Weßling
Gemeinde im Landkreis Starnberg, Bayern, Deutschland
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Weßling ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Starnberg.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 48° 5′ N, 11° 15′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern | |
| Landkreis: | Starnberg | |
| Höhe: | 592 m ü. NHN | |
| Fläche: | 22,6 km² | |
| Einwohner: | 5519 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 244 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 82234 | |
| Vorwahl: | 08153 | |
| Kfz-Kennzeichen: | STA, WOR | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 1 88 144 | |
| Gemeindegliederung: | 7 Gemeindeteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Gautinger Straße 17 82234 Weßling | |
| Website: | www.gemeinde-wessling.de | |
| Erster Bürgermeister: | Michael Sturm (FW) | |
| Lage der Gemeinde Weßling im Landkreis Starnberg | ||
Geographie
Die Gemeinde liegt ca. 25 km südwestlich von München, etwas nördlich zwischen Ammersee und Starnberger See. Der Altort von Weßling lag am westlichen Ufer des Weßlinger Sees, des kleinsten Sees im Fünfseenland, mittlerweile wird der See von dem Ort komplett umschlossen.
Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteile[2] (in Klammern ist der Siedlungstyp[3] angegeben):
- Grünsink (Wallfahrtskirche)
- Hochstadt (Kirchdorf)
- Mischenried (Einöde)
- Neuhochstadt (Siedlung)
- Oberpfaffenhofen (Pfarrdorf)
- Weichselbaum (Dorf)
- Weßling (Pfarrdorf)
Es gibt die Gemarkungen Hochstadt, Oberpfaffenhofen und Weßling.[4]
Geschichte
Bis zum 19. Jahrhundert
Die Geschichte von Weßling reicht bis zur bajuwarischen Landnahme zurück. Nach dem Abzug der Römer, die seit 15 v. Chr. als Legionen über die Alpen gezogen waren und ihre Kultur mitgebracht hatten, versank das nun herrenlose, aber keineswegs entvölkerte Land für fast ein Jahrhundert im Dunkel der Geschichte. Erst in der Mitte des 6. Jahrhunderts nahmen die Bajuwaren das Land zwischen Enns und einem dem Lechrain vorgelagerten Bereich in Besitz. Mindestens seit dieser Zeit kann also von einer kontinuierlichen Besiedlung gesprochen werden.
Der Ortsname ist 1217/1218 als Wezzilingen ersturkundlich genannt. Es liegt der bajuwarische Personenname Wezil zugrunde.
Weßling ist ein alter Pfarrort. Im Mittelalter gehörte Weßling zunächst zur andechsischen Vogtei Neufahrn; diese hatte ihren Sitz in Mamhofen. Nach dem Ende der Andechser im Jahre 1248 gelangte das Dorf Weßling in den Besitz der Herrschaft Seefeld. Die alte Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt wurde 1453 erstmals urkundlich erwähnt.[5]
Eingemeindungen
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Hochstadt eingegliedert.[6] Am 1. Januar 1976 kam Oberpfaffenhofen hinzu.[7]
Einwohnerentwicklung
Zwischen 25. Mai 1987 und 15. Mai 2022 wuchs die Bevölkerung der Gemeinde von 4118[8] auf 5474 Einwohner,[9] stieg also um rund 33 Prozent an.
Politik
Bürgermeister
Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2020 Michael Sturm (FW). Er wurde zum Nachfolger von Michael Muther (FW) gewählt, der das Amt seit 2008 innehatte.
Gemeinderat
Wappen
| Blasonierung: „In Blau zwei schräg gekreuzte goldene Abtstäbe, darüber ein silbernes Schildchen mit einem schwarzen Pfaffenhut, darunter ein silberner Waller.“[10] | |
Baudenkmäler
Verkehr

Die Länge aller Straßen der Gemeinde beträgt 99,5 Kilometer, davon sind 57 km Feld- und Waldwege (Stand 2019).
Weßling ist durch die Autobahn A 96 mit den Ausfahrten Wörthsee und Oberpfaffenhofen erschlossen. Die verkehrlich gut angebundene Gemeinde ist noch immer stark vom Durchgangsverkehr belastet, vor allem von der A 96 zum Ammersee. Die Ortsumfahrung, Baubeginn Januar 2015, Fertigstellung am 28. November 2016, brachte nur einen Teilerfolg. Mit Freigabe des Verkehrs auf der Umgehungsstraße wurde die Hauptstraße bis zur Einmündung in die Gautinger Straße zur Gemeindestraße zurückgestuft.[11] Zudem wurde die Attraktivität der Durchfahrt, insbesondere für Lkw im reinen Durchgangsverkehr, zunächst durch Hindernisse, nachfolgende durch eine verkehrsrechtliche Maßnahmen (Beschluss im Feb. 2018, finale Umsetzung im Okt. 2018) gemindert.[12]
1903 nahmen die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen die Bahnstrecke Pasing–Herrsching mit dem Bahnhof Weßling in Betrieb.[13] Seit 1972 ist der Bahnhof an das Netz der S-Bahn München angeschlossen. Die Linie S8 verkehrt von Herrsching zum Flughafen München.
