Wick-Theorem

mathematischer Satz From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Wick-Theorem ist nach dem Physiker Gian-Carlo Wick benannt und findet breite Anwendung in der Quantenfeldtheorie, um Produkte von Erzeugungs- und Vernichtungsoperatoren auf spezielle Summen von Produkten von Paaren dieser Operatoren zu reduzieren.[1] Dies ermöglicht die Anwendung Greenscher Funktionen und damit auch die Verwendung von Feynman-Diagrammen. In der Wahrscheinlichkeitstheorie gibt es mit dem Satz von Isserlis ein vergleichbares Resultat.

In der perturbativen Quantenfeldtheorie wird der Satz von Wick verwendet, um die zeitlich geordneten Summanden der Dyson-Reihe als Summe normalgeordneter Terme darzustellen. Im Grenzfall asymptotisch freier ein- und ausgehender Zustände können diese Terme mit Hilfe von Feynman-Diagrammen veranschaulicht werden.

Wick-Kontraktion

Die Wick-Kontraktion zweier bosonischer Feldoperatoren ist als

definiert. Dabei ist die eckige Klammer der Kommutator und bezeichnen die Anteile positiver bzw. negativer Frequenz des Feldes, also

sowie

wobei der Vernichtungsoperator und der Erzeugungsoperator ist.

Im Fall fermionischer Feldoperatoren und beinhaltet die Wick-Kontraktion ein zusätzliches Minuszeichen und den Antikommutator statt des Kommutators:

Mit dieser Definition für die Kontraktion von fermionischen Feldern gelten alle folgenden Aussagen sowohl für Fermionen als auch für Bosonen.

Der Vakuumerwartungswert einer Kontraktion zweier Feldoperatoren ist gleich dem Feynman-Propagator eines Teilchens zwischen diesen beiden Raumzeitpunkten. Es gilt also

Theorem

Das Wick-Theorem lautet:

ist ein entsprechender Rest mit drei oder mehr Kontraktionen. ist der Zeitordnungsoperator und die Notation bezeichnet die Normalordnung, damit in diesem Ausdruck alle Erzeugungsoperatoren links von den Vernichtungsoperatoren stehen. Ferner wurde die Kurzschreibweise verwendet. Die Faktoren mit den Fakultäten werden benötigt, weil in den Summen jeweils über mehrere identische Konfigurationen summiert wird. Die Reihenfolge der Feldoperatoren ist in den Termen nicht von Bedeutung, da Erzeugungs- und Vernichtungsoperatoren jeweils untereinander vertauschen. Die Reihenfolge der Feldoperatoren wird auch durch die Zeitordnung und die Definition der Kontraktion festgelegt.

Aus dem Wick-Theorem ergeben sich auch einige hilfreiche Formeln für den Vakuumerwartungswert des zeitgeordneten Produktes von Feldoperatoren, weil die Anwendung des Vernichtungsoperators auf den Vakuumzustand verschwindet und damit auch der Vakuumerwartungswert eines jeden normalgeordneten Produkts von Feldoperatoren:

.

Damit folgt, dass nur vollständig kontrahierte Ausdrücke im Vakuumerwartungswert von Null verschieden sind. Weil es für eine ungerade Anzahl an Feldoperatoren keine vollständig kontrahierten Ausdrücke geben kann, gilt also

.

Der Vakuumerwartungswert eines Produktes einer geraden Anzahl von Feldoperatoren lässt sich dagegen mittels des Wick-Theorems als Summe über ein Produkt von Feynman-Propagatoren darstellen. Bei dieser Summe ist jede Kombination von zwei Raumzeitpunkten genau einmal mit einem Propagator verbunden.

Beispiel

Für vier Feldoperatoren ergibt sich

und bei Bildung des Vakuumerwartungswerts fallen alle Terme weg, die nicht vollständig kontrahiert sind. Im Beispiel sind das alle Terme der oberen Zeile. Somit gilt:

Literatur

Einzelnachweise

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