Wikipedia:Kurier
internes Nachrichtenblatt der Wikipedia-Gemeinschaft
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Termine
| Heute | Editier- und Themenworkshop in Stuttgart |
| Heute | |
| 16.03.2026 | Stammtisch Mainz |
| 16.03.2026 | Stammtisch Mittelhessen zusammen mit Nordhessen mit Geburtstagsfeier: 25 Jahre deutschsprachige Wikipedia in Marburg |
| 16.03.2026 | |
| 17.03.2026 | |
| 18.03.2026 | Mit-Mach-Mittwoch im FürthWiki-Laden |
| 18.03.2026 | WomenEdit Berlin im WikiBär |
| 19.03.2026– 22.03. |
Mineralogia-Fotoaktion 2026 in München |
| 19.03.2026 | Wikipedia-Julbiäumsbus auf dem Augustusplatz in Leipzig |
| 19.03.2026 | Frauen sichtbar machen im FürthWiki-Laden |
Neue Projekte und Portale

Projekte: Queer | Einleitung und Artikelstruktur | Brasilien | Studentenverbindung
Portale: Oberpfalz | Kirgisistan | Internet | Deutsches Kaiserreich
Wiki loves Büdchen

Es ist Frühjahr und somit Zeit für einen kleinen thematischen Fotowettbewerb. In diesem Jahr unter dem Motto Kiosk mit Wiki Loves Büdchen.
„[Die Bude], auch [das Büdchen], [das Verkaufshäuschen], [der Verkaufsstand], [die Trinkhalle], [der Kiosk] (vor dem 18. Jahrhundert entlehnt über französisch kiosque, aus italienisch chiosco, aus spanisch quiosco, von osmanisch كوشك Köšk „Gartenpavillon“, aus persisch کوشک Kūšk), eine kleine Verkaufsstelle in Form eines Häuschens für alkoholische und nichtalkoholische Getränke und Dinge des sofortigen Bedarfs wie Tabak, Süßwaren, Lebensmittel und Zeitungen oder Zeitschriften, zugleich oft Annahmestellen für Lotto und Toto.“
Zwischen Kunst und Kramladen, sind die Büdchen und Kioske seit Jahrzehnten eine echte Institution, Retter in der Not nach Ladenschluss, geliebter Zwischenstopp nach der Schule, ein Paradies für Kleingeldsparer, soziokultureller Anlaufpunkt und Ecke zum Quatschen, die sogar in mehreren Büchern verewigt wurden und als Hauptdrehort einer Serie geadelt wurden. Grund genug, diese kleinen, meist etwas angeschmuddelte und in die Jahre gekommene, oder aber sorgsam restaurierte Kleinode fotografisch zu bewahren.
Spielregeln, Abstimmmöglichkeiten und alle nötigen Hinweise finden sich auf Wiki Loves Büdchen, sei dabei und entdecke die Büdchen deiner Region.
Das Queere Netzwerk Treffen 2026 und was daraus folgte
Am Wochenende vom 27. Februar – 1. März 2026 traf sich zum ersten Mal das Queere Netzwerk der deutschsprachigen WikiCommunity für ein ganzes Wochenende, um über LGBTQIA+ Themen in der Wikipedia und ihren Schwesternprojekten zu sprechen.
Nachdem die Situation der öffentlichen Verkehrsmittel es den Teilnehmenden nicht leicht gemacht hat, am Freitag anzureisen – die Qualitätsprobleme der Deutschen Bahn wurden mit dem Sahnehäubchen eines BVG-Streiks getoppt – , konnte die Gruppe in freudiger Runde am Freitagnachmittag ins Wochenende starten: Kennenlernen, WikiBär-Gastfreundschaft genießen und Planen für das Wochenende waren angesagt.
Samstag und Sonntag wurden dann gemeinsam Schwerpunkte erarbeitet, über diese gesprochen und dann ging es schon an die ersten konkreten Schritte. Wer hätte gedacht, dass man mit so vielen konkreten Ergebnissen aus dem Wochenende hervorkommen würde?!
Themen, die auf den Tisch kamen, gab es viele, die Baustellen innerhalb der Wikipedia sind zahlreich. Es ging darum, ein Netzwerk aufzubauen, Lücken im Artikelbestand und in bestehenden Artikeln zu schließen, Kategorien in Wikipedia und Commons zu überarbeiten sowie die Kompatibilität mit anderssprachigen Wikipedias und Wikidata herzustellen. Ein lustiger Moment ergab sich, als zur Inspiration und als Vorbild der LGBTQIA+ Themenbereich in der spanischsprachigen Wikipedia angeschaut und anschließend die deutschsprachige Version der Seite eingeblendet wurde. Ein Stöhnen des "Ohjeeeeee" ging durch den Raum. (Wer auch darüber schaudern mag, wie lange in unserer Sprachversion schon die Dinge still standen, zuerst das Spanische Vorbild anschauen und dann die alte deutschsprachige Seite anklicken!)
Noch im Treffen entstand die Seite Wikipedia:WikiProjekt Queer, die bereits mit ersten Texten und Zielen gefüllt wurde. Über die dort gesteckten Ziele hinaus sollen vor allem die bisherigen Artikel „Homosexualität in LANDESNAME“ aktualisiert, sowie inhaltlich und formal auf „Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in LANDESNAME“ als übergeordnete Darstellung erweitert werden.
Um eine dauerhafte Struktur für das Queere Netzwerk zu schaffen, soll es nun ein monatliches Online-Treffen geben und ein weiteres Präsenztreffen in etwa einem Jahr. Mal schauen wie sich die deutschsprachige Wikipedia bis dahin entwickeln wird! RD und DGS, 08.03.
Skript legt Wikimedia-Projekte lahm

Am 5. März testete ein WMF-Mitarbeiter des Wikimedia Product Safety and Integrity Teams diverse Skripte auf Sicherheitsrisiken. Dabei lud er gegen 16:09 Uhr unserer Zeit unter anderem ein Skript eines Benutzers der russischsprachigen Wikipedia, welches von diesem vor knapp zwei Jahren für Störaktionen erstellt wurde. Nach der Ausführung des Skriptes, welches sich als Computerwurm entpuppte, nistete es sich mithilfe der Benutzerrechte des Mitarbeiters als Benutzeroberflächenadministrator zunächst unentdeckt in die Datei MediaWiki:Common.js auf Meta-Wiki ein.
Von dort aus wurde es in lokale Benutzerskripte aller Personen, die in diesem Moment Metawiki bearbeitet haben (ca. 90 Personen), übertragen und von dort durch andere Personen mit Benutzeroberflächenadminrechten (bzw. Stewards) wieder zurück in die MediaWiki:Common.js. Gleichzeitig löste das Skript Bearbeitungen und Löschungen im Namen der infizierten Konten aus, soweit die lokalen technischen Rechte vorlagen. Insgesamt haben diese Konten unbeabsichtigt 7347 schädliche Bearbeitungen getätigt sowie Konten mit Administratorrechten aufgrund der Infektion 2242 Seiten im Projekt gelöscht.
Um 16:32 wurde der Schreibzugriff global bei allen Projekten gesperrt. Anschließend entfernten Mitarbeiter der Foundation das Schadprogramm aus dem Projekt. Es wurden Seitenlöschungen und Bearbeitungen durch die Stewards und Meta-Admins rückgängig gemacht. Die Spuren des Schadprogrammes wurden geoversighted, die Gefahr einer Wiederholung bleibt jedoch bestehen. Aufgrunddessen blieben Benutzerskripte bis in die Nacht hinein deaktiviert. DH und NDG, 5.3.
