Wilhelm Fabry
Wundarzt, gilt als Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie
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Wilhelm Fabry (von Hilden), auch Fabri van Hilden, (Guilhelmus) Fabricus Hildanus, Guil(i)elmus Fabricius Hildanus und Fabricius von Hilden (* 25. Juni 1560 in Hilden; † 15. Februar 1634 in Bern) war Bader im Rheinland, Genf, Lausanne, Stadtchirurg in Payerne und Stadtarzt in Bern. Er gilt als der bedeutendste, deutschsprachige Wundarzt der Renaissance und als Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie.

Leben

Kindheit
Wilhelm, der erst später „Fabry“ heißen wird, kommt am 25. Juni 1560 in Hilden im Gutshof „In der Schmitten“ (in der Schmiede) als Sohn der „Margarethe (Gritgen) auf dem Sand“, und des Gerichtsschreibers Peter Drees als Wilhelm Drees auf die Welt. Wilhelms Mutter: hieß „Margarethe auf dem Sand“, nach ihrem Elternhaus, das man sich heute in etwa in die heutige Straße „Auf dem Sand“ denken kann. In erster Ehe heiratete sie „Dietrich in den Schmitten“ und zieht zu ihm in das Gut gleichen Namens in der heutigen Schwanenstraße in Hilden. Das Haus wurde 1907 abgerissen. Heute steht an dieser Stelle in der Schwanenstraße 27 das „Amber-Sure Hotel by best Western“. Nach dem Tod ihres ersten Ehemanns erbte sie den Gutshof „In der Schmitten“. Margarethe heiratete in zweiter Ehe Peter Drees: den „Sohn des Andreas“, Sohn des „Dries Kremer“. Nach der Hochzeit mit Margarethe zog er zu ihr „In die Schmitten“, die ehemalige Schmiede. Neben einem 1562 geboren jüngeren Bruder, der schon 1581 starb, hatte Wilhelm noch die jüngere Schwester Gerten (* um 1568/69, † um 1643/1650).[1]
Fabrys Großvater diente Wilhelm dem Reichen als Gerichtsdiener, war also für damalige Verhältnisse in gehobener Position. Sein Sohn Peter kann lesen und schreiben, was nicht selbstverständlich ist, und genießt als Erwachsener Ansehen im Dorf als Gerichtsschreiber. Bildung, so muss Fabrys Vater schon früh erkannt haben, ist wichtig, und er schickte seinen Sohn Wilhelm auf ein katholisches Gymnasium nach Köln.[2] Von 1568 bis 1573 besuchte Wilhelm ein Gymnasium in Köln, um dort Latein und Griechisch zu lernen. Nach dem Brauch der Renaissance latinisierte Wilhelm seinen Namen. Er wird sich später entsprechend seiner Herkunft als „Wilhelm aus der Schmiede in Hilden“ „Guilhelmus Fabricius Hildanus“, also Wilhelm Fabry (Fabry = Schmied) nennen.
Da 1569 Wilhelms Vater starb, musste seine Mutter drei Kinder versorgen. Sie heiratete in dritter Ehe „Peter Crantz“. Wilhelm wurde in Köln von „Carl Utenhoven“ , seinem väterlichen Freund, weiterhin gefördert und wohl auch finanziell unterstützt. Aus finanziellen Gründen verließ Wilhelm 1573 das Gymnasium in Köln und musste in Hilden mit Feldarbeit seine Familie unterstützen.
Durch ein kaltes Bad in der Itter zog sich Wilhelm 1572 eine noch lange spürbare Zungenlähmung zu. 1575 erkrankte Wilhelm an der Pest, die ihn für Monate ans Krankenbett fesselte. Dank der Kühlung mit Itter-Wasser überlebte er sie. Er wurde dadurch, was man damals noch nicht wusste, immun gegen die Pest-Viren. Das befähigte ihn später trotz mehrerer Pestausbrüche in seiner Umgebung als Arzt zu praktizieren.
Lehrzeit und Gesellenzeit
Von 1576 bis 1580 absolvierte er eine Ausbildung bei dem Bader und Wundarzt Johannes Dümgens in Neuss. Vor allem äußere Wunden und Verletzungen, aber auch Abszesse, Tumoren, Hämorrhoiden, Krampfadern, Verbrennungen oder Erfrierungen fielen im vormodernen Gesundheitswesen in den Zuständigkeitsbereich der Wundärzte. Bader behandelten Verstauchungen und renkten Gelenke ein.



Sie führten bei Bedarf Amputationen durch und stellten Prothesen her. Teilweise spezialisierten sie sich auf Starstiche, Blasenstein- und Bruchoperationen sowie Darmnähte, versorgten Knochenfrakturen, extrahierten Zähne oder renkten Gelenke ein.[3]
Nach Abschluss seiner Lehre arbeitete er 1580–1585 als Badergeselle in Düsseldorf bei dem angesehenen Chirurgen Cosmas Slot (einem Schüler des Andreas Vesalius) am Hofe Herzog Wilhelms des Reichen. Wie Slot war auch Fabry davon überzeugt, dass anatomische Kenntnisse für einen Chirurgen unentbehrlich seien, weshalb er seit seiner Gesellenzeit Leichen sezierte und präparierte, um seine anatomischen Kenntnisse zu erweitern. Auch führte er öffentliche Sektionen durch, um auf die Bedeutung von anatomischen Kenntnissen aufmerksam zu machen.