| Linie | Linienverlauf |
|---|---|
| Herrsching – Seefeld-Hechendorf – Steinebach – Weßling – Neugilching – Gilching-Argelsried – Geisenbrunn – Germering-Unterpfaffenhofen – Harthaus – Freiham – Neuaubing – Westkreuz – Pasing – Laim – Hirschgarten – Donnersbergerbrücke – Hackerbrücke – Hauptbahnhof – Karlsplatz (Stachus) – Marienplatz – Isartor – Rosenheimer Platz – Ostbahnhof – Leuchtenbergring – Daglfing – Englschalking – Johanneskirchen – Unterföhring – Ismaning – Hallbergmoos – Flughafen Besucherpark – Flughafen München | |
ÖPNV
Weßling ist in den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund integriert. Regionalbuslinien verbinden den Ort mit Stegen, Herrsching, Seefeld, Gilching, Starnberg und München.[14]
| Linie | Linienverlauf | Verkehrsunternehmen |
|---|---|---|
| X910 | Weßling – Gauting – Klinikum Großhadern | Busservice Watzinger |
| 921 | Herrsching – Inning – Weßling | Geldhauser |
| 923 | GP Inning/Wörthsee – Steinebach – Weßling – ESPE/3M – Steinebach | Geldhauser |
| 947 | Gilching-Argelsried – Neugilching – DLR – Weßling | Demmelmair |
| 955 | Weßling – Starnberg Nord | Demmelmair |
Tourismus
Die Gemeinde vermarktet sich als „Künstlerdorf“ und verweist dabei auf eine lange Liste von Malern (u. a. Pierre-Auguste Renoir), die den See besucht haben. Die am Seeufer stehenden Skulpturen stammen von einem Bildhauer-Wettbewerb. Weßling liegt in der Tourismusregion Starnberg-Ammersee.
Söhne und Töchter der Stadt
- Anton Besold (1904–1991), Politiker (BP, CSU), MdB
- Hans Seibert (1913–1990), Politiker (BP), Mitglied des Bayerischen Landtages
- Wilhelm Edelmann (1931–2010), Eishockeynationalspieler und Unternehmer
- Erich Schneider-Wessling (1931–2017), Architekt und Hochschullehrer
- Anton G. Leitner (* 1961), Schriftsteller, Herausgeber, Verleger
Weitere Persönlichkeiten
- Alois Alzheimer, Arzt und Entdecker der nach ihm benannten Krankheit, lebte ca. ein Jahrzehnt in der „Villa Alzheimer“ am Seeufer am Alzheimergaßl.
- Pierre-Auguste Renoir, französischer Maler, logierte im Sommer 1910 im ehemaligen Schulhaus in Weßling.[15][16]
- Conny Meissen, Kinderbuchautorin und -illustratorin, lebte 1913 bis 1925 in Weßling (heutiges Antiquariat Appel).
- Heinrich Brüne, Kunstmaler, lebte seit 1908 im Ortsteil Oberpfaffenhofen
- Helmut Karzel, Mathematiker und Hochschullehrer für Geometrie, lebte in Weßling An der Grundbreite.[17]
- Thomas Gottschalk, Fernsehmoderator und Entertainer, lebte bis Mitte der 1980er Jahre mit seiner Familie in einer Villa am Weßlinger See.
Literatur
- Hans Porkert: Am Weßlinger See – Ein Heimatbuch in Wort und Bild. Gemeinde Weßling, Weßling 1986.
- Hans Porkert, Maria Wolleschak, Ludwig Ostermayer, Walter Follner, Franz Hasler: Weßling Oberpfaffenhofen Hochstadt – Alte Bilder erzählen aus unserer Heimat. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1999, ISBN 3-89570-590-X,
- Willibald Karl: Kirchen der Pfarrei Weßling (= Peda-Kunstführer. Nummer 473). Kunstverlag Peda, Passau 1999, ISBN 3-89643-131-5,
- Helmut Bender: Die römische Siedlung von Weßling-Frauenwiese. Untersuchungen zum ländlichen Siedlungswesen während der Spätantike in Rätien (= Passauer Universitätsschriften zur Archäologie. Band 7). Verlag Marie Leidorf, Rahden 2002, ISBN 3-89646-175-3.
- Helmut Bender: Die nicht stratifizierten Funde aus den Grabungen 1973–1975 und 1978–1982 in Weßling-Frauenwiese. Ein Katalog (= Passauer Universitätsschriften zur Archäologie. Band 15). Verlag Marie Leidorf, Rahden 2023, ISBN 978-3-86757-084-8.