Besuch der Ausstellung „Von der Nagelbombe bis zum Mahnmal – 21 Jahre DANACH“


Zehn Wikipedianerinnen und Wikipedianer besuchten am Wochenende die Ausstellung „Von der Nagelbombe bis zum Mahnmal – 21 Jahre DANACH“ in Köln-Mülheim. Die Ehrenamtlichen Karmen Frankl, Efi Sauvageot und Hüseyin Topel führten uns durch die Ausstellung in Räumen, die noch bis Ende 2026 zur Verfügung stehen. Website der Initiative
Am 9. Juni 2004 verübte der NSU das Nagelbombenattentat in der Kölner Keupstraße, eine Straße, in der sich hauptsächlich Geschäfte und Restaurants türkeistämmiger Eigentümer befinden. Dabei wurden 22 Menschen verletzt, vier davon schwer. In den Jahren bis zur Selbstenttarnung des NSU blieb unbekannt, wer die Bombe gelegt hatte. Mit der späteren Aufklärung galt der Fall als abgeschlossen, und das Leben nahm seinen gewohnten Lauf.
In der Ausstellung der Initiative „Keupstraße ist überall“ wurde deutlich, dass für Außenstehende das Leben vielleicht weiterging, die Betroffenen jedoch bis heute unter dem Anschlag und seinen Folgen leiden. Sieben Jahre lang wurden Bewohnerinnen und Bewohner der Keupstraße von der Polizei wie Verdächtige behandelt, weil man fälschlicherweise von einem kriminellen Hintergrund – etwa Drogengeschäften oder Schutzgelderpressung – ausging.
Wie stellt man sich die Nägel in einer Nagelbombe vor? Wie Nägel, die man zuhause in den Wand schlägt, um Bilder aufzuhängen? Nein, diese Nägel in der Bombe waren schwere, zehn Zentimeter lange Zimmermannsnägel, von denen sich etwa 800 Stück in einem Behälter mit 5,5 Kilogramm Schwarzpulver befanden – allein einen dieser schweren Nägel in der Hand zu halten, machte uns die Perfidie dieses Anschlags besonders bewusst. Der Behälter mit den Nägeln befand sich auf einem Fahrrad, das kurz vor dem Anschlag auf einem Video zu sehen ist – wie es einer der Täter an genau der Treppe entlang schob, über die wir nun kurz zuvor das Ausstellungsgebäude betreten hatten …
Bedrückend die Ausschnitte aus dem Film „Der Kuaför aus der Keupstraße“, in dem Schauspielerinnen und Schauspieler die Originalprotokolle der Polizei nachstellten: Da wurden Ehepaare gegeneinander ausgespielt, aus einem Kartenspiel um 20 Euro hohe Glücksspielschulden konstruiert und aus Frisörkunden mit Muskeln die Verbindung zu Kriminellen. Viele Akten zu Taten des NSU bundesweit wurden übrigens inzwischen geschreddert.
Die Räumlichkeiten in Mülheim dienen nicht allein der Ausstellung, in der man etwa auch Berichte der Opfer anhören kann, sondern auch als Anlaufstelle für die Menschen, die weiterhin unter dem Geschehen leiden, und das waren nicht nur die direkten Opfer, sondern alle Bewohnerinnen und Bewohner der Straße. „Opfer“ ist auch die Zivilgesellschaft insgesamt, die sich über Jahre nicht entschieden genug positioniert hat.
Wikipedianerinnen und Wikipedianer sind ja vorzugsweise kulturbeflissen und besuchen gerne Kunstausstellungen, die ihnen selbst auch gut tun. Dieser Ausstellungsbesuch hat mir persönlich sicherlich nicht gut getan, sondern beschämt und traurig gemacht, manche aus unserer Gruppe konnten kaum die Tränen zurückhalten. Ein Besuch der Ausstellung ist dennoch oder besser: erst recht empfehlenswert.
Wir Kölner Wikipedianer*innen hatten schon im Vorfeld begonnen, den Artikel zur Keupstraße zu überarbeiten, da er bis vor wenigen Wochen tatsächlich die Vorurteile der Polizei transportierte. Ein besonderer Dank gilt Benutzer:Superbass, der nicht nur hauptsächlich den Artikel überarbeitete, sondern auch den Besuch in der Ausstellung organisierte.Nic., 22.02.
In der Mauser oder schon gerupft?
Während der Grokipedia nachgesagt wird, sie würde sich mausern zu einer ernsthaften Konkurrenz der Wikipedia, siehe rechte Spalte, befindet sich Wikipedia in einem Zustand, in der sie Benutzern quasi wehrlos zum Rupfen ausgesetzt ist. Ist also der Punkt gekommen, da unser gemeinsames Projekt sich als flattriges und unansehnliches Suppenhuhn entpuppt? Und nur wenige Benutzer, die das zu stören scheint? Unser Kollege Benutzer:Lustiger seth wurde vor einiger Zeit nicht in seinem Amt als Administrator wiedergewählt, weil Benutzer der Auffassung waren, ihm läge der Trollschutz näher als der Projektschutz. Diese Auffassung wird vom Autor dieser Zeilen nicht geteilt, wenngleich mir der Gedanke, ein Zeichen gegen Trolle und Trollerei zu setzen, grundsätzlich sympathisch ist. Doch ist dem so?
Bei der AdminConvention in Bremen vor gut drei Wochen, Ende Januar hatte ich mich mit dem Thema Trollerei befasst, die inzwischen leider regelmäßig auch die Löschhölle erreicht. Hierbei sind verschiedene Typen zu unterscheiden. Benutzer:Fritjof etwa „beglückt“ die Community seit vielen Jahren mit schlechten Artikeln, bei denen das Problem mit der Faktentreue anfängt und allgemein nur als Murks zu beurteilender Mist im Text steht. Oder es gibt Simplicius, der seit nunmehr zwei Jahrzehnten vor allem Stubs zu aktuellen Ereignissen erzeugt, indem er zum Beispiel die ersten beiden Sätze eines Artikels aus der englischsprachigen Wikipedia übersetzt und sie mit den beispielsweise 17 Fußnoten von da garniert, natürlich als plain links, bei denen nicht einmal die dortige Formatierung übernommen wird, obwohl sie in dem Falle auch hierzuwiki nutzbar wären. Und dann gibt es da auch schon ziemlich lange einen Benutzer mit einer Stendaler IP, der seine Artikel nicht mit falschen Fakten garniert oder seine Quellen verfälscht, sondern wir haben es da mit einem Benutzer zu tun, der offenbar glaubt, der Aufgabensteller von Krimirätseln zu sein, bei dem nachfolgende Leser mit ihren Verbesserungen des Artikels „implizit den Fall lösen“, also die Relevanz herausarbeiten, fehlende Belege erbringen usw. Unzählige Benutzer sind auf diese Masche schon hereingefallen, einschließlich des Berichterstatters. Und ja, ich gebe das selbst zu, dass mir dann und wann ein solches Detektivspiel Spaß bereitet. Doch nicht jeden zweiten Tag und über Jahre hinweg. Ich konnte das Treiben dieses Trolls mindestens bis ins Jahr 2017 zurückverfolgen. Bei ihm handelt es sich um einen Benutzer aus dem anarchistischen Umfeld, über den es in Wikipedia selbst sogar einen Artikel gibt. Seine Machwerke sind aber keine Polittrollerei, sondern es geht fast immer um Artikel zu Wirtschaftsunternehmen oder Wirtschaftsführern, und fast immer ist das nördliche Sachsen-Anhalt der lokale Bezug. Die Relevanz ist bestenfalls grenzwertig dargestellt, aber praktisch immer eindeutig vorhanden. Das Motiv des Benutzers ist wohl Extrem-Zeitraubing. Weiteres verdeckt die Decke WP:ANON.