Während seiner darauffolgenden, vorgeschriebenen Wanderzeit als Wundarztgeselle hielt er sich 1585–1588 vorwiegend in der französischen Schweiz auf, wo er bei seinem Vorbild dem Chirurgen Giovanni Griffon in Genf und in Lausanne arbeitete und anatomische Studien betrieb. Fabry schloss seine zwölfjährige wundärztliche Ausbildung 1588 als Meister ab und war nun als selbständiger Chirurg tätig.[2]
Heirat und erstes Kind
Am 30. Juli 1587 heiratete er in der Genfer Kirche St. Gervais Marie Colinet, die Tochter des Genfer Buchdruckers Eustache Colinet, die seine Mitarbeiterin wurde. Sie half ihrem Mann später bei seiner ärztlichen Tätigkeit, führte seine Praxis wenn er auf Reisen war und profilierte sich als Spezialistin der Geburtshilfe.[4] Der älteste Sohn (1588–1595) wurde 1588 geboren. Zwischen 1590 und 1594 wurde der zweite Sohn geboren.[1]
Rheinland–Lausanne
Fabry kehrte mit seiner Familie in seine Heimat zurück und praktizierte von 1589 bis 1593 in seiner Geburtsstadt Hilden. Am 17. August 1592 konvertierte Fabry und wurde Mitglied der heimlich reformierten Gemeinde in Köln.[2]

1593 zog Fabry mit seiner Familie nach Köln, wo er in seiner Praxis arme Bürger, reiche Patrizier und Adelige gleichwohl behandelte. Während seinem Aufenthalt in Köln unternahm Fabry 1594–1595 Reisen nach Aachen, Heidelberg und Besançon.
In Köln starb am 8. Juni 1595 Fabrys ältester Sohn. Bei der Obduktion stellte sich als Todesursache ein Nierenleiden heraus.
Sein Sohn Johannes (* um 1595 – † vor 29. Mai 1640 in Bern) wurde geboren. Er wurde später wie sein Vater auch Wundarzt.
In Lausanne arbeitete Fabry 1596 und kam im Oktober wieder nach Köln zurück. In der Zeit 1597 bis 1598 arbeitete Fabry erneut in Lausanne und kam im Spätherbst 1598 wieder nach Köln zurück.
1598 gab Fabrys Freund Janus Antonius Sarazenus in Lyon dessen Buch „Vom heißen und kalten Brand“ in lateinischer Sprache heraus. Wilhelm Fabry beschrieb in seinem ersten Buch fünfundzwanzig Fallbeschreibungen (Observationes) und das Traktat über entzündete Gliedmaßen und die von ihm entwickelte Methode „operativer Absetzung befallener Glieder“, für die er auch besondere chirurgische Instrumente erfunden hatte. Fabry war der Erste, der als Behandlung eine Amputation oberhalb des erkrankten Gewebes vertrat.


Das Buch wurde in lateinischer Sprache elfmal in überarbeiteter Form in Genf und Lyon neu aufgelegt und auch ins Französische übersetzt.[2][5] In Genf erschien 1598 bei Gabriel Cartier Fabrys Buch „Selectae observationes chirurgicae quinque et viginti, item de Gangraenaet Sphacelo tractatus methodicus“ („Ausgewählte fünfundzwanzig chirurgische Beobachtungen, außerdem eine methodische Abhandlung über Gangrän und Sphacelus (Kalter Brand)“).[1]
Am 25. Juni 1599 schrieb sich „Meister Wilhelm“ in das Zunftbuch der Barbiere in Köln ein. Ende 1599 reiste er zu einem kurzen Besuch nach Genf. Nach Köln zurückgekehrt, blieb er 1600 nur wenige Monate, um dann im Sommer die Stadt endgültig zu verlassen, um von 1600 bis 1602 in Lausanne zu praktizieren.[1]
Fabrys Buch „Traitté de la dysenterie“ („Abhandlung über die Ruhr“) erschien 1602 in Bern.
Payerne–Peterlingen



In der Zeit von 1602 bis 1610 war Fabry Stadtchirurg in Payerne (deutsch Peterlingen, im Kanton Waadt in der Schweiz) und Lausanne. Diese Position ist einem heutigen Amtsarzt keineswegs vergleichbar; sie war auf die damaligen Funktionen des Wundarztes/Chirurgen beschränkt, umfasste also nicht die akademische Medizin damaliger Definition. Der Stadtchirurg musste – gegen festgesetztes Jahresentgelt – bestimmte Personen (z. B. Arme) unentgeltlich behandeln und mit Medikamenten versorgen, war aber ansonsten frei, eine eigene Praxis zu führen und dafür Honorare zu fordern.
Fabry selbst unterhielt eine weit ausgedehnte Reisepraxis als Konsiliarchirurg und stand mit vielen bekannten Medizinern seiner Zeit in lebhaftem Briefwechsel.
Während seiner Zeit in Payerne wurde Fabry 1606–1607 Hofarzt von Markgraf Georg Friedrich von Baden–Hachberg, der 1607 eine Gedenkmedaille auf ihn schlagen ließ.
Fabrys Buch „De combustionibus, quae oleo et aqua fervida, ferro candente, pulvere tormentario, fulmine et quavis alimateria anita fiunt libelle“ („Ein Buch über Verbrennungen, die durch Öl und kochendes Wasser, glühendes Eisen, Schießpulver, Blitze und alle möglichen anderen Lebensmittel verursacht werden“). erschien 1607 bei Ludwig König (1572–1641) in Basel. Das Buch wurde ein solcher Erfolg, dass Fabry sich entschloss, seine ärztliche Erfahrungen weiter kontinuierlich in gedruckter Form der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Zu seinen Lebzeiten veröffentlichte Wilhelm Fabry seine Fallberichte (die "Observationes") in sogenannten Centuriae (je 100 Fallbeispiele). Das erste Hundert seiner Beobachtungen und Behandlungen („Observationum et curationum chirurgicarum centuria“) veröffentlichte er 1607. Erst nach seinem Tod erschienen Gesamtausgaben mit allen sechshundert „Observationibus“ („Beobachtungen“).
