Wilhelm Körte

deutscher Literaturhistoriker From Wikipedia, the free encyclopedia

Friedrich Heinrich Wilhelm Körte (* 24. März 1776 in Aschersleben; † 28. Januar 1846 in Halberstadt) war ein deutscher Literaturhistoriker.

Leben

Körte war Sohn des Archidiakons Christian Andreas Matthias Körte und ein Großneffe von Johann Wilhelm Ludwig Gleim, der sich väterlich um Körte annahm. Er besuchte zunächst die Stadtschule Aschersleben, dann von 1792 bis 1796 das Domgymnasium Halberstadt. Dort bestand er die Maturitätsprüfung. Anschließend studierte er an der Universität Halle Rechtswissenschaften, wandte sich dann aber dem Studium der Literatur und den schönen Wissenschaften und Künsten zu. Wann er zum Doktor promoviert wurde, ist nicht bekannt.

Körte kehrte 1799 nach Halberstadt zurück. Dort war er als Lehrer an der von Gleim geplanten Humanitätsschule vorgesehen. Nach dem diese vom preußischen Staat entgegen den Plänen Greims als Zug am Domgymnasium Halberstadt verwirklicht wurde, erhielt Körte eine regelmäßige Abfindung bis zu seinem Tod ausgezahlt, von der er leben konnte. Er war daher nicht auf eine wirtschaftliche Betätigung angewiesen und konnte sich daher seinen Studien und der schriftstellerischen Arbeit widmen. Er heiratete Wilhelmine Wolf, die Tochter von Friedrich August Wolf, und betätigte sich als Nachlassverwalter von Gleims und Wolfs literarischen Nachlass. Den Ausgangspunkt seiner schriftstellerischen Tätigkeit stellt die Herausgabe der Werke von Ewald Christian von Kleist dar. Bis zur Aufhebung des Stifts 1810 war Körte außerdem Domvikar am Domstift Halberstadt.

Körte war von 1810 bis 1817 als Buch- und Kunsthändler in Halberstadt tätig. Zog sich aber von dieser Tätigkeit wieder zurück, um sich ganz der schriftstellerischen Arbeit zu widmen. Er war mit dem Schulrektor Christian Gottfried Wilhelm Lehmann befreundet.

Körte ist mit seinen Brüdern Franz Körte und August Bernhard Christian Körte Stammvater der Gelehrtenfamilie Körte.

Werke (Auswahl)

  • Ewald Christian von Kleist’s sämmtliche Werke, 2 Bände, Unger, Berlin 1803.
  • Kritik der Ehre, Sittlichkeit und des Rechts in F. H. Jacobis Gelegenheitsschrift: Was gebieten Ehre, Sittlichkeit und Recht in Absicht vertraulicher Briefe von Verstorbenen und noch Lebenden , Geßner, Zrich 1806.
  • Johann Wilhelm Ludewig Gleims Leben aus seinen Briefen und Schriften, Büreau für Literatur und Kunst, Halberstadt 1811.
  • J. W. L. Gleim’s sämmtliche Werke, 8 Bände, Büreau für Literatur und Kunst, Halberstadt 1811–1841 (Neudruck bei Olms, Hildesheim 1971).
  • Das Leben Carnots, Brockhaus, Leipzig 1820.
  • Beurtheilung der Voßischen Schrift: „Wie ward Friz Stolberg ein Unfreier?“ und einiger andern damit verwandten Schriften, Hermes, Amsterdam 1820.
  • Leben und Studien Friedr. Aug. Wolf’s, des Philologen, 2 Bände, Bädeker, Essen 1833.
  • Friedr. Aug. Wolf über Erziehung, Schule, Universität („Consilia scholastica.“); aus Wolf’s litterarischem Nachlasse zusammengestellt von Wilhelm Körte, Becker, Quedlinburg 1835.
  • Die Sprichwörter und sprichwörtlichen Redensarten der Deutschen nebst den Redensarten der deutschen Zech-Brüder und aller Praktik Großmutter, d. i. der Sprichwörter ewigem Wetter-Kalender, Brockhaus, Leipzig 1837.
  • Albrecht Thaer: Sein Leben und Wirken als Arzt und Landwirth, Brockhaus, Leipzig 1839.

Literatur

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