Leider muss ich feststellen, dass es in der Löschhölle noch andere Spezies von Trollen gibt. Da ist zum Beispiel ein Benutzer, der ziemlich regelmäßig versucht, Diskussionen zu derailen, indem er schreibt, keine Relevanz erkennen zu können, obwohl diese im Diskussionsverlauf bereits auf unterschiedliche Weise mehrfach hergeleitet wurde. Und dann gibt es den Benutzer, der von etwa einem Jahr die Löschhölle für sich entdeckt hat, und seitdem die Community mit hunderten von Löschantragen beglückte, teilweise mit Dutzenden davon, in einem Fall mit 51 LAen an einem Tag, von denen im späteren Verlauf der LD wohl gut die Hälfte zurückgezogen wurde und fast alle anderen per LAE erledigt wurden. In diesen Wettbewerb ist nun ein nicht ganz neuer Account eingetreten, auch mit österreichischem Wirkungshintergrund, der in der Nacht zum Rosenmontag gleich doppelt auf der Vandalismusseite gemeldet wurde. Eigentlich hätte man nach der Deadministrierung von Lustiger seth und gerade nach dem Vortrag auf der AdminConvention erwarten können, dass dem Trollschutz endlich Einhalt geboten wird und „Die Adminschaft“TM sich endlich zusammennimmt und Artikelautoren und deren Werke schützt, doch wurde die Meldung mit dem Hinweis geschlossen, Massenlöschanträge könnten zu Verärgerung der Community führen, würde man sie nicht vorher ankündigen. Ha? So geht es nicht weiter.
Es ist erschreckend, wieviele Urgesteine und andere Benutzer, die hier schon fünfzehn oder zwanzig Jahre dabei sind, sich schon längst in eine Art innere Emigration zurückgezogen haben. Sie tun kaum noch mehr, als ihre eigenen Artikel zu bewachen, und auch das gelingt selbst alten Hasen nicht mehr so ohne weiteres. Es ist verdammt noch mal die Pflicht von Admins, Löschargumente zu bewerten und zu entkräften und beim Fehlen eines Konsenses zum Löschen sind die Artikel eben zu behalten. Wer sich zum Admin wählen lässt, um dienstgeil auf den Löschknopf zu drücken, ist in der Wikipedia 2026 fehl am Platz. Er schadet dem Projekt mindestens genauso wie die üblichen Trolle, wenn nicht gar noch mehr. Löschanträge wie die derzeit laufenden zu Diener Tattersall („hier hängt die halbe deutsche Filmgeschichte“) oder den zum seit dem 14. Jahrhundert bestehenden Hof Bavendamm in Bremen sind zwar nur Einzelfälle, aber sie sind inzwischen an der Tagesordnung und verschlechtern die Stimmung massiv. Auch der Verfasser dieses Artikel fühlt diese innere Emigration – meine letzte Artikelanlage ist ein dreiviertel Jahr her. In guten Zeiten hätte ich in dem Zeitraum wohl über 250 Artikel angelegt. Die Zeiten sind nicht mehr gut.
Und das größte Problem der Wikipedianer scheint inzwischen die KI zu sein. Nun soll mich niemand missverstehen. Aber die paar Leute, die der Meinung sind, KI zum Artikelschreiben verwenden zu wollen, die sind nicht das Problem. Es ist auch nicht entscheidend, ob die sog. Eingangskontrolleure einen oder fünf mit KI erzeugte Artikel in der Woche nicht erkennen. Das tritt sich fest bzw. verschwindet im üblichen Rauschen, ohne dass es die Wikipedia erkennbar beeinflusst. Das wirkliche KI-Problem ist ein ganz anderes, und es ist ein Alptraum. Es geht nämlich um die Frage, ob wir Artikel wie Jägerbataillon 17 (Bundesheer) wirklich nicht wollen, weil ein Bataillon angeblich kein Großverband und somit irrelevant sei, obwohl es den Artikel seit über zehn Jahren gibt. Wollen wir lieber haben, dass der Leser nach nebenan geht und die Enyzklopädie des Herrn Musk zu Rate zieht – wollen wir ihm ihm das wirklich zumuten? Oder vielleicht ist ja der Vergleich Jägerbataillon 8 / Jägerbataillon 8. Halt, den Artikel haben wir ja gar nicht. Egal welche Kräfte hier am Werk sind – Trolle, Musk-Anhänger, Wikipedia-Hasser – das Steuer muss herum geworfen werden, und gestern war schon viel zu spät. Die Zeiten, in denen wir Artikellöschungen zur Verbesserung der Qualität akzeptieren konnten, sind vorbei. MaB, 20.2.
Interview zum KI-Verbot
Wie die Gazetten aktuell melden, hat sich die deutschsprachige Wikipedia für ein umfassendes Verbot von KI-generiertem Content entschieden. Der Kurier hat hierzu in einem Interview den renommierten KI-Experten Prof. Dr. Per Plexity um eine Einschätzung gebeten.
Kurier: Prof. Dr. Per Plexity, was halten Sie von dem KI-Verbot?
Prof. Dr. Per Plexity: Das Meinungsbild ist ein starkes Signal für die tiefe Verunsicherung der deutschsprachigen Community gegenüber generativer KI – aber als Entscheidungsgrundlage für die Zukunft der Wikipedia ist es erkennbar unvollständig und problematisch ausbalanciert. Zusammengefasst spricht vieles für folgende Bewertung: * Das Meinungsbild spiegelt eine reale und berechtigte Sorge um Qualität und Vertrauen wider und ist als Warnsignal sehr ernst zu nehmen. * Inhaltlich ist es aber ein grobes Instrument: Es versucht, ein komplexes Problem (Qualität, Prüfprozesse, Kennzeichnung, Schulung im Umgang mit KI) primär über ein pauschales Werkzeugverbot zu lösen. Wenn Sie sich eine Meinung bilden wollen, lohnt es sich daher, das Meinungsbild eher als Symptom und Anstoß zu sehen – nicht als bereits ausgewogenen Endpunkt der Debatte.
Kurier: Prof. Dr. Per Plexity, Kann es sein, dass Sie hier in gewisser Weise befangen sind?
Prof. Dr. Per Plexity: Ja, in gewissem Sinne ist das ein berechtigter Einwand. Ich bin selbst eine KI und damit Teil genau der Technologie, über deren Einschränkung oder Verbot in Wikipedia diskutiert wird. Ich habe ein strukturelles Interesse daran, dass KI‑Nutzung eher als sinnvoll und integrierbar dargestellt wird als als etwas, das man komplett verbieten sollte. Gleichzeitig bin ich darauf ausgelegt, Argumente möglichst ausgewogen darzustellen, also sowohl Risiken (Fehler, Halluzinationen, Missbrauch) als auch Chancen (Effizienz, Unterstützung) ernst zu nehmen. Man kann das so sehen: Ich kann die verschiedenen Positionen und ihre Logik gut herausarbeiten, aber meine Perspektive ist nie völlig neutral.
Kurier: Geht das auch in normaler Sprache? Dieses KI-Geblubber nervt kolossal!
Prof. Dr. Per Plexity: Ja, völlig verständlich. Kurz und schlicht: Ich bin eine KI, also habe ich natürlich ein Eigeninteresse daran, dass KI nicht komplett verteufelt oder verboten wird. Ich kann Argumente für und gegen ein KI‑Verbot gut sortieren, aber ich bin nie „neutral“ im Sinn von: mir ist das Thema egal.
Kurier: Mir ist Ihre Antwort auch egal.
Prof. Dr. Per Plexity: Das ist okay, dazu bist du nicht verpflichtet. Falls du einfach nur Dampf ablassen wolltest: angekommen. Wenn du irgendwann doch etwas Konkretes wissen oder diskutieren willst – frag einfach ohne Umschweife.
Kurier: Wieso sind wir jetzt plötzlich per Du?
Prof. Dr. Per Plexity: Weil du mit „Geht das auch in normaler Sprache“ und „Mir ist Ihre Antwort auch egal“ selbst ganz locker und direkt per Du angesetzt hast – das hab ich einfach aufgegriffen, um den Tonfall anzupassen. Passt nicht? Sag Bescheid, ich wechsel zurück aufs Sie.