Als Reisechirurg besuchte er 1609 Patienten in Lyon, Städte in Süddeutschland und in der Schweiz. Wegen seiner ausgiebigen Reisetätigkeit bat Fabry 1610 um die Entlassung als Wundarzt in Peterlingen. Fabrys zweites Buch „Observationum et curationem chirurgicarum centuria II“ („Hundert Beobachtungen und chirurgische Behandlungen Teil II“) erschien 1611 bei Peter und Jacob Chouet in Genf.
Bergische Heimat
Während seinem Aufenthalt in seiner bergischen Heimat besuchte Fabry 1611–1612 von Hilden aus Köln, Leiden, Amsterdam, Solingen, Broich bei Mülheim an der Ruhr, Dinslaken, Essen, Elberfeld, Moers und Duisburg, wo er zahlreiche Patienten behandelte. Inzwischen war am 26. April 1612 Fabrys Mutter in Hilden gestorben. Am 11. Oktober 1612 trat er seine Rückreise von Köln aus über Mülheim am Rhein, Gießen, Oppenheim, Darmstadt, Worms, Heidelberg, Straßburg, Freiburg, Solothurn und Bern. Am 16. November traf er wieder bei seiner Frau in Lausanne ein.
Lausanne
In Lausanne war inzwischen die Pest ausgebrochen. Als im November 1612 die Seuche erlosch, waren zwei seiner Töchter (fünftes Kind (* 1600, † 1613) und achtes Kind (* 23.08.1609 Payerne, † 1613)) gestorben. Seine Frau und zwei seiner Söhne (drittes Kind Johannes (* um 1595. † vor 29.05.1640 Bern war Wundarzt, um 1630 verheiratet mit einer „Friesing“) und siebtes Kind Peter (* 04.03.1605 Payerne, † 1628 in den Niederlanden, Wundarzt)) überstanden den „Schwarzen Tod“ nach längerem Krankenlager.
Fabry verarbeitete die Pestepidemie in Lausanne in seinem 1613 in Basel bei König erschienen Buch „New FeldtArtznyBuch Von Kranckheiten und schäden, so in Kriegen den Wundartzten gemeinlich fürfallen. Als, Heisser unnd Kalter brandt, Bräune, unmässiges Bluten auß der Nasen ... ; Item Ein Chirurgischer Reißkasten“. Diese vierte Sammlung „Observationum et curationum centuria tertia“ erschien 1614 im Oppenheimer Verlag Theodor de Bry Erben, gedruckt von Hieronymus Galler. Bemerkenswert ist die Widmung über dem Titel: Friedrich V., Comiti Palatino ad Rhenum. Kurfürst von der Pfalz war zu der Zeit eine Hoffnungsfigur der deutschen Protestanten. Vier Jahre später führte seine Krönung zum König von Böhmen zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges und ließ ihn selbst als "Winterkönig" traurige Berühmtheit erlangen.[1][6]
Bern
Am 27. Februar 1615 unterschrieb Fabry den Vertrag, der ihn im Auftrag des Rates zum Stadtarzt von Bern machte.
In Basel erschien 1615 sein Buch „Von geschossenen Wunden und derselben gründlichen Kuren und Heilung“ in deutscher Sprache. Von Bern aus war Fabry 1615–1619 in jedem Jahr auf Reisen. 1616 erschien bei Johann Theodor de Bry in Oppenheim Fabrys Buch „De dysenteria, hoc est cruento alvi fluore liber unus“.(„Dieses Buch über Ruhr beschreibt Ursachen blutiger Stuhlgänge.“)
Am sechsten April 1617 wurde Fabry in Bern Mitglied der Schmiedezunft.
Bei Johann Theodor de Bry in Oppenheim erschien 1617 sein Buch „De gangraena et sphacelo tractatus methodicus, editio decima et ultima, omnium locupletissima“. („Eine methodische Abhandlung über Gangrän und Sphacelus, zehnte und letzte Auflage, die gehaltvollste von allen“).
Bei einer Pockenepidemie in Basel starben 1618 mehr als 500 Kinder.
Ab 1618 war er auch Leibarzt des Markgrafen Georg Friedrich von Baden.
1619 erschien Fabrys Buch „Observationum et curationum centuria quarta, accessit autors epistolarum ad arnicos, eorundemque adipsum centuria prima“ („Beobachtungen und Behandlungen Teil IV, und Briefe und eigene Aufzeichnungen des Verfassers“) bei Johann Theodor de Bryin in Oppenheim.

Das bekannte Ölbild Fabrys entstand um 1620. Es wird dem Maler Bartholomäus Sarburgh zugeschrieben.

1621 erschienen bei Abraham Werli in Bern Fabrys Bücher „Spiegel des menschlichen Lebens“ und „Geistliche Lieder und Gesang“. Fabrys Frau Marie Colinet veröffentlichte die Erbauungsschrift „Le petit recueil de la Saincte Scriture“ („Die kleine Sammlung der Heiligen Schrift“). Fabry war 1622 monatelang am Oberrhein und in Hessen tätig.
In Bern erschien 1623 Fabrys Buch „Christliche Abmahnung von der Trunckenheit“ und 1624 Fabrys Buch „Anatomiae praestantia et utilitas, das ist kurze Beschreibung der Fürtrefflichkeit, Nutz und Nothwendigkeit der Anatomy“ und in Frankfurt am Main seine Schrift „Christlicher Schlafftrunck“.
Ein Porträt von Fabry eines anonymen Malers (Öl auf Holz, 64 × 50 cm) entstand mit der Aufschrift „Gulielmus Fabricius Hildanus 1624, aetatis 64“. Das verschollene Gemälde war 1910 im Besitz des Frauenarztes Dr. med. Großmann in Frankfurt am Main.
