Wilhelm Adolph Quitzow
mecklenburgischer Pädagoge und niederdeutscher Schriftsteller
From Wikipedia, the free encyclopedia
Wilhelm Adolph Quitzow, auch Wilhelm Adolf Quitzow (* 30. April 1812 in Wismar; † 14. Juli 1896 in Güstrow), war ein mecklenburgischer Realschullehrer, Schulbuchautor und niederdeutscher Schriftsteller.
Leben
Wilhelm Adolph Quitzow verlor früh seine Eltern. Nach dem Besuch der Stadtschule besuchte er ab 1836 zwei Jahre lang das Lehrerseminar in Ludwigslust.[1] 1839 wurde er in seiner Heimatstadt als Lehrer an der Freischule tätig.[2] Bereits 1842 wechselte er nach Güstrow an die 1840 als Zweig der Domschule gegründete Bürgerschule.[3] Zuletzt wirkte er an der dortigen Realschule,[4] bis er 1873 nach langer und schwerer Krankheit in den Ruhestand verabschiedet wurde. Er war Verfasser mehrerer Schulbücher zum Rechnen, die teilweise in 20 Auflagen erschienen. Im Ruhestand widmete er sich dem Schreiben der niederdeutschen Meckelnbörger Geschichten. Vertellt för Jung un Olt und des historischen Romans Olaf Hellichius.
Quitzow war seit 1841 verheiratet mit der aus Warin stammenden (Elisabeth Juliane) Dorothea, geborene Pragst (1824–1891).[5][6] Bekannte Kinder des Paares waren Hedwig (Johanne Elisabeth) Quitzow (1844–1899), Lehrerin in Friedland; Richard (Friedrich Johannes Gustav) Quitzow (1853–1927), Buchhändler und Verleger in Lübeck; Alwin (Cornelius Adolf) Quitzow (1856–1887), Kaufmann in Hamburg.[7]
Schriften (Auswahl)
Schulbücher
- Praktisches Rechenbuch für Schulen und zum Selbstgebrauch in systematischer Stufenfolge. Güstrow 1853–
- Teil 1: enthält die 4 Species mit ganzen, unbenannten und benannten Zahlen. 1853, 20. Auflage 1882
- Teil 2: Die Bruchrechnung.
- Teil 3: enthält die höheren, im praktischen Leben vorkommenden Rechnungsarten, erste Abtheilung.
- Teil 4: dritter Theil, zweite Abtheilung. 10. Auflage 1882
- Anweisung zum systematischen Unterricht im Rechnen und Auflösungen zu dem „Praktischen Rechenbuch“. Opitz, Güstrow 1860 (Digitalisat auf RosDok)
- Reductionstabellen der alten Maße und Gewichte auf neue metrische und diese zurück auf alte : berechnet nach dem Bundesgesetz vom 17. August 1868. Opitz, Güstrow 1869
- Das neue Maß und Gewicht : praktisches Rechenbuch für Schüler, welche die 4 Species mit ganzen Zahlen rechnen können. 1870
Geschichten / Romane
- Meckelnbörger Geschichten. Vertellt för Jung un Olt. Koch, Leipzig 1876–1878 (alle Digitalisate auf RosDok).[8]
- Band 1: As Wisme wedder meckelnborgsch würd. 1. und 2. Auflage, Koch, Leipzig 1876 (Digitalisate: 1. Aufl., 2. Aufl. auf RosDok).
- Band 2, 1. Teil: Hanne Möller un sin Mudder. Koch, Leipzig 1877 (Digitalisat auf RosDok).
- Band 2, 2. Teil: Hanne Möller un sin Mudder. Koch, Leipzig 1878 (Digitalisat auf RosDok).
- När Gustaf IV Adolf pantsatte Wismar och huru Wismar åter kom till Mecklenburg. Kulturhistorisk humoresk. Öfversättning från plattyskan af J. Granlund. Stockholm 1908.
(schwedisch – Übersetzung des 1. Bandes: As Wisme wedder meckelnborgsch würd.).[8]
- Olaf Hellichius. Historischer Roman aus dem 18. Jahrhundert, 3 Bände, Breslau 1891
Literatur
- Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. Das Personenlexikon. Hinstorff Verlag, Rostock 2011, ISBN 978-3-356-01301-6, S. 7896.
- Stephan Sehlke: Pädagogen–Pastoren–Patrioten. Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-9497-8, S. 300.
- Bernhard Sowinski: Lexikon deutschsprachiger Mundartautoren. Olms, Hildesheim 1997, ISBN 3-487-10381-8, S. 467.
- Ingrid Bigler-Marschall: Quitzow, (Wilhelm) Adolf. In: Deutsches Literatur-Lexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch. Begründet von Wilhelm Kosch. Band 12: Plachetka – Rilke. Francke, Bern/Stuttgart 1990, ISBN 3-317-01647-7, Sp. 447/448.
- Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Band 5, 6. Aufl., Leipzig 1913, S. 376 (deutschestextarchiv.de).