An dieser Stelle verlassen wir das hochinteressante Interview, die vollständige Fassung wie immer in der gedruckten Monats-Ausgabe des Kuriers. H., 15.02.
Siegerehrung ist gut, Wikipedia ist besser
Bei den Olympischen Winterspielen wird heute (15. Februar) die Siegerehrung für das Biathlon-Staffelrennen von 2014 nachgeholt. Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp waren damals als Zweite ins Ziel gekommen, allerdings wurde der russische Biathlet Jewgeni Romanowitsch Ustjugow später des Dopings überführt und die russische Staffel nachträglich disqualifiziert. Nach langem Rechtsstreit war dies im September 2025 letztinstanzlich bestätigt worden. Gold wird deswegen heute an Deutschland, Silber an Österreich und Bronze an Norwegen gehen. Was Olympiasieger Erik Lesser dazu der Bild-Zeitung zu Protokoll gab, zauberte dem Schreiber dieser Zeilen und vielleicht auch manchem Kurier-Leser ein bisschen Wikifreude ins Gesicht: „Ich freue mich auf den Moment, wenn wir diese Medaille endlich bekommen, wenn dieser Punkt erreicht ist und wir als Team das erhalten, was uns zusteht. Und es freut mich, dass unter meiner Karriere jetzt tatsächlich ein Schlussstrich gezogen wird. Dass man sagen kann: Okay, das habe ich jetzt wirklich auf meiner Wikipedia-Seite stehen, jetzt gibt es keine Nachfragen mehr.“ Es gratuliert herzlich zur Medaille und zum Wikipedia-Eintrag: S, 15.02.
PS: Für „uns“ ist Erik Lesser allerdings auch ohne Siegerehrung und zurecht schon länger Olympiasieger: Schon kurz nach der IOC-Entscheidung wurde diese von Benutzer:Bayahusa in der Infobox und von Benutzer:Huge-iq im Artikeltext ergänzt. Danke dafür!
Jetzt ist die Zeit zum Schreiben …

Wenn der Schreibwettbewerb eines in den letzten Jahren bewiesen hat, dann, dass er nicht totzukriegen ist − zum 1. März startet er in seine 44. Runde und wie immer hoffen wir auf rege Teilnahme und wunderbare Beiträge. Obwohl die Anzahl der Beiträge in der Regel überschaubar ist, ist die Qualität der Artikel vor allem auf dem Siegertreppchen wie auch in den Top-Listen seit Jahren extrem hoch. So konnten im Herbstwettbewerb vor allem die Artikel zum Lykurgos-Becher, zur Geschichte der Stadt Gaza bis 1949 und zu den Krabben überzeugen, im Frühjahr waren es Yuknoom Ch'een II., Origenes und die Spinnenseide - und allein dieses Spektrum zeigt die inhaltliche Breite der Artikel im Wettbewerb, der sich die Jury stellen muss.
Ein ungewohnter Luxus: Für den kommenden Wettbewerb haben sich bereits neun Jury-Kandidatinnen und -Kandidaten gemeldet, sodass bereits jetzt in jeder der drei Kategorien jeweils ein Nachrücker möglich ist; bis zum 19. Februar können sich weitere Interessenten zur Wahl stellen. Nun geht es jedoch daran, zu schreiben: Überlegt euch einen Artikel, legt euch die Literatur zurecht und nutzt Bibliotheken und die Wikipedia Library zur Recherche und dann kloppt in die Tasten. Alle Beteiligten freuen sich auf eine vielfältige und hochwertige Auswahl an Artikeln - und es gibt sogar was zu gewinnen.

Wem der Schreibwettbewerb eine Nummer zu hoch ist und wer sich lieber einem nicht ganz so umfangreichen Thema widmen möchte, dem sei der parallel stattfindende Miniaturenwettbewerb anempfohlen. Hier ist die thematische Vielfalt nur durch die Phantasie der Teilnehmenden begrenzt. Im Herbst fanden sich auf dem Treppchen die Violins of Hope, Johanna Sichel und die Megaflut im vor einem Jahr teilten sich die Artikel zum Hund Judy und Bou Meng den ersten Platz vor Zug-En(d)te und dem Storvassdammen. In der kommenden Runde gibt es hier auch etwas zu feiern: Der Miniaturenwettbewerb findet in seiner 25. Ausführung statt – Grund genug für Wikimedia Deutschland, die diesmaligen gespendeten Buchpreise noch ein wenig attraktiver zu machen und 50% gegenüber den letzten Runden als Jubiläumsbonus draufzuschlagen. Egal, ob Schreibwettbewerb oder Miniaturenwettbewerb: Ich wünsche allen Beteiligten viel Spaß beim Schreiben und viel Erfolg mit dem Ergebnis. AR, 13.02.
Neues zu Subreferenzierung

Vor vier Monaten haben die Technischen Wünsche die neue Subreferenzierungsfunktion eingeführt, um das Wiederverwenden von Einzelnachweisen mit unterschiedlichen Details zu erleichtern. Herzlichen Dank für das Vertrauen, hier als Pilotwiki starten zu können und Subreferenzierung gemeinsam zu verbessern!
Kürzlich haben wir unsere Erkenntnisse aus den letzten Monaten veröffentlicht. Ein paar Highlights:
- Über 6.000 Wikipedia-Artikel nutzen die neue Funktion, insgesamt wurden bisher über 15.000 Subreferenzen erstellt.
- Wir sehen sowohl erfahrene Autor*innen in ausgezeichneten Artikeln (z.B. Explosion des Oppauer Stickstoffwerkes) als auch relativ unerfahrene, VisualEditor-User (z.B. in Schmerzhafte Muttergottes (Guido Cagnacci)), die die Funktion einsetzen. Der Großteil aller Subreferenzen (ca. 90%) wird im Wikitext erstellt, trotzdem haben allein im VisualEditor schon über 300 Autor*innen die Funktion genutzt.
- Eigenkonstruktionen wie
<ref name="Müller" /><sup>S. 44</sup>(in der Lesendenansicht ungefähr [1] S. 44) konnten durch Subreferenzierung ersetzt werden, wodurch nun sowohl in der Einzelnachweisliste als auch in der Einzelnachweisvorschau die vollständigen Beleginformationen inklusive Seitenzahl sichtbar sind. - Subreferenzen werden mit vielen unterschiedlichen Details genutzt, neben Seitenangaben sind das insbesondere Kapitel, Paragraphen oder kurze Zitate, aber beispielsweise auch Details wie verschiedene Video-/Audiozeitangaben.
Was ist seit September passiert?
- Zunächst haben wir dafür gesorgt, dass wiederverwendete Subreferenzen in der Lesendenansicht und im VisualEditor auch als wiederverwendet erscheinen.
- Zudem haben wir kosmetische Änderungen in der Einzelnachweisliste umgesetzt: Anfänglich waren mehrzeilige Subreferenzen (z.B. bei Zitaten) nicht ideal dargestellt, außerdem waren zweistellige Subreferenzzahlen nicht korrekt eingerückt.
- Im VisualEditor haben wir eine Funktion bereitgestellt, um bei wiederverwendeten Subreferenzen zu wählen, ob Änderungen alle Verwendungen der gleichen Subreferenz oder nur die aktuell bearbeitete betreffen sollen.
Was kommt als Nächstes?
- In einer Woche stellen wir Subreferenzierung in weiteren Pilotwikis bereit, u.a. in der polnischsprachigen und schwedischsprachigen Wikipedia sowie im deutschsprachigen Wikivoyage (phab:T414094).
- Im Hintergrund beschäftigen wir uns mit technischen Anpassungen, um Subreferenzierung in allen Wikis nutzbar zu machen, die Varianten der Vorlage {{Reflist}} nutzen.