In dem an die Mitglieder des Rates gerichteten Werkes „Anatomiae praestantia et utilitas“ („Die Vorzüge und der Nutzen der Anatomie“) von 1624, mit dem er auf die Bedeutung der Förderung der Wissenschaft hinweisen wollte, bezog Fabry Stellung gegen die Folter.
Als im Juni 1626 in Bern eine Pockenepidemie ausbrach, starben viele Kinder.
1627 veröffentlichte Matthäus Merian in Frankfurt Fabrys Buch „Observationum et curationum centuria quinta, epistolisvirorum doctorum, necnon instruments ab autore inventis illustrativ“. („Beobachtungen und Behandlungsmethoden Teil V, Briefe tugendhafter Ärzte und vom Autor erfundene Instrumente, illustriert“).
Fabry litt unter schmerzhaften Gichtanfällen, sodaß 1627/28 die Gicht Fabrys linke Hand lähmte. Deshalb stellte Fabricius 1628 aus gesundheitlichen Gründen seine Reisetätigkeit gänzlich ein.[1]
1628 erschien sein „Schatzkämmerlein der Gesundheit“, das im Gegensatz zu vielen anderen seiner Schriften nicht für Fachkollegen geschrieben war, sondern sich an alle richtete, denen an ihrer Gesundheit gelegen war.[3]
Fabrys Sohn Peter (Siebtes Kind (* 04.03.1605 Payerne, † 1628 in den Niederlanden), der wie sein Vater Wundarzt war), starb 1628 in den Niederlanden. Vor 1634 starb auch Sibylle (Viertes Kind verheiratet mit Bolot) an der Roten Ruhr. Aus der Ehe sind ein Sohn und eine Tochter hervorgegangen. Der Chirurg Wilhelm Fabry verarbeitete Sibyllas Todesursache und seine Beobachtungen über die ansteckende „Rote Ruhr“ in der Schrift „Mit einer hefftigen Dysenteria nach Gottes Willen befallen“.[1]
Fabry war führender deutscher Chirurg seiner Zeit, weshalb er heute auch „Vater der deutschen Chirurgie“ genannt wird. Zu Lebzeiten forderte er umfassende Ausbildung in Botanik, Chemie und Anatomie und galt als von Humanität geprägter Arzt. Folter kritisierte er gegenüber Politikern als sinnlos.[1][7]

Tod
Wilhelm Fabry starb 1634 in Bern. Guilhelmus Fabricius Hildanus ist in Bern auf dem dortigen Ehrenfriedhof beerdigt.[7]
Werk

Fabry verfasste etwa 20 medizinische Werke, darunter die Observationum et Curationum Chirurgicarum Centuriae (1606–1641) (Beobachtungen und chirurgische Behandlungen I–VI.), eine Sammlung von über 600 Fallberichten, die zu seinen Lebzeiten in 100er Lieferungen erschienen waren und insgesamt postum 1641 veröffentlicht wurden. Von den Vorarbeiten zeugen drei umfangreiche Manuskripte in der Burgerbibliothek Bern,[8][9][10]
In der Observationum et Curationum Chirurgicarum Centuriae sind auch etwa 450, teils mit Illustrationen versehene Briefabschriften enthalten. Dazu zählt die Schilderung einer Entfernung eines durch ein malignes Melanom zerstörten Auges eines Bürgermeisters und der Bericht über die von seiner Frau Marie Colinet 1624 erfundene Magnetextraktion metallischer Fremdkörper aus dem Auge.[11][12]
In seinem Werk De Gangraena Et Sphacelo schlug er 1593 die Amputation von Gliedmaßen oberhalb der Verletzung vor. Der Klassifizierung von Verbrennungen widmete er sich in seinem Werk De Combustionibus von 1607.[7]
Der auch als der „deutsche Ambroise Paré“ bezeichnete Chirurg, der sich zudem mit zahnärztlichen und kieferchirurgischen Fragestellungen befasste, beschreibt beispielsweise auch die Entfernung von Kiefergeschwülsten.[13][14]
Er führte eine ausführliche Patientendatei und beschrieb die Wirkung von Salben auf die Blutstillung und Heilung. Er ließ die Patienten Diäten einhalten. Er führte Operationen und chirurgische Eingriffe wie z. B. Ambutationen ohne Narkose durch.
