Weßling

Gemeinde im Landkreis Starnberg, Bayern, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Weßling ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Starnberg.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Weßling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weßling hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 5′ N, 11° 15′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Starnberg
Höhe: 592 m ü. NHN
Fläche: 22,6 km²
Einwohner: 5519 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 244 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82234
Vorwahl: 08153
Kfz-Kennzeichen: STA, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 88 144
Gemeindegliederung: 7 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gautinger Straße 17
82234 Weßling
Website: www.gemeinde-wessling.de
Erster Bürgermeister: Michael Sturm (FW)
Lage der Gemeinde Weßling im Landkreis Starnberg
KarteAmmerseeStarnberger See
Karte
Schließen

Geographie

Weßlinger See und Weßling

Die Gemeinde liegt ca. 25 km südwestlich von München, etwas nördlich zwischen Ammersee und Starnberger See. Der Altort von Weßling lag am westlichen Ufer des Weßlinger Sees, des kleinsten Sees im Fünfseenland, mittlerweile wird der See von dem Ort komplett umschlossen.

Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteile[2] (in Klammern ist der Siedlungstyp[3] angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Hochstadt, Oberpfaffenhofen und Weßling.[4]

Geschichte

Bis zum 19. Jahrhundert

Die Geschichte von Weßling reicht bis zur bajuwarischen Landnahme zurück. Nach dem Abzug der Römer, die seit 15 v. Chr. als Legionen über die Alpen gezogen waren und ihre Kultur mitgebracht hatten, versank das nun herrenlose, aber keineswegs entvölkerte Land für fast ein Jahrhundert im Dunkel der Geschichte. Erst in der Mitte des 6. Jahrhunderts nahmen die Bajuwaren das Land zwischen Enns und einem dem Lechrain vorgelagerten Bereich in Besitz. Mindestens seit dieser Zeit kann also von einer kontinuierlichen Besiedlung gesprochen werden.

Der Ortsname ist 1217/1218 als Wezzilingen ersturkundlich genannt. Es liegt der bajuwarische Personenname Wezil zugrunde.

Weßling ist ein alter Pfarrort. Im Mittelalter gehörte Weßling zunächst zur andechsischen Vogtei Neufahrn; diese hatte ihren Sitz in Mamhofen. Nach dem Ende der Andechser im Jahre 1248 gelangte das Dorf Weßling in den Besitz der Herrschaft Seefeld. Die alte Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt wurde 1453 erstmals urkundlich erwähnt.[5]

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Hochstadt eingegliedert.[6] Am 1. Januar 1976 kam Oberpfaffenhofen hinzu.[7]

Einwohnerentwicklung

Zwischen 25. Mai 1987 und 15. Mai 2022 wuchs die Bevölkerung der Gemeinde von 4118[8] auf 5474 Einwohner,[9] stieg also um rund 33 Prozent an.

Politik

Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2020 Michael Sturm (FW). Er wurde zum Nachfolger von Michael Muther (FW) gewählt, der das Amt seit 2008 innehatte.

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2020
Wahlbeteiligung: 73,3 %
 %
40
30
20
10
0
30,1
29,9
26,9
13,1
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−3,0
+11,3
−1,0
−7,3
Sitzverteilung im Gemeinderat Weßling 2020
    
Insgesamt 20 Sitze
Weitere Informationen Jahr, CSU ...
Sitzverteilung im Gemeinderat
JahrCSUSPDGrüneFWgesamtWahlbeteiligung
2020 53662073,30 %
2014 54472067,09 %
Schließen

Wappen

Blasonierung: „In Blau zwei schräg gekreuzte goldene Abtstäbe, darüber ein silbernes Schildchen mit einem schwarzen Pfaffenhut, darunter ein silberner Waller.“[10]

Baudenkmäler

Verkehr

Bahnhof Weßling

Die Länge aller Straßen der Gemeinde beträgt 99,5 Kilometer, davon sind 57 km Feld- und Waldwege (Stand 2019).