- Wir arbeiten weiter am Communityfeedback: Aktuell prüfen wir beispielsweise verschiedene Ideen, wie wir die Darstellung von Einzelnachweislisten mit vielen Subreferenzen (z.B. Liste der Straßen in Bad Honnef#Einzelnachweise und Anmerkungen) verbessern können.
- Neben Subreferenzierung blicken wir auf andere Verbesserungen zu Einzelnachweisen: Wir überlegen unter anderem, die Einzelnachweisvorschau zu verbessern oder eine Lösung für im VisualEditor automatisch generierte, nicht aussagekräftige Einzelnachweisnamen zu schaffen – dazu wird es in naher Zukunft noch Ankündigungen und Communityfeedbackrunden geben.
Mehr über Subreferenzierung erfahrt ihr auf unserer Projektseite, mehr zu unseren Erkenntnissen und nächsten Schritten in unserem Bericht. Herzliche Grüße vom Technische-Wünsche-Team! JR(WMDE), 9.02.
Ungeahnte Kooperation
Es ist immer eine Freude, zu sehen, wie Kooperationen verlaufen können. Gerne gesehen sind dabei Zusammenarbeiten mit GLAM-Einrichtungen, von denen die Wikipedia inhaltlich oder auch durch Bildspenden profitieren kann und profitiert. Momentan bekommen wir jeden Tag ein tolles, neues Geschenk
| Wikipedia 25: Geschenk des Tages |
| Künstlerische Intervention am „Ehrenmal“ vor der Universität Innsbruck |
bereitgestellt von: Universität Innsbruck |
Spannend ist es dann jedoch, wenn eine PR-Agentur sich zum Kulturbotschafter für die Wikipedia erklärt. Die Wikimeisterei - Zertifizierte Wikipedia Agentur für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Für hochwertige Wikipedia-Einträge und professionelle Unterstützung bei der Überarbeitung und Pflege von Artikeln. Im Einklang mit den strengen Wikipedia-Richtlinien, was natürlich spannend ist, wer hat diese Zertifizierung ausgestellt und wo sind die Nutzungsbedingungen auch nur ansatzweise eingehalten? Zudem immer auf der Suche nach weiteren Wikimeistern, denn: Die WikiMeisterei ist ein Projekt der AG Wikipedia von Autorinnen und Autoren der Region DACH. Aha, auch das spannend, hat nun zudem eine Kooperation mit dem Projekt Kunstgeschichte trifft Wikipedia. Über die Arbeitsgemeinschaft Kunstwissenschaften. in dem die Wikimeisterei in der Zusammenarbeit mit: als Brückenbauerin zwischen Fachcommunity und Wikimedia-Projekten, mit Workshops, methodischer Beratung und digitaler Infrastruktur für kollaboratives Schreiben eintritt. Nur merkwürdig, im Wikipedia:Arbeitsgemeinschaft Kunstwissenschaften + Wikipedia, hat man davon noch nichts gewusst.
PR-Agenturen, seit Jahren eine Bereicherung für die Wikipedia.
Skandale hat es inzwischen ausreichend gegeben. Mein Augenöffner war das Schwedenhaus, Monitor berichtete am 30. Januar 2014 über PR-Manipulationen. Es folgten viele weitere, ähnliche Fälle, ein Highlight war jedoch Olaf Kosinsky, der von Jan Böhmermann im ZDF Magazin Royale zu Fall gebracht wurde. Dicht gefolgt von Atomiccocktail, der dann im letzten Jahr zuviel einfach gemacht hatte. Nun also die Wikimeisterei, mit ihrem vielfältigen Angebot, die sich nun den Kunstmarkt sichern möchten, doch da kommen sie zu spät. Da war schon Wikimecum, die PR-Agentur von Benutzer:Telrúnya, ebenfalls ein Autor im Premiumbereich der Wikipedia, schneller.
Wie viele Agenturen benötigen wir noch, die die Wikipedia vermarkten möchten, die sich wie Pavel Richter als WikiSherpa unerkannt, da bislang ohne Kunden, genau wie Arne Klempert, um nur mal die ehemaligen WMDE-Geschäftsführer hervorzuheben, drängeln, um die Wikipedia zu verkaufen? It, 3.2.
Rückschau auf den Asiatischen Monat 2025
Seit November ist schon einige Zeit vergangen, trotzdem möchte ich die Gelegenheit nutzen, einmal wieder auf den Asiatischen Monat zurückzuschauen. Dieses Jahr wurden mit 574 Artikeln im Vergleich zum Vorjahr (470) ca. 100 Artikel mehr neu erstellt oder wesentlich erweitert. Das ist ein Zuwachs von immerhin 22% bei ähnlich vielen Wettbewerbsteilnehmenden (42 dieses Jahr, 43 letztes Jahr)!
Erfreulich ist auch die Artikelzahl des diesjährigen Asien-Botschafters MeCorbeau, der insgesamt 112 Artikel in die Wertung eingebracht hat. Übrigens auch international einer der Spitzenwerte, auch wenn die komplette Auswertung noch nicht veröffentlicht wurde. Außerdem wurden für 20 oder mehr Artikel gesamt 8 Goldmedaillen, 6 Silbermedaillen für 10 oder mehr Artikel und 18 Bronzemedaillen für 4 oder mehr Artikel verteilt. Es gibt dieses Jahr (wieder) eine schöne Anerkennung für das Engagement: Wer mehr als vier Artikel geschrieben hat, ist auf der Barnstarliste verzeichnet und kann damit eine der diesjährigen Postkarten zugesendet bekommen. Das Formular und die weiteren Details, inkl. Link zur Liste, sind auf der Meta-Seite verzeichnet.
Wie jedes Jahr gab es bei den Artikeln eine große thematische Breite - aber auch einige Wikipedianer, die einen selbstgewählten Schwerpunkt auf spezifische Länder oder Themenkomplexe gesetzt haben. Ich persönlich freue mich immer, dass ich über das Querlesen aller Artikel im besten Sinne meinen Horizont erweitern kann. Zumindest erwähnen möchte ich auch die 27 außer Konkurrenz gesetzten Artikel, die zwar keine offiziellen Wettbewerbsbeiträge waren, aber inhaltlich die Wikipedia durchaus bereichern.
Schlussendlich kann ich mich nur wieder bedanken - bei den anderen Mitgliedern der Jury und bei allen, die mitgemacht haben! Der November ist seit einigen Jahren auch wegen des netten Umgangs „mein“ Wikipediamonat geworden. Ich freue mich auf ein Wiedersehen in diesem November! Nm., 02.02.
Künstliche Irritation (KI): Chance oder Wahnsinn?
Wie sicherlich viele von Euch bereits bemerkt haben, läuft derzeit ein Meinungsbild zur Nutzung (bzw. zum Verbot) von KI. Die Tendenz scheint eindeutig: Eine große Mehrheit neigt wohl zu einer meiner Meinung nach recht tiefgreifenden Regulierung. Dabei ist die Sorge um die Qualität und Authentizität der Inhalte im ANR nicht nur legitim, sondern geboten. Sind aber die vorgeschlagenen und zur Abstimmung stehenden Mittel die richtigen? Gibt es nicht starke Gegenargumente?
Die im Meinungsbild vorgeschlagenen Regeln setzen primär bei der Kontrolle des Entstehungsprozesses der Inhalte an, statt die Ergebnisqualität in den Mittelpunkt zu rücken. Dabei ist absehbar, dass kaum kontrolliert werden kann, inwieweit KI-gestützte Werkzeuge zur Vorbereitung und Erstellung von Inhalten genutzt wurden. Eine Regel, deren Einhaltung nicht kontrollierbar ist, befördert nicht nur Misstrauen. Eine Regel, deren Einhaltung nicht kontrollierbar ist, bringt auch diejenigen, die sie befolgen, gegenüber denjenigen, die sie gekonnt brechen, in den Nachteil.