Bei Schussverletzungen mit Bleikugeln führte er ein Doppelrohr in die Schusswunde ein. Mit dem äußeren Rohr stabilisierte er den Schusskanal. In dem zweiten Rohr erfasste er mit einer Spirale ähnlich einem Korkenzieher, die er in das Blei eindrehte die Kugel und zog die Bleikugel mit dem Innenrohr heraus. Diese frühe Anwendung eines minimalinvasive Eingriffs vermied das Aufschneiden des Gewebes und der späteren Wundbrand Gefahr. Man konnte jetzt mit Alkohol desinfizieren und die Wunde verbinden. (und das alles ohne Narkose)

Schriften
- Wilhelm Fabricius Hildanus: De Gangræna Et Sphacelo. Das ist: Von dem Heissen vnd Kalten brandt, oder (wie es etliche nennen) S. Antoni vnd Martialis fewer ... auß Hippocrate, Galeno vnd andern vornehmen autoribus zusamen gelesen, vnd in kurtze capita abgetheilet. Bey Peter Keschedt, Köln 1593, S. 68 (onb.ac.at – Digitalisat ÖNB Wien).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Traitté de la gangrène et du sphacèle, contenans ample déclaration des différences, causes, signes et prognostique desdites maladies : ensemble leur curation methodique / par Guillaume Fabricius de Hilden. In: Schweizer Drucke des 16. Jahrhunderts. Genf 1597, S. 120, doi:10.3931/e-rara-1394 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Selectae observationes chirurgicae quinque et viginti. Item de gangraena et sphacelo tractatus methodicus. Gabriel Cartier, Genf 1598, S. 168, doi:10.3931/e-rara-9674 (archive.org).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Anatomiae praestantia et utilitas, Von der Fürtrefflichkeit und Nutz der Anatomy. Jacob Stuber 1624, Bern 1601, S. 234 (museum-digital.de – Neuauflage 1936 bei H.R. Sauerländer & Co. Aarau).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Traitté de la dysenterie, çest à dire, du flux de ventre sanguinolent : contenant ses causes, signes, prognostique, curation & preservation ; Item. Des accidens qui surviennent à la dysenterie. Jean le Preux, Bern 1602, S. 55, doi:10.3931/e-rara-7819 (OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Von dem Heissen und Kalten Brandt, welcher Gangraena et Sphacelus, oder S. Antonij und Martialis Fewr genannt wirdt, Grundtlicher Bericht : Von solcher Schaeden Beschreibung, Ursprung, Zeichen, Unterscheidung, und endlichen Heilung : Item: Wie die verdorbene Gliedmassen abzuschneiden, Und ob solches im todten Fleisch geschehen solle: Und wie den Zufaelln, alss Ohnmacht, Feber, Geschwulst, Hitz, Schmertzen, Krampff, &c. fuerzukommen und zu wehren / durch Guilhelmum Fabricium, Hildanum. In: Schweizer Drucke des 17. Jahrhunderts. Ludwig Koenigs, Basel 1603, S. 374, doi:10.3931/e-rara-65053 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Guilielmi Fabricii Hildani Paterniacensis Chirurgi Ordinarii Observationum & Curationum Chirurgicarum centuriae : In qua inclusae sunt viginti & quinque, antea seorsim aeditae: reliquae nunc cum nonnullis instrumentorum, ab autore inventorum delineationibus, in gratiam & utilitatem artis Chirurgicae in lucem prodeunt : Cum Indice. In: Schweizer Drucke des 17. Jahrhunderts. Sumptibus Ludovici Regis, Basel 1606, S. 298, doi:10.3931/e-rara-63095 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus, Karl von Utenhove: Guilielmi Fabricii Hildani Chirurgi De combustionibus, quae oleo et aqua fervida, ferro candente, pulvere tormentario, fulmine, & quavis alia materia ignita fiunt libellus : in quo differentiae, signa, prognostica, et Curatio, tum ipsarum combustionum tum omnium fere Accidentium perspicue describuntur. Cui accessit Bustum, In quo accensi sunt odores suavissimi memoriae Caroli Utenhovii. Sumptibus Ludovici Regis, Basel Januar 1607, S. 139, doi:10.3931/e-rara-63093 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Observationum et curationum cheirurgicarum centuria secunda. In: Schweizer Drucke des 17. Jahrhunderts. Petrum et Jacobum Chouet, Genf 1611, S. 432, doi:10.3931/e-rara-60332 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Als, Heisser unnd Kalter brandt, Brauene, unmaessiges Bluten auss der Nasen, Rothe Ruhr, Geschossen wunden, ... und Krumme Glieder zu erweichen und zustercken sein : Jtem Ein Chirurgischer Reisskasten,. Ludwig Koenigs, Basel 1613, S. 276, doi:10.3931/e-rara-62230 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: New Feldt Artzny Buch : Von Kranckheiten und schaeden, so in Kriegen den Wundartzten gemeinlich fuerfallen : Als, Heisser unnd Kalter brandt, Brauene, unmaessiges Bluten auss der Nasen, Rothe Ruhr, Geschossen wunden, ... und Krumme Glieder zu erweichen und zustercken sein : Jtem Ein Chirurgischer Reisskasten, Das ist, Beschreibung der Artzneyen und Jnstrumenten, damit ein Wundartzet im Krieg soll versehen sein : Jetzund Erstmals ..., und nutzlich an Tag geben / Durch Guilhelmum Fabricium Hildanum. In: Schweizer Drucke des 17. Jahrhunderts. Ludwig Koenigs, Basel 1613, S. 374, doi:10.3931/e-rara-62230 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Guilhelmi Fabricii Observationum & Curationum Cheirurgicarum Centuria Tertia. Vierte Auflage. Hieronymus Gallerus, de Bry, Oppenheim 1614, S. 557 (slub-dresden.de – download als PDF verfügbar).
- "Wilhelm Fabricius Hildanus, Johann Theodor Bry, Hieronymus Galler, Durenheim, Johann.: Guilhelmi Fabrici Hildani De vulnere quodam gravissimo & periculoso, ictu sclopeti inflicto : Observatio et curatio singularis: In qua multa ... adumbrantur. Johan-Theodor. de Bry, Oppenheim 1614, S. 77, doi:10.3931/e-rara-136944 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar)."
