 1885 zum Kreis Wittmund.
Der im Dorf gelegene Alte Hafen wurde 1965 zugeschüttet und das historische Sielbauwerk wurde abgerissen.[6] Westeraccumersiel wurde im Rahmen der Gebietsreform in Niedersachsen am 1. Juli 1972 Teil der Gemeinde Dornumersiel und wechselte dadurch in den Landkreis Norden.[7] Dieser wurde 1977 in den Landkreis Aurich eingegliedert. Am 1. November 2001 wurde Dornumersiel mit Westeraccumersiel nach Dornum eingemeindet.[7]
Einwohnerentwicklung
Baudenkmale
Die noch sichtbaren Reste des 1687 angelegten Alten Hafens, das Gebäude des Zwei-Siele-Museums sowie das Bloomsche Haus am Oll Deep 3 stehen unter Denkmalschutz.
Verkehr
Westaccumersiel ist mit Dornumersiel durch die Brücke der Störtebekerstraße sowie durch das Sielbauwerk, das mit Fahrzeugen überquert werden kann, verbunden. Die östliche Seite des Kutterhafens Dornumersiel liegt auf dem Gebiet von Westeraccumersiel; ebenso der Yachthafen des Yachtclubs Accumersiel.[14][15]
Rettungsschuppen der DGzRS


Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) richtete Anfang des 20. Jahrhunderts auch in Westeraccumersiel eine Rettungsstation ein. Die Einweihung des heute noch vorhandenen Rettungsschuppens erfolgte 1907. Darin lag das Deutsche Normalrettungsboot AUGUST GRASSOW, das 1906 auf der Bootswerft Hermann Havighorst in Blumenthal/Weser gebaut worden war. Zu der Zeit lag der Schuppen direkt am Hafen und besaß eine hölzerne Ablaufbahn (Slipanlage), auf der das Rettungsboot direkt ins Wasser abgelassen werden konnte. Bis 1948 lag es auf der Station und wurde anschließend verkauft. 2004 kam das Boot in den Besitz des Vereins „Historische Seenotrettung Horumersiel“, wo es nach umfangreicher Restaurierung seit 2006 im Rettungsschuppen der Seenotrettungsstation Horumersiel liegt und besichtigt werden kann.[16]
Im Zweiten Weltkrieg hatte die DGzRS für die Station ein Motorrettungsboot bei der Fr. Lürssen Werft in Bremen bestellt. Nach Auslieferung von KRC 303 übernahm das Kommando der Schiffe und Boote der Luftwaffe das zehn Meter lange Boot aus Mahagoni, um es im Seenotdienst für abgestürzte Flieger einzusetzen. Ab 1945 stand es als WESTERACCUMERSIEL der DGZRS wieder zur Verfügung. Mit der seewärtigen Verlegung der Hauptdeichlinie wurde der alte Hafen in das Vordeichgelände verlegt und die DGzRS-Station 1960 geschlossen. Das Rettungsboot verlegte zur Seenotrettungsstation Grömitz und erhielt dort den Namen H. H. BUNJE. Unter diesem Namen war es noch in Burgstaaken und zuletzt in Travemünde im Einsatz, wo es 1972 außer Dienst gestellt wurde.[17]
Der alte Rettungsschuppen wurde verkauft und wird heute vom CVJM genutzt. Auf der Wiese davor liegt ein ehemaliges Seenotrettungsboot der 9-Meter-Klasse. Es hatte von 1977 bis 2006 als WALTHER MÜLLER Dienst bei der DGzRS getan. In Gedenken an den ersten Vormann der Station hat das Boot den Namen EPPE DE BLOOM erhalten.[18]