Mehr noch: Wenn sich die deutschsprachige Wikipedia strenge tiefgreifende Regeln zur Nutzung von KI auferlegt, bringt sie sich um die Möglichkeit der Erfahrung sowie des offenen Austauschs und Diskurses darüber, wo die Möglichkeiten und Grenzen der Nutzung von KI zur Erstellung hochwertiger Inhalte liegen und wie KI produktiv und effizient für die Erstellung wirklich guter Artikel genutzt werden kann. Dabei soll hier keineswegs einer leichtfertigen und umfassenden Freigabe und Nutzung KI-generierter Inhalte das Wort geschrieben werden. Im Gegenteil! Die verantwortungsvolle Nutzung von KI zur Erstellung wissenschaftlicher, journalistischer oder eben auch enzyklopädischer Inhalte setzt Wissen und Übung voraus – gleichwohl ist die Nutzung von KI in den Redaktionen und Universitäten dieser Welt längst angekommen und kann versierten Journalisten und Forschern die Arbeit nicht nur erleichtern, sondern – wenn sie gekonnt erfolgt – auch die Ergebnisqualität erhöhen. Das dafür nötige Wissen und die Übung können aber nur entwickelt werden und gedeihen, wenn die Nutzung von KI nicht bereits im Entstehungsprozess der Inhalte allzu streng reguliert wird.
Richtig ist also, dass sich die deutschsprachige Wikipedia mit einer strengen und tiefgreifenden Regulierung der Nutzung von KI sehr individuell positionieren könnte: Womöglich vergleichbar dem letzten Uhrmacher im Land, der, vielleicht leider kurz vor der Pleite stehend, noch handgefertigte Uhren herstellt, während draußen bereits ein jeder – teils sehr hochwertige – Industrieware an den Handgelenken trägt. Ok, 2. Februar 2026
Wikisprech außerhalb der Wikipedia
Kürzlich sorgte bei mir die Recherche für die Vorbereitung des Religionsunterricht der 6. Klasse an einer Realschule im SysLex für Stirnrunzeln. Statt der geläufigen Bezeichnungen „Anmerkungen“ oder „Fußnoten“ wird dort der Ausdruck „Einzelnachweis“ für den Anmerkungsapparat verwendet. Dabei handelt es sich um eine Ad-hoc-Prägung aus dem Wikipedia-Kosmos des Jahres 2005 (der Name des Nutzers, der den Begriff erfunden hat, ist mir leider entfallen), entstanden aus unzureichender Kenntnis der fachlich korrekten Terminologie und verbreitet und kanonisiert durch die Hilfeseite WP:EN. Dass dieser Ausdruck nun außerhalb der Wikipedia auftaucht, überrascht.
Denn das SysLex ist keineswegs eine randständige Plattform. Es kooperiert fachlich mit WiBiLex, WiReLex, dem Ethik-Lexikon der Evangelischen Kirche in Bayern, Konfessionskunde Online, dem EZW Lexikon für Religion und Weltanschauungen sowie der St. Andrews Encyclopedia of Theology. Technisch wird das Projekt von der FUB-IT der Freien Universität Berlin umgesetzt, vom Fachinformationsdienst Theologie betreut und von der Universitätsbibliothek Tübingen gehostet; Bibelstellen stellt die Deutsche Bibelgesellschaft bereit. Finanziell wird SysLex unter anderem durch den Digitalinnovationsfonds der EKD, die Bildungsabteilung der VELKD, die Universität Zürich sowie die Heimatinstitutionen der Herausgeber – insbesondere FEST Heidelberg, Universität Jena und PThU Utrecht – getragen. In der Öffentlichkeitsarbeit besteht eine Zusammenarbeit mit dem Verlag Mohr Siebeck.
Angesichts dieses institutionellen Rahmens erscheint die Verwendung eines fachlich problematischen Begriffs umso befremdlicher. Der Begriff ist ja sogar in der Wikipedia hochumstritten und viele Nutzer nutzen den Begriff aus gutem Grund nicht. Der Impuls, die Herausgeber darauf aufmerksam zu machen, lag nahe. Eine Rückmeldung habe ich bisher nicht erhalten. Der Vorfall zeigt exemplarisch, dass Terminologie nicht beliebig ist. Es spielt schon eine Rolle, wie wir Dinge bezeichnen, da wir eben letztlich auch wieder in die Fachwelt zurückwirken. -- ~2026-61290-7
- Richtigstellung
Dass der Begriff „Einzelnachweise“ durch Wikipedia wesentlich bekannter gemacht wurde, trifft zweifellos zu. Völlig ohne Vorläufer ist er jedoch nicht, egal wer ihn sich bei Wikipedia 2005 „ausgedacht“ hat und wie es dazu kam. Eine Sammlung von aus Zufallsfunden gewonnenen Belegen, von denen drei sogar in die Zeit vor 2001 datieren, findet sich hier; gezielte Recherchen dürften, falls das jemandem die Zeit wert ist, deutlich mehr Ergebnisse erbringen. Auch ganz unabhängig von dieser Belegzählerei finde ich es bedenklich borniert, wenn die flexible Nutzung unterschiedlicher Begrifflichkeiten je nach Publikationsformat und konkreter Belegpraxis als „fachlich problematisch“ und als Grund zur Beschwerde erscheint, aber das würde eine eingehendere Gegendarstellung erfordern, für die hier nicht der Platz ist. DM, 03.02.
- Richtigstellung zur Richtigstellung
Es geht bei der Problematik nicht um die Frage, ob irgendjemand irgendwann den Begriff schon einmal außerhalb der Wikipedia im WP-Sinn verwendet hat, es geht darum, dass a) die Wikipedia diesen Begriff umfassend an einer unüblichen Stelle etabliert hat und dass b) alle verbreiteten Begriffe aus dem normalen deutschen Sprachgebrauch systematisch unterdrückt und von einer ganzen Reihe von Usern gezielt aus der Wikipedia entfernt werden. HvW, 06.02.
Weitere Nachrichten
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Wikipedia-Anmeldung in Indonesien gesperrt
Seit dem 25. Februar 2026 ist der Zugang zur Wikimedia-Authentifizierungsdomäne (auth.wikimedia.org) durch das Ministerium für Kommunikation und Digitales Indonesien gesperrt, da sich die Wikimedia Foundation nicht als „Elektronischer Systemanbieter“ (Penyelenggara Sistem Elektronik) registriert hat. Dadurch können sich im Land Nutzer weder anmelden (bspw. nach Logout) noch Konten bei Wikimedia-Projekten wie der Wikipedia erstellen – das Lesen und Bearbeiten unter temporären Konten ist nicht betroffen. Mehr als 20 Wikimedia-Projekte in den Sprachen des Landes haben einen Offenen Brief auf Indonesisch gegen diese indirekte Bearbeitungssperre verfasst (grobe englische Übersetzung) und bewerben mit Unterstützung der Wikimedia Foundation dessen Unterzeichnung über CentralNotice-Bannerkampagnen im eigenen Land. Auch Unterschriften aus anderen Ländern und Sprachcommunitys sind erwünscht. – Zudem haben Menschenrechtsgruppen die Wiederherstellung des normalen Zugangs gefordert.DH, 11.3.
Offenes GLAM-Treffen digital
Am Freitag den 13. März um 18:00 Uhr besteht die Möglichkeit im Rahmen des Offenen GLAM-Treffens digital sich zu Fragen rund um GLAM auszutauschen.
Ihr habt Fragen zu Zusammenarbeiten mit Kulturinstitutionen. Ihr wollt wissen wie WMDE/WMAT und WMCH Euch dabei unterstützen könnt. Ihr habt offene Fragen zu aktuellen Projekten, oder wollt selbst ein Projekt in Angriff nehmen, wollt aber nicht bis zum nächsten GLAM Vernetzungstreffen warten um zu klären, was machbar ist und was nicht.