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Guilhelmi Fabricii Hildani, De monstro Lausannae equestrium exciso, anno Domini 1614. quinta Augusti, ... Narratio historica, & anatomica : Una cum delineatione monstri. Typis Hieronymi Galleri, aere Johan-Theod. de Bry, Oppenheim 1615, S. 298, doi:10.3931/e-rara-136945 (e-rara.ch – downloa als PDF verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Guilhelmi Fabricii Hildani ... De dysenteria, hoc est, cruento alvi fluore, Liber unus : In quo ... traditur. Hieronymi Galleri, Aere Johan. Theodori de Bry,, Oppenheim 1616, S. 157, doi:10.3931/e-rara-136977 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Guilhelmi Fabricii Hildani De Dysenteria : Liber unus: In quo hujus Morbi Causae, Signa, Prognostica, & Praeservatio continentur: Item, quomodo Symptomata, quae huic Morbo supervenire solent, sint removenda. de Bry ; Galler, Oppenheim 1616, S. 157 (deutsche-digitale-bibliothek.de – Text als PDF herunterladbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Guilhelmi Fabrici Hildani .De gangraena et sphacelo : tractatus methodicus, in quo horum morborum differentiae, causae, signa, prognostica, ac denique methodica curatio continentur ; cum triplici indice, authorum, capitum et rerum. Johann Theodor de Bry, Oppenheim 1617, S. 268 (deutsche-digitale-bibliothek.de – Text als PDF verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus, Johann Stigel: Piae lachrymae oder Christliche klag, und trostschrifft, von dem betrübten, und elenden Stand dess Menschen: und wie er von demselben durch Christum erlöset ist : Auff das Absterben Susannae, des ... Iohannis Durenheim P. Et Not. Caes. der ... Herrschafft Bern, Teutschen Seckelschreibers Töchterlein : So den 22. Junij seliglich in Christo entschlaffen Anno SInIte parVVLos e soLo aD Me VenIre das ist Lasset nVn DIe kLeInen aVff zV MIr kehren. In: Schweizer Drucke des 17. Jahrhunderts. Johann Schroeter, Basel 1618, doi:10.3931/e-rara-41854 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Observationum et curationum centuria quarta, accessit autors epistolarum ad arnicos, eorundemque adipsum centuria prima. Johann Theodor de Bry, Oppenheim 1619 (museum-digital.de).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Spiegel des menschlichen Lebens : in welchem der betrübte Stand, Ellend, und Gefahr die der Mensch von seiner Empfängnuss an in Mutter Leib, bis zum Sterbstündlein aussstehen muss, klärlich zu sehen : darinnen auch viel schöner Lehren zur Tugendt unnd christlichem Leben von nöthen fürgebildet werden. So seind auch im selben die Ursachen etlicher Leibskranckheiten abgebildet, auch wie man sich bey denselben Verhalten, und durch ein christliches Leben zu einem seeligen Sterben schicken und bereiten sol : alles auss heiliger Schrifft, wie auch auss geistlichen, und weltlichen Schreibenten zusammen gelesen, wie nutzlichen Sprüchen, Exemplen, und Historien gezieret, und in vier Theil nach den vier Arten dess Menschen abgetheilt : ferner etliche geistliche Lieder und Gesäng in villen Anligen unnd Nöhten tröstlich zu singen : jetzo der Jugend zur Lehr, und Underrichtung an Tag geben / durch Guilhelmum Fabricium Hildanum. In: Schweizer Drucke des 17. Jahrhunderts. bey Abraham Werlii, Bern 1621, S. 465, doi:10.3931/e-rara-10173 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Geistliche Lieder und Gesäng, in vielen Anligen, Nöhten, Vervolgungen, Creutz und Widerwärtigkeiten tröstlich zu singen : auss H. göttlicher Schrifft zusammen gelesen: auff die Melodyn der Psalmen gerichtt und an Tag geben / durch Guilhelmum Fabricium Hildanum. Abraham Weerlin, Bern 1621, S. 92, doi:10.3931/e-rara-10174 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Christliche Abmahnung von der Trunckenheit. In: Schweizer Drucke des 17. Jahrhunderts. 1623, S. 12 (staatsbibliothek-berlin.de – Text online verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Tractatus de christiana commessandi ratione. 1623.
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Christlicher Schlafftrunck. Basel/Frankfurt a. M. 1624, S. 96 (uni-heidelberg.de – Text online verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Anatomiae praestantia et utilitas, Das ist, Kurtze Beschreibung der Fürtrefflichkeit, Nutz und Nothwendigkeit der Anatomy oder kunstreichen Zerschneitung und Zerlegung menschliches Leibs ... / durch Guilhelmum Fabricium Hildanum. In: Schweizer Drucke des 17. Jahrhunderts. Jacob Stuber, Bern 1624, S. 234, doi:10.3931/e-rara-10177 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Observationum et curationum centuria quinta, epistolisvirorum doctorum, necnon instruments ab autore inventis illustrativ. Matthaeus Merian, Frankfurt a. M. 1627 (christies.com – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus, Jojann Jakob Grasser: Lithotomia vesicae : Das ist: Gründtlicher Bericht Von dem Blaterstein: dessen Ursachen und gewisse Kennzeichen, insonderheit aber wie derselbe bey Mans- und Weibsbildern zu schneiden seye : Da dann etliche underschiedliche Handgriff, und Gattungen, ... : Allen Wundaertzten, wie dann auch den Krancken ... beschrieben, und an Tag geben / Durch Guilhelmum Fabricium Hildanum, Fürstl. Marggraevischen Badischen, wie auch Loeblicher Statt Bern ... Medico-Chirurgum ordinarium. In: Schweizer Drucke des 17. Jahrhunderts. bey Jo. Schroeter, verlegts Joh. Conrad Leopard,, Basel 1628, S. 333, doi:10.3931/e-rara-62231 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus, Heinrich Schobinger: Guilhelmi Fabricii Hildani, Illustrissimi Principis ac Domini, Dn. Georgii Friderici, Marchionis Badensis, & Hachbergensis, &c. nec non inclytae Reip. Bernensis Medico-Chirurgi ordinarii, Lithotomia vesicae : hoc est, accurata descriptio calculi vesicae, eiusdemque causarum, et signorum pathognomonicorum, inprimis vero Methodi, qua tam in foeminis, quam in Viris sit extrahendus; ... depinguntur. In: Schweizer Drucke des 17. Jahrhunderts. https://www.e-rara.ch/bau_1/content/titleinfo/16848203, Basel 1628, S. 227, doi:10.3931/e-rara-62243 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Das Schatzkämmerlein der Gesundheit (1628). Nachdruck Museumsverein Hilden e.V., 1628, ISBN 3-9811850-3-X, S. 96.
