Wiktor Marek Leyk

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Wiktor Marek Leyk (* 10. Mai 1951 in Szczytno (deutsch Ortelsburg), Polen) ist ein polnischer Politiker, Funktionär der Masurischen Evangelischen Gesellschaft sowie Mitglied des Sejm der Volksrepublik Polen in der 9. Legislaturperiode.

Wiktor Marek Leyk

Leben

Leyk stammt aus einer Familie polnischer nationaler und religiöser Aktivisten in Masuren, die während der Weimarer Republik und des Dritten Reiches unterdrückt wurden. Er ist der Sohn des Steinmetzes und späteren Pfarrers Emil Leyk.[1]

Ein Hochschulstudium brach er ab und wurde Journalist. Er unterrichtete an der Berufsschule in Nidzica (deutsch Neidenburg). 1976 trat er dem Chrześcijańskie Stowarzyszenie Społeczne (deutsch in etwa: Christlich-Sozialer Verein, ChSS) bei und war stellvertretender Vorstandsvorsitzender. In dieser Funktion war er Mitglied des nationalen Woiwodschaftsrates in Olsztyn (deutsch Allenstein).

1985 wurde er Abgeordneter des von 1952 bis 1989 existierenden Sejm Polskiej Rzeczypospolitej Ludowej (Parlament der Polnischen Volksrepublik – Sejm PRL) für den Wahlkreis Olsztyn. Er war Mitglied des Ausschusses für Wirtschaftsplanung, Haushalt und Finanzen sowie des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten. Er war stellvertretender Vorsitzender des Parlamentarischen Kreises der ChSS und von 1986 bis 1989 Mitglied des Ogólnopolski Komitet Grunwaldzki (Nationales Grunwald-Komitee). Von 1983 bis 1990 leitete er die Redaktion der Vierteljahreszeitschrift „Studia i Dokumenty Ekumeniczne“, eine polnische Fachzeitschrift zum Thema Ökumene.

1989 kandidierte er erneut auf der Lista ogólnopolska (deutsch Nationale Liste) bei den Wahlen für den Sejm. Nachdem er keinen Parlamentssitz erringen konnte, zog er sich aus der aktiven Politik zurück. In der Dritten Polnischen Republik war er Präsident des Vereins Towarzystwa Przyjaciół Szczytna (Freunde von Szczytno) und Direktor des Kultur- und Kunstinstitutes in Szczytno.

Er trug zur Wiederbelebung des CVJM in Polen bei, dessen Präsident er 1990 wurde.[2]

Von 1994 bis 1998 war er Beauftragter des Woiwoden von Olsztyn für nationale und ethnische Minderheiten. 2002 übernahm er eine ähnliche Position beim Marschall der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Über 20 Jahre lang leitete er die Kanzlei der Woiwodschaftsversammlung von Ermland-Masuren; 2025 ging er in den Ruhestand.[3]

Im März 2023 wurde er in die Synode der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen kooptiert.[4]

Ehrungen

Am 7. September 2016 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.[5] Er erhielt auch die Verdienstmedaille „Zasłużony dla Warmii i Mazur“ (Ehrenabzeichen für Verdienste um Ermland-Masuren).

Privates

Leyk ist mit Teresa Astramowicz-Leyk verheiratet, die als Wissenschaftlerin vorwiegend an der Hochschule in Olsztyn tätig und Abgeordnete im Sejm der Woiwodschaft Ermland-Masuren ist.

Commons: Wiktor Marek Leyk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Biografie. Abgerufen am 18. Dezember 2025 (polnisch).

Einzelnachweise

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