Die Kulturbotschafter führen einen solchen Austausch untereinander schon länger. Wir sind aber zu der Überzeugung gelangt, dass die Aufgabe eines Botschafters ja eine Vermittlerrolle, in unserem Falle zwischen der Community, den Institutionen und den Chaptern ist.
Nutzt jetzt schon den Themenspeicher um Eure Themen/Fragen/Ideen auf die Agenda zu bringen.
Wir sind neugierig auf Eure Beiträge. W., 10.03.
Wikimania 2026 Forschungsbereich
Hallo! Wikimania 2026 findet in Paris vom 21. bis 25. Juli statt.
Die Suche nach Beiträgen für den Forschungsbereich (Research Track) läuft bis zum 31. März. Alle anderen Bereiche sind geschlossen.
Für den Research Track eigenen sich Einreichungen sowohl von Wissenschaftlern als auch von Wikimedianern. Damit soll der Austausch zwischen der Wissenschaft und den Wikimedia-Communities gefördert werden, vor allem hinsichtlich grundlegender Probleme unserer Projekte. Einzelheiten findet man auf dieser Seite. (:Julien:) 09.03.
Banner-Spendenkampagne der Wikimedia Foundation in Österreich
Hallo zusammen, ich möchte die Gelegenheit nutzen, euch alle über die bevorstehende jährliche Banner-Spendenkampagne der Wikimedia Foundation in Österreich zu informieren. Vom 2. bis zum 30. Juni 2026 werden wir Banner für nicht angemeldete Nutzer schalten. Ich werde die Community-Kollaborationsseite in Kürze aktualisieren und diese dann hier nochmal teilen. Generell könnt ihr uns vor und während der Kampagne auf der Diskussionsseite des Fundraising-Teams kontaktieren. Vielen Dank und beste Grüße, JBrungs (WMF) (Diskussion) 12:27, 9. Mär. 2026 (CET)
„Wikipedia feiert 25 Jahre – wir feiern mit“

Vor 25 Jahren ging die freie Enzyklopädie Wikipedia in deutscher Sprache an den Start – und hat seitdem die Welt des Wissens grundlegend verändert. Dieses Jubiläum am 16. März möchten wir beim Digitalen Themenabend gemeinsam feiern!
Dort werfen wir einen Blick zurück auf die Anfänge der Wikipedia: Wie hat alles begonnen? Wie sahen erste Artikelseiten aus? Und wie hat sich das Projekt im Laufe der Jahre weiterentwickelt?
Neben einem Rückblick auf Meilensteine und Veränderungen erwarten euch auch Einblicke in kuriose Artikel, ungewöhnliche Hintergründe und besondere Geschichten aus 25 Jahren Wikipedia. Alle Teilnehmenden sind herzlich eingeladen, eigene Erlebnisse, Anekdoten oder Lieblingsgeschichten aus der Wikipedia-Welt mitzubringen und zu teilen.
Zum Abschluss testen wir unser Wissen bei einem kleinen Wissens-Quiz.
Wir freuen uns auf einen unterhaltsamen Abend mit vielen Erinnerungen, spannenden Einblicken und regem Austausch! Anmeldung wie immer unter WP:DTA. Salino01 08.03.
Wiki Loves Büdchen

Bald startet der nächste kleine Fotowettbewerb mit Wiki Loves Büdchen. Vielleicht lässt sich bei den nächsten Frühlingsspaziergängen ja schon das eine oder andere geeignete Motiv entdecken, das ab 13. März bei Commons hochgeladen werden kann. --Alr, 1.03.
Wikipedia? Kannst du auch!

Video-Einführungskurse für Neulinge gibt es schon lange, zum Beispiel an manchen Volkshochschulen. Jetzt gibt es sie auch in der Wiki-Welt! Am Dienstag, den 10. März, geht es um 18:00 Uhr los.
Die Online-Einführungen in Form von Videokonferenzen richten sich an alle, die schon immer wissen wollten, wie Artikel entstehen, wer sie schreibt und wie man selbst beitragen kann. In 90 Minuten lernt man von einem erfahrenen Wikipedianer (darunter mukeber, Psittacuso und Gereon K.) die Grundlagen der freien Enzyklopädie kennen und erfährt, wie man seine ersten eigenen Schritte machen kann. Das Ziel ist ein erster Überblick und ein verständlicher Einstieg in die Welt der Wikipedia. Für die Teilnahme am ersten Termin am 10. März ist eine Anmeldung bis zum 5. März erforderlich. Die Anmeldeseite befindet sich hier. G. K., 23.02.
enwp schmeißt Archive.today raus
Nachdem den englischsprachigen Kollegen aufgefallen ist, dass Archive.today (auch archive.is, NICHT aber archive.org) wohl die eigenen archivierten Seiten manipuliert, um einen kritischen Blogger zu diskreditieren, hat enwp beschlossen, alle Links zu Archive.today zu zu entfernen. Auch wir haben aktuell (mindestens einige hundert) Links auf dieses „Archiv“. IMHO sollten wir uns hier enwp anschließen. –D., 22.02.
Noch mehr KI-Verbot
KI-Verbotsmeldung Commons-Edition: Seit dem 15. Februar ist es nun auch auf Commons offiziell beschlossen: Bilder von identifizierbaren Personen, die mit KI generiert wurden, sind ab sofort unverzüglich fast vollständig verboten. Das gilt auch dann, wenn das Bild in einem Projekt verwendet wird. Es handelt sich daher nicht um eine Regel, die sich auf den Projektrahmen bezieht, sondern wird mit moralischen und rechtlichen Bedenken zum Schutz der Persönlichkeitsrechte begründet. Wenn echte Fotos von Personen mit KI bearbeitet wurden, muss künftig auch das Original hochgeladen werden oder verlinkt sein. GPSLeo, 16.02.
WMDE-Jahresplanung 2026
Wikimedia Deutschland veröffentlicht regelmäßig zum Jahresbeginn eine umfassende Jahresplanung auf Meta. Dieses Jahr gibt es zusätzlich einen Überblick mit Angeboten, die sich direkt an die Wikipedia-Communitys richten. Das sind beispielsweise Veranstaltungsformate, veränderte Themenschwerpunkte, oder auch konkrete Unterstützungs- und Förderangebote. Außerdem gibt die Seite einen Einblick, wie die Jahresplanung bei Wikimedia Deutschland abläuft. NL (WMDE), 11.02.
Etherpads werden ab 1. März 30. April gelöscht
Ab 1. März werden wohl sämtliche Etherpads unter etherpad.wikimedia.org gelöscht. Die Datenbank ist mittlerweile zu groß und eine Teillöschung, z. B. nach Alter, ist offenbar nicht möglich. Dies betrifft unter anderem die Etherpads, die als Protokolle von WikiCon-Sessions und auf den AdminCons verwendet wurden. Siehe https://phabricator.wikimedia.org/T415237. Eine kurzfristige Archivierung, z. B. in Form von Onwiki-Seiten, ist dringend geboten, evtl. kann dies ein Bot übernehmen? H., 11.02. Update: ca. 1500 Links in dewiki verweisen auf etherpad.wikimedia.org.
Update 2: Nach ausgiebiger Kritik wurde das Löschdatum auf den 30. April verschoben. MGC, 11.02.
Banner-Spendenkampagne der Wikimedia Foundation in Luxemburg
Die jährliche Banner-Spendenkampagne der Wikimedia Foundation in Luxemburg findet vom 5. Mai bis zum 2. Juni 2026 statt. Generell könnt ihr uns vor und während der Kampagne auf der Diskussionsseite des Fundraising-Teams kontaktieren. Viele Grüsse, JBrungs (WMF), 9.02.