- Wilhelm Fabricius Hildanus: De Conservanda Valetudine. Matthäus Merian (der Ältere), Frankfurt a. M. 1629, S. 77 (museum-digital.de – OCR-Text verfügbar).
- Johann Jakob Grasser, Wilhelm Fabricius Hildanus, Johannes Durheim, Konrad Schopp, Daniel Rhagor, Daniel, Johann -Gaspar Myricaeus, Sebastian Ramspeck, Ludwig Lucius: Acclamationes votivae in honorem ... D. Ioan. Iacobi Grasseri Basileensis, cum a ... D. M. Ludovico Lucio ... profess. ordinario ... artium liberalium magister solenniter salutaretur / ab amicis & fautoribus consecratae: anno 1630. 7. Decembr. Basel 1630, S. 4, doi:10.3931/e-rara-72642 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Christliche Lob- und Trostgesäng. 1631.
- Johannes Fabricius Hildanus, Wilhelm Fabricius Hildanus: Lacrumae aeternae a singularibus amicis, pietate, doctrina et virtute ornatissimis in obitum magni incomparabilis, et per totum orbem terrarum notiss. venerandisensis dn. Guilhelmi Fabrici Hildani, olim illustrissimi principis ac domini dn. Georgi Friderici, Marchionis Badensis et Hochburg &, nec non inclytae et praepotentis Reipubl. Bernens Helvet. medici chirurg. ordin / effusae, et a Johanne Fabricio Hild. fil. collectae. In: Schweizer Drucke des 17. Jahrhunderts. Stephan Schmid, Bern 1637, S. 84, doi:10.3931/e-rara-10146 (Wilhelm Fabricius Hildanus – OCR-Text verfügbar).
- Johannes Fabricius Hildanus, Wilhelm Fabricius Hildanus, Marie Colinet: Viro christianissimo Guilhelmo Fabricio Hildano ... et Mariae Colinaetiae, matronae castissimae, uxori eius ... postquam maritum chariss. per quinquennium fere supervixisset, pie ad sedes immortalium emigravit, ann. restitutae per Christum salutis MDCXXXIX. III. Cal. Febr. cum annum LXXIX intrasset; sic ad resurrectionem iustorum hic una quiescunt / filius unicus moerens Iohannes Fabricius utriusque med. d. extremi officii & debiti (cum lachrimis) doloris testificandi b. m. ae. h. m. p. In: Schweizer Drucke des 17. Jahrhunderts. Johann Jakob Genathii, Basel 1639, S. 1, doi:10.3931/e-rara-73634 (e-rara.ch – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Observationum et curationum chirurgicarum I-V (1606-1634). Jean Antoine Huguetan., Lyon 1641, S. 436 (museum-digital.de – OCR-Text verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Deß Weitberühmten Guilhelmi Fabricii Hildani ... Wund-Artzney/ Gantzes Werck/ vnd aller Bücher/ so viel deren vorhanden. Welche theils vor diesem gedruckt/ theils anjetzo erst an das Tageliecht kommen. Alle von dem Authore auffs new übersehen/ an vielen Orthen so wol mit Sendschreiben vortrefflicher Leuth/ als newen Wahrnehmungen/ Exempeln vnd vielen raren Instrumenten vermehret/ Mit einem vollkommenen Register aller denckwürdigen Sachen und Wörter. Beyer, Frankfurt a. M. 1652, S. 1338 (hhu.de – Durch Friderich Greiffen aus dem Lateinischen ins Hochdeutsche übersetzt).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Guilhelmi Fabricii Hildani ... Opera Quae Extant Omnia : Partim Ante Hac Excusa, Partim Nunc Recens In Lucem Edita. Omnia Ab Authore Recognita, Multisque In Locis ... aucta. In Ultima Hacce Editione Instrumenta quamplurima ... multaq[ue] alia ab authore inventa adiiciuntur. Cum Indice rerum & Verborum Locupletissimo. J. Beyer, Frankfurt a. M. 1646, S. 1204 (digitale-sammlungen.de – Text online verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Fabricius Hildanus, Wilhelm: Deß Weitberühmten Guilhelmi Fabricii, Hildani ... Wund-Artzney, Gantzes Werck, und aller Bücher, so viel deren vorhanden. Johann Beyer, Frankfurt a. M. 1652, S. 1404 (digitale-sammlungen.de – Text online verfügbar).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Aanmerkingen rakende de genees onde Heelkonst, bestande in ses deelen, yder del in Hondert Geschiedenissen. Arnout Leers, Rotterdam 1656, S. 542 (vialibri.net – von Nicolaus Van Assendelft ins Holländische übersetzt).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Ausgewählte Observationes Wilhelm Fabry's von Hilden (Fabricius Hildanus). In: Sudhoffs Klassiker der Medizin. Johann Ambrosius Barth, Leipzig 1914 (archive.org – Nachdruck 1914 Karl Sudhoff, Leipzig).
- Wilhelm Fabricius Hildanus: Von der Fürtrefflichkeit und Nutz der Anatomy. Jacob Stuber, Bern 1601, S. 234 (museum-digital.de – Neuauflage 1936 bei H.R. Sauerländer & Co. Aarau).


Postmortale Veröffentlichungen
- 1637 veröffentlichte Fabrys Sohn Johannes in Bern die Denksprüche, die anlässlich des Todes seines Vaters von dessen Freunden verfasst worden sind.
- Von Marie Colinet erschien 1638 in Genf die theologische Schrift „Les Alphabetniveau et chrestien pur les eures apprentifs“ von Marie Colinet.
- 1641 veröffentlichte Johann Anton Huguetan in Lyon Fabrys „Observationum et curationum chinırgicarum centuriae, nunc primum simuel in unum opus congestae“.
