White Tie

Kleiderordnung From Wikipedia, the free encyclopedia

White Tie (englisch: weiße Fliege) ist die formellste der Kleiderordnungen. Sie wird bei formellen Veranstaltungen nach 18:00 Uhr bei Eröffnungsbällen, Debütantinnenbällen und Benefizgalas getragen, auch von der Brautgesellschaft. Auf formellen Einladungen wird mit dem Wortlaut „white tie“ oder besonders beim Militär auch mit „decoration“ auf die Kleiderordnung hingewiesen, wobei das Tragen von Miniatur-Orden und Dekorationen erwartet wird.[1] Die Verpflichtung zur weißen Fliege steht in der unteren rechten Ecke der Einladung. Von Mitte Juni bis Mitte September finden keine White-tie-Veranstaltungen statt, weil das Outfit zu warm für die Jahreszeit ist. Eine Hochzeit mit weißer Fliege beginnt aus dem gleichen Grund nicht vor acht Uhr abends.[2]

Präsident Ronald Reagan, Queen Elizabeth II, Nancy Reagan, und Prince Philip, 1982

Geschichte

Der Dresscode White Tie tauchte um 1840 im viktorianischen England auf, als minimalistisches Gegenstück zur traditionellen Abendgarderobe der damaligen Zeit mit Rüschen und anderen Accessoires. In den 1870er Jahren – dem Beginn des Gilded Age in Amerika – war der White Tie auch hier endgültig die formelle Kleidung der oberen Gesellschaftsschichten in der Oper, bei Debütantinnenbällen und Kostümpartys, die von den reichen Prominenten der damaligen Zeit veranstaltet wurden. Selbst als der Smoking in den 1880er Jahren in den USA Einzug hielt, setzte er sich nur als Look für Dinnerpartys und kleinere Soireen durch.[3]

Waren vor dem Zweiten Weltkrieg die „white-tie evenings“ (Abende in Frack und weißer Fliege) noch ein gewöhnliches Ereignis im gesellschaftlichen Leben von Geschäftsleuten und Politikern, gab es sie danach nur noch zu gelegentlichen offiziellen Abendessen und Empfängen in einem königlichen und dem Weißen Haus oder traditionellen Veranstaltungen.[4]

Beschreibung

Die Herren tragen Frack, die weiße Fliege (auch: „white tie and tails“), weißer Smoking, weißer Kummerbund oder Weste, Handschuhe optional, in Weiß oder Grau passend zur Jackenfarbe, schwarze Schuhe und Socken.

Von den Damen erwartet man bodenlange Abendkleider (die nicht tief ausgeschnitten, körperbetont oder hochgeschlitzt sind), „fließende“ Chiffonhosen, transparente Strümpfe, Stoffschuhe, Handschuhe sind optional, aber angemessen (lange weiße Handschuhe werden oft zu einem ärmellosen Kleid getragen), kleine Handtasche, in der Hand zu tragen, kein Schultergurt. Bei White Tie-Veranstaltungen ist der Saum länger als bei Black-Tie-Veranstaltungen, dafür aber mit glamourösem Schmuck, ausgefallenen Frisuren und Ornamenten, besonderen Schuhornamenten und Pelzen (falls angebracht).[5]

Sonstiges

Während des Staatsbesuchs in Großbritannien 2025 sorgte die First Lady Melania Trump für Gesprächsstoff beim Staatsbankett und mitunter auch für negative Kritik, als sie eine knallgelbe körperbetonte Robe mit hohem Beinschlitz trug sowie einem Carmen-Ausschnitt, der ihre Schultern komplett freilegte. Für einige war das ein Fauxpas, da es für offizielle königliche Anlässe wie Staatsdinner ungeschriebene Regeln und tradierte Erwartungen gibt, auch wenn sie nicht gesetzlich festgelegt sind.[6][7]

Einzelnachweise

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