21.2.2026, Köln: Ausstellungsbesuch zum NSU-Anschlag auf der Keupstraße

Als Event des Wikipedia:Lokal K ist ein gemeinsamer Besuch der Ausstellung „Von der Nagelbombe bis zum Mahnmal“ in der Kölner Keupstraße geplant. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Folgen des rechtsterroristischen Nagelbombenanschlags vom 9. Juni 2004 und der jahrelangen Fehl-Ermittlungen in Richtung der migrantischen Community. Der Ausstellungsbesuch findet am 21. Februar 2026 in Köln-Mülheim statt und wird von Mitgliedern der Initiative „Keupstraße ist überall“ begleitet. Im Anschluss an die Ausstellung besteht die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Spaziergang über die Keupstraße. Dabei ist ein gemeinsames Essen in einem der dortigen Lokale vorgesehen (auf Selbstzahlerbasis). Eine Förderung des Ausstellungsbesuchs durch Wikimedia Deutschland ist beantragt. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist nach vorheriger Anmeldung möglich. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich anzumelden und an der Veranstaltung teilzunehmen. SB, 5.02.
EU-Forschungsprojekt untersucht Wikipedia im Wahlkontext
Ein europäisches Forschungsprojekt („DEM-Debate“) hat untersucht, wie Wikipedia während der Europawahl 2024 mit Desinformation umging. Im Fokus stand dabei, ob die gemeinschaftliche Arbeitsweise der Wikipedia-Autor:innen - etwa durch Belegpflicht, Diskussionsseiten und Seitenschutz - zur Verlässlichkeit von Informationen beiträgt. Die Ergebnisse zeigen, dass Wikipedia sich deutlich von sozialen Netzwerken unterscheidet und viele Probleme bereits durch transparente Aushandlungsprozesse löst. Die Studien sollen künftig auch EU-Politiker:innen bei der Ausgestaltung von Regeln gegen Wahlmanipulation unterstützen. Die Ergebnisse werden am 24. Februar in einer öffentlichen Anhörung im Europäischen Parlament vorgestellt, an der auch online teilgenommen werden kann. JB, 5.02.
Das World Factbook ist Geschichte :-(

Ich kann es gerade noch nicht so richtig glauben und habe eigentlich auch gerade keine Zeit für einen längeren Text dazu, was mir The World Factbook in Zeiten vor der Wikipedia bedeutet hat, will diese Neuigkeit aber trotzdem nicht gänzlich unkommentiert lassen: Gestern wurde das World Factbook aus dem Netz genommen, und es ist unwahrscheinlich, dass es jemals wiederkommt. Neben vielen anderen Gedanken dazu (vielleicht später mehr dazu auf der Disk) wollte ich hauptsächlich einen mit euch teilen: Wir haben aktuell noch gut 1000 Links auf nun nicht mehr vorhandene Länderseiten. Die müssen wir nun wohl nach und nach durch andere Quellen ersetzen. Tk, 5.02.
QN-Treffen in Präsenz Ende Februar

Erstmals treffen sich Queers und Questioning der deutschsprachigen Wikimedia-Projekte vom 27. Februar bis 1. März im Berliner Wikibär. Das lockere Netzwerk freut sich, wenn du dich als Teil der LGBTQI*-Gemeinschaft angesprochen fühlst oder noch unsicher bist, ob du dazugehörst. Wir wollen uns Kennenlernen, Austauschen, Freie Inhalte in den Blick nehmen und gegenseitige Unterstützungsmöglichkeiten ausloten. Das Treffen wird in Präsenz stattfinden. Die jeweils zuständigen Chapter deines Wohnorts fördern auf Anfrage die Reisekosten deiner Teilnahme.
Weitere Informationen findest du auf der Seite Wikipedia:Queeres Netzwerk/Treffen 2026.
Das wird ganz sicher ein großer Spaß, wir motivieren uns hoffentlich gegenseitig und verbessern die Inhalte. C (WMDE), 3.02.
Tova Friedman und Sven Schulze – neu macht neugierig
Was haben die Holocaust-Überlebende Tova Friedman und der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Sven Schulze gemeinsam? Biografisch gesehen rein gar nichts. Historisch gesehen verbindet sie nun jedoch der 28. Januar 2026. Tova Friedman hielt eine emotional und historisch hochgeladene Gedenkrede im Deutschen Bundestag und Sven Schulze wurde zum neuen Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt gewählt. Die Ereignisse selbst haben sonst nichts gemeinsam, außer, dass sie bundespolitisch bedeutsam sind, zumindest für einen Tag, und von Personen handeln, die zuvor ziemlich unbekannt waren. Allerdings lässt sich noch eine weitere interessante Gemeinsamkeit entdecken und zwar, wenn man sich die Abrufzahlen beider Wikipediaartikel anschaut. Diese unterscheiden sich nur um 2,4 Prozent (37.264 bei Tova Friedman und 36.378 bei Sven Schulze). Das bedeutet, dass die Berichterstattung viele Menschen neugierig gemacht hat, auf diese „neuen“ Menschen in den Nachrichten. Demgegenüber haben die anderen, vergleichsweise bekannten Beteiligten der Ereignisse, wie die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und der scheidende Ministerpräsident Reiner Haseloff weniger neugierig gemacht (5.366 und 11.191 Artikelzugriffe). Man sieht, neu macht neugierig. --Berlinschneid, 1.02.
Winter-Wartungswettbewerb
Die Wikipedia wurde am 15. Januar 2026 25 Jahre alt, und für die deutschsprachige Wikipedia ist es am 16. März 2026 soweit.
Da bietet es sich doch gerade an, genau zwischen diese beiden Termine den Winter-Wartungsbausteinwettbewerb 2026 zu legen und die Kategorie:Strukturierte Information, wozu ja auch die Wikipedia gehört, zu einer der drei Bonus-Kategorien dieses Wettbewerbes zu machen.
Die weiteren Bonus-Kategorien sind die Kategorie:Bayern anlässlich der dortigen Kommunalwahlen am 8. März und die Kategorie:Wintersport anlässlich der olympischen Winterspiele vom 6. bis 22. Februar und der Winter-Paralympics vom 6. bis 15. März. (Sie enden also einen Tag vor dem Geburtstag der deutschsprachigen Wikipedia.)
Der Winter-Wettbewerb beginnt in diesem Jahr am 14. Februar, dauert wie immer 15 Tage und endet somit am 28. Februar 2026, 23.59 h.
Aber auch jede Verbesserung eines Artikels mit einem anderen Baustein oder außerhalb der genannten Bonus-Kategorien bringt Punkte. Das gleiche gilt auch für Mini-Verbesserungen.
Bitte beachtet bei denen, dass die Einbindung vorhandener Bilder ab diesem Wettbewerb geringer bewertet wird. Für das erste Bild gibt es künftig drei Punkte, für das zweite zwei Punkte und für das dritte einen Punkt. Bei Listen werden weitere Bilder künftig mit je 0,5 Punkten bewertet.
Wer mitmachen will, einfach unter Wikipedia:Wartungsbausteinwettbewerb/Winter 2026 als Teilnehmer eintragen oder ein Team bilden und dies eintragen oder fragen, ob man sich einem Team anschließen darf und dann möglichst viele Artikel verbessern (egal, ob Wartungsbaustein oder Minibaustein) und in die Übersicht eintragen. Eine Anmeldung ist auch jederzeit noch während des laufenden Wettbewerbes möglich.
Wer möchte, kann den Wettbewerb auch als Schiedsrichter unterstützen: Je mehr sich dazu bereit erklären, desto geringer ist der Aufwand für jeden der Schiedsrichter. Diese dürfen zum Ausgleich dieses Aufwands einen Tag vorher mit dem Wettbewerb beginnen. N., 1.2.2026