- Johann Beyer in Frankfurt am Main gab 1646 die Gesamtausgabe „Opera omnia“ von Fabrys Werken, die auch 100 Briefe an seine Freunde enthält, heraus.
- Ebenfalls bei Johann Beyer in Frankfurt am Main wurde 1652 die Gesamtausgabe von Fabrys Werken in der deutschen Übersetzung von Friedrich Greift: „Wund-Artzney, Gantzes Werck, und allerBücher. So viel deren vorhanden“ herausgegeben.
- 1656 erschien bei Arnout Leers in Rotterdam das von Nicolaus Van Assendelft ins Holländische übersetzte Buch Fabrys „Aanmerkingen rakende de genees onde Heelkonst, bestande in ses deelen, yder del in Hondert Geschiedenissen“.
- Und 1682 veröffentlichte Balthasar Christian Wust jun. In Frankfurt a. M. die lateinische Gesamtausgabe von Fabrys Werken.
Ehrungen
Montpellier
- Im Anatomischen Museum der Universität Montpellier wurden 1825 zwei bronzierte Gipsbüsten von Fabry aufgestellt.
In Hilden

- Anläßlich seines 350. Geburtstages beschloß der Rat im Jahr 1910 die Aufstellung eines Fabricius-Denkmals. Am 2. Juli 1911 enthüllte Bürgermeister Heitland in Hilden eine von Arnold Künne geschaffene, ein Meter hohe Bronzebüste. Nach mehreren Standortwechseln hat sie ihren Platz im Zentrum der Stadt, dem Markt an der Mittelstraße, gefunden.
- In Hilden wurden nach Fabry die Fabriciusstraße, eine Apotheke und ein Restaurant mit Hotel benannt.
- 1960 erfolgte die Umbenennung der städtischen Realschule in Hilden in „Wílhelm-Fabry-Realschule“. Heute unterrichtet in den Gebäuden, die nach Fabrys Frau benannte „Marie Collinet Sekundarschule“. Die dort gestandene von Hans Peter Feddersen geschaffene Bronzebüste, steht heute im Eingangsbereich des Rathauses.
- 1989 wurde feierlich das Wilhelm-Fabry-Museums in einer historischen Kornbrennerei in Hilden eröffnet. Dort werden unter anderem medizinische Werkzeuge und Fachliteratur aus der Zeit Wilhelm Fabrys ausgestellt.[5]
- Vor dem Hildener Bahnhof weist ein Pfad mit künstlerischen Schriftplatten auf Fabry hin.
- Als Ehrengaben verleiht die Stadt Hilden den „Fabriciusteller“ und den „Stadtwappenschild mit Fabricius-Medaille“ in Gold beziehungsweise in Silber.
- Seit 1978 vergibt die Stadt Hilden an Künstler den Wilhelm-Fabry-Förderpreis.
- In Hilden wurde im Jahr 2010 aus Anlass von Fabrys 450. Geburtstag das Wilhelm-Fabry-Jahr mit Veranstaltungen und einem großen Umzug gefeiert.
In Bern

- In Bern ist die Hildanusstrasse im Stadtteil Breitenrain-Lorraine nach ihm benannt.
- Auf dem Areal des Inselspitals wurde 2022 das bisherige «Anna-Seiler-Haus» in «Wilhelm-Fabry-Haus» umbenannt.[15]
In Remscheid
- Die Sana Fabricius-Klinik in Remscheid ist nach Wilhelm Fabry benannt. Die im Jahr 1899 von dem Augenarzt Romanus Johannes Schaefer (1866–1944) gegründete Klinik firmierte nach einem Standortwechsel ab 1. Mai 1900 als Fabricius-Privatklinik für Augen-, Chirurgische und Frauenkrankheiten.[16][17]
Literatur
- Malachias Geiger: Kelegraphia, Das ist: Außführlicher Bericht oder Beschreibung Von den Brüchen zu sampt derselben medicinischer und chirurgischer Heilung. Übersetzung aus dem Lateinischen: Wilhelm Fabry. Joh. Weyrich, Stuttgart 1661. Digitalisat MDZ München
- Christian Polykarp Leporin: Das Leben des Vortrefflichen Guilielmi Fabricii von Hilden, sammt der Antwort Auf..., Gottfried Ernst Struntz, Quedlinburg und Aschersleben 1722. SLUB Dresden
- Conrad Meyer-Ahrens: Wilhelm Fabry, genannt Fabricius von Hilden – Eine historische Original-Skizze, Hirschwald, Berlin 1865. urn:nbn:de:bvb:12-bsb10727385-1
- August Hirsch: Fabricius, Wilhelm. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 6, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 526–528.
- Romanus Johannes Schaefer: Wilhelm Fabricius von Hilden – sein Leben und seine Verdienste um die Chirurgie, J. U. Kern’s Verlag (Max Müller), Breslau 1904. archive.org
- Ernst Alfred Seckendorf: Fabry von Hilden. In: Die medizinische Welt. 1934, Nr. 2, S. 1532 ff.
- Gernot Rath: Fabricius Hildanus, Wilhelm. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 4. Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 738–739 (deutsche-biographie.de).
- Erich Hintzsche: Guilelmus Fabricius Hildanus 1560–1634. Festschrift [anlässlich des Jubiläums 1947–1972] 25 Jahre Lindopharm Rönsberg KG Hilden. Hilden 1972 (Nachdruck, zur Tagung des Rheinischen Kreises am 6. November 1982 in Hilden, 1982); 2., veränderte Auflage ebenda 1973.
- Barbara I. Tshisuaka: Fabricius, Hildanus Wilhelm (Wilhelm Fabry). In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 387.
- Wennig, Wolfgang, Wilhelm Fabrys Lebenslauf, Stadtarchiv Hilden 1972-01-22 (pdf online verfügbar)