Weßling ist durch die Autobahn A 96 mit den Ausfahrten Wörthsee und Oberpfaffenhofen erschlossen. Die verkehrlich gut angebundene Gemeinde ist noch immer stark vom Durchgangsverkehr belastet, vor allem von der A 96 zum Ammersee. Die Ortsumfahrung, Baubeginn Januar 2015, Fertigstellung am 28. November 2016, brachte nur einen Teilerfolg. Mit Freigabe des Verkehrs auf der Umgehungsstraße wurde die Hauptstraße bis zur Einmündung in die Gautinger Straße zur Gemeindestraße zurückgestuft.[11] Zudem wurde die Attraktivität der Durchfahrt, insbesondere für Lkw im reinen Durchgangsverkehr, zunächst durch Hindernisse, nachfolgende durch eine verkehrsrechtliche Maßnahmen (Beschluss im Feb. 2018, finale Umsetzung im Okt. 2018) gemindert.[12]

1903 nahmen die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen die Bahnstrecke Pasing–Herrsching mit dem Bahnhof Weßling in Betrieb.[13] Seit 1972 ist der Bahnhof an das Netz der S-Bahn München angeschlossen. Die Linie S8 verkehrt von Herrsching zum Flughafen München.

Weitere Informationen Linie, Linienverlauf ...
Linie Linienverlauf
S8 Herrsching Seefeld-Hechendorf Steinebach Weßling Neugilching Gilching-Argelsried Geisenbrunn Germering-Unterpfaffenhofen Harthaus Freiham Neuaubing Westkreuz Pasing Laim Hirschgarten Donnersbergerbrücke Hackerbrücke Hauptbahnhof Karlsplatz (Stachus) Marienplatz Isartor Rosenheimer Platz Ostbahnhof Leuchtenbergring Daglfing Englschalking – Johanneskirchen Unterföhring Ismaning – Hallbergmoos – Flughafen Besucherpark Flughafen München
Schließen

ÖPNV

Weßling ist in den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund integriert. Regionalbuslinien verbinden den Ort mit Stegen, Herrsching, Seefeld, Gilching, Starnberg und München.[14]

Weitere Informationen Linie, Linienverlauf ...
Linie Linienverlauf Verkehrsunternehmen
X910Weßling – Gauting – Klinikum GroßhadernBusservice Watzinger
921Herrsching – Inning – WeßlingGeldhauser
923GP Inning/Wörthsee – Steinebach – Weßling – ESPE/3M – SteinebachGeldhauser
947Gilching-Argelsried – Neugilching – DLR – WeßlingDemmelmair
955Weßling – Starnberg NordDemmelmair
Schließen

Tourismus

Die Gemeinde vermarktet sich als „Künstlerdorf“ und verweist dabei auf eine lange Liste von Malern (u. a. Pierre-Auguste Renoir), die den See besucht haben. Die am Seeufer stehenden Skulpturen stammen von einem Bildhauer-Wettbewerb. Weßling liegt in der Tourismusregion Starnberg-Ammersee.

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten

Literatur

  • Hans Porkert: Am Weßlinger See – Ein Heimatbuch in Wort und Bild. Gemeinde Weßling, Weßling 1986.
  • Hans Porkert, Maria Wolleschak, Ludwig Ostermayer, Walter Follner, Franz Hasler: Weßling Oberpfaffenhofen Hochstadt – Alte Bilder erzählen aus unserer Heimat. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1999, ISBN 3-89570-590-X,
  • Willibald Karl: Kirchen der Pfarrei Weßling (= Peda-Kunstführer. Nummer 473). Kunstverlag Peda, Passau 1999, ISBN 3-89643-131-5,
  • Helmut Bender: Die römische Siedlung von Weßling-Frauenwiese. Untersuchungen zum ländlichen Siedlungswesen während der Spätantike in Rätien (= Passauer Universitätsschriften zur Archäologie. Band 7). Verlag Marie Leidorf, Rahden 2002, ISBN 3-89646-175-3.
  • Helmut Bender: Die nicht stratifizierten Funde aus den Grabungen 1973–1975 und 1978–1982 in Weßling-Frauenwiese. Ein Katalog (= Passauer Universitätsschriften zur Archäologie. Band 15). Verlag Marie Leidorf, Rahden 2023, ISBN 978-3-86757-